Marburg, Sonnabend, 25. Januar 1879
r. 91
XIV. Jahrgang
n
oerk<
ie S1
ing geeignet ist betrübt 5494 Hektare. Die Grund-
Waßl
lock
40!
i
)pten-
zu' er H
in.
Kwe.
r M
Mitt' vi>*
zoge^ au»?]!
Der Pariser Weltpostertrag ist neuerlich auch Seitens der Negierungen von Chili, Honduras und Liberia unterzeichnet worden; dieselben werden vom 1. April d. I. ab dem Weltpostverein angehören. Von den Ländern Amerikas sind mithin von dem gedachten Zeitpunkte ab folgende zum Verein gehörig: Vereinigte Staaten, Canada, Neu-Fundland, Groenland, Mexiko, Salvador, Britisch Honduras, Republik Honduras, Gugana, Brasilien, Ar- gentina, Chili, Pern; außerdem die Britischen, Französischen, Niederländischen, Spanischen und Dänischen Kolonien in Westindien.
85,901 Hektare aus, darunter fiskalisch 2,485,129 i werd jatC- Die Oedländereien nehmen eine Fläche 106,364
Wenige Tage darauf traten Werners die Rei'c nach Marienau an. Der Empfang der Gäste war fiir sie ein überaus sympathischer, auch von Seiten der alten Dieuft- leute und der Dorfeinsassen, die sich herbeidrängten, die alte Gutsherrschafl zu begrüßen und in unverkennbarer Weise ihre Freude über das Wiedersehen äußerten.
Dann wurden alle die Veränderungen in Augenschein genommen, welche Lobe bisher auf dem Gute vorgcnommcn hatte. Mit freudigem Stolz zeigte dieser Werners nicht allein die schönen neuen Gebäude, sondern auch wohlge- pfiegte Heerden in den.Ställen uno die üppig prangenden isaalen auf den Feldern. Aller Voraussicht nach stand eine brillante Erndte bevor und der alte Werner drückte einmal über das andere seine Bewunderung über das Geschaffene und seine unverholene Freude darüber aus
Gertrud war von Morgens bis zum Abend auf den Beinen und durchstreifte die ihr noch so wohl bekannte Gegend, bald war sie im Garten, bald im Walde, bald schloß sie sich den Großeltern an, wenn diese mit Lobe einen Gang in die Felder machten, oder eine Fahrt nach entfernter» Punkten des Guts unternahmen. Zu ihrem Kummer war „der liebe Ponny" nicht mehr vorhanden, er war ausran- girt worden.
— Hätte ich eine Ahnung davon gehabt, daß Sie das Thier Jo liebten und daß sie es so gern ritten, dann freilich würde ich es nicht fortgegeben haben, scherzte Lobe. Ich hätte dann die Freude gehabt, daß ich Sie zu Pferde durch die Felder und den Wald hätte begleiten können.
— Das wäre prächtig gewrsm, erwiderte Gertrud. Papa
Die letzte Hypothek.
Erzählung von W- Ehr.
(Schluß.)
12. Die letzte Hypoth ek.
Im nächsten Frühjahr war auch der Helle Frühling Alerner's Wohnung eingezogen; Gertrud Sommer, das iste Enkeltöchttrchen, war zu einem Besuche gekommen I brachte in die sonst so ruhigen Räume Leben und Michkeit hinein. Denn ihre jugendliche Gestalt erschien, M ihr fröhliches Lachen ertönte, wenn sic in neckischer Deckest den Großeltern Rede und Antwort gab, dann Wnen sich die Blicke der beiden alten Leute, sie schlos- f die Tochter ihrer Tochter in die Arme und sie betheuerff Du darfst nicht mehr fort von uns, liebe Gertrude! LUnb Gertrude lachte und erwiederte: ich würde schon immer bei Euch bleiben, wenn Ihr nur noch in Menau wäret, wenn Ihr nur Marienau nicht verkauft
H Warst Du denn so gerne in Marienau? fragte der ^ipapa.
