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Marburg, Dienstag, 14. Januar 1879
XIV. Jahrgang
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nimmt entgegen:
•bitten b.BlatteS,
lild MWPreuten o.oinite», . a "Uj,d Nnnoncen-Bnreaur 0 geg£ Th. Dietrich <L Co. in in hi el un/Hannover; Th.
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ler haben nun ihr Ziel erreicht. Sie hatten die mo-
l/T/ ischen Beamten ab- und die republikanischen eingesetzt 'W auch an den Commis voyageurs hatte Gambetta ein
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177 gegen 123 Stimmen verschafft, größer als sie gehofft hatten. Nun kann Mac Mahon die National-
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Die letzte Hypothek. Erzählung von W. Ehr. (Fortsetzung.)
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miger durchsetzen könnte, als er ja nicht, wie der pbent anderer Republiken eine wirkliche Regierungsge- besitzt, sondern nur die constitutionelle Puppe ist, t die Beschlüsse des parlamentarischen Ministeriums der Kammern durchzuführen hat. Kurzum, die Repu- ist nun fertig. Die Monarchisten können nichts mehr m. Die Bonapartisten haben bei den Senatswahlen keinen und die Orleanisten nur 3 ihrer Kandidaten
— und wer weiß, wann das Volk, welches seinen legitimen König ermordet hat, es wieder zu einer wirklich dauernden Regierunngsform bringen wird. Wir wenigstens glauben nicht an eine lange Dauer dieser Republik.
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Monarchie und Republik herauszukommcn — und i «scheidet es sich für die Republik, da diese ihm jetzt Urff- Ächsten liegt, wenigstens ohne Bürgerkrieg zu haben
1ÄL S». Hülf corps.
Die republikanische Partei hat nun den Beweis zu was e, auf eigene Füße gestellt, vermag. Hat M We Rücksicht und das Ringen mit den Monarchisten Mb M zum Vortheil gereicht, indem sie dadurch zur Be- JäMcheit und zur maßvollen Arbeit angeregt wurde, so j. nun die Rücksicht und der Ringkampf mit der radi-
1 republikanischen Partei an die Stelle treten und es —J sich sehr, ob derselbe der herrschenden Partei eben so Pf ^kommen wird. Bisher hielt der gemeinsame Kampf
Itkleid «hurt a- M., Berlin r na, Cöln rc.; Rudolf Hk tz t in Berlin, Frank»
Tagesbericht.
Der „Reichsanzeiger" veröffentlicht folgenden Erlaß des Kaisers an den Reichskanzler vom 9. ds.: Während Ich am 5. December nach Meiner Heimath in Berlin zurück- kchrte nnd von der Berliner Bürgerschaft mit überaus glänzenden Huldigungen empfangen wurde, sammelten sich in Meiner Residenz aus allen Theilen des deutschen Reiches und vielen von Deutschen bewohnten Punkten des Auslandes zahlreiche telegraphische und schriftliche Zurufe, als Beweis der Theilnahme, womit man Mich zur Genesung und zu der Thatsache, daß Ich die Regierung des Landes und die Leitung der Regierungs-Angelegenheiten wieder übernahm, freundlich beglückwünschte. Diese Kundgebungen setzten sich ununterbrochen fort und haben beim Jahreswechsel einen weiteren Aufschwung genommen, indem sich zu den erneuten telegraphischen und schriftlichen Zusicherungen trcustmüger Sympathien, kaum zählbare Gedichte, Musikwerke, Widmungen von Blüthensträußen, Kornblumenspenden, Stickereien und Kunstsachen vielerlei Art gesellten. Von der Unmöglichkeit überzeugt, alle diese Aufmerksamkeiten, die Mich innig erfreuten, einzeln gebührend zu beantworten oder beantworten zu lassen, wünsche Ich auf öffentlichem Wege den Einsendern Meinen Dank zu übermitteln und beauftrage Sie daher, zu diesem Behufe, diesen Erlaß zur allgemeinen Kenntniß zu bringen.
Nachdem der Finanzminister die Offerte des bekannten Consortiums betreffend die Uebernahme von 55 Millionen 4procentigen Consols genehmigt hat, beschloß das Consor- tium, diesen Betrag Mittwoch und Donnerstag zur Sub- scription aufzulegen. — Der EmisstonscourS ist 4,90.
