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XIV Iahrgallg

Marburg, Mittwoch, 29. Januar 1879

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rben von sämmtlichen Postanstalten (auf dem

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daß die Vermö-

DasMemorial diplomatique" will wissen, Verhandlungen bezüglich ber Rückerstattung feines

werben konnte. Eine Analogie in ber Geschichte bes wirth- schaftlichen Lebens ber mobernen Staaten finbe ein solcher Zustanb nur in ben früheren Generalpächtern finanzieller Abgaben. Wenn nach benselben Mobalitäten, wie bie Eisen­bahnen das Verkehrsregal ausüben, bie Erhebung der Clas- scn- unb Einkommensteuer oder der Grenzzölle an Privat- actiengesellschaften überlassen würde, so wären letztere im­mer noch durch die gesetzlich feststehenden Abgabensätze ge­bunden, während bei den Eisenbahntarifen die Bürgschaft der gesetzlichen Regelung fehle. Es scheine daher eine vor­bereitende Prüfung der Frage geboten, ob und wie weit es thunlich sei, im Anschluß an die Reichsverfassung die gesetzliche und soweit möglich einheitliche Regelung des Tarif­wesens herbeizuführen. Wenn dies Ziel erreicht werde, so könnten auch Ausnahmetarife nur auf Grund der Gesetz­gebung eingeführt und beibehalten werden.

der Classen- und classificirten Einkommensteuer wenden.

gens und seiner Güter an den Herzog von Cumberland, fortdauern. Der Herzog habe die Mittheilung erhalten, daß seine Gegenwart in London nothwcndig sei. Mehrere Mächte verbinden sich mit England, um auf den Sohn des Königs von Hannover einen freundschaftlichen Druck auszuüben, insbesondere Schweden und Rußland. Das

österreichische Cabinet bewahrt in dieser Sache die stricteste Neutralität.

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ittige am Reiche die Frage anzuregen, ob das Tarif- der Eisenbahnen unabhängig von dem indentirten jhseisenbahngesetz der rcichsgesetzlichen Regelung durch sTarifgesctz bedürfe. In Preußen sei es unmöglich, eine Bttung im Wegegeld oder Brückenzoll ohne königliche ^ehmigung vorzunehmen; damit stehe die Rcchtslosigkeit ^Bevölkerung gegenüber den viel wichtigeren Eisenbahn- lfm in auffälligem Widerspruche. Wenn die Post nur i Grund gesetzlicher Bestimmungen ihre Tarife regeln Bf, wenn es als ein unabweisliches öffentliches Bedürf- I erkannt worden sei, daß der letzte Rest von Privat- fnnnchtungen (Taxis'sche Privilegien) beseitigt wurde, sei es schwer erklärlich, wie der viel wichrigere und Are Jnteressenkreis, der von den Eisenbahntarifen ab- hig sei, der Ausbeutung im Privatinteresse durch Lokal- ßrden ohne gesetzliche Controle für die Dauer überlassen

Meldungen derPolit. Korrespondenz". AuS Kou- stantinopel: das britische Cabinet soll die ausdrückliche Stipulirung einer dreimonatlichen Verlängerung der Voll­machten der ostrumelischen Commission für überflüssig erklärt haben, weil diese Verlängerung schon aus dem Berliner Vertrage abzuleiten sei. Uebrigens habe Rußland seither der Verlängeruug der Vollmachten zugestimmt.. Der Friedensvertrag zwischen der Türkei und Rußland war gestern Mittag noch nicht unterzeichnet, wiewohl eS sich nur noch um 400,000 Frcs. für den Unterhalt der türkischen Gefangenen handeln soll. Server Pascha hat den ihm angebotenen Wiener Botschafterposten wegen Krank­heit seiner Gemahlin abgelehnt. Aus Belgrad: Das Ministerium beabsichtigte die Skupschtina wegen wachsen­der Opposition gestern zu beschließen. Eine Interpellation über eine finanzielle Operation vom Jahr 1872, woran Hadji Toma, der Schwiegervater von Ristic, betheiligt war, führte zu überaus leidenschaftlichen Debatten. Die nächste Session soll im März einberufen werden.

