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Wit«, 30. Januar. Die Regierung wird behufs Studiums der Epidemie in Rußland den Sanitäts-Referenten in Lemberg, Bieriadecki, und den Primararzt des Rudolf-Spitals, Dr. Kiemann entsenden. — Heute hat im Ministerium des Innern eine Besprechung mit dem Dele- girten der rumänischen Regierung stattgefunden. Diese Delegirten sprachen die Bereitwilligkeit der rumänischen Regierung aus, die bei den commisstonellen Berathungen empfohlenen Maßregeln durchzuführen. — Der österreichische Botschafter in Petersburg telegraphirt untcrm 27.: Die letzten offiziellen Nachrichten aus Astrachau vom 25. d. M. constatiren nur einige wenige Fälle. Das Gerücht von dem Ausbruche der Krankheit in einem Hause in Petersburg und Moskau ist vollkommen erfunden. Die zwischen Wien uitb Berlin vereinbarten Maßregeln werden hier gut ausgenommen. — Der Vertreter des Petersburger Petroleumhauses Nobel, ein geborener Oesterreicher Namens Gmbisitisch, telegraphirt der „Neuen freien Presse" aus Zaritzin von gestenr: Seit 12 Tagen haben alle Erkrankungsfälle in Wetlianka, Prischibe, Udatschnoje, Nikolskoje und Stanitzkoje, 120 Werst von hier, ganz auf
gehört. Der Betrieb der Bahulinie von Zaritzin bis Griq danert fort. Im Falle die Krankheit in Zaritzin austauq, sollte, hat die Bahncommission beschlossen, die zweite H theilung der Bahnstrecke von Zaritzin bi« Borisoglebsk j schließe«. Kälte 20 Grad. Die erste Quarantäne | findet sich bei Sarepta.
Pest, 30. Januar. Nach den Beschlüssen bes Fin»> Ausschusses des Unterhauses ist das Deficit mit 24,520,21 Gulden präliminirt.
Paris, 30. Jan. Die Agence Havas meldet: M, schall Mac-Mahon verließ heule Mittag das Elysee q präsidirte um 1 Uhr einem Ministerrache in Versailles. § wird ein kurz motivirtes Schreiben übergeben, welches ixg Demission anzeigt. Der Congreß wird sogleich zusamm, treten können. Die Wahl Grevy's ist gewiß. — Rat
als Präsident der Republik. Indem ich aus meinem scheide, finde ich Trost in dem Gedanken, während bei Jahre, die ich dem Dienste meines Landes als Solvar Bürger gewidmet habe, niemals von anderen Gefühl leitet worden zu sein als denen der Ehre und Pflichl unbeschränkten Hingebung an das Vaterland. Ich Sic, meine Entlassung den Kammern mitzutheilen. pfangen Sie den Ausdruck meiner Hochachtung. — davon die Rede, Gambelta zum Präsidenten der
Botschafter in London, Marquis Harconrt, hat fein lassungsgesuch übersendet. — In der Congreßsitzunz Dufaure bei seinem Erscheinen auf der Tribüne mit fall begrüßt.
Loudo«, 30. Januar. Zum Deputirten von
die Politik der Regierung darlegen und die Vorlaj kündigen.
nungen getroffen, um den hierher entsendeten Aerzö Beamten der europäischen Staaten jeden möglich^, schub für die Ausführung ihrer Obliegenheiten jU1 — Einem Telegramm des Gouverneurs von zufolge, sind in der Stanitza Wetlianka und UÄ gegenwärtig keine Pestkranke, dagegen befinden sich JJ der Wolga in Silistrenn (?) seit dem 27. d. drei welche zu Erkrankten Beziehungen hatten und Epidemie ergriffen sind. Der Gouverneur von telegraphirt, daß die erforderlichen Schutzmaßreg^ Jsolirung, ein Absperrungscordon und Desinsiä^ ganzen Gouvernement Saratow, namentlich an der chan'schen Grenze ergriffen sind. J
Moskau, 25. Januar. Es zweifelt hier jg daran, daß der Zweck der chinesischen GesandM Petersburg ein ganz anderer ist, als die RegeA Gränzen oder eine Feststellung der Handelsbe^ zwischen Rußland und China; es handett sich vielA eine sür Rußland sehr heikle Frage, um die „ZusZ Kuldschas und des ganzen jJli-Gebietes. Die $1 tretung dieses Gebietes ist für Rußland nicht 1 materieller Hinsicht, sondern in Envägung der i
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stehend erachte; ich kann denselben meine Unterschrift geben. Jedes andere Ministerium, welches aus der rität der Kammern genommen wäre, würde mir die lichen Bedingungen auferlegen. Demnach glaube 6a Dauer des mir von der Nationalversammlung anoe""ttt * ten Mandats ab kürzen zu sollen und gebe meine Entla
der Köln. Ztg. angekündigten Erwägungen auf eine früher vom Finanzminister gegebene Anregung zurückgeführt werden, so ist insofern von der ganz irrigen Deutung dieser früheren Anregung zu bemerken, daß die Köln. Ztg. ausdrücklich von Erwägungen spricht, welche durch das Verhalten des Herzogs von Cumberland neuerdings veranlaßt worden seien. Damit erledigen sich die sonstigen an die Nachricht geknüpften, bereits landläufigen Betrachtungen über die bisherige Verwendung des Welfenfonds. Man darf sich versichert halten, daß die Aufrechthaltung dieses vermeintlichen Benefizes der Regierung keinen Fehler bei den Erwägungen der letzteren über die Behandlung der Angelegenheit bildet. — Die Budgetkommission des Abgeordnetenhauses hrt am 24. l. M. beschlossen, die Ltaats- regierung aufzusordern, unter den gegenwärtigen wirthschast- lichen und finanziellen Verhältnissen von dem Ankauf von Weltbahnen Abstand zu nehmen. Die Post bringt in ihrer heutigen Stummer einen Leitartikel über diesen Beschluß, der große Beachtung verdient. Das Blat^ führt aus, daß durch die eventuelle Annahme des Kommissions- beschlusscs im Abgeordnetenhaus der ganze Plan unserer Eisenbahnpolitik in negativem Sinne präjudicirt werden würde, während doch die Erkenntniß sich immer deutlicher herausgestellt hat, daß der Industrie und der Landwirth- schaft nicht geholfen werden könne, wenn der Staat nicht Herr des Eisenbahnwesens ist. Es wird weiter bemerkt, daß der jetzt zwischen Staats- und Privatbahnen herrschende Antagonismus ungesund und wirthschaftlich ruinirend sei. Hauptsächlich zutreffenv ist aber die Bemerkung, daß die Operation des Ankaufs großer Linien gerade jetzt für den Staat wie für alle Jnteresfirten günstige Zeit findet, indem es möglich fein wird, für beide Theile billige Anschlüsse zu erlangen. Jedes Jahr Aufschub, so bemerkt mit I Recht die Post, ist für unser wirthschaftliches Leben ein Jahr Verlust. — Die Reichskommission hat, wie schon durch den Reichsanzeiger bekannt geworden, das von der Kreishauptmannschaft in Dresden erlasfene Verbot der Wochenschrift „der Kalkulator an der Elbe" ausgehoben. Das Verbot war ersolgt mit Bezug auf die Nummer vom 7. Dezember vorigen Jahres und speciell auf ein in der- I selben enthaltenes Gedicht Die Aufhebung des Verbots seitens der Reichskommission wird dadurch begründet, daß das Blatt sozialdemokratische Tendenzen nicht verfolgt habe und daß auch in dem fraglichen Gedicht zwar eine abfällige Kritik der Ausweisungsmaßregeln, welche jedoch nicht noth- wendig auf eine sozialdemokratische Parteistellung zurückzuführen sei, nicht aber sozialdemokratische auf den Umsturz der bestehenden Ordnung gerichtete Bestrebungen in einer I den öffentlichen Frieden gefährdenden Weise.nachzuweisen
I seien. — Gegenüber unserer neulichen Notiz über die Entscheidung der Reichskommission betreffend eine Schrift des Dr. Stamm bringen die Zeitungen jetzt ein Schreiben desselben aus der Schweiz, welches versichert, daß Dr. Stamm niemals eine Beschwerde an die Neichskommission eingereicht und Niemand zur Einreichung einer solchen Vollmacht gegeben habe. Diese Mittheilung kann richtig sein, ändert aber nichts an der Thatsache, daß die Reichskommission auf die von dem Verleger deö Hrn. Stamm eingereichten Beschwerde in der von uns berichteten Weise entschieden hat. Ob der Verleger durch Einreichung der Beschwerde im Sinne des Dr. Stamm gehandelt hat, mögn
I die Herren unter sich abmachen, nach dem Gesetz war indeß der Verleger auch ohne Auftrag des Verfassers dazu legi- timirt. — Die Angaben verschiedener Blätter über die Resultate der kommissarischen Berathungen in Bezug auf die Abwehr der in Rußland herrschenden Epidemie, find hauptsächlich Combinationen; so ist z. B. unwahr, daß die Entsendung von 10 Aerzten nach Astrachan beschlossen worden. An den noch fortgesetzten Berathungen nehmen die Professoren Dr. Hirsch von Berlin und Dr. v. Petten- koffer von München Theil.
