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Marburg, Sonnabend, 11. Januar 1879
Xiv. Jahrgang
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als bei einem Ueberfluß an Waaren (Uebcrpro- ■ lllgKon). Hier stehen sich die Interessen der Arbeitenden
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Die letzte Hypothek. Erzählung von W. Chr. (Fortsetzung.)
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Wir sind weit davon entfernt zu behaupten, daß Geld Reichthum sei und daß jede Ausgabe ärmer mache, betrachten das Geld als Tauschmittel und halten einen den Tauschverkehr zwischen den Nationen für so noth- mdig wie das liebe Brod. Es giebt eine Menge von „aten, die wir unter unserm nördlichen Himmel nicht zu pugen vernlögen und die für uns zum Lebensbedürfniß rden sind. Wir nennen nur Kaffee und Thee. Eine de Handelspolitik wird niemals ihr Ziel dahin nehmen, Nation zur Morgensuppe zurückzuführen. Der refor-
Zolltaris soll nicht jede, sondern nur jede unwirth- ftliche Ausgabe der Nation beseitigen. In der Allge- heit, wie Herr Dr. Bamberger den Satz aufgestellt hat, selbe vollständig werthlos. DaS Berhältniß des Geld- theS zum Waarenvorrathe muß eben ein richtiges sein, meinen jedoch, daß die Mehrzahl, d. h. der arbeitende il der Nation sich bei einem Ueberfluß an Geld besser
den mit seiner Nase versehenen Hühnerhund, den Dachshund, den Pudeh den Mops, den Affenpinscher, das Wachtel- Hündchen, den Seidenspitz — kurz, alle Rrcen, von denen wir irgend einmal gehört hatten, alle aber In den schönsten, auserlesensten Exemplaren.
— Hier in diesem Zwinger, erklärte B., halte ich meine Zuchtköter getrennt von allen übrigen, damit mir keine Fehler in meinen Züchtungen vorkommen: in jener Ab- theilung halte ich die jüngeren Hunde, nachdem sie von der Muttermich entwöhnt sind, dort die Zucht-Hündinnm und dort seht Ihr die verschiedenen Wochenstuben. — Ich halte von jeder Race, die ich züchte, mehrere Hündinnen und einen Köter und züchte ganz rationell, indem ich immer die schönste und besten Exemplare für mich behüte und Vie Racen poussire, für die grade der Begehr am stärksten ist. Alles Schlechte und irgend Fehlerhafte wird ohne Erbarmen auögemerzt, so daß in meinem Eiabtisse- ment nur Vorzügliches großgezogen wird und zum Verkauf kommt. In Folge der strengen Sonderung der Geschlechter, die strikte innegehalten wird, und durch die streng überwachte Paarung vermag ich jede Race in sich rein fortzuzüchten, unv von Bastarden kann keine Rede sein. Zuvem ergänze ich alljährlich meinen Zuchtstamm durch vorzügliche Onginalthicre, die ich direkt beziehe. Wie für Pferde, Rinder und Schafe Heerdbüchcr geführt werden, so führe auch ich Register und Stammbäume von meinen Hunden, und jedes Thier hat feinen Namen, den es auf seinem Halsbande trägt. Zu. meiner Unterstützung halle ich zwei Knechte, welche gleich mir, mit Lust und Liebe die Sache betreiben und die außer ihrem Lohn auf An- theil gestellt sind. Sie besorgen die Fütterung, Reinigung u. s. w. alles mit penibelster Sorgfalt; die Züchtigung selber überwache ich, damit keine Fehler vorkommen.
Das Futter für die Thiere stelle ich — was die Haupt
— Wie soll ich das verstehen? fragte ich erstaunt, reimt sich das „es geht ihm recht gut" und „er ist den Hund gekommen"?
— Ja, Du lachst! Gewiß reimt sich dies in diesem Du sollst Dich selbst davon überzeugen und B. Dir selber Alles erzählen. Wir wollen, da wir ja Tage in Berlin zusammen bleiben, gemeinschaftlich ■ fahren, welcher in geringer Entfernung von der Re- wohnt und bei dem ich uns telegraphisch anmelden damit wir ihn daheim antreffen.
Zch wollte ein Mehr und Näheres wissen, allein jener dabei, ich würde Alles selber sehen und so mußte ich ^bescheiden.
So fuhren wir am anderen Tage Nachmittags von Berlin der Bahn zu einer nahen, kleinen Station, bei der B. . Schon von Weitem, während unser Zug nahte, wir ihn, den Hut freudig schwenkend auf dem Perron Mit lautem, fröhlichen Willkommen begrüßte er
• Das war immer noch die alte ehrliche Seele von s, wenn auch die Zeit nicht spurlos an ihm vorüber-
aus das einstöckige Landhaus zu, in welchem uns die Damen des Hauses, Mutter und Tochter, empfingen. Das ist meine Familie, stellte B. vor, bis auf den Jungen, der in Berlin in einer Maschinenfabrik Anstellung hat. Frau B. begrüßte uns in harmloser Weise als einstmalige, ihr aus den Erzählungen ihres Gatten wohlbekannte Gefährten desselben, und die Tochter kredenzte in anmuthiger Weise den duftenden Kaffee.
Als wir den schwarzen Saft geschlürft und die Cigarren angezündet hatten, sagte B. — und nun sollt Ihr mir auf das Feld meiner Thätigkeit folgen; Ihr follt nicht denken, daß ich als wohlsituirter Rentier auf der Bärenhaut liege. Nein, auch ich esse mein Brod im Schweiße meines Angesichts. Freilich, lachte er, bin ich dabei auf den Hund gekommen.
