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JUdtßurg, Sonnabend, 1. Februar 1879

XIV. Mrgang

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Jür tn der Expedition zu ertbcilenbe Auskunft und Annahme von Adressen werden 25 Via. berechnet.

St. Autoiue.

Original-Novelle von F. R. G.

(Fortsetzung.)

Ihr Stillschweigen" wiederholte ich befremdet URt glaube wir verstehen uns nicht recht." doch", sagte er und maß mich höhnisch mit den

Tilgung abgegangen 34378565,84 M. Dagegen sind zugetreten bei der konsolidirten 4i/^procentigen Anleihe 29 600450 M., bei der konsolidirten 4procentigen Anleihe 124376400 M., an Schatzanweifungen 27000000 M durch Bruchpfennige 1,75 M. zusammen 180976851,75 M., überhaupt sind also zugetreten 146598285,91 M. und die Staatsschuld betrug am 31. Märr 1878: 1146 866838,23 M.

Die (verstärkte) Budgetcommission des Abgeordneten­hauses hat den von der Regierung im Betrage von 11400 Mark vergeschlagenen Gehaltssatz für die Präsidenten der Oberlandesgerichte auf 14000, und das Maximum des Gehalts der Oberlandesgerichtsräthe von 6000 auf 6600 Mk. erhöht.

Im weiteren Verlaufe der Sitzung wurde beschlossen, die Gehaltssätze der Oberstaatsanwälte und Staatsanwälte bei den Oberlandesgerichten unverändert zu lassen. Das Gehalt der Landgerichtsdirectoren wurde im Maximum von 6000 auf 6600 M. erhöht, daß der Land- und Amts­richter im Maximum von 5400 auf 6000, das der ersten Staatsanwälte (bei den Landgerichten) im Maximum von 6000 auf 6600. Die Staatsanwaltsgehilfen sollen 2400 als Minimum erhallen.

DiePost" hört aus bester Quelle, daß die ZeitungS- meldung von dem Entlassungsgesuch des Botschafters Gra­fen Hatzfeld in Konstantinopel auf Erfindung beruhe. Dasselbe Journal meldet, Herr v. Varnbüler sei gestern früh zum Fürsten Bismarck nach Friedrichsruhe gereist. Das Kriegsgericht in Sachen desGroßen Kurfürsten" beendete gestern die Verlesnng der Acten und Gutachten und. wird morgen das Schlußverhör der einzelnen Angeklagten vor­nehmen, mit dessen Beendigung die Sache als spruchreif zu betrachten ist.

In den bisherigen Sitzungen des Justizausschusses des Bundesratheö sind in Bezug auf das Gesetz betr. die Straf­gewalt des Reichstages nur einige Modifikationen empfoh­len worden. Gegenüber abschwächeqoen Darstellungen einiger Blätter kann versichert werden, daß die Staatsre­gierung sich sehr ernst mit der Frage bezüglich des Welfen- fonds beschäftigt.

Frankreich macht wieder einen gewaltigen Schritt nach links. Nachdem die Ergänzungswahlen des Senats den Republikanern auch in dieser Körperschaft die Majorität verschafft hatten, legte das Ministerium den Kammern ein Programm vor, das auch die Billigung des Marschall- Prastdenten gefunden hatte. Den Majoritäten der Kam- hochwürdigster Herr, wir beide stehen zu Diensten, wenn Sie m dem vermuthlich beginnenden Prozeß gegen diese Dame unseres Zeugnisses bedürfen sollten!" , 3$ fühlte, wie mein Herzschlag stockte; also ich hatte mir selbst die Schlinge um den Hals gelegt und war in den Händen dieses gewissenlosen Priesters und seiner Creaturen' Ans einen Wink des Priesters verließen uns die Hemi und nnd nun wandte sich mein Peiniger zu mir und agte: ich denke, Sie sehen ein, daß hier jeder Widerstand nutz­los sein wurde; ergeben Sie sich mir auf Gnade und Un­gnade, Sic sollen es nicht zu bereuen haben!"

Und was verlangen Sie von mir?" fragte' ich matt und gebrochen."

Nicht viel", sagte er in mildem Tone,und Nichts, was Ihrer Ehre zuwider wäre, ja ich biete Ihnen sogar noch Etwas, wofür Sie willig ein Jahr Ihres Lebens hin­geben wurden - ein letztes Wiedersehen Ihres Vaters'" er wiEch?"^" @Ott,N '$ric außer mir;so lebt

.»Noch lebt er und Sie sollen ihn sehen," war seine Antwort und ber dieser Hlmmelsbotschaft vergaß ich Alles um mich her vergaß das über meinem Haupte schwe­bende Verhangniß, den elenden Menschen die gedungenen Zeugen in meinem Ohre tönte nur die Himmelsbot­schaft:er lebt"!.......

Nachdem sich meine entsetzliche Aufregung ein wenig gelegt, fragte ich mir plötzlich wiederkehrender Besinnung: Und welche Bedingungen muß ich erfüllen?"

»3ch werde Sie Ihnen gleich nennen," erwiederte er. auf meme Anfrage, sie sind nicht schwer zu erfüllen Sie geben mir eine Verschreibung, worin Sie all Ihren welt­lichen Besitz dem Kloster St. Antoine zu sichern und treten mit zurückgelegtem 21. Lebensjahr als Novire in's Kloster der Clarissinnen zu Lüttich!".....

eines Wiener Blattes, wonach der deutsche Delegirte bei der Wiener Commission, Dr. Finkelnburg, von diesseitigen bereits im Gange befindlichen militärischen AbsperrungS- maßregeln gesprochen habe, wird von competenter Seite für unbegründet erklärt.

Seitens der deutschen Regierung wurden der Univer­sitäts-Professor Hirsch und ein jüngerer Arzt für die Sen­dung nach Rußland designirt.

Ueber die Verhandlungen der Wiener Konferenz zur Berathung von Abwehrmaßregeln gegen die Pest ist eine Reihe theils entstanden, theils erfundener Nachrichten durch Wiener Blätter verbreitet worden, von denen einige auch in berliner Zeitungen Aufnahme gefunden. Da dieselben zum Theil geeignet sind, beunruhigende Anffassungen her­vorzurufen, für welche in der Sachlage keinerlei Begrün­dung vorliegt, so konstatiren wir hiermit, daß alle Nach­richten, welche sich auf angebliche Erklärungen des deut- schen Delegirten Geheimrath Finkelburg über beabsichtigte oder gar bereits vorbereitete militairische Maßnahmen zu einer Grenzspeere beziehen, völlig erfunden sind. Zur Be- antragung«iner derart in den Verkehr einschneidenden Maß­regel lag jur Zeit der Wiener Berathungen ebensowenig wie heute irgend welche Aufforderung in der wirklichen Sachlage vor. Die bisjetzt eingegangenen Nachrichten las­sen im Gegentheil hoffen, daß es gelingen werde, die Seuche in ihrer augenblicklichen engen Begrenzung zu erhalten und daher umfangreichere Maßregeln, als die von der Wiener Konferenz beantragten, nicht zum Gegenstände der Erwägung zu machen. Auch die von berliner Zeitungen über die bisherigen Berathungen der augenblicklich in Berlin stattfindenden Konferenzen gebrachten Mittheilungen sind durchweg ungenau und nur mit großer Vorsicht aufzu­nehmen.

Nach dem neuesten Berichte der Staatsschulden-Com- misston betrug am 1. Januar 1877 die Staatsschuld A.) der alten Landesthcile und des Gesammtstaats seit 1866: 906895955,10 M. B.) der alten Landesthcile. 1) Schleswig-Holstein 740 700 M. 2) Hannover 4 532 442,9 M. 3) Kurhessen 42179 366,74 M. 4) Nassau 27663942,82 M. 5) Hessen-Homburg 171428,57 M. 6) Frankfurt a. M. 20229941,96 M. Ueberhaupt: 1002413777,28 M. Davon sind im ersten Vierteljahr 1877 getilgt: zusammen 2145 224,96 M. Die Staats­schuld belief sich also am 1. April 1877 auf 1000 268 552,32 M. Der Etat für da« Jahr vom 1. April 1877/78 ent­hält dagegen 1057 550 471,19 M. also mehr 58 281918,87 M. Von der am 1. April 1877 vorhanden gewesenen schuld sind im Laufe des Rechnungsjahres 1877/78 durch Augen,ich fragte, welchen Preis Sie zahlen, um mein Schweigen über die Todesart Pater Hilaire's zu erkaufen?"

Jetzt wußte ich, daß ich verloren war, aber ich ließ mich nicht so leichtJangen und so sagte ich kalt und ver­ächtlich:Lassen Sie sich von dem einen Preis zahlen, der Ihnen solchen versprochen hat, ich wüßte nicht, wofür ich Ihr Schweigen erkaufen sollte!"

Sie sind wirklich für Ihr Alter erstaunlich gewandt im Verbergen der Wahrheit", erwiderte er mit großer Ruhe ; Sie haben wohl vergessen, daß ich an jenem denk­würdigen Morgen sämuttliche Vorgänge am Strande genau beobachtet habe!"

Dann wissen Sie auch", fiel ich 'ihm in's Wort, daß Pater Hilaire nicht durch meine Schuld verunglückte, son- denr daß er mich ins Meer stürzen wollte, dabei ausglitt und selbst niedersank!"

Das erzählen Sie, wem Sie wollen und sehen Sie zu, wer es Ihnen glaubt, wenn ich ein geweihter Diener des Herrn, das Gegentheil behaupte," entgegnete er mit listigem Lachen;nein mein schönes Kind, leugnen Sie nicht, vergrößern Sie nicht Ihre Schuld, sondern bekennen Sre mir dieselbe freiwillig und vertrauen Sie auf die Mlde der Kirche!"

Ich habe nichts weiter zu bekennen," antwortete ich, bebend vor Entrüstung,Pater Hilaire ist durch eigne Schuld ertrunken und wenn ich ihn durch eine Bewegung meiner Hand hätte retten können, ich hätte es gethan!"

