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Marburg, Sonntag, 13. Januar 1879.

XIV. Jahrgang

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als eine wuchtige Anregung zur Erledigung dieser

Münzen August von Württemberg, dem Oheim der

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Die letzte Hypothek. Erzählung von W. Chr. (Fortsetzung.)

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gür in der Expedition zu ertheilende Auskunft und Annahme von Abreffen werden 25 Pfg. berechnet- 9 V

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len; nur eine ganz verschwindend kleine Anzahl sog. Knsigenter wurde gewählt und in mehreren Departe- o nur Republikaner auf der Liste standen, siegten hgehends die Vertreter der gemäßigten Richtung. Diese Hache verleiht der neuen republikanischen Senatsmajo- l die im Vergleich mit der Kammer eine starke Schat­tig konservativer ist, einen unleugbaren Rückhalt. Da Kabinet Dufaure jederzeit eines Vertrauensvotums Senat« sicher sein kann, wenn eS in seiner bisherigen ß! der Mäßigung und Vorsicht beharrt, so ist damit sein Auftreten und seine Position der Kammer gegen- ein weit sicheres geworden.

Ma fanden wir die Damen unser harrend; sie hatten When für einen leidlichen Imbiß Sorge getragen. Lahmen Platz und ließen die Gläser hell an einander g? auf das Wohl unserer Familien.

r!« beichte aber, sagte ich, lieber B., wie bist Du auf .<*ine Idee gekommen?

Ab B. erzählte:

£*i$ von Z. geschieden war, hatte ich so und so viele r Praxis und Theorie hinter mir und wollte mir nun I renes Nest bauen, wußte ich doch er blickte auf i Frau wer mit mir in demselben wohnen würde.

Politische Woche« -Ueberficht.

Der Reichskanzler hat der politischen Welt eine neue

Das preußische Abgeordnetenhaus ist am Mittwoch ter zusammengetreten, leider nicht in beschlußfähiger flhl. Von den 433 Mitgliedern desselben sind in der werstagö-Sitzung nur 210 anwesend gewesen. Eine » eröffnete Verhandlung mußte deßhalb unterbrochen ten. Es ist traurig, daß troß der Dringlichkeit der it und trotz der Kostspieligkeit des Mechanismus mehr

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Passe den Engländern eine vollständige Niederlage bereitet zu haben, welche von den englischen Zeitungen sorgfältig verheimlicht worden ist, wie der General Kaufmann be­merkte. Hinsichtlich der Flucht Shere Alis theilte der Ge­neral dem Correspondenten mit, daß der Emir sich bis dicht an die russische Grenze nach Maxascheriff zurückziehen werde, wo er am 31. December erwartet wurde. Drei Tage nach dieser Unterredung erhielt Gmeral Kaufmann einen Brief des Gmeral Roöganow, worin derselbe meldet daß er mit dem Emir und seinen (nämlich Rosganow's) sämmtlichm Bataillonen Kabul verlassen habe. Bei seinem Abgänge habe der Emir an alle englischen Generale die briefliche Mittheilung gemacht, daß er seinen Shon Jakub Khan mit Vollmachten versehen habe und daß er sich auf dem Wege nach Petersburg befinde, um seine Differenzen mit England dem Kaiser zu unterbreiten.

Die offizielleAgence Russe" erklärte unterm 8. Ja­nuar :das Telegramm oes New-York Heralb" ans Tasch­kent, daß der Emir von Afghanistan, welcher die Verwal­tung seines Landes seinem Sohne übertragen hat, russischen Boden betreten habe, für richtig. Dahingegen sei die Mel- dnng nicht richtig, daß der Emir von Truppen begleitet sei." Das letztere ist lediglich ein Mißverständniß. Die Bataillone welche Kabul mit General Rosganow und dem Emir verlasse» haben, sind die russischen. Die Mitihei- lungen sind um so werthvoller, als sie aus nicht englischm Quelle stammen.

