Einzelbild herunterladen
 

M*

uf Hilf*

Marburg, Freitag, 17. Januar 1879

XIV. Jahrgang

Die sei

Tagesbericht.

in

in

)Ul

merto « Preußens zum BundeSrathe dahin instruire, den Zette ii ?""desrathe vorgelegten Gesetzentwürfe vom 31. Dezbr. Biett *' ^treffend die Strafgewalt deö Reichstages, die Zn-

hen al

er«

zur« ar 18'

»richt'

: Lands ahl.

>ti

(Im

lag!

in st chnahi

rhatt

[38

Stu Bernd Gärt miet Weg

anderer Stelle schreibt die Correspondenz: die Eröff- des Reichstags könne schwerlich über den 12. Februar «sgeschoben werden.

iom Abgeordneten Heeremann ist der folgende Antrag Hangen: Das Abgeordnetenhaus wolle beschließen, Etaatsregierung aufzufordern, daß sie die Bevollmäch-

|ig, Cöln tc.; Rudolf e in Berlin, Frank- stirr a. M. ic.

Ke durch die Anfrage an den Cultusminister in der «abend-Sitzung voriger Woche angeregte Verhandlung die kürzlich erfolgten Berufungen in den Oberkirchen­

rath muß jedem Unbefangenen den Eindruck machen, daß das Abgeordnetenhaus im Gegensatz zu den bei Berathung der Synodalordnung hervorgetretenen Bestrebungen zur Zeit in seiner überwiegenden Mehrheit nicht geneigt ist, sich in die inneren Angelegenheiten der evangelischen Kirche zu mischen. Es ist damit ein wesentlicher Fortschritt anzuer­kennen, wenn man auch versucht wird, diese Tagesströmung mit auf das sich geltend machende Gefühl zurück zu führen, daß es für den Liberalismus nicht verständig sein würde, gerade jetzt sein altes Steckenpferd von neuem zu besteigen, wo auch in breiteren Volkskreisen, durch die erschütternden Ereignisse des letzten Jahres veranlaßt, das religiöse Be­wußtsein wieder mächtiger geworden ist und wo im beson- bern an maßgebender Stelle die Nothwendigkeit, die reli­giösen Kräfte des Volkslebens in verstärktem Maße zu wecken, wiederholt ihren nicht mißzudeutenden Aus­druck gefunden hat. Bezeichnend für die Unbehaglichkeit, welche die in der Hauptsache reservirte Haltung des Abge­ordnetenhauses bei Gelegenheit der Verhandlungen über den Oberkirchenrath für die ausgesprochene Linke gehabt haben muß, ist der kühne Versuch des Abg. Dr. Virchow, dadurch, daß sowohl seitens des Centrums wie der Con- servativen die Rothwendigseit kirchlicher Selbstständigkeit übereinstimmend betont wurde, den Beweis geliefert zu sehen, daß ein Bündniß zwischen den „Ultramotanen und Cvnservativen" bereits vorhanden oder wenigstens im Wer­den sei. Es muß den Herren von der Linken vor der Zu­kunft unbestimmt gruseln, weil ihre Phantasie so leicht zu erregen ist. Daß im übrigen die Stärkung des kirchlichen Bewußtseins manchen politischen Richtungen nicht besonders erwünscht sein kann, trifft vor allem für diejenigen zu, welche als Anwälte der „guten Revolutionäre" bekannt sind.

Auch die Wiederbelebung der Innungen, welche von dem MlNlstcr Maybach in Anregung gebracht worden ist, stößt nicht mehr auf so großen Widerstand, wie im ersten Augenblick Die „Frankfurter Zeitung", das Organ des Demokraten Sonnemann, hat deswegen freilich erst im Kalender nach­sehen müssen, ob wir -wirklich in 1879 und nicht etwa in 1679 leben; indessen wird die Zahl ihrer GesinnungSae- no,sen ui der Presse sichtlich geringer. Man besieht die Sache genau und findet sie schließlich so schlimm nicht. Freilich ist es schlimm dabei, daß die Liberalen die ganze Angelegenheit wieder von dem Gebiet, auf das sie allein gehört und offenbar auch berechtigt ist, dem Gebiet des Handwerks und Gewerbes, auf das politische hinüberspielen und die breiten Schichten des Handwerks und Gewerbes für ihre Parteizwecke dadurch zu gewinnen suchen, daß sie für den Plan sich gewinnen lassen. Mögen die Handwerker und Gewerbetreibenden nur daran denken, daß diese liberalen der Rüben viel gelegen hatte, erwies sich in gleicher Weise dankbar, wie Lobe, dem nun Baarmittel zu Gebote stan­den, seine in Aussicht genommenen Pläne in Ausführung zu bringen.

