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Marburg, Donnerstag, 23. Januar 1879

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XIV Jahrgang

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goeft nimmt entgegen: Metftton L. Blattet, fAlnnvncen-Bureaux xh. Dietrich & Co. in h und Hannover; Th. nch in Frankfurt aM.; ienftein & Vogler in chutt a. M., Berlin, 2 ßßln ic.; Rudolf ( in Berlin, Frank­furt a. ’ÜL ic.

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Anzeigen nimmt entgegen: die Expedition d BlatteS, sowie d. Annoncen-Bureaux von G. L. Daube & Co. in Frankfurt a. M; Jäger'sche Buchhandlung daselbst; Hcrmann'sche Buchhandl. ♦ daselbst; Jnvalidendank in

Berlin; W. Thienes in Elberfeld; C. Echlotte in

Bremen.

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b’ Jtalie wird von Athen geschrieben:

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Regierungsvorlage wieder herzustellen, wurde indessen mit Stimmenmehrheit Herrenhaus ausgesprochenen Gründen

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such gemacht, die der betr. Antrag aus den von dem abgelehnt.

Dem Courrier

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rgesetze, beendet. Die Regierungsvorlage hatte int bestimmt, daß der §. 80 des Ausführungsgesetzes deutschen Gerichtsverfassuugsgesetze vom 14. April wonach im Aufsichtswege die Erledigung eines Amls-

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geschäfts durch Ordnungsstrafe bis zum Betrage von 100 Mark erzwungen werden kann, auch gegen richterliche Be­amte für anwendbar zu erklären sei. Im Herrenhause beseitigte man diese Vorschrift und setzte an Stelle derselben: „Richterlichen Beamten gegenüber liegt in dem Recht der Aufsicht die Befugniß, ordnungswidrige Ausführung eines Amtsgeschäfts zu rügen und zu dessen reichtzeitiger und sachgemäßer Erledigung zu mahnen." Das Herrenhaus motivirte diese Abänderung damit daß die Voraussetzung einer solchen Bestimmnng, daß der Richter durch Ordnungs­strafen zur Arbeit müsse gezwungen werden, die Ehre des Standes verletze und in den Händen der nächsten Vorge­setzten, insbesondere gegenüber den Mitgliedern des eigenen Collegiums den Schein der Gehässigkeit und Ueberhebung kaum vermeiden könne. Eine erfolgreiche Wirkung von solchen das Ehrgefühl verletzenden Strafen sei nicht zu er­warten und wo eine geeignete Ermahnung nicht genüge, um hartnäckigen Unflciß zu beseitigen, da könne nur ein förmliches Disciplinarvcrfahren und Strafversetzung oder Entlassung aus dem Amte angemessen erscheinen. In der Commission des Abgeordnetenhauses wurde nun der Ver-

zucken die Achseln und reiben sich die Hände vor Freude Griechenland einen so geistreichen Streich gespielt zu haben. Ein wahrer Streich ä la Osmanli.

Meldungen der „Pol. Corresp." aus Belgrad: Der Präsident des serbischen obersten Rechnungshofes Margetic ist in besonderer Miisiou an den russischen Generalgouver- ncur Fürsten Dondukoff - Korsakoff nach Sophia entsendet worden, um die definitive Regelung der serbisch-bulgarischen Grenzdifferenz anzubahnen. — Der italienische Oberst Gola soll von türkischen Räubern bei Plewna beraubt und er­mordet worden sein. — Ministcrialsekretär Simic ist zum Vertreter Serbiens in Cettinje defignirt. — Athen: Die griechische Grenzregulirungs - Commission ist heute auf der griechischen Panzerfregatte „Olga" nach Arta abge­reist. Der Versammlungsort der Commission ist das Dorf Annina. — Bukarest: Die rumänische Regierung beschloß, Sulina zum Freihafen zu erklären. — Die Re­gierung ist im Begriffe, die durch Austausch der Noten be­endigten Arbeiten der bcssarabischen Grenzregulirungs- Commission, soweit es sich um den Kilian-Arm handelt, zu ratificiren.

‘tot Hand.