Betrachten wir noch den III. Abschnitt des Bamberger'schen Programms in der handelspolitischen Frage. Derselbe lautet' „Jede Arbeit wird mit Arbeit bezahlt. Zwingt der Staat einen Theil seiner Angehörigen, die Produkte eines andern Theils derselben höher zu bezahlen, als er bei freier Verfügung sich dieselben anschaffen könnte, sozwingt er den einen Theil, für den anderenzu arbeiten. Die Schutzzolltheorie ist eine Abart des Sozialismus, das Recht auf Arbeit zu Gunsten der Besitzenden, das Recht auf Gewinn zu Gunsten der Unternehmungen, das Recht auf Dividende zu Gunsten der Aktionäre, als deren Anwalt der Staat auftritt." „Jede Arbeit wird mit Ar- beit bezahlt." Folglich kann der Arbeiter auch keine andere Wirthschaft nicht eingerichtet. Werner störte dies nicht' im Miirdesten, den er hatte im Laufe der Jahre den Rest seiner Hypothekenschulden abgezahlt, so daß das Gut' langst schuldenfrei war und er nun sich in der beneidenswerthen Lage befand, von den Erträgen alljährlich eine nicht unbeträchtliche Summe „auf die hohe Kante zu legen." Die Tochter hatte eine vortreffliche Erziehung genoffen, war gut verheiralhet, hatte eine angemessene Mitgift erhalten; im Uebrigen ließen Werner's sich in ihrer Art nichts abgehen, nutz hielten ein gastliches Haus, in welchem die Nachbarschaft gern verkehrte.
Das Gut lag zum größten Theil in dem Niederungsgebiete eines kleinen Flusses und hatte aus diesem Grunde einen ganz ergiebigen Boden; die Forst war höbet gelegen, war zwar von geringer Vodenqualität, zeigte aber in Folge der ihr zu Theil gewordenen Pflege, recht freudig wachsende wenn auch noch jüngere Bestände. In einem Jagen aber fanden sich auch noch „alte Hölzer" und diese wurden mit einer gewissen Pietät geschont; lieber kaufte Werner, falls er dessen bedürftig war, Bauholz, ehe er dasselbe aus diesen „heiligen Hallen" geholt hätte.
Marienau ward von zwei Höfen aus bewirthschaftet, von dem Hauptgute, auf welchem sich das Herrenhaus, die Rindvieh- und Pferdeställe, sowie eine Brennerei befanden, und dem einen Vorwerke, auf welchem die Schäferei und das Jungvieh standen. Die Wirthschaflsgebäude aus beiden Höfen waren in einem wirthschaftlich befriedigenden Zustande, boten dem Auge aber nichts von Opulenz dar. Sie stammten noch zum größten Theil aus alter Zeit, waren theilweise noch mit Stroh und Rohr gedeckt, und bildeten namentlich auf dem Hauptgute ein etwas weitläufiges Durcheinander, so daß ein rascher Ueberblick über den ganzen Hof keineswegs möglich wurde. Der alte Werner hatte zwar diesen Fehler vollkommen eingesehen, allein in
„pl mmlung nicht mehr auflösen, um einer bonapartisti- ” i Mehrheit Platz zu machen oder die Pläne seines vn|tt Heriums durchzusctzen, weil er dabei an die Zustim- ^rav! g des Senats gebunden ist und dieser seine Parteige- änkch m in der Nationalversammlung nicht bekämpfen wird. Heer Präsident hat keine andere Wahl, als im Sinne der »blikaner zu regieren, weil er andere Maßregeln um
Anzeigen nimmt entgegen: die Expedition d Blatte-, sowie d. Annoncen-Bureaux von G- L. Daude & Co. in Frankfurt a. M; Jäger'sche Buchhandlung daselbst; Hermanu'sche Buchdandl. ♦ daselbst; Jnvalidendank in
Berlin; W. Thienes in Elberfeld: C. Schlotte in Bremen.
iit Energie, Unterstützung sachkundiger Gehilfen und wurde die Schöpfung in Besitz genommen. Wege " angelegt, Alleen gepflänz'k', ritt' im' AegäntrfiK Siylk' hrtes Wirthschaftsgehöst neu geschaffen, Brennerei gt, die Viehställe mit edlen Stämmen bevölkert und Een Richtungen hin die praktischsken'"Meliorationen ührt. Da in den ersten Jahren die Erträge der in ys genommenen Flächen - nicht zulangten und dies stündlich nicht konnten, so wurde in den Geldbeutel e», für das Vieh Futter aller Art von allen Orten ufit, für die Felder Dungmassen jeglicher Sorte her- "rt.