Im Journal des Debats befürwortet Herr de Molinari die Bildung einescentraleuropäischen Zollvereins, welcher hauptsächlich aus Deutschland und Frankreich bestehen sollte. Wenn wir einen solchen Plan auch für unausführbar halten, sso ist es uns doch interessant gewesen, demselben- in einem hiochangesehenen französischen Blatte zu begegnen

Der Posten seines Gesandten der Vereinigten Staaten von Nordamerika in Berlin scheint viel begehrt zu sein. Eifrige Bewerber um denselben sind: der frühere Bundes­senator Ramsey von Minnesota, ein geborener Pennsyl- vanier, derprächtig pennsylvanisch deutsch" spricht; ferner der bisherige Gouverneur Hastrant von Pennsylvanien, der zwar nur einige Wotte Deutsch versteht, aber Haare auf den Zähnen hat: ferner der Cameron'sche Schwieger­sohn Warne Mc. Veagh, der Liberal-Republikaner, - der sich der Gunst des Präsidenten erfreut.

I St. Antoine.

| Original-Novelle von F, R. G.

j (Fortsetzung.)

k Aun, das war vorbei und was so viele schon ertragen, F mußte er eben auch ertragen lernen; ein Glück war >b°ß Niemand nun ihr Verhältnis wußte, so ließ sich Ff leichter ebnen. Er schritt jetzt rasch wieder dem Fk zu; fröhliche Kinderstimmen tönten ihm entgegen; K unb Paul, die jungen Söhne des Hauses, sprangen F jubelnd entgegen, die einzige Tochter des Onkels und P tante, Clara, die schon lange im Ausland vcrheirathet r, bot ihm froh erregt die Hand zur Begrüßung und Ehe lachend ihren Kleinen die ihn liebkosend umdrängten.

nenne ich eine Ueberraschung," sagte sie heiter und P ihn dann in's Wohnzimmer, um sich an der Freude Ftben vom Mittagsschlaf erwachten Eltern zu weiden. 1 Nachdem der erste Sturm der Begrüßung vorüber war, M man sich zum Kaffee wie gemahnte doch Alles [bie Vergangenheit. Da war noch dieselbe rothc Decke F den Tisch gebreitet; jedes der Familienglieder hatte P besondere Tasse; vor dem Platz der Tante stand die Pwirte Blechzuckerdose mit Kandiszucker wie oft in r Knabenjahren hatte er sie um ein Stückchen crleich- r- Unb an den Fenstern standen die altbekannten Blu- D Goldlack unb Cactus in voller Blüthe; an den Wän- P gingen die wohlbekannten Familicnbilder und neben C großen Kachelofen, stand der mit Leder bezogene Lehn- des Onkels es war Alles wie sonst.

i..»Hber wo ist denn Else," sagte auf einmal Clara,sie gewiß gar nicht, daß Franz da ist, geh' Fritz und

[Hie, sie wird wohl in ihrem Zimmer sein." r Fritz sprang eilig auf und verließ das Zimmer; nach

einer guten Weile kam er zurück, begleitet von Else, deren Gesicht bleich und verweint aussah.

Wo steckst Du denn, Mädchen? rief ihr der Onkel gutgelaunt entgegen und da sie eine verlegene Anwort mur­melte, fuhr er lachend fort:Hast Du schon einen könig­lichen Baumeister gesehen? Da sitzt einer, sieh ihn Dir einmal genau an, ob Du ihn erkennst."

Wir haben uns schon gesehen," sagte Else leise unb nahm ihren Platz am Tische ein.

So, Ihr habt Euch schon gesehen," sagte der Onkel kopfschüttelnd;nun, bann um besser, aber was ist Dir Kind," unterbrach er sich plötzlich, indem er sie näher an­sah,Du siehst ja Putz verweint und angegriffen aus?"