Ach so sehr, erwiederte Gertrud seufzend, ach ich £ Marienau so sehr! ich habe die glücklichstm Tage
Kindheit dort verlebt, es knüpfen sich für mich an ™ Ort so viele Erinnerungen von frohverlebten Stun- !• Weißt Du noch, Großpapa, wie selig ich war, als ?Air erlaubtest, den Ponny — was mag das liebe gute jetzt machen? — zu besteigen und dich durch Feld r WaÄ> zu begleiten? Und dann Großmama, weißt ^Nvch, wie Du mich einmal überall im Hause, auf dem £ und im Garten suchtest, bis Tu mich endlich hoch ? in der Krone des großen Birnbaumes entdecktest? W saß PH inmitten der grünen Blätter und der röth-
ßare ein. Nach den Gutachten der Bezirksregierungen rbtn noch 674,905 Hektare in Landeskultur - Interesse Mlsorsten sein.
Die „Nationalzeitung" erfährt, die nationalliberale idion des Abgeordnetenhauses werde den Antrag Heere- »ns in Betreff der ReichStagsdisciplin ablehnen, dagegen t Resolution annehmen, welche erklärt: Diebestehenden rantien der Redefreiheit bilden die unerläßliche Grund- t der preußischen wie der deutschen Verfassung. Es
. — sind jedoch zum größten Theile noch auf eine Reihe Ktme j Jahren verpachtet. Die innerhalb des preußischen ®cr M hatS vorhandenen Waldungen machen eine Fläche von
den die verschiedenen eingelangten Abwährungsvorschläge einer vorläufigen Prüfung unterzogen, positive Entschlüsse jedoch noch nicht gefaßt. Die österreichische Regierung Hal angeregt, daß es zweckmäßig erschiene, daß sämmtliche europäische Staaten Aerzte und geeignete Verwaltungsbeamte nach den von der Post heimgesuchlen russischen Distrikten senden, um dadurch in den Stand gesetzt zu werden, durch directe Berichte die besten Mittel zur Abwehr der Seuche finden zu können.
[2 dem Reichstag vertrauensvoll zu überlassen, dem Gesetz- zzr- dürfe gegenüber die verfassungsmäßigen Rechte zu wah- WW L Die Zustimmung der Fortschrittspartei zu diesem trage ist gesichert.
rtfijnt nimmt entgegen: ^Expedition d.Blattes, p; t d.Ännvncen-Bureaux ,e ä Dietrich & Co. in M und Hannover; Th. jpnch in Frankfurt a.M ; «ienstein & Vogler in Erffurt a. M., Berlin, Köln ic.; Rudolf Hst in Berlin, Frankfurt a. ’i'i- ic.
Deutsches Reich.
** Berlin, 23. Januar. Die vorläufigen vertraulichen Besprechungen über die Weiterführung der Sessionsarbeiten geben der Aussicht Raum, daß bis zum 20. Februar die nothwelldigsteu Aufgaben der Session zum Abschluß gebracht werden können, vor allem der Staatshaushalt und die Justizgesetzc, außerdem wohl nur einige Entwürfe, deren Abschluß ohne Schwierigkeit erfolgen tarnt. Letzteres dürfte namentlich mit den Vorlagen des landwirthschaftlicheu Ministers der Fall sein, über welche bereits in der Commission eine Verständigung fast vollständig erreicht ist. Auch in Bezug auf den Gesetzentwurf über die Vorbildung über den höheren Verwaltungsdienst waltet einerseits bei der nationalliberalen Fraktton wie bei oer Regierung der Wunsch auf Verständigung ob, und es ist daher die Hoffnung nicht aufgegeben, daß dieselbe erreicht werden wird. Dagegen wird das.Communalfteuergesetz ungeachtet der bedeutenden Fortschritte, welche die Verständigung auch auf diesem Gebiete gemacht hat, nicht mehr zur Erledigung gelangen können. Man erwartet die Erstattung des Gcneralberichts der Budgetkommission, welche namentlich durch die Anlagen ein umfassendes Opus werden dürfte, noch vor Ablauf dieses Monats. Die Berathung darüber wird dagegen nicht vor dem 3. Februar erfolgen können. Bis dahin werden voraussichtlich alle Justizgesetze und die oben erwähnten andern Vorlagen durchberalhen sein. — Wie seiner Zeit gemeldet, ist seit dem 1. Januar ein neuer Telegraphenvertrag zwischen lich-weißen Blüthen, lauschte träumend dem Gezwitscher der Vögel, dem Summen der Bienen!
