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ajtaen nimmt entgegen: tzxxedition d.Blatte», «edÄnnoncen-Bureaux , 5), Dietrich & Co. in je[ und Hannover; Th. wich in Frankfurt a.M.; Arnstein & Bögler in utfurt a- M., Berlin, jyjg, Cöln 2C.; Rudolf Me in Berlin, Frankfurt a. M. re.
Marburg, Dienstag, 28. Januar 1879
xiv Jahrgang
WcWschk Jcitmij
Anzeigen nimmt entgegen: die Expedition d. Blatte-, sowie d- Annoncen-Bureaux von G- L- Daube & Co. in Frankfurt a. M; Jäger'sche Buchhandlung daselbst; Hermann'sche Buchhandl. ♦ daselbst; Jnvalidendank in Berlin; W. Thienes m Elberfeld: C. Schlotte in Bremen.
Erscheint täglich außer an den Werktagen nach Sonn- und Feiertagen. Preis für das Quartal mit der wöchentlichen Beilage „JlluftrirteS Sonntagsblatt" durch die Expedition (Koch'sche Buchdruckerei» bezogen 2\ Mark, durch die Postämter des Deutschen Reiches 2 Mark 50 Pfg. (excl. Bestellgebühr). — Jnsertionsgebühr für die gespaltene Zeile 10 Pfg.
Für in der Expedition zu ertbeilende Auskunft und Annahme von Adressen werden 25 Pfg. berechnet.
ie von den Landpostboten) angenommen.
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labt wird. Während der Üebcrgangsperiode wird selbst-
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detteffenden, auf die normalen Verhältnisse berechneten
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>g als Grundlage dienten, nochmals eingehend ge- Die Schlußergebnisse sind dann wieder den Vor-
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Göll eben von sämmtlichen Postanstalten (auf dem
Bestellnuge« auf die Sberhessische Zeitung und deren Gratis-Beilage
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t 2 3 »d der Personalbedarf an Hülfskräften, namentlich für ^Zubaltembeamten- und Kanzleidienst, ein größerer sein.
Kkan» werden daher auf die Uebergangszeit voraussichtlich t unerheblich überschritten werden müssen. Von einer tn,« mschlagung des vorübergehend erforderlichen Mehrbe- »» । ist mit Rücksicht auf die Schwierigkeit und Unsicher- 8lo»i tcT Schätzung Abstand genommen. Unter Zugrunde- Kjxcht K aller in Betracht kommenden Verhältnisse war zu- ,|c für jede einzelne Gerichtsbehörde die Zahl der erforder- Mgd l Richterkräfte ermittelt und hierbei mit möglichster Kin> und Sorgfalt verfahren worden. Später hat eine &er g teere aus Ministerialbeamten und erfahrenen Richtern kte Kommission die Veranschlagungen, welche der Be
lecke । fc£n der Provinzialjustizbehörden zur Begutachtuug im
[j (einen mitgctheilt und von denselben im Wesentlichen yi/x Mnehmbar erachtet worden. Das Resultat der Ermit- XV igen stellt sich wie folgt zusammen: 1) Für 13 Ober- --- esgerichte sind erforderlich: 13 Präsidenten, 36 Senats
identen, 236 Räthe, mit Einschluß derjenigen 2 Räthe, he auf den Vorschlag Preußens bei dem Oberlandes
|| iir Persoueufrageu bei der Justiz-Organisation.