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Anzeigen nimmt entgegen: die Expedition d. Blattes, sowie b. Annoncen-Bureaux von G. L. Daube & Co. in Frankfurt a. M; JLger'sche Buchhandlung daselbst; Hermann'sche Vuchhandl. daselbst; Jnvalidendank in

Berlin; W. ThieneS in Elberfeld; C. Schlotte in Bremen.

Tagesbericht.

Bezüglich des vom Reichskanzler an Herrn v. Varnbü- ler gerichteten, in der ersten Sitzung der Zolltarifcommis­sion verlesenen Schreibens bemerkt dieNordd. Allg Qtg " dasselbe sei, soweit da« Blatt unterrichtet, an Varnbüler persönlich gerjchtet gewesen und im Jntereffe der Sache von Varnbüler in der Commission vorgelesen worden. Der Inhalt desselben bezeichne im allgemeinen die CommisstonS- aufgaben mit Fingerzeichen für den Vorsitzenden und be­rühre nebenbei die Frage der Tabakbesteuerung, ohne je­doch, tote irrthümlich behauptet werde, das Monopol an die Spitze zu stellen. Schreiber stelle nur das Material der Tabaks-Enquete zur Verfügung der Tarifcommifsio» und gebe derselben anheim, weiteres Material für die Ta­baksfrage zu fordern resp. beizuschaffen. Die sonst in den Zeitungen umlaufenden Angaben über den Inhalt des Schreibens feien Combinationen.

Das Kriegsgericht in der Angelegenheit de«Großen Kurfürsten" tritt voraussichtlich Ende dieses Monats zu­sammen. Die über diese Sache umlaufenden Nachrichten

7. Ideale.

Der neue Besitzer von Marienau hatte die Zügel der Regierung mit energischer Hand ergriffen. Er befand sich im kräfttgsten Jugenvalter, hatte eine vortreffliche theore­tische und praktische Ausbildung in seinem Fache genoffen und war nicht unvermögend.

Er hatte seineTour" durch Deutschland, Belgien und England gemacht und auf derselben Alles mit eigenen Augen gesehen unö kennen gelernt, was es in der Lanvwirlhschaft Rationelles, Schönes, Vortreffliches giebt. In gleicher Weise auch seine Besitzung zu gestalten, das war fein Jveal.

Die Ideale jedoch gleichen jener trügerischen Blume der Tropenländer, welche durch die Pracht ihrer Farben das Auge des Beschauers entzückt, in ihrem Kelche das gefährliche Gift birgt. Die farbengeschmückte BlumeIdeal" gedeiht aber nicht auf jedem Booen und auf dem am wenigsten auf welchem der Gärtner mit dem Bleistift in der Hand daneben steht. Darum bewundern wollen wir die Ideale wo wir sie vorfinden, allein hüten wir uns vor allzueif- ngem Streben nach denselben; die unvermeidlichen Nacken- schtäge werden nicht auSbleiben. Die Ideale gehören nicht m die Praxis und der Landwirth muß heutzutage praktisch, sehr praktisch sein, will er zurecht kommen!

. Wir finden gar häufig derartige wirthschaftliche Opera­tionen und Bestrebungen, welche, so rationell sie immerhin sein mögen, dennoch zu denen zu rechnen find, von denen man sagen muß, sie zeigen unS, wie man es nicht zu machen habe. So interessant und belehrend sie für den unbefangenen Beschauer sind, so gefährlich sind sie für den­jenigen Landwirth, welcher noch mit jugendlichem Muche und Feuer in das Leben hineingeht und dessen Gemüth sich noch für Ideale erwärmt. Getäuscht und eingenommen durch die erzielten Resultate wird er leicht zu ähnlichen Operationen sich verleiten lassen, ohne auf die ernste Kehr

* l Gemahlin des Königlichen Bräutigams vertreten. Friedrich der Niederlande war durch Unwohlsein

-**** ordert, dem Feste persönlich beizuwohnen.