~o hatte der Commerzienrath denn zwei Hypotheken Marienau; er schrieb an Lobe, daß er erfreut sei, 51 jo tüchtigen Landwirth und soliden Geschäftsmann zu ui.-' ? Schuldner zu haben, und ließ durchblickcn, daß er 16.9* Hrrwkifv am Fälligkeitstermine unter Umständen nicht

^igt sein würde, in eine Prolongation der Hypothek =; Ha. —

—* w wanderte, in seinem erregten Hirn alle möglichen

«'t 1 .^chlsiunig werde und an die Börse gehe, aber es 18 < i ja eine Menge sichere Papiere, bei denen man freilich : rief verdienen, aber glücklicherweise auch nicht viel kann. Vielleicht braucht auch meine Tochter gele- clebüi lich ein Stück Geld, und dann hat man doch gleich das-

Die letzte Hypothek.

Erzählung von W. Ehr.

(Fottsetzung.)

«rz vor Johanni erhielt Lobe vom alten Herrn Wer­kten Brief in welchem dieser ihm anzeigte, daß er die in drei Jahren fällige zweite Hypothek von 50,000 tu an den Commerzienrath cedirt habe. Ich hoffe, Werner, daß Ihnen dies nicht unbequem sein wird, I weiß, daß Ske mit dem Manne noch anderweitige 'ste haben; im Uebrigcn bleiben die zwischen uns sti- Bedingungen in Betreff der Zinsen und der Fällig­es Capitals dieselben. Für Sie ändert sich nur, daß : bit Zinsen und später das Capital statt an mich, an Commerzienrath zu zahlen haben. Für mich war die dieser Cession insofern erwünscht, als ich die Summe Jahre früher in die Hand bekam und sie in Pa- 6 anlegen kann, so daß ich sie jeden Tag wieder flüssig

Es herrscht hier eine große Entrüstung gegen das Ver­fahren der Pforte. Im allgemeinen glaubt man, daß die ottomanische Regierung zu allen erdenklichen Dorwänden ihre Zuflucht nehmen wird, bevor sie sich in bestimmter Weise der Grenzberichtigungs-Frage nähert. Ich weiß aus guter Quelle, daß unsere Regiemng seit einem Monat amt­lich benachrichtigt ist, daß Mukhtar Pascha seine Wahl auf einen Ort gerichtet hat, welcher der Grenze nahe gelegen ist, und wo sich die Delegirten der beiden Staaten versam­meln sollten. Aber sei es, daß bei der Pforte ein Uebel- wollen oder ein Fehler in den Mittheilungen obwaltet, es ist eine Thatsache, daß die durch Mukhtar Pascha bezeich­nete Örtlichkeit weder in der alten noch der neuen Welt vorhanden ist. Da die königlichen Commissäre sich in der Unmöglichkeit befinden, sich an einen Ort zu begeben, der gar nicht existirt, hat unser Minister der auswärtigen An­gelegenheiten zu verschiedenen Malen, von Herrn Cvnduriotis in Konstantinopel und dem türkischen Geschäftsträgerin Athen, Aufklärungen über den von Mukhtar Pascha gewählten Ort verlangt. Aber sollte man es wohl glauben? Weder der eine noch der andere der beiden Diplomaten konnte von der Regierung des Sultans ein erklärendes Wort über diese curiose Geschichte erlangen. Die türkischen Minister Eventualtäten erwägend, unruhig in seinem Zimmer auf und ab. Da kam der Bote mit feen Zeitungen und Brie­fen. Unter den letzteren befand sich ein Schreiben des Commerzienraths.

Dieser schrieb: Mein hochverehrter Herr! Nach den Mittheilungen, die mir in Betreff Ihrer Rübenlieferung von meiner Fabrik aus zugegangen sind, muß es mir im höchsten Grade erwünscht erscheinen, daß zwischen uns Bei­den eine persönliche Besprechung stattfinde. Ich würde durchaus nicht gezögert haben, Ihnen in Marienau meinen Besuch abzustatten, und bei dieser Gelegenheit mir den Ge­nuß zu verschaffen, Ihre wirihschastliche Schöpfungen von deren Lob die ganze Umgegend erfüllt ist, an Ort und Stelle in Augenschein zu nehmen, — leider gestattet mir aber die übergroße Fülle der augenblicklichen Geschäfte, welche auf mir ruht, nicht, jenem meinem Wunsche nach­zukommen. Da es aber ohne Zweifel in unserem beider­seitigen Interesse liegen muß, daß die kleinen Differenzen, welche bei der Rübenlieferung vorgekommen sind, so schleu­nig als möglich geordnet werden, so ersuche ich Sie freund­lichst, mir möglichst umgehend die Ehre Ihres Besuches schenken zu wollen.