Der Nachtrags-Etat der Justiz-Verwaltung für die Zeit j i 1. October 1879 bis 1. April 1880 ist jetzt zur I igabe gelangt. — Hauptzweck des Nachtragsetats ist Veranschlagung der Bedürfnisse, welche sich für die lizverwaltung nach völliger Durchführung der Verän- mgen in der Organisation und im Prozeßverfahren lilsstellen werden. Die Aufstellung der einzelnen Etats- üonen ist daher derjenige Bedarf an ständigen Personen verfa#an Hülfsarbeitern zu Grunde gelegt, welcher sich für sienthL^ustizbehörden dauernd ergeben wird, sobald die Schwie- velcheWtdn der Uebergangszeit überwunden sind, und die Rechts- ' Mt ausschließlich nach Maßgabe der neuen Gesetze ge-
gericht in Jena zur Bestellung kommen, und derjenigen 3 Räthe, welche auf den Vorschlag der Fürstlich Schwarz- burg-Sondershausenscheu und der Herzoglich Anhaltischen Staatsregierung bei dem Oberlandesgericht in Naumburg von Preußen angestellt werden. 2) Das Bedürfniß für 1 91 Landgerichte ist veranschlagt auf: 91 Präsidenten, 178 Direktoren, 844 Landrichter. Unter denselben befindet sich: 1 Direktor und 2 Landrichter für das Landgericht in Meiningen, sowie 1 Landrichter für das Landgericht in Rudolstadt, welche wegen der einvcrleibten preußischen GebietS- theile von Preußen ernannt werden, ferner 1 Direktor und 2 Landrichter für das Landgericht in Erfurt, 1 Landrichter für das Landgericht in Saarbrücken, welche Seitens der Fürstlich Schwarzburg-Sonderöhausenschen und der Großherzoglich Oldenburgischen Staatsregierung in Vorschlag gebracht werden sollen. 3) Für 1090 Amtsgerichte (excl. Waldeck) sind 2534 Amtsrichter erforderlich mit Einchluß der 9 Richter für die fünf im Bezirk des Landgerichts in Meiningen, 2 Richter für die zwei im Bezirk des Landgerichts in Rudolstadt belegencn preußischen Amtsgerichte. Für 10 Amtsüchterstellen ist das Gehalt reservirt, weil noch eine Reihe von Spczialermittelungen schweben, welche namentlich im Zusammenhänge mit der Abgrenzung einzelner Bezirke, auf das Bedürfniß von Richtern von Einfluß sein können. Was die Besoldung der Richter anbetrifft, so hat sich die Ueberzeuzung geltend gemacht, daß das jetzige Einkommen der Richter, namentlich der Richter in der unteren Instanz, eine Verbesserung zu erfahren haben wird. Die neue Orgauisation bietet dazu nicht nur die nächstliegende Veranlassung, sondern sie gewährt durch die Verminderung der Stelleuzahl überhaupt und namentlich durch die Verminderung der höheren Stellen, die sie mit sich bringt, zugleich die Mittel, um ohne erhöhte Anforderungen an den Staat zu einer Erhöhung des Diensteinkommens zu glanzen. Die Durchführung kann allerdings nicht alle Kategorien von Justizbeamten umfassen und auch nicht auf allen Stufen des Dienstes eine gleichmäßige sein. Rücksichten auf andere Zweige der Staatsverwaltung machen es insbesondere zur Zeit unausführbar bei den Oberlandesgerichten für die Präsidenten eine Erhöhung ihres bisherigen Diensteinkommens eintreten zu lassen. Auch für die Senatspräsiventen ist nur ein Gehalt von 7500 M. bis 9900 im Durchschnitt 8700 M. in Aussicht genommen. Das Durchschnittsgehalt ist also um 600 M. niedriger gegriffen als das Gehalt der jetzigen Vicepräsidenten im Geltungsbereich der Verordnung vom 2. Januar 1849. Die Senatspräsidenten sollen einen besonderen Etat für den ganzen Staat bilden und darin nach dem Dienstalter rangiren. Endlich kann auch für die OberlandeSgerichtsräthe nur eine mäßige Erhöhung in Anspruch genommen werden. Die Zahl der
selben wird gegen die jetzigen Appellationsgerichtsräthe von 384 auf 233 reduzirt werden, und es ist an und für sich ein empfindlicher Schlag für die Justizverwaltung, wenn auf diese Weise fast 40 pCt. von solchen Stellen verschwinden, in denen die Tausende von Richtern erster
Instanz gerade die am ehesten erreichbare und am
meisten gesuchte Art der Beförderung zu erblicken ge
