örschemt täglich außer an den Werktagen nach sonn- und Feiertagen- Preis für das Quartal mit der wöchentlichen Beilage „JllustrtrtcS Sonutaasblatt" durch die Expedition lKock'fche Buchdruckerei) bezogen Mark, durch die Postämter des Deutschen Reiches 2 Mark 50 Pfg. (excl. Bestellgebühr». - Jnsertionsgebühr für die gespaltene Zeile 10 Pf-
Für in der Expedition zu ertbeilende Äuskunft und Äunahme von Adreffen werden 25 Pfg. berechnet.
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.ggei, nimmt entgegen: «r-rdition d.vlatte», «d-Ännoncen-Bureaux ! rh. Dietrich & Co. in rf und Hannover; Th. ^jch in Frankfurt a.Lk.; isenftein & Vogler in uffurt a. M., Berlin, Cbln ic.; Rudolf > in Berlin, Frank» für# a. M. ic.
Marburg, Mittwoch, 15. Januar 1879.
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(OliriljrfftfrfK 'ifitmig.
Anzeigen nimmt entgegen: die Expedition b. Blattes, sowied. Annoncen-Bureaux von G. L- Daube & Co. in Frankfurt a. M; Jägerische Buchhandlung daselbst; Hermann'sche Buchhandl. daselbst; Jnvalidendank in Berlin; W. Thienes in Elberfeld; C. Schlotte in Bremen-
gen Decennio durch die bcgüngstigte Lage der Ausfuhr nach England in gutem Renommee stand, muß jetzt, da die Ausfuhr dahin fast auf Null redilzirt ist, von Jahr zu Jahr abnehmen, wogegen russisches Getreide und Vieh, amerikanisches Mehl, Mais, Speck, Schmalz u. dgl. massenhaft steuerfrei eingeführt wird und das Geld dafür ins Ausland wandert, anstatt der deutschen Landwirthschaft zu gute zu kommen. Auch die Molkerei-Produkte, die sich bis zum Jahre 1878 noch ziemlich im Preise gehalten haben, werden jetzt durch ausländische Einfuhr so beeinflußt, daß die Preise dafür bedeutend gesunken sind und nicht mehr rationell gestatten, Getreide durch die Kühe zu verwerthen. Das National-Vermögen muß daher geschwächt und ins Ausland geschickt werden, während mehr Korn produzirt werden könnte und würde, und müssen wir es überhaupt als Ungerechtigkeit gegen das Interesse der deutschen Land- wirthe ansehen, daß unser Consumartikel, wie Kaffee, Reis u. s. w., die hier nicht gebaut werden können, verzollt werden, und andere, die von der deutschen Landwirthschaft in genügender Menge produzirt werden können steuerfrei eingeführt werden. Aus diesen Gründen haben wir die Vorlage der Steuerreform als frohe Weihnachtsgabe begrüßt, und bitten Ew. Durchlaucht ganz ergebens!, die so uoth- wendige Reform durchzuführen und besonders auch land- wirthschaftliche Produkte anderer Länder mit einem Eingangszoll von 10 pCt belegen zu wollen. Wir sind mit Ew. Durchlaucht Ansicht völlig einverstanden, daß indirekte Abgaben weniger fühlbar sind als die hohen direkten Steuern und namentlich der bedrängten Landwirthschaft am ersten durch eine derartige Reform geholfen werden kann. Pöls, den 3. Januar 1879. (Folgen die Unterschriften.) (Die Antwort des Reichskanzlers habest wir bereits mit- getheilt).