— Ja, Du warst eine recht wilde kleine Hummel, entgegnete die Großmama, Du jagtest mir damals einen rechten Schreck ein, als ich Dich oben auf dem Baume entdeckte, und Du dann wie ein Eichhörnchen von Zweig zu Zweig sprangst, bis Du mir endlich um den Hals fielest, und mich batest, nicht böse zu sein.
Ach, seufzte Gertrud, es ist doch zu prächtig in Marienau. Wie gern möchte ich einmal wieder dort sein und überall umherstreifen und Nachsehen ob noch Alles so ist, wie es damals war.
— Du würdest doch gar Vieles fchr verändert finden, meinte Großpapa Werner, denn Lobe, den Du ja kennst, hat dort Alles umgekehrt, daß Du dich wohl nicht so leicht zurecht finden könntest. Uebrigens will ich Dir nur sagen, daß Dein Wunsch, Marienau einmal wiederzusehen, bald in Erfüllung gehen wird. Ich habe schon immer Sehnsucht gehabt, mit Großmama vort wieder einmal hinzureisen und Herr Lobe war stets so freundlich und zuvorkommend, uns in herzlichster Weise einzuladen. Wie er mir kürzlich, schrieb, kommt er in nächster Zeit auf ein Paar Tage hierher, und da werde ich mit ihm das Weitere verabreden. Wenn Du nun recht liebenswürdig bist, dann ladet er Dich am Ende auch ein, mit nach Marienau zu kommen.
— Das hat er ja schon gethan, als wir vorigen Herbst zusammen die Parlhie am Rhein machten, fiel Gerttud rasch ein, es ist ein recht angenehmer Mann, dieser Herr Lobe, er hat mich ganz mit sich ausgesöhnt, denn anfangs grollte ich ihm, weil er Euch Marienau abgekauft hatte.
— Werner blickte lächelnd auf seine Frau, die den Blick lächelnd erwiederte Plötzlich erröthete Gertrud bis in die Schläfen hinein, sie Halle den Blick der Großeltern
Anzeigen nimmt entgegen: die Expedition d Blattes, sowie d. Annoncen-Bureaux von G. L. Daube & Co. in Frankfurt a. M; Jäger'sche Buchhandlung daselbst; Hermann'sche Buchhand!. ♦ daselbst; Jnvalidendank in
Berlin; W. Thienes in Elberfeld: C. Schlotte in Bremen.
dem deutschen Reich und Großbritannien in Kraft getreten. Der neue Vertrag unterscheidet sich von den ftüheren Bestimmungen durch die Einführung des Worttarifs und durch überall ermäßigte Taxen. Es zeigt sich schon jetzt, daß der Nutzen des neuen Tarifs seitens des Handelsstandes, der mit Großbritannien in so lebhaftem Verkehr steht, auf das Deutlichste empfunden wird.
— 23. Jan. Der konservative Zetttralverein hielt gestern Abend im Saale des Stadtlheaters seine erste öffentliche Versammlung, zu welcher bet Vorsteher zahlreiche-Ein- ladungeu hatte ergehen lassen. Nach einigen einleitenben Worten des Vorsitzenden, in welchen er namentlich darauf hinwies, daß der junge, erst seit einigen Monaten bestehende Verein durch den Hinzutritt zahlreicher Mitglieder so weit gekräftigt sei, um jetzt schon an die Oeffentlichkeit zu treten, wurde dem Reichs- und Landtags- Abgeordneten Freiherrn v. Minigerode das Wort erlheilt. In seinem mit großen Beifall aufgenommenen Vortrage wies Redner nach, welche Stellung die konservative Partei den konkreten Verhältnissen gegenüber einzunehmen habe. Er vertrat die Ansicht, daß eine Partei, gegenüber den wirthschaftlichen Fragen, von vornherein sich nicht für immer binden könne, man dürfe aus wirthschaftlichen Fragen übechaupt kein Parteiprogramm machen. Was die konservative Partei anlange, so beruhe sie auf den Hauplpseilern „Kräftigung des König- thums von Gottes Gnaden und Hebung des religiösen und sittlichen Gefühls". — In Bezug auf die Entwickelung der konservativen