wohnt waren. Die Ausgleichung für diesen Nachtheil muß indeß wesentlich in einer Erhöhung des Diensteinkommens für die Richter der ersten Instanz gesucht werden und für die Mitglieder der Oberlandesgerichte soll eine Erhöhung nur in der Weise gewährt werden, daß die niedrigste Gehaltsstufe von 4200 auf 4800 M., der Durchschnitt des Gehaltes also um 300 M. erhöht wird. Anlangend die Landgerichte und die Amtsgerichte, so werden die Landgerichtsprastdenten ebenso gestellt werden müssen, wie die Senatspräsidenten und sollen auf einen eigenen dnrch den ganzen Staat durchgehenden Besoldnngsetat nach dem Alter ihrer Ernennung rangiren, mit einem Durch- schnittsgehalt von 8700 Mk. in den Grenzen von 7500 M. — 9900 M. ausgestattet werden. Die Laudgerichts- birettoren werden ebenso wie es bisher mit den Direktoren der Kreisgerichte geschah, den Oderlandesgerichisräthen gleichgestellt werden und sollen demgemäß mit dem Gehalte von 4800 Mk. — 6000 Mk. im Durchschnitt 5400 Mk. auf einen besonderen Besoldungsetat gebracht werden. Von besonderer Wichtigkeit gestaltet sich die Frage wegen Bemessung der Gehälter für die Land- und Amtsrichter, für welche ein Durchschnittsgehalt von 4,200 Mk. in Aussicht genommen wird. Anlangend die Staatsanwaltschaft so sind Gesammtresnltate für erforderlich erachtet: bei den Oberlanoesgerichten 13 Ober-Staatsanwälte, 9 Staatsanwälte, bei den Landgerichten t 91 erste Staatsanwälte, 117 Staatsanwälte, einschließlich 1 Staatsanwalt für das Landgericht in Erfurt, dessen Ernennung ans Vorschlag der Fürstlich Schwarzbnrg-Sondershausen' scheu Staatsregiernng zu erfolgen hat. Was die Besoldungen betrifft, so wird beabsichtigt, die Ober-Staats- anwälte in Rang und Gehalt den Senats-Präsidenten gleich zu stellen. Die 1. Staatsanwälte bei den Gerichten 1 Instanz sollen den Landgerichtsdirectoren gleichgestellt werden. Sie sollen deshalb auf einen besonderen Etat für den ganzen Staat vereinigt mit den Gehältern von 4800 bis 6000 Mk. Die zweiten Staatsanwälte bei den Oberlandesgerichten und den Landgerichten sind getrennt von den ersten Staatsanwälten auf einen besonderen Etat gebracht worden. Abweichend von den Richtergehältern sind für sie nur 4800 Mark als Maximal- und nur 3800 Mk. als Durchschnitts-, dagegen 2800 Mk. als Minimalgehalt ans- gebracht worden.
St. Autoiue.*)
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Mer sie wußte, daß Kaffee Jedem,, der die gastliche Me überschritt, eine willkommene Labe war und so bann zuerst dafür gesorgt. Mitlerweile hatte der der muntern Stimme das Gefährt verlassen, den
^tr abgelohnt, eine leichte Reisetasche und einen derben Mock, welche beiden Gegenstände sein einziges Gepäck zu Mienen, vom Wagen genommen und war die Steiu- 7s zur Hausflur hinaufgeschritten. Es war ein junger c* .von ungefähr 25 Jahren; fein frisches Gesicht war ' p nicht von regelmäßiger Schönheit, aber es war ein S- ^tgenehmees Gesicht. Die großen braunen Augen
** ritten offen herzgewinnenden Ausdruck und der Mund JM_alS sei er nur zum Lächeln geschaffen. Die hohe p Nachdruck verboten.
W des ungewohnten Geräusches zu erkundigen; aber 'Matte sie den Wagen erblickt, als sie auch sofort in gliche zurückeilte, den Wasserkessel füllte, Reisig unter Dreifuß schob und bann Kaffeemühle und Kanne zu- ririlte. Sie hatte nicht gesehen, wer in im Wagen
| Original-Novelle von F. R. ®.
war sehr still in dem großen Hause; die Sonne rite und so hatte sich Jeder ein schattiges Plätzchen Ächt, um ein wenig zu ruhen. Selbst die Kinder ri die süßen rotheu Kirschen ruhig hängen — es war hiß, um sich zu bewegen. Da ertönte mitten in die h und Sonntagsstille hinein der schmetternde Laut ^'Posthorns — es kam näher und näher, endlich hielt Tagen vor betrf Hause und eine muntere Stimme
„Bis hierher und nicht weiter hier ist gut sein." - kam te alte Dora, ein Jnventarstück des Hauses, schlürfendem Schritt aus der Küche, um sich uach der
Stirn war von reichem, krausem, dunklen Haar beschattet und das Gesicht umrahmte ein voller Bart.