8. Auf der Wanderversammlung.

In Marienau wurde nun, nachdem die nothwendigen Capitalien flüssig gemacht, worden waren, in bisheriger Weise weiter operirt. Auf dem Vorwerk, wurde der Ban eines mächtigen Schafstalles in Angriff genommen, ein renommirter Schäfereidircctor fand sich ein und ging die Heerde in sorgfältiger Weise durch. Ein großer Theil der­selben wurde dazu bestimmt, ausgemerzt, vorher aber ge­mästet zu werden; ftitt dessen wurde ein Stamm von den Conjuncturen mehr entsprechender Race aus einer berühm­ten Heerde gekauft daneben aber der Grund zu einer Heerde Fleischschafe gelegt, denn man konnte es sich nicht verheh­len, daß dieser Züchtung die Zukunft gehören werde.

Außer der Schäferei wurde auf dem Vorwerke der Jungviehstand für die Rindviehheerde etablirt und zwar derartig, daß die schönen Thiere den ganzen Sommer sich im Freien auf einer ausgedehnten Koppel tummeln konn- ten. Es war ein prächtiges Vergnügen, die schmucken Thiere in_ der umhegten Weide umherspringen zu sehen; es zeigte stch im Laufe der Zeit, daß diese Einrichtung keine verfehlte war, das Vieh gedeihte prächtig und ließ gute Erfolge erwarten.

So waren denn in den zwei Jahren die erheblichsten Aenderungen in der Wirthschaft vorgenommen worden; freilich hatte es Geld zur Genüge gekostet, und ein Theil desselben war auch in Anbetracht der doch lästigen Be­dingungen, unter welchen dasselbe aufgenommen worden, ziemlich theuer gewesen, allein das konnte Alles nicht in Betracht kommen, denn man sah ja Fortschritte, die Wirth-

Die letzte Hypothek.

Erzählung von W. Chr.

(Fortsetzung.)

Folge dieses Schreibens reiste Lobe nach der Re- traf hier mit Krieger zusammen und begab sich zu rvmerzienrathe. Das intendirte Geschäft wurde nach ""enen Hin- und Herrcden in folgender Weise abge-

Der neue österreichische Botschafter Graf Szechenyi für deutsche Reich ist am Dienstag in Berlin eingetroffen. Die „Vossische Zeitung" meldet: Die Commission für Wilhelms-Spende genehmigte definitiv das entworfene tut, wonach eine in Berlin unter dem Protektorat des da« atrin5cn domilicirte Anstalt den Zweck verfolgt, gering •, toten, insbesondere dem Arbeiterstande angehörigen rryYM jenen Q[§ Alters-, Renten und Capitals-Versicherungs- lltju dienen, deren Garantiefonds der Ertrag der Wil- S-Spende bildet. Jahres-Ueberschüsse können zur Ver- dng des Garantie-Fonds, Gewährung von Dividenden Unterstützung Versicherter verwendet werden. Jede »ge zur Versicherung auf Rente oder Capital beträgt ark. Eine Einlage von 5 Mark begründet die Ver- »ng. Die Jahresrente einer Person darf 1000 Mk. t übersteigen.

aff«

-r. -fl

nnw

Anzeigen nimmt entgegen: die Expedition d. Blatte-, sowied. Annoncen-Bureaux von G. L. Daube & Co. in Frankfurt a. M; Jäger'sche Buchhandlung daselbst; Hermann'sche Buchhandl. ♦ daselbst; Jnvalidendank in Berlin; W. Thienes in Elberfeld: C. Schlotte in Bremen.