Das war ja deutlich genug! Lobe ließ sich durch seinen Inspektor sämmtliche Lieferungsscheine geben, notirte den noch ungefähren Vorrath an Rüben, packte den Koffer und fuhr am nächsten Morgen zur Bahn. Abends war er in der Residenz.

Am andern Vormittag begab er sich in das Palais des Commerzienraths, ließ sich melden und ward sofort vorgelassen. Der Commerzienrath offerirte eine Jmportirle, bat Platz zu nehmen, und nachdem er nochmals um Ent­schuldigung gebeten hatte, daß nicht er die Reise gemacht habe, ging er sofort auf den Gegenstand der beabsichtigten Unterredung über.

Tagesbericht.

Das seit einiger Zeit kursirende Gerücht, daß eine Mission des preußischen Landtags stattfinden werde, fin- wch bei sonst unterrrichteten Personen bestätigenden eben.

Das Kriegsgericht in Sachen des „Großen Kurfürsten" W Dienstag in Berlin zusammengetreten.

Die Justizgesetz-Commission hat in ihren letzten Sitzungen kilussührungsgesetz zum Gerichtskostengesetz im Wesent- । unverändert angenommen. In der letzten Sitzung in die Berathung des Gesetzes, betreffend die Dienst- jltnisse der Gerichtsschreiber und der zahlreichen, aus isen der Subalternbeamten eingegangenen Petitionen

selben. Seitens des Regierungs-Commissars wurden i Mittheilungeu über die Zahl der in Aussicht ge­eit Stellen der Gerichtsschreiber und Gerichtöschreiber- gemacht. Danach werden sich die etatsmäßigen gegenüber der gegenwärtigen Zahl derselben nur um 120 vermindern, die Anzahl der Diätarien sich von ettva 1900 auf 400 ermäßigen. Auch für disponibel werdenden Diätarien wird sich indeß im des ersten Jahres in ihren Verhältnissen wenig , da die große Anzahl der noch nach dem alten Pro- fahren zu erledigenden Sachen ihre fernere Beschäf- ig bei den Gerichten erfordern wird. Bezüglich der «beamten und bereit künftiger Verwendung konnten Heilungen noch nicht gemacht werden, weil über die miig des Cassenwesens die Verhandlungen zwischen den iligten Ressorts noch nicht abgeschlossen sind. Die mssion erledigte darauf die ersten sechs Paragraphen Gesetzes und entschied sich mit großer Majorität für kibehal.ung der §§. 1 und 2 in der Fassung der mmgsvorlage' Bei §. 4 wurde an Stelle des Abs. ücher die Bestimmung über die Befähigung zur Be- ing der Stelle eitles Gerichtsschreibergehilfen dem Justiz- jter überlassen wollte, beschlossen, daß zur Bekleidung Stelle eines Gerichtschreibers nur derjenige befähigt

Deutsches Reich.

** Berlin, 21. Januar. Neber die von der „Weser- Ztg." gemeldete Nachricht, daß der Reichskanzler den Gesetz- eulwurf über die Strafgewalt des Reichstags zurückziehen werde, ist in den zuständigen Kreisen nichts bekannt. — Heute um 1 Uhr findet in dem Konferenz-Zimmer bes Abgeordnetenhauses eine Sitzung des Staatsministeriums statt. Wie man hört, werden mehrere demnächst im Abge- ordnelenhause zur Erörterung kommende Fragen den Gegen­stand der Berathung bilden, u. A. auch die Stellung der Staatsregierung zum Gesetzentwurf über die Strafgewalt deö Reichstags und zu dem hinsichtlich desselben im Abge- ordiietenhause vorliegenden Antrages. — Mit der gestern Abend erfolgten Vorlegung des Militär-Etats sind alle Etats in den Händen des Bundesraths; es hat nunmehr heute durch den Ausschuß für Rechnungswesen die Berathung der Spezialetats begonnen und man kann erwarten, daß die Totalberathung des Reichshaushalts bis zum 12. Februar, dem muthmaßlichen Tage der Reichstags-Eröffnung, im Bun­desrath beendigt sein wird, so daß der Gesammtetat dem Reichstag bei seinem Zusammentritt zugehen kann. — Der Etat für die Verwaltung des Reichsfonds schließt mit fol­genden Ausgabepositionen ab: für Preußen fortdauernde Ausgaben 249,843,728 Mk., einmalige Ausgaben 6,491,814 Mk.; für Sachsen fortdauernde Ausgaben 18,946,159 Mk., einmalige Ausgaben 296,195; für Würtemberg 13,565,570