Partei wies Redner darauf hin, daß dieselbe in den letzten Jahren bebeuteiiDen Zuwachs erhalten habe; früher fei im Parlament nur jeder Achte ein Konservativer gewesen, jetzt zähle die sogeltannte rechte Partei im Reichstage bereits circa hundertzwanzig Mitglieder. Wenn im Landtage die Mitgiederzahl der Konservativen gegenwärtig noch eine geringere sei, so beruhe das darauf, daß oer gegenwärtige Landtag unter ganz anderen Verhältnissen gewährt sei. Sicher würde bei der nächsten bevorstehenden Landtagswahl die conservative Partei Fortschritte zu verzeichnen haben, besonders in der Provinz Ostpreußen, wo bei der Reichstagswahl die früher doch so mächtige Fortschrittspartei gar keinen Kandidaten durchgebracht habe. Redner ging sodann zur Besprechung der gegenwärtigen staatlichen Refornche- strebunzen über. Hier betonte er, daß die conservative Partei die Absichten der Regierung unterstützen würde, freilich müsse sie beanspruchen, daß die Regieruilg lebhaftere Verbindungett mit der Partei unterhalte. Redner ermahnt zum Schluß, mit breiter Brust hinter und neben den Männern zu stehen, die berufen seien, uns in nächster Zukunft aus dem sozialen Chaos, indem wir leider stehen, wieder Ordnung zu schaffen. Die Aufgabe der conferva- tiven Partei sei, alle wirthschaftlichen Unzufriedenheiten und bemerkt. Wie oer Wind war sie aus deut Zimmer verschwunden. Bald darauf hörte mau die rauschenden Töne des Flügels.
Auch i 2 '38 e mten i rWa« Tagesbericht,
’cfoim ; Mch einer dem Abgeordnetenhause vorliegenden um- erhosi pichen Statistik sind in den preußischen Staatsforsten " j237 Hektare zur Aufforstung resp. Wiederkultur be- n- . mite Blößen vorhanden; 173,919 Hektare bedürfen der öloust j^fferung, 23,541 Hektare ffind zu kultivireit. Das mainen-Areal welches ganz oder theilweise zur Auf-
zu mit terre. blJ W vertilg rgJS mfstj
gerstr-
Sl. L Meldungen der „Polit. Corr." Aus Konstantinopel, fd. heHd,: Die Pforte erhielt die Nachricht, daß eine aus Albanesen bestehende Deputation der Liga von Prizreud dem Wege nach Konstantiitopel sei, um dem Sultan i Petition um Gewährung mehrfacher die künftige
tentheil _____ _______________________________________________________________________
i Erscheint täglich außer an den Werktagen nach Sonn- und Feiertagen. Preis für das Quartal mit der wöchentlichen Beilage „JllustrtrteS Sonntagsblatt" durch die Expedition (Koch'scke Buchdruckerei) bezogen Mark, durch die Postämter des Deutschen Reiches 2 Mark 50 Psg. (ejcl. Bestellgebühr). — Jnsertionsgebüdr für die gespaltene Zeile 10 Pfg.
Für in der Expedition zu ertbeilende Auskunft und Annahme von Abreffen werden 25 Psg. berechnet.
sHbstverwaltung bet albanesischen Territorien gewährlei- -----Wer Privilegien zu unterbreiten. Der ehemalige Größte Mehemed Ruschdi Pascha liegt im Sterben. — Aus 1 linje vom 3. d.: Seit bem Eintreffen ber türkischen «missäre haben sich bie Aussichten aus eine friedliche »ickelung der Uebergabe-Operatiou betreffs ber an Mon- zro fallenden bisher türkischen Gebiete wesentlich ge- ft ttt. Zum diplomatischen Vertreter Frankreichs in ütenegro ist nunmehr definitiv der bisherige diploma- 3 t Agent Frankreichs in Belgrad St. Quentin ernannt : »en.
Gesch« --------------
--" Dem Bureau „Hirsch" wird aus Wien unterm 22.
1 Aar gemeldet: In der heutigen Conserenz der öfter« K Aschen SanitätScommisston, welcher auch der Delegirte
I । Deutschen Regierung, Dr. Finkelnburg, beiwohnte, wur-