Manchester-Helden es sind, welche den Sah nicht allein aufgestellt, sondern laut ausgesprochen haben: unsere mo­derne Entwickelung drängt in der Industrie zum Grottbe- V und da giebt es kein Halten; es ist daher unnütz und also Verschwendung, irgend etwas für das kleine Gewerbe mid das Einzelhandwerk zu thun, weil diese eben einer früheren Produktionsperiode angehören und früher ibre Berechtigung gehabt, diese jetzt aber verloren haben- ne sind dem Untergang geweiht und man darf denselben nickt durch künstliche Mittel aufhalten! Das ist die Theorie der Liberalen! Abgesehen davon, daß sich diese Theorie aar nickt um die statistisch erwiesene Thatsache kümmert, daß 7n un­serer deutschen Industrie immer noch das Kleingewerbe überwiegt, zeigt sie aber so recht deutlich, wohin die Herren streben: Großwirthschaft auf allen Gebieten, nur derGeld- beiltel entscheidet, wer nicht mit kann, wird nnteraetreten und »fuß elend zu Grunde gehen - gleichgültig, ob seine Unfähigkeit m der Concurrenz von inneren nothwendiaen Gründen abhängt oder ob ihm nur die Betätigung seiner Leistungsfähigkeit durch äußere Umstände unmöglich aemackt wird, die sich beseitigen lassen. Das Handwerk und Ge­werbe wird sich vor diesen Propheten zu hüten wissen!

Der deutsch-feindliche „Courrier d'Jtalie" (der Herr Ooukrers in Rom möge uns das Epitheton verzeihen) ent­halt m seiner neuesten Nummer folgende Notiz: Man schreibt uns von Paris, daß der Besuch welchen der" Gra von St. Ballier dem Fürsten Bismmck auf seinem Land! gute kürzlich gemacht hat, in den politischen Kreisen und m der öffentlichen Meinung einen liefen Eindruck erzeugt hat Man mißt diesen Besuch dem mehr und mehr Och­senden Einfluß des honorable Gambetta bei. Der Erdir- tator von 1870 hält viel darauf, sich der Sympathien Deutschlands zu versichern, sei es nun die Entwicklung und Befestigung der Republik in Frankreich zu erleichtern obne im Auslände Beunruhigung zu verursachen, — oder um N das Eam nn Hinblick auf die Präsidentenwahl von 1880 vorzubereiten." Es ist uns erfreulich gewesen im „Courrier d^talie" dieser Auslassung zu begegnen. Wir richten nun an die Adresse dieses Blattes die Frage, ob die moralische Starke oder die brutale Gewalt Deutschlands jenen tiefen Eindruck hervorgerufen hat.

Die „Polit. Corresp." meldet nnterm Heutigen- Fürst Lobanoff erhielt aus Petersburg in Betreff der Friedens­verhandlungen günstig lautende Instruktionen, wonach all- kie daß die heuttge Conferenz

wischen den türkischen und russischen Bevollmächtigten die letzte sein durfte Die Pforte betrachtet die Unterzeichnung des Fnedensvertrags so nahe bevorstehend, daß bereits schäft war im Zuge, es ging Alles ck mufterhafter^O^ nung und es zeigte sich auch, daß der Erfolg der Be­mühungen nicht ausbleiben würde, hatten sich doch die Ernteerträge bereits in Folge der intensiven Wirthschasts- LV'^?^igert und war zu erwarten, daß dies "^r mehr der Fall sein werde. Kamen die Einnahmen aus den Zuchtvieh-Auctionen und ^m Mastgeschaste, dazu dann konnte es ja nicht fehlen Mellich die Lieferung der Rüben von den zweihundert Morgen war eine bittere Pille, zumal die Fuhren der ^eserung dabel zu veranschlagen waren, adern es war fcOdLnU? J111? ^"ders machen gewesen und schließlich werden 1 qSreB l"3 au$ mit in Anscklag gebrach wiederum der Herbst gekommen und Lobe be­schloß ßch nach Beendigung der Getreideernte einmal eine Erholung zu gönnen; er war ja die ganze Zeit thätiq ae- westii von Morgens bis Abends und hatte seine Scholle nur m den selteiisten Fällen und dan?nur aus dUk den Gründen aus einige Tage verlassen “