_____ Frankreich ist vollauf beschäftigt, sich in der durch die

----- Mwahlen geschaffenen neuen Lage zurechtzufinden. Diese

Hirn zeige,! das nicht zu übersehende Merkmal, daß die tmen der Linken darin ebenso unterlagen, wie die der

Ein anderes Hochzeitsfest beschäftigt gegenwärtig die dänische Presse. DieVossische Zeitung", welche bisher den Auslafsungen derNordd. Allg. Ztg." über die in Kopenhagen begangenen Taktlosigkeiten die Zustimmung versagte, bringt nun selbst eine Korrespondenz von dort, in der es heißt:

Seit Wochen ausschließlich beschäftigt mit den Wahlen kommen die Blätter der Linken erst jetzt auf den Conflikt mit Deutschland wegen des Empfanges der welfischen Depu­tation zu sprechen. Es ist nur eine Stimme darüber, daß die Autoritäten und Privaten in der Hauptstadt in ihrer Hochzeitsbegeisterung die Rücksichten zu nehmen ver­gessen haben, welche das Derhältniß des Herzogs von Cumberland und seines Anhanges zu Deutschland geboten. Vor allem werden dem Minister des Aeußern, Rosenöin- Lehn wegen seines taktlosen Benehmen« Vorwürfe gemacht und über seine den Mächten zugesandteaufklärende Note" gespottet. Schließlich wird das Verhalten der konserva- ttven Presse hervorgehoben, die zu dem ganzen Zwischen­fall so wesentlich beigetragen hat.Es ist nicht der Weg zur Ausgleichung von Mißverständnissen, sagtMorgen- bladet", wenn das Ministerium seine Blätter über Deutsch­lands Kaiser Unverschämtheiten sagen läßt; aber wenn Herr Eitrup sich dazu bequemen könnte, Herrn Rosenöm aufzugeben, dann würde er sich einen Dank des Landes verdienen, der mehr werth ist als derjenige, den ihm der Abgang des Herrn Drever von den Nationalliberalen verschaffte."

Rußland, deffen Kalender bekannllich um zwölf Tage hinter dem unsrigen zurück ist, hat in dieser Woche sein Weihnachtsfest gefeiert. Die Verhandlungen über den Frie­densvertrag mit der Türkei scheinen nunmehr ernstlich be­ttieben zu werden; ein Wiener Blatt hat sogar schon den Abschluß des Vertrages gemeldet, was jedoch der Bestäti­gung bedarf. Die Flucht des Emirs Shere Ali wird nun­mehr auch von russischer Seite bestätigt, und zwar auf dem Umwege über New-York. DerNew-Yorker Herald" hat einen Vertreter nach Asten entsendet, welcher am 2. Januar zu Taschkent» eine Unteredung mit dem General Kaufmann gehabt hat. Dem Berichterstatter gegenüber hat der be­rühmte Kriegsmann erklärt, daß die bisherigen Erfolge der Engländer in Afghanistan gleich Null seien,denn sie ge­wannen nur dreißig Meilen Gebiet und das in Folge des Geldes, das den Bergbewohnern gegeben wurde." Nach dem Berichte des Generals Rosganow, der zuletzt die rus­sische Gesellschaft in Kabul führte, erhielt die eingeborene afghanische Bevölkerung von den Engländern pro Kopf, Mann und Frau 6 Dollars. In einem Briefe Shere Alis an General Kaufmann, welcher dem Correspondenten vorlag, behauptet der Emir, am erften Tage im Pewar-