Stuttgart, 30. Jan. 13 Abgeordnete, zur Volkspartei und den Ultramontanen zählend, haben in der Abgeordnetenkammer den Antrag eingebracht, daß die Regierung ersucht werde, in Uebereinstimmung mit ihren Grundsätzen bei Revision der Verfassung, dem Gesetzentwürfe betr. die Strafgewalt des Reichstages, welches die württembergische Verfaßung wie die Rechte des Reichstags gefährde, im Bundesrathe nicht zustimmen.
Auslaad.
mern entsprechend, verlangte nnn das Ministerium auch I Personalveränderungen in den höchsten Militär-Commando- stellen, hierzu verweigerte Mac Mahon seine Zustimmung I und erklärte seinen Rücktritt nehmen zu wollen, da jedes aus der Majorität der Kammern gewählte Ministerium dieselben Anforderungen an ihn stellen würde, die er nicht auszuführen vermöge. — Senat und Abgeordnetenkammer I traten nun zusammen, um nach den Bestimmungen der Verfassung den Congreß zu bilden, der die Neuwahl des Präsidenten vorzunehmen hat. — Die Stimmen der Majorität fielen dießmal noch auf den gemäßigten Republikaner, dm Präsidenten der Abgeordnetenkammer, Grevy. Die Majorität von 563 Stimmen verlieh ihm die Präsidentenwürde auf die Dauer von 7 Jahren. Ob nun aber der Senat und die Kammer, letztere unter dem wahrscheinlichen Präsidium GambettaS, in Grevy ihren Mann zur Ausführung ihrer sich mehr und mehr steigernden Anforderungen gefunden haben, wird abzuwarten sein.
Aus der Leichenrede welche der Hofprediger von Koets- veld am Sarge des Prinzen Heinrich der Niederlande gehalten hat wird Folgendes mitgetheilt: „Mannhaft und ruhig, gut und tugendreich, immer arbeitsam und voll Eifer für die Interessen, die ihm anvertraut waren, war Prinz Heinrich ein Beispiel für die Nation. Er war nicht allein der treue Bruder, sondern auch der ergebenste Unterthan des Königs." Der Schluß der Rede lautete: Lebewohl, Heinrich der Gute, treuer Sohn von Oranien, Ehre und Glück unserer Nation, Beschützer der Armen und der ganzen Niederlande! Fürsten und Vertreter des Auslandes, sagt bei Euch, daß die Liebe eine treue Nation, die einzige aber auch die unbesiegliche Ehrengarde , ist, welche den Thron de« Hauses Oranien-Nassau beschützt."
Meldung der „Polit. Corresp." aus Konstantinopel vom 29.: Angeblich wird die Anzeige Montenegros über die erfolgte Besetzung von Podgoritza erwartet, um zur Unterzeichnung des Friedensvertrages mit Rußland zu schreiten. Die Pforte befahl die unverzügliche Zurückziehung der türkischen Besatzung aus dem von den katholischen Albanesen bewohnten Miriditmlande. Zum zweitm türkischen Commissar für die Verhandlungen mit Griechenland ist Constant Pascha ernannt. Mukhtar Pascha erhielt ausgedehnten Vollmachten zur Verhandlung der schwierigsten Punkte mit Griechenland.
Die englischen Konjuristen haben, wie aus London berichtet wird, sich über die Braunschweiger Nachfolgefrage zu äußern gehabt. Ihrer Meinung nach sind die Ansprüche des Herzogs von Cumberland nicht gesetzlich bei Seite zu schieben. Er ist der nächste Erbe. Im Falle seines Todes oder Verzichtes kommt der Herzog von Cambridge und nach ihm die Württemberger Dynastie an die Erbrechen- solge. Wir werden uns in Deutschland indeß schwerlich viel um die Ansichten der englischen Konjuristen kümmern.