- L°be beschloß also, der diesmal im Süden Deutsch­lands tagenden Wanderversammlung der deutschen Land- wirlhe beizuwohnen und dann von da aus nach Holland zu gehen und noch eine Partie tragender Kälber zu kau- fen. Er versprach also mit seinem Beamten die Dispo­sitionen für diese Zeit seiner Abwesenheit und trat m recht zufriedener Stimmung die Reise an.

Schon auf der Fahrt nach dem Orte, wo die Ver­sammlung tagte, traf er mit Fachgenossen aus allen Geaen- den zusammen, und was das erfreulichste für ihn war er traf unter denselben einen seiner näheren Studienfreunde den Genossen fröhlich verlebter Stunden, der ziemlich ent [ern.t J??“ temem jetzigen Wirkungskreise das elterliche Gut bewirthschaftete. f.)

Die „Provinzial-Correspondenz" reproducirt den allge- itinen Theil der Denkschrift zur Begründung des Gesetz- vurss, betr. die Strafgewalt des Reichstages über seine tglieder, erwähnt die lebhafte und erregte Aufnahme, $e die Vorlage gesunden und knüpft daran folgende Wrungen: vor Allem werde die Frage zu entscheiden , ob für Aenderungen der Reichstagsdisciplin ein drin- »r Bedürfniß vorhanden sei. Werde diese Frage be- ; so werde sich auch eine Verständigung erreichen lassen. : die Lösung dieser Vorfrage sei es von günstiger Vor- , ^«Amtung, daß inmitten der augenblicklichen Erregung en konservativen Blättern auch eine Anzahl bedeutender ----~ sionalliberaler ZeitungSorgane theilweise in ausdrücklichem ensatz gegen die kurzweg ablehnende Haltung anderer tter das Bedürfniß zur Erweiterung der Disciplinar- »lt des Reichstags offen und entschieden anerkenne. —

Comerzimrath verstand sich dazu, dem Herrn Lobe 30,000 Thaler baar gegen Hypothek auf Marienau len; dagegen verpflichtete sich Herr Lobe, alljährlich orgen mit Zuckerrüben zu bebauen und die ganze ° davon für einen fest stipulirten, allerdings gegen den Üblichen niederen Preis frei in die etwa 2 Meilen Marienau entfernte Zuckerfabrik des Commerzienraths Dem Herrn Lobe stand es frei, eine bestimmte _.xS! Preßling für einen ebenfeststipulirten Preis zu ™ett. und zur Fütterung mit zurückzufahren. Das würde mit 5l/j pCt. verzinset und bliebe so lange ___^bar seitens des Darleihers, als von Marienau Ver­smaßen die Rüben geliefert würden.

^!e Bedingungen enthielten freilich verschiedene Härten, ^suter den obwaltenden Verhältnissen griff Lobe zu ^Geschäft wurde perfett gemacht. Das Hypotheken- —tout6e b" einem Notar aufgesetzt, die Summe wurde x iB'i’ , Und Lobe legte dieselbe bei einem großen, sicheren W nieder, um jeder Zeit nach Bedarf davon ent- Mitt ' ZU können, um inzwischen doch das Geld nicht ganz z.Sb.» * jn lassen.

i TB Krieger bei dem Geschäft nicht leer ausging, dür- . ,r Wohl nicht erst sagen; er hatte beiden Parteien

■— 1 Und der Commerzienrath, dem an der Lieferung

«eigen nimmt entgegen: e Expedition d.Blattes, ei£ d.Ännoncen-B ureaux „ £b. Dietrich & Co. in IWO s«el und Hannover; Th. Ulllj in Frankfurt a.M.; er Aw «ienstein & Vogler in hTt .™ Mutt a. M., Berlin,