Jch ging also nach dem Osten, wo Grund und Boden noch billig, die Cultur noch zurück, also jedenfalls noch sehr viel zu schaffen und zu verdienen sein mußte. Allein es ging mir leider wie so vielen Anderen, ich hatte mich getäuscht und mit falschen Faktoren gerechnet. Trotz allen Fleißes kam ich nicht vorwärts, die leidigen Creditverhältnisie thaten das Uebrige, und ich dankte Gott, daß ich schließlich noch mit Ehren wieder fortkommen konnte, freilich so gut wie arm; war mir doch kaum so viel geblieben, daß die Zinsen davon zum Lebensunterhalte ausreichten. Was nun lhun? Wieder ankaufen oder pachten, davon konnte keine Rede sein. Sollte ich wieder als Beamter meine Füße unter eines Anderen Tisch stellen? Nimmermehr! Die ganze Praxis widerte mich an, und ich grübelte und grü­belte, denn es mußte doch etwas gefunden werden, was mich und die Meinigen leidlich nährte. Endlich kam mir der Gedanke. Ein Hundefreund war ich von jeher gewesen enfin, so kam ich ans den Hund.

Ich fing klein an, fand mit meinen Bestrebungen Bei­fall die Hunde gehören einmal zum Sport hatte Erfolg und kann zufrieden sein, denn ich habe mein reich­liches Auskommen. Ich denke sogar jetzt daran, die Mode mitzumachen und alljährlich zur Zeit des Wollmarktes die übliche Auktion zu veranstalten.

Wir hatten mit Interesse der Erzählung unseres Freun­des zugehört. Plaudernd faßen wir weiter beisammen, bis endlich geschieden werden mußte. Nochmals stießen wir an:Wohl dem, der wie Du, alter Freund, auf den Hund gekommen! Ich wünschte nur zu Deinem eigenen Vortheil, daß ich den Gründerkönig Baron von Meyer bald in einer ähnlichen Situation antreffen möchte!"

Das war ja recht intereffant, meinte der Oekonomie- rath, als der Erzähler schwieg. Sie müssen uns öfter Etwas erzählen. Lassen Sie uns auch einmal anstoßen.

- Nein, der Güterankauf zerschlug sich, wahrscheinlich manMägdesprung" undGoldlauterer Silberwerk" __ als baareS Geld in Zahlung nehmen wollte. Der ,am reiste ab, nahm meinen Hund mit sich, das Geld (l r aber blieb er mir schuldig. Ich schickte deshalb meine ^Mrng an den Herrn Bankier Bar. v. Meyer Hoch-

» "ach Wien. In Wien ist Jeder Bankier und Jeder ^Von. Nach 6 Wochen kam mein Brief zurück. Er m den Händen von Hunderten von Meyers gewesen, 'einer wollte der Empfänger sein. Nun wäre mir übrig geblieben, selbst nach Wien zu reifen. Aber die mit dm dortigen Verhältnissen verttaut sind, 8 mir:Gehen Sie an die Wiener Börse und rufen $ von Meyer, und Jeder, der auf den Namen hört, m Ihnen nur ganz leise in's Ohr:Zn Befehl, Ew. M!" so platzen Ihnen doch sämmtliche Trommel- und Sie sind eher erdrückt und erstickt ehe Sie den M Baron von Meyer gefunden haben!"

w der mit Waldrebe und wildem Wein umrankten

sterraschung bereitet durch die Vorlage über die Sttaf- »olt des Reichstages. ES ist schon vielfach namentlich cherhalb unserer parlamentarischen Körperschaften als ein mgel anerkannt worden, vaß ein Mißbrauch der Rede- heit, wie er wiederholt vorgekommen ist, in keiner aje gestraft werden kann. Andere, historische Parlamente besondere England besitzen scharfe Waffen gegen Abge- iiete, die mit ihrem Privilegium Mißbrauch treiben. 8 Bedürfniß liegt ohne Zweifel vor, es fragt sich nur i welchem Wege demselben zu genügen ist. Wir sind -Meinung, daß eine autonome Berichtigung der Ge- 1 VI ftrordnung Seitens des Reichstags vollständig hinreichen

rde und sehen somit die Vorlage des Reichskanzlers

jchtizi die Hälfte der Abgeordneten dem Ruse zur Arbeit f ! gehorchte!

Igl- Die Vermählung des Königs von Holland mit der »zessin Emma von Waldeck hat am 7. Januar statt- utg.j aben. Bei dieser Feierlichkeit war unser Kaiser durch