0 entwickelte sich denn das Besitzthum im Laufe des * nach allen Seiten hin auf das Gedeilichste und Lch war es denn ein Landgut, wie es viele derartige 6 Gegend und überall giebt und deren eines der Kauf- 1 leicht hätte mit noch befferem Boden ankaufen können. Mann aber freute sich über seine Schöpfung und Aolz auf dieselbe, und da er ein reicher Mann war, Al er eines schönen Tages die Feder in die Hand Mch in der Kostensumme der Einrichtung 100,000 • fort und sagte: das war mein Privatvergnügen und "Hetz zu verzinsen, soll dem Gute nicht zugemuchet *”• — Viele aber sahen die Schöpfung und hörten, lß ks vordem wüste und leer auf der Stätte gewesen kDid sie nahmen den Hut ab, priesen die erzielten Er- O Singen hin und versuchten das Gleiche. Die Meisten VKnden nicht die Feder, mit der sic wie jener Kauf- £kie Kostensumme rebuciren konnten!
anderes Beispiel haben wir an einem inlelligen-
gegen die Monarchisten und das Ringen nach definitiver Aufrichtung der Republik die radicalen und gemäßigten Republikaner zusammen und drängte den gähnenden Zwiespalt, welcher bei verschiedenen Gelegenheiten sich zeigte, zurück. Nun aber wird derselbe hervortreten. Die Nadi- calen werden nicht länger den Sockel bilden wollen, aus welchem die „conservativen Republikaner" ihre Herrschaft errichten, sondern sie werden, nun auch den ver- sprochmen Lohn verlangen für die geleistete Hülfe — und die herrschende Partei wird diese Forderung schwerlich ganz abweisen können. Aber ob derselben ihre Zugeständnisse genügen werden und ob den Radicalen beim Essen nicht der Appetit noch immer größer und dringender wird, das ist eine eben so heikle Frage als die, ob Angesichts der Zugeständnisse an die Radicalen nicht ein großer Theil der Neugebackenen conservativen Republikaner, die eben erst aus dem monarchischen Lager herüberge- kommen sind, kopfscheu werden wird. Auf diese Weise könnte es geschehen, daß Gambetta schließlich seinen Platz zwischen 2 Stühlen fände. Jedenfalls ist so viel gewiß, daß die Lage um so schwieriger ist, als es bei den heißblütigen Franzosen ohnehin schwer hält, längere Zeit eine maßvolle Politik innezuhalten und als die Gambettisten den Radicalen bisher viele Versprechungen als Angebot für ihre Unterstützung bei den Wahlen gemacht haben. Nach früheren Aeußernngen Gambcttas wird es zunächst wahrscheinlich die Kirche sein, welche man um so lieber auf den Opferaltar legen wird, als dieses Opfer für die atheistische Gesellschaft Gambetta und Genoffen selbst kein Opfer ist. Die Masse mag dann ihre radicalen Gelüste an Priestern und Mönchen austoben. Allein die Geschichte hat an vielen Beispielen gezeigt, daß der auf dem kirchlichen Gebiete auSgetobte Radicalismus sich dann um so energischer gegen den Staat wendet, als er sehr bald inne wird, daß auf kirchlichem Gebiet für ihn keine Besserung seiner wirthschaftlichen Lage zu haben ist. Es fragt sich auch überhaupt, ob der Radicalismus sich jetzt noch bei einem solchen Opfer von vornherein beruhigt. Der Sinn des Radicalismus steht jetzt nach anderen Dingen. Auch in Bezug auf die Amnestie der Communisten und verschiedene andere Punkte werden die Gambettisten Concessionen machen müssen. Welche Stellung Gambetta überhaupt nunmehr einnehmen wird; ob er parlamentarischer Volkstribun bleiben oder Minister, oder gar Präsident werden wird — das muß man abwarten. Nach der machtlosen constitu- tionelleu Präsidentschaft wird er schwerlich Gelüste tragen, vielleicht gestaltet er dieselbe aber so um, daß sie ihm dann das Recht zu einem wirklichen Regiment geben würde. — Frankreich schwimmt immer noch, auch mit seiner neuen Republik auf einem gefährlichen unruhigen Meere dahin