Der Telegraph meldete gestern, daß Prirtz Heinrich der Niederlande plötzlich gestorben sei. Den Vermalungs- Feierlichkeitcn zu Arolsen konnte er vor 8 Tagen eines leichten Krankheitsanfalles wegen — die unter dem Hofpersonal zu Luxemburg ausgebrochenen Masern hatten auch den Prinzen befallen, — nicht beiwohnen. Erst im August vorigen Jahres hatte sich bekanntlich der Prinz mit der Prinzessin Marie von Preußen, Tochter des Prinzen Friedrich Karl verheirathet. Man wird sich erinnern, welche politischen Combinationen an diese Vermälung geknüpft worden. Die beiden Söhne des Königs von Holland lassen kaum der Vermuthung Raum, daß sie einmal den Thron der Niederlande besteigen werden. Der Prinz von Oranten lebt gewöhnlich in Paris und führt dort ein Leben, von dem die auffälligsten Details erzählt werden. Möglich, daß sich auch an ihm einmal eine Umwandlung
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Einige Landwirthe und kleinere Besitzer im Kreise Stormarn (Holstein) hatten am 3. Januar als Kreisge- uossen des Reichskanzlers an diesen eine Eingabe folgenden Inhalts gerichtet:
Unterzeichnete Landleute finden sich in Betracht der drückenden Verhältnisse, unter denen sie in den letzten Jahren leiden, veranlaßt, Nachfolgendes Ew. Durchlaucht zur gefälligen Berücksichtigung zu unterbreiten. Das Jahr 1878 hat uns eine etwas bessere Ernte an Getreide gebracht als die Vorjahre, und hofften wir, daß die Geldklemme dadurch etwas gehoben werden würde. Dies ist jedoch nicht der Fall geworden. In Folge des Freihandels werden die landwirchschaftlichen Produkte massenhaft aus Amerika, Rußland, Finnland rc. eingeführt und drücken den Preis dafür immer mehr herunter; wir können bei den jetzigen nicht geahnten niedrigen Getreioepreisen die Mittel nicht erschwingen, die zur Bestreitung der Abgabenzinsen und Betriebskosten erforderlich sind, noch weniger aber für Meliorationen, Reparaturen und Dünger Geld anlegen. Hierdurch tritt der bewährte Grundsatz wieder zu Tage, daß, wenn der Landmann und Bauer kein Geld hat, der Bürger und Handwerker auch nichts verdient. Unserer unmaßgeblichen Ansicht nach beruht die Ursache dieser drückenden Geldklemme größtentheils in dem Freihandel. Wir können bei den hohen Betriebskosten gegen den unerschöpften Urboden Nordamerikas und die großen Flächen Rußlands, wo Betriebskosten, Steuern und Bodenrente gering find, nicht concurriren und nicht so billig produziren wie dort. Der Nationalwehlstand unserer Provinz, welcher im vori-
pensionirten: Reichsbeamten, unmittelbaren und mittelbaren Staatsbeamten und Hofbeamten, Geistliche, Kirchendiener und Elementarschullehrer können zu den Gemeindeabgaben mit ihrem ganzen Diensteinkommen und zwar bei einem solchen bis 1500 Mark in Höhe von 2 PCt. desselben, bei einem Einkommen über 1500 Mark bis zu 4 pCt. hcran- gezogen werden. Dabei müssen die Zuschläge oder sonstige direclen Abgaben, welche sie zu entrichten haben, um ‘ 4 niedriger bemessen werden, als die Zuschläge und sonstigen direkten Abgaben für die übrigen Steuerzahler des Orts.
In den letzten Tagen wurde aus Berlin, nachdem der Schriftsetzer Friedrich Robert Milke schon früher ausgewiesen war, auf Grund des Socialistengesctzes die Ausweisung weiter gegen folgende Personen noch verfügt: Schankwirth Otto Dittmer, Kaufmann Oskar Niedlich, Cigarrenarbeiter Friedrich Hilsemann, Schankwirth Friedrich Eduard Johann Wilhelm Schulze und Schlößer Adolf Zettritz. Die Gesammtzahl der bisher Ausgewiesenen beträgt 62.
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Die letzte Hypothek.
I».. ni-r* Erzählung von W. Cht." 3
■ " (Fortsetzung.) '
Der neue Besitzer von Marienau entwickelte nun als- ! seine vollste Thätigkeit, dem ihm vorschwebenden & nahe zu kommen. Da war überall noch so Manches weitverzweigten Wirthschaft zu ändern, zu verbessern, Micrient, anders zu gestalten.
Mf den Wiesen sehen wir bald Schaaren von Arbei- f mu Karren und Spaten beschäftigt, um die für noth-
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gleich wurde- ein« liefere Einackerung. eingeführt, denn das „flache Kratzen" muß nun aufhören, hieß es, es müssen -die Kräfte des Bodens, welche so lange- unbenutzt und... nutzlos schlummerten, erweckt und zur Ernährung der Feldfrüchte herangezogen werden. Selbstverständlich wurden die meisten vorgefundenen Ackerwerkzeuge zur Disposition gestellt und es langten aus der Residenz ganze Ladungen neuer Pflüge, Eggen, Ringelwalzen, Säe- und Mähe- Maschinen u. a. m. an. Im Laufe des nächsten Winters wurden die Vorbereitungen zum Umbau des Wirthschafts- hofes auf dem Hauptgute getroffen, und im Frühjahr begann bann ein emsiges Treiben, ein Zerstören und Neuaufbauen.