— Sie haben mich, mein verehrter Herr Lobe, dadurch, daß Sie Ihren Contract nicht eingehallen haben, in eine sehr große Verlegenheit gebracht. Ich hatte Ihnen gegen­über schon in Betreff des Quantums Zugeständnisse ge­macht, renn während ich bei anderen Lieferanten als nie­drigste Ernte pro Morgen 180 Ctr. annahm, habe ich bei Ihnen nur 150 Ctr. festgestellt, und diesen meinen Ab­schlüssen nach habe ich meine Berechnung für die Fabrik, und nach dieser selber Abschlüsse auf Zucker gemacht. Die­sen meinen Verpflichtungen kann ich nun nicht nachkommen, und dies allein durch Ihre Schuld. Nicht allein, daß Sie mir beträchtlich weniger Rüben geliefert hatten, außerdem sind auch die Rüben so wenig zuckerhaltig, daß ich sie mit Verlust verarbeite.

Daß ich meinen Verpflichtungen in Betreff der Quan­tität nicht nachgekommen bin, entgegnete Lobe, daran bin ich wahrlich nicht Schuld. Ich kann Ihnen den Beweis führen, daß ich die zwischen uns abgeschlossene Ackerfläche mit der größten Sorgfalt und Peinlichkeit — ost mit Hintansetzung anderer wichtiger WirthschaftSpflichten — bestellt, daß ich die Rüben nach allen Siegeln des Anbaues cultivirt habe; daß ich nicht den erwarteten Erfolg hatte, das, mein Herr Commerzienrath ist nicht meine Schuld, das haben die Drahtwürmer zu verantworten, die mir alle meine Mühe zu nichte machten. Und was den Zucker­gehalt anbetrifft, fo werden Sie ohne Zweifel an den üb­rigen in Ihrer Fabrik verarbeiteten Rüben das Gleiche erfahren haben, wir hatten eben zur Zeit, da sich in den Rüben der Zucker bildet, keine Sonne ,und wenn dies bet Fall ist, bann entwickelt sich eben wenig Zucker.

— Sie mögen von Ihrem Standpunkte aus Recht haben, fiel der Commerzienrath ein, allein damit ist mit nicht geholfen. Ihre Drahtwürmer und Ihr Mangel an toonne helfen mir nicht über meine Verpflichtungen hinüber,

Krschkinl täglich außer an den Werktagen nach Sonn- und Feiertagen. Preis für das Quartal mit der wöchentlichen Beilage „JllustrirteS Sonntagsblatt" durch die Expedition (Koch'sche Buchdruckerei- bezogen Mart, durch die Postämter des Deutschen Reiches ’i Mark 50 Pfg. (exel. Bestellgebühr). — Jnserlionsaebübr für die gespallen. Zeile 10 Pfg.

Für in der Expedition zu ettbeilenbe Auskunft und Annahme von Adressen werden 25 Pfg. berechnet.

___ soll, welcher eine besondere Prüfung bestanden hat; :PuÄ liheren Bestimmungen über diese Prüfung und die in uWsmig zu derselben sollen von dem Justizminister er- werden. In Folge dieses Beschlusses wurde der von Protokollführer-Prüfung handelnde Abs. 3 des §. 5 n. — Ferner wurde die erste Lesung des Gesetzent- , betr. die Abänderung von Bestimmungen der Dis-