len, strebsamen Landwirth in einer anderen Gegend; der kaufte ein Gut, aus welchem er etwas machen, welches er umformen wollte, denn es lag ziemlich im Argen. Und die Arbeit begann mit Fleiß, Energie, Umsicht Unverdroffen- heit und wurde jahrelang fortgesetzt. Erdarbeiten jeglicher Art wurden mit anerkennungswerthem Geschick ausgeführt, sodaß schließlich die ganze Fläche umgewühlt und ein mustergiltiges Landgut da geschaffen, wa^.avo. vvrdem die Füchse--sich--gute Mcht-: gesagt hatten. Aber auch hier müssen wir uns sägen, wenn wir die Rechnung durchgehen, was hätte jener mit seinen Mitteln, seinem Fleiße, seinen Kennlniffen, auf einem bereits fertigen Gute für Resultate erzielen können!
Marienau war, wie wir wissen, eine lange' Reihe von Jahren im Besitz Werner's gewesen. Da er das Gut seiner Zeit sehr billig erworben, dasselbe einen dankbaren Boden und gute Ressourcen hatte und Werner ein praktischer und thätiger Landwirth war, so befand es sich längst auf einer befriedigenden Stufe der Cultur. Freilich war Werner ein Manu aus der alten Schule, und wenn er sich auch nicht im Allgemeinen dem Guten verschloß, welches die neuere Zeit brachte, so hielt er doch mit einer gewissen Zähigkeit an dem Althergebrachten fest, wie er solches als bewährt kennen und schätzen gelernt hatte. Vor allem aber scheute er sich vor Ausgaben, die nicht gerade durchaus nothwendig waren, denn, sagte er, ein Oekoitom muß ökonomisch sein, er muß bestrebt sein, so viel als möglich einzunehmen und so wenig als möglich auszugeben, er muß auch konservativ sein, d. h. er muß das, was sich auf seinem Gute vorfindet, so lange als möglich zu con- serviren suchen.
So befand sich denn Marienau zwar in einem recht guten wirthschaftlichen Zustande, es gab recht gute Einnahmen her, allein nach modernem Zuschnitt war die
Die Lage der Dinge in Frankreich.
® Die französische Republik ist nun definitiv fertig. Die , fl>« 2
Jan. stattgehabten Landeswahlen haben der rcpu-
grscheint täglich außer an ben Werktagen nach -sonn- und Feiertagen. Preis für das Quartal mit der wöchentlichen Beilage ,,Jllustrtrte2 SonniauSblatr" durch die Ervedition (RnA’fA» Buchdrucker-.) bezogen 2', Mark durch die Postämter des Deutschen Reiches 2 Mark 50 Df«. (efcl. SeftettgebW) - Wvtionl’S“^für tgesJ-n-A710 Pfa
Mr in der Expedition zu ertbcilenbe Auskunft und Annahme von Adressen werden 25 Pfg. berechnet. F
p gebracht; die Royalisten waren noch am glücklichsten, r-2( sie haben 10 durchgesetzt. Wie war das möglich?
»Dem durch die Uneinigkeit und die Untüchtigkeit der ^VilMchischen Parteien, Frankreich ohne Bürgerkrieg zu ----- definitiven Regierungsform zu verhelfen. Das fran- anmei he Volk verlangt aus dem Hangen und Bangen zwi-
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allee. Wd auch in den letzten Jahren ohne Zweifel gut ge- H ti hat; denn Frankreich hat sich rasch von seinen schwe- 1 pa Niederlagen erholt und hat in der Weltausstellung den «mb dieser Erfolge gefeiert. Außerdem hatten die ura” Maner es verstanden, ein großes Netz der Agitation |re Zwecke Über das Land zu verbreiten. Die Repu-