Zunächst galt es, die Brennerei.und den Rindviehstall in zweckmäßigster Weise nach den neuesten Erfahrungen elegant und dauerhaft herzustellen. Dann sollten später die Pferde-, Schweine-, Federvieh-Ställe und die Scheunen an die Reihe kommen, und alle Gebäude derartig aufgebaut werden, daß ein großer, weitläufiger, vollständig übersichtlicher Wirthschaftshof an Stelle des bisherigen trat, welcher freilich nicht diese Eigenschaft besaß. Die ganze Hoflage war durch einen geschickten Architekten projcctirt und ließ nach keiner «Seite hin etwas zu wünschen übrig.
Die Bauarbeileu wurden mit solcher Energie in Angriff genommen und neben den übrigen Wirthschaftsarbei- ten dermaßen gefördert, daß zum Herbst nicht allein die neue Brennerei in Betrieb gesetzt, sondern auch der neue Rindviehstall von den Kühen und Ochsen bezogen werden konnte. Die Brennerei war für einen größeren Betrieb eingerichtet und mit Dampfbetrieb versehen worden; das schöne Gebäude sah mit dem hohen, den Dampf in die Lüfte qualmenden Schornstein äußerst stattlich aus und wurde seiner vortheilhaften Einrichtung wegen bald von der ganzen Nachbarschaft besucht und nach Gebühr gewür-
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bigt und gelobt. -Dix Dampfmaschine war so aufgestellt, daß es später möglich wurde, durch sie vermittelst Trans- .. Mission Mehl-,unb Schrotmühlen, Häckselmaschine und Dreschmaschine je nach Bebürfuiß in Thätigkeit zu setzen.
Der neue Rindviehstall aber war die Freude Aller, die ihn besichtigten, und besonders das Entzücken und der • geheime Neid der nachbarlichen Damen, welche sich nicht scheuten, dem liebenswürdigen, gastlichen ' Besitzer von Marienau, obschon er noch ein Juuggejellenleben führte, ihren Besuch zu machen. Das schöne, weile, hohe Gebäude bestand eigentlich im Innern nur aus Ziegeln und Eisen; breite, jederzeit ängstlich rein gehaltene Gänge führten zwischen den eisernen Säulen hin, die das Gewölbe des Slalles trugen, hohe, breite Fenster ließen von beiden Seiten Licht in den Raum ein und gestatteten das Vieh in vollem Maße zu betrachten.
Und was für Vieh! Von dem vorgefundenen Stamme waren die auserlesensten Exemplare von Kühen zurückbe- hallen und die übrigen veräußert worden. Außerdem war eine Partie Original-Holländer angekauft worden, lauter Thiere, welche sich auf jeder Ausstellung präsentiren konnten. In der zweiten Abteilung des Stalles standen Ochsen, und wenn diese auch noch zum Theile von Herrn Werner übercmmen worden waren, so war doch ihre Zahl fast verdoppelt worden durch Ankauf von wahren Rieseuexemplaren, denn die Thiere sollten nicht nur vor dem Pfluge etwas leisten, es sollte auch im großartigsten Maßstabe gemästet werden, um die Schlempe zu verwerthen und die Düngerproduktion und mit ihr die Ernteerträge zu steigern. — Reben der Mästung lag es im Plan, die Kuhheerde alljährlich durch Ankauf einer Partie reinblütiger edler Stämme aus Holland und England zu completiren, baS vorgefundene Vieh gänzlich zu merzen, dann Jungvieh aufzu- ziehcn, und regelmäßig Zuchtvieh-Auctivnen zu veranftal.
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1 Umgewandelt, dort werden Flächen zur Bestellung gezogen,, dort durch Rajolen eine ganz andere Boden- i ^?9 geschaffen, dort bisher durch Wasser bedeckter, baulicher Bodem dem Ackerbau gewonnen.