sprechen, bezüglich der großen Militaircommandos meine Maßregeln vor, welche ich als mit den 3nt .• der Armee und folglich auch des Landes im WidcrsfM"Etzt
cbeeren folgender: Bei Eröffnung der Session legte Ihnen das M ■ $ot fterium ein Programm vor, welches, indem damit der öfi lichen Meinung eine Genngthuung gegeben wurde, ja J’cn' (des Ministeriums) Ansicht nach zugleich ohne Gefährd- ’• der Sicherheit und guten Verwaltung des Landes au ®otor nvmmen werden konnte, auch jede persönliche Rücksichi T™ Seite ließ. Ich hatte diesem Programme meine Ga K migung ertheilt, denn ich gab damit keines der Princh
Preis, welche treu zu bleiben mein Gewissen mir gd V”"e, Heute schlägt mir das Ministerium, in der Meinung,! mit der Ansicht der Majorität beider Kammern zu ~£ct
angezeigt. Der Congreß ist auf heute Abend 6 Uhr ,tmer . sammenberufen. Die Wahl Grevy's ist gewiß. (Wied, 01 > ?x holt weil nicht in allen Erenplareu der gestrigen ytumi 16 F11 mitgetheilt.^
Versailles, 30. Januar. Der Wortlaut des Sch bens des Marschalls Mac Mahons an das Ministerium
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Deutsches Reich.
•* Berlin, 30. Januar. Die Mittheilungen der Köln. Ztg. über eine voraussichtliche neue Phase der Erwägungen in Betreff des Welfenfonds hat vielfache Bemerkungen in der Presse hervorgerufen, die zum Theil der Berichtigung bedürfen. Die Behauptung, daß Fürst Bismarck neuerdings allein über den Welfenfonds dispomrt, ist ebenso unrichtig wie die andere, daß die übrigen Minister vor einiger Zeit abgelehnt hätten, sich an der Verwendung des Fonds weiter zu beteiligen. Wenn ferner die von
„Un waö soll ich dort," fragte ich befremdet.
Dort sollen Sie nach zurückgelegtem Noviziat den Schleier nehmm und Gott danken, der Ihnen eine so gnädige Buße zu diktirt.
„Und wenn ich mich weigere" —
So gehe ich sofort zum Gericht und mache meine Anzeige; die Zeugen sind zur Hand — Ihre Verhaftung erfolgt und das Urtheil wird nicht auf sich warten lassen."
„In Gottes Namen" rief ich außer mir; „lieber den Tod durch das weltliche Gericht, als die langsame Marter und Pein eines erzwungenen Klosterlebens!"
„Gut, entgegnete er anscheinend sehr gleichgülig; „ich hatte geglaubt, Sie wären im Stande, ein Opfer zu bringen, um Ihren Vater nochmals zu sehen — ich sehe, ich habe mich geirrt; leben Sie wohl, Sie werden weiter von mir hören!"
„Halt," rief ich, als er sich zum Gehen wandte, „halt, mitleidloser Mann; laß mich meinen Vater sehen, ich verspreche Alles, ich willige in Alles, nur laß mich meinen Vater sehen!".......
„Morgen schon," war seine Antwort und nun trat er zum" Schreibtisch, breitete einige Papiere, die er aus seiner Brieftasche nahm, darauf aus, reichte mir eine Feder und sagte: „Hierunterschreiben Sie!" .
Mechanisch las ich das mir vorgelegte Schriftstück, in welchem ich mich verpflichtete, all meinen weltlichen Besitz dem Kloster St. Antoine bei Beginn meines Noviziats zu Überweffen, durch und bemerkte, indem ich meinen Namen unterschrieb: „Reichthümer wird das Kloster nicht durch meine NamenS-Unterschrift erlangen — ich besitze Nicht«, als waS ich verdiene!"
(Fortsetzung folgt'
Petersburg, 30. Januar. Die Minister ui teten dem Kaiser die Beschlüsse in Betreff der Sicha maßregeln gegen die Weiterverbreitung der Pest. A sentliche Maßregel gilt die Ernennung eines General missärs, wahrscheinlich wird, wie gemeldet Genera! s Melikoff ernannt, welcher ungeschränkte Vollmachten » . - soll. Die hygienische Commission beginnt ihre $ unverzüglich und belegirt Aerzte nach der Wolga jCj Heren Prüfung des Thatbestandes. ES werden
bridgeshire wurde Hicks (kous.) gewählt. — Daily 6 * graph" zufolge wird das Parlament ohne Thronrü
öffnet werden; Lord Beaconsfield und Northcote « J ' U|
ürtenkammer zu wählen. Dufaure bekundet die sich in das Privatleben zurückzuziehen. — Das Schi “f’l. ’ Mae Mahons findet allgemeine Anerkennmig. Die! !
ster äußerten sich sämmtlich dahin, daß der Marsch»! *----
heutigen Conseil eine ruhige, würdige und concrete tung bewahrte; er erklärte namentlich, daß er sich io Privatleben zurückzuziehen gedenke und unter keinerlei TL 1 zugcben würde, daß man seinen Namen für irgend» Kundgebungen gebrauche; zugleich gab er seinen ® 8 Ti- Wünschen für das Glück des Landes Ausdruck. — “Ur;