Das eben wollte ich von Ihnen hören", sagte er be­friedigt und schritt auf die Portiere zu, welche den an mein Zimmer stoßenden Salon abschloß, er hob die Falten des schweren Teppichs in die Höhe und zu meinem Ent­setzen sah ich, dicht an der Schwelle zwei Herrn stehen, welche sich vor dem Priester verneigten und von welchen der Eine in geschäftsmäßigem Tone sagte:Das genügt,

sch erkannte den Eingetretenen sofort es war der f Priester, den ich, als ich damals, an jenem enlsctz- 1 Morgen die Daune verließ, nicht mehr gesehen und

die Hoffnung geschöpft hatte, der schauderhafte w habe keinen Zeugen gehabt!

dem Moment,'wo sich ihn .erkannte, wußte ich leJe Hoffnung trügerisch war im ersten Augen-

® ich Alles verloren, aber dann dachte ich an Dich; zum Leben erwachte in mir und ich beschloß, mit

i Anim tapfer zu kämpfen. _ Ich sah seine tückisch

Augen, leutegierig auf mich gerichtet und so ich einen Muth, den ich nicht besaß und sagte Gut, daß Sie mich aufsuchen, mein Herr, ich !chvn nach Ihnen geforscht, Sie können mir gewiß Laueste Auskunft geben, ob im Kloster St. Antoin J?^e, Geisteskranke erpflegt werden, welche durch % ihren Verstand verlieren, oder ob auch Solche, . iGeist man durch bestimmte Mittel künstlich um- tzch dortselbst befinden?"

T«ge-dericht.

rReichöanzeiger" publicirt die vom 29. d. datirte, heute in Kraft tretende kaiserliche Verordnung, wo- zur Verhütung der Einschleppung von ansteckenden eiten die Einfuhr von gebrauchter Leib- und Bett- , gebrauchter Kleider, Hadern, Lumpen, Papierabfälle, rk, Kürschnerwaaren, Felle, Häute, halbgarem und , zugerichtetem Ziegen- und L>chafleder, Blasen, N, trockenen und gesalzenen Därmen, Filz, Haare, olle, Borsten, Jedem, Kaviar, Fischen und Sarepta- aus Rußland verboten wird. Ausgenommen von Verbot sind Wäsche, Kleidungsstücke und anderes eräth, welches Reisende zum Gebrauch mit sich führen. eichSkanzler ordnet an, wie und in welchem Umfange Gegenstände der Desinfektion zu unterwerfen sind. Einfuhr von Schafwolle ist, soweit solche nicht über- durch die Landesbehörden verboten ist, nur nach vor- er Desinfektion gestattet. War die einzuführende slle der Fabrikwäsche unterzogen, so beschränkt sich infektton auf die Emballage.

ie Pest-Commission hält ihre nächste Sitzung heute M. d. in Berlin ab. Gestern fanden Einzelbesprechun- 'er technische Fragen betreffend die Errichtung von cktions-Anstalten an der Grenze statt, wobei nament- r. Pettenkofer bethciligt ist. Das von dem Bundes- uach dem Anträge der Commision beschlossene Verbot Einfuhrartikeln umfaßt alle von der Wiener Commis- dvrgeschlagenen Artikel mit der Hinzufügung von Filz.

Commission wird demnächst über die Behandlung Personen und Gepäckverkehrs an der Grenze Beschluß t In Betreff der Entsendung eines diesseitigen Dele- - l wird mit Professor Hirsch und einem jüngeren Arzt verhandelt, denen ein der russischen Sprache mächtiger her Beamter beigegeben wird. Eingegangene Nachrich- 4 Wütigen erneut, daß der ursprüngliche Pestheerd von beuche nicht überschritten worden ist. Die Nachricht

W erste List war gelungen, er starrte mich einen rd . überrascht an, ehe er sich zusammen- uUnt) ausweichend sagte:Davon später meine 2» jetzt möchte ich zuerst fragen, welchen Preis W , mein Stillschweigen zu zahlen gedenken und dabei er mich lauernd an.

Anzeigen nimmt entgegen: die Expedition d. Blattes, sowie d. Annoncen-Bureaux von G- L. Daube & Co. in Frankfurt a. M; Jäger'sche Buchhandl ung daselbst;

Hermann'sche Buchhandl. daselbst; Jnvalidendank in

Berlin; W. Thienes in Elberfeld: C. Schlotte in Bremen.

Bestellungen

auf die

Derhessische Zeitung

und deren Gratis-Beilage llustrirtes Sonntagsblatt eben von sämmtlichen Postanstalten (auf dem übe von den Landpostboten) angenommen.

V* Log n nimmt entgegen: U .Expedition d.Blattes, Rjg ,jed.Ännoncen-Bureaur xh. Dietrich & Eo. in ** ,M und Hannover; Th.

wich in Frankfurt a.M.;

4 laienftetn & Bögler in w Jfurt a. M., Berlin, S " orig, Cöln rc.; Rudolf rft in Berlin, Frank-

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