„Wahrhaftig ich glaube, sie schlafen noch Alle, murmelte der junge Mann halb lachend, „das wird eine Ueberra« schung geben wenn sie aufwachen!"
Er schritt tiefer in's HauS hinein, vorbei an der in's Wohnzimmer führenden Thür und machte an der Küche halt. „Nun Dora, wie geht's," rief er an der Thür stehend und lachte fröhlich auf, als die Alte die Kaffeemühle hastig bei Seite schob und freubig erschrocken anö- rief: „Ach Gott bet Franz! Der Herr Franz" setzte sie gleich barauf, wie sich besinnend hinzu und bot ihm die welke Hand zur Begrüßung, aber er fegte rasch beide Arme um den Hals der Alten und küßte sie herzlich, indem er sagte: „Für Dich bin ich der Franz, merke Dir das, alte Dora."
„Ach Du meine Güte", sagte die Alte, der bei der Begrüßung die hellen Thränen in's Auge gekommen waren, „das will sich doch nicht mehr schicken. Sie sind doch jetzt ein vornehmer Herr geworden, was sollten die Leute denken, wenn ich schlechtweg Franz sagte!"
„Dann würden die Leute denken, ich sei Dein Pflegling, dem Du die Mutter treulich ersetzt hast und werden es nur natürlich finden; nein Dora, wenn es sein muß, kann ich den Herrn schon herauskehren, aber nicht hier, nicht bei Dir!"
„Sie sind immer noch der alte Franz," sagte die Alte; es sollte wohl ein Vorwurf fein, aber sie lächelte doch glückselig und fuhr bann eifrig fort: „Aber was werben die Herrschaften sagen, wenn sie vorn Mittagsschlaf erwachen, nein, bie Freube möchte ich sehen!"
„Dazu kann Rath werben," meinte er gutgelaunt, aber erst sage mir, wie Alles hier ist, sich habe seit Monaten keinen Brief mehr erhalten."
„Nun es ist so ziemlich Alles .beisammen; ber Herr Onkel unb bie Fran Tante stnb wohl unb munter, Fritz unb Paul stnb gestern gekommen, um bie Ferien hier im Haus zuzubringen, Frau Klara ist schon feit 14 Tagen mit ihren 3 Kinbern hier, zu Besuch — bas wäre ja wohl Alles! doch halb hätte ich's vergessen, Else ist ja auch hier!"
„Else" unb das sagst Du jetzt erst, wo ist sie, schnell Dora, sage mir wo ich sie finöe?" „Mein (Sott, ist das so eilig? sie wird wohl im Garten fein, da sitzt sie Mittags gewöhnlich!"
Kopfschüttelnd hob bie Alle bie Reisetasche, bie Franz zur Erbe geworfen, auf unb blickte ihm nach, wie er hastig bie Stufen hinunter sprang unb in ben Garten eilte. „Er hat seiner Mutter Blick unb Blut", murmelte sie leise unb beschäftigte sich bann eifrig mit ber Bereitung des Kaffee'S.
Franz hatte inbeffen bie wohlbekannten Gänge und Steige des Gartens durchschritten; wie heimelte ihn Alles an! Da waren auch die kleinen Beete mit den veredelten Kornblumen und dem üppigen Mohn; da standen noch die Rosenbäumchen mit den rochen und weißen Rosen und selbst die unter einem losen Stein nistende Krötenfamilie war noch vorhanden; die klugen Augen der kleinen Thiere bllckten ihn an, als er im Vorbeischreiten ben Stein lüftete. L-ie Laube, bereu kleinen Vorhänge zum Schutz gegen bie Sonne geschloffen waren, war leer; er schritt weiter hinab in ben Garten, vorbei an bem Busch mit ben großen Stachelbeeren, bereu Genuß ihn als Kiub so oft entzückt, weiter, immer weiter unb immer hastiger, bis er endlich em Helles Kleid durch die Büsche schimmern sah. Jetzt mäßigte er seine Schritte und sie mußten wohl auf dem weichen Rasen unhörbar sein, denn das junge Mädchen, welches inmtten desselben auf einem Heuhaufen, wie eine Königin auf dem Thron saß, bemerkte ihn nicht eher, als bis er dicht vor ihr stand und ihre beiden Hände faßte