öum Theil wurde die bisherige Feldereinlheilung ge- —\ R und eine neue Fruchtfolge eingerichtet. Mit ihr zu-
;ahm In § 14 des Communalsteuergesetzes, der von dem ;etheili ^Privilegium der Beamten handelt, wurde in der XVI. " . vmiffion des Abgeordnetenhauses darauf aufmerksam ge- st ein- daß die Regierung für ihre ablehnende Haltung reichen m vorjährigen Kommissionsbeschlüsse den Gesichts- kt in den Vordergrund schiebe, daß der Staat bei seiner yzy mtoärtigen Finanzlage außer Stande sein würde, den 1 traten für die Aushebung des Privilegiums eine Ent-
tigung zu gewähren. Um diesen Bedenken entgegenzu- m, stellte ein Mitglied der Kommission den Antrag, § 14 in folgender Fassung anzunehmen: „Die bishe- a persönlichen Befreiungen oder die Bevorzugungen der
si verursachen der Gemeinde einen Steuerausfall von t*22 Mark. Die Commission hat beschlossen, den vor- Yen Beschluß zweiter Lesung wieder herzustellen, welcher wesentlichen dahin ging, die im Dienst befindlichen,
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(feinei tot oder aus dem Dienste geschiedenen Civilbeamten, ie der Geistlichen, Kirchendiener und Elementarlehrer .. Mich ihrer Verpflichtung zur Theilnahme au den Ge- UyC, ideabgaben werden für die nach dem 31. März 1881 in sch Hellenden Beamten u. s. w. aufgehoben." Gegen dieses nähme «dement wurde ausgesührt, daß die Beamtengehälter die Fortdauer der Steuerprivilegien bemessen seien.
Wg erachteten Meliorationen in Angriff zu nehmen. Melegene, trockene Flächen werden abgegraben und fytr gelegt, untaugliche Erde wird fortgeschafft, taug- „ Wiesenboden herbeigeführt, Tiefen werden ausgesüllt, 2—> kl gänzlich verschwinden gemacht — kurz eö herrscht
halte« W>e wurde abgelehnt und man trat in eine erneute ssion der Frage ein, ob eine Beibehaltung dieser
ivn gerechtfertigt und ob es wünschenswerth sei, ein zu Stande zu bringen, welches die Frage in ihrem artigen, unerwünschten Zustande lasse. Die Härte, für die Beamten darin liegen würde, wenn sie ohne hädigung von Seiten des Staats auf ihre bisherigen egien verzichten sollten, wurde von keiner Seite ver- Es wurde aber ausgeführt, daß der Staat indem f der Steuerbefreiung der Beamten bestände eine Last, obliege, auf die Schultern der Kommunen abwälze, die Wirkungen, welche durch das Steuerprivilegium eamten auf den Haushalt, speziell der Stadt Berlin, t würden, wurden folgende Mittheilungm gemacht, bt in Berlin 20,306 Personen, denen ein Anspruch Mäßigung oder Befreiung von der Steuer zusteht. f diesen sind: 1,580 Militärpersonell mit einem steinkommen von 7,392,499 Mark, 1,261 städtische —.tcn mit einem Diensteinkommen von 2,915,201 M. 8 Gemeindelehrer mit einem Diensteinkommeii von 69,145 M., 968 Pensionäre mit .einem Diensteinkommen 1,258,725 M., 15,234 Civilbecunte mit einem Dienst- finmeii von 38,423,814 M., zusammen 20,306 Be- t mit einem Diensteinkommen von 53,555,384 M.
kkges Leben, geleitet von dem rationellen Streben, ^Vorzügliches zu schaffen, denn Niemand wird be- *8, daß Wiesen die Grundlage des Gedeihens jeder 18 Mast sind und beneidenswerth eine solche ist, welcher viele und recht gute Wiesen zu Gebote stehen.
^rr auch auf dem Acker bedarf es noch mehrfacher lard^vationen, damit er das herzugeben im Stande ist, ft herzugcben wohl im Stande sein kann. Hier wird 5Mnen Punkten die Drainage, dort die Entwässerung iitt.-* ueinen Sümpfen mit aller Energie in Angriff ge- »b8l %tR’ vs werden Steine gerodet. Gräben regulirt, durch Erdezuführen etwas leichtere Stellen in besseren