Oh, ich habe nur heftige Kopfschmerzen," erwiederte Else und legte die Hand über die verräterischen Augen, und bann habe ich vorhin einen Brief von Lady Lite be­kommen; sie wünscht, daß ich meinen Aufenthalt hier ver­kürze, unb mit ihr bie Reise nach ber Schweiz antrete sie meint, es werde mir gut thuu."

Wie", sagte bie Taute erstaunt; Du willst uns boch jetzt nicht gerabe verlassen jetzt wo Franz kaum an­gekommen ist?"

Ich fürchte es geht nicht anders", entgegnete Else mit niedergeschlagenen Augen; Boly Lite ist stets so freunblich unb zuvorkommend» gegen mich, daß ich einem direkt aus­gesprochene Wunsche gegenüber nicht zögern mag; sie schreibt mir, meine kleine Zöglinge sehnten sich sehr nach mir unb so werbe ich morgen reisen!"

Morgen schon", riefen bie Tante unb Clara wie aus einem Muube, während bie Knaben laut protestirlen; nein, bas ist ganz unmöglich, bas bars nicht sein!"

Franz hatte sich bisher an bet Unterhaltung in keiner Weise betheiligt; jetzt stanb er auf uns sagte unbefangen: Warum soll Else nicht gehen, wenn sie nicht bleiben mag?

Bestellungen

auf die

DieNordd. Allg. Ztg'" bezeichnet bie Meldung ber Kreuzzeitung" von ber bevorstehenden Abreise des Geh. LegationsratheS v. Jasmund auf ben Bukarester diploma­tischen Posten als nicht richtig und fügt hinzu: die Ent­sendung des diplomatischen Vertreters in Bukarest hänge bekanntiich von der Entledigung von Bedingungen ab, deren Erfüllung noch nicht erfolgt sei. Unter den zu erledigen­den Bedingungen, von denen dieNordd. Allgem. Ztg." spricht, dürfte wesentlich auch die Bestimmung des Berliner Vertrages bett, die Stellung der Juden sich befinden.

In der Montags-Sitzung der Budget-Commission des Abgeordnetenhauses tagen Anträge der Abgeordneten v. Benda und Rickert vor, welche im wesentlichen darauf hin- ausgehen, das Gesetz vom 25. Mai 1873 betreffend die Klassensteuer dahin abzuändern, baß es ermöglicht werde, jährlich soviel Klassen- und Einkommensteuer in Ansatz zu bringen, als zur Deckung der jeweiligen Ausgaben noth- toenbig sei, unb ferner ben durch Herabminderung des gegenwärtigen Matrikularbeitrags ober durch Ueberweisung direkter Einnahmen vom Reiche für Preußen disponibel werdenden Betrag jährlich unverkürzt zur Herabminderung

Slierhessische Zeitung

M und deren Gratis-Beilage

.i llustrirtes Sonntagsblatt

Deutsches Reich.

** Berlin, 27. Januar. Bezüglich ber Reichstags­tagseröffnung waren aus bem Abgeordnetenhause Wünsche an bie Regierung gelangt, welche für eine erschöpfende Be­handlung der vorliegenden Aufgaben namentlich des Staats­haushalts noch eine Woche länger an Sitzungszeit ohne gleichzeitiges Tagen mit dem Reichstag begehrten. Die Berufung deS Reichstags würde bei Erfüllung dieser Eine Schweizerreise ist sehr verlockend und ich kann es Niemanden verdenken, wenn er die sich ihm bietende Ge­legenheit benutzt und mit beiden Händen zugreift!"

Von diesem Standpunkte aus, hatte noch Keiner bie Situation aufgefaßt unb Else gewiß nicht, denn sie sah beu Vetter mit schmerzlichem Erstaunen an, als er so un­erwartet ihre Partei nahm: Franz inbeß schien es nicht zu bemerken unb begann eine lebhafte Konversation mit bem Onkel, während die Damen das Für unb Wieber noch reiflich erwogen unb schließlich doch einsahen daß Else am Besten thun werde, zu reisen. Clara ging, um dem jungen Mädchen beim Einpacken zu helfen, die Knaben folgten einer Einladung der Mutter, ihr beim Obsteiiisammeln behülflich zu sein und Franz blieb mit dem Onkel allein

Es ist mir lieb, mein Junge, daß ich Dich einmal allein sprechen kann," begann der Onkel nach einem längeren schweigen; ich wollte gern wegen Else mit Dir reden."Wegen Else, wiederholte Franz befremdet und erschrocken, was ist mit ihr?

»Das eben möchte ich von Dir erfahren», meinte der Onkel launig;Du weißt doch jedenfalls Genaueres über diesen Reiseplan, den Du so bereit unterstützt hast, machst Du vielleicht auch eine Schweizer Tour?"

»Das wäre wohl das wirksamste Mittel, Else davon abzubringen," entgegnete Franz in bitterem Tone und als ihn der Onkel fragend anblidte und dann mit bedächtigem Kopfschütteln sagte:also, so steht es zwischen Euch, da nickte er nur trüb mit dem Kopfe.

»Sieh Onkel", hob er nach einer langen Pause an; »Du hast immer wie ein Vater für mich gesorgt und mich lieb gehabt; ich will Dir Alles sagen. Als ich vor nun 3 Jahren hier von Else schied, da nahm ich ihr Verspre­chen, daß sie dereinst mein Weib werden wolle, mit au ben Ort meiner Bestimmung. Auf ihren Wunsch blieb

-agtn nimmt entgegen: Kpebttion d.Blatte-, «td.Ünnoncen-Bureaur U. Dietrich & So. in ijd und Hannover; Th.

Anzeigen nimmt entgegen: bie Expedition d. Blattes, sowie d. Annoncen-Bureaux von G- L- Daube & Co. in Frankfurt a. M; Jäger'sche Buchhandlung daselbst; Hermann'sche Buchhandl. daselbst; Jnvalidendank in

Berlin; W. Thienes in Elberfeld: C. Schlotte in

Bremen.

[21 igangen. Die drei Reichsgesetze: betteffend den Eisen- esberii nratb und das Eisenbahnverwaltungsgericht sowie das idswaMhseisenbahngesetz, sind den übrigen beteiligten Bundes- Mmmgeu übermittelt. Dem Vernehmen nach ist der letzt- -Wähnte Gesetzentwurf geeignet, dem Reichseisenbahnamte thenbt<tie Zukunft einen umfassenden Wirkungskreis und eine 3 i-[Wchst einflußreiche Stellung gegenüber dem gesammten rtcndlMchen Eisenbahnwesen zu schaffen.

bezüglich der reichsgesetzlichen Regelung der Eisenbahn- Hrage theilt dieNordd. Allg. Zeitung" aus einem Widm, das der Reichskanzler bei den bezüglichen vorbe- tom Verhandlungen an einen seiner deutschen Collegen jktt, einen längeren Passus mit, worin es heißt: er be-

fttfitt ffnTGr in Ditfurt a- M., Berlin. Mn ic.; Rudolf 'm Berlin, Franl- - für» a. M. ic.

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Erscheint täglich außer an den Werktagen nach Sonn- und Feiertagen. Preis für das Quartal mit der Wöchentlichen BeilageJlluftrirteS SontttagSÜlatt" durch die Expedition (Koch'fche Buchdruckerei) bezogen 2\ Mark, durch die Postämter des Deutschen Reiches 2 Mark 50 Pfg. (ejcl. Bestellgebühr). JnsertionSgebühr für die gespaltene Zeile 10 Pfg.

Für in der Expedition zu ertdeilende Auskunft und Annahme von Adressen werden 25 Pfg. berechnet-

rtAnM i Tagesbericht.

TieNationalzeitung" erfährt von wohlunterrichteter dH), ite: das Staatsministerium sprach sich gegen das Tabaks. - «pol und für die Gewichtssteuer aus und überließ rfiu i Finanzminister die Ausarbeitung der betreffenden Vor- * t Tas im Reichsjustizamt ausgearbeitete Gesetz betref- Abeii i bie rechtliche Sicherung der Prioritätenbesitzer resp. enktlll I Pfandrecht an Eisenbahnen ist dem Staatsministerium