Sprach's und führte uns in den auf der andern Seite des Hauses gelegenen, von einer Mauer umgebenen Hofraum seines Etablissements. Das Ganze war hier in eine Menge kleinerer Höfe und Stallungen abgetheilt, und glich so den Einrichtungen, wie wir sie in den zoologischen Gärten zu finden gewohnt sind.
Aus allen Abtheilungen tönte uns ein freudiges Winseln, Gekläffe und Gebell entgegen, in allen drängten sich die Jnhaftirten herbei, uns mit Augen, Schnauze, Pfote oder Schwanz ihre Freude zu erkennen gebend.
Da fanden wir sie fast alle die Arten von Hunden, wie sie auf dem Erdboden zerstreut, dem Menschen Freund geworden, zu den verschiedenen Zwecken der Nützlichkeit, des Luxus, der Spielerei Verwendung finden. Da fanden wir die Newfoundländer, den St. Bernhardiner, die Ulmer-Dogge, den an Größe alle anderen übertreffenden irländischen Wofts- hund, den gefürchteten und berüchtigten Schweiß- oder Bluthund, die englische Bulldogge, den zierlichen Windhund und das noch zierlichere Windspiel, den gelehrigen Schäferhund,
Dieser Handel dient nicht unseren Interessen und ist daher — um den Ausdruck „gemeinschädlich" zu vermeiden — keine nationale Institution. Wir glauben, daß das deutsche Reich sich diese Anschauung bereits zu eigen gemacht hat.
harrdelSpolitischku Frage.
II.
Im IV. Abschnitte des von Dr. Bamberger aufgestellten ramme« begegnen wir folgender Ausführung: „Heute, wie vor mehreren hundert Jahren, wurzelt lsächlich die Gesammtheit der schutzzöllnerischen Ansichten der Vorstellung, die mit dem Schlagwort „Handels- nz" bezeichnet wird. Der Grundgedanke der Handels- nz ruht in der Vorstellung, daß Geld allein Reichthum und daß, wenn baareS Geld gegen Waare aus dem e gehe, daS Land um diesen Betrag ärmer werde, stlich aber wird Niemand, der auch nur mit den An- ründen der Volkswirthschaft vertraut ist, einen solchen aufrecht erhalten wollen, welches immer die Schule der er im klebrigen angehöre."
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Tigesbericht.
Dem Bundesrath ist vom Reichskanzler ein Gesetzentwurf zugegangen betreffend die Strafgewalt des Reichstages über die Mitglieder des Reichstages. Danach wird die Strafgewalt ausgeübt von einer aus den beiden Vicepräst- denten und 10 Mitgliedern des Reichstags bestehenden Commission, welche auf Anordnung des Präsidenten ober Antrag von 20 Mitgliedern zusammentritt. Die Commission kann erkennen auf 1) Verweis vor versammeltem Hause; 2) Verpflichtung zur Abbitte vor versammeltem Hause; 3) Ausschliessung aus dem Reichstage auf bestimmte Zeit. Erstreckt sich die Ausschliessung auf die ganze Legislaturperiode, so kann damit der Verlust der Wählbarkeit zum Reichstag verbunden werden. Ausserdem kann auch selbstständig der Beschluß auf Verlust der Wählbarkeit zum Reichstag ausgesprochen werden. Wenn ein Verstoß, dessen sich ein Reichstagsmitglied schuldig machte, eine nach gemeinem Rechte strafbare Handlung in sich schließt, so kann das betreffende Mitglied auch dem Strafrichter überwiesen werden. Gleichzeitig mit der Ahndung kann auch die Aufnahme der betreffenden Rede oder Aeusserung in den stenographischen Bericht und jede andere Veröffentlichung derselben in der Presse untersagt werden.
In der gestrigen Conserenz der Commiffarien der Regierung mit den Delegirten der Berlin-PotSdam-Magde- burger Eisenbahn-Gesellschaft über den Ankauf der Bahn für den Staat bot die Regierung 33 4 pCt. in abgestempelten Actien. Die Delegirten der Gesellschaft bezeichneten dies als weder dem inneren Werthe noch der künftigen Rente entsprechend und der Generalversammlung gegenüber aussichtslos; dieselben forderten 4^ pCt. in abgestempelten Actien. Die Regierungs-Commiffarien hielten dies für eine Ueberforderung, welche dem Landtage gegenüber nicht zu begründen sei. Die Verhandlungen sind indeß nicht definitiv abgebrochen, vielmehr ist deren Wiederaufnahme Vorbehalten, sobald bei näherer Erwägung ein Theil dem Standpunkte des anderen Theiles Concessionen zu machen für möglich erachtet.
Unterhandlungen zwischen dem Finanzministerium und dem bekannten Consortium bezüglich der Ueberlassung der restlichen 55 Millionen Mark der Eisenbahnanleihe in 4Ct. ConsolS sind im Gange und dürsten schon in den nächsten Tagen zum definitiven Abschluß gelangen.
Anzeigen nimmt entgegen: j die Expedition d Blat-es, sowie d. Annoncen-Bureaux von G. L- Daube & Co. in Frankfurt a. M; Jägecksche Buchhandlung daselbst; Hermann'sche Buchhandl. ♦ daselbst; Jnvalidendank in
Berlin; W. Thienes in Elberfeld; C. Schlotte in Bremen.
nicht mehr widerlegt zu werden braucht, steht auch heute unangreiflich fest, daß kein statistisches Material annähernd die Mittel liefern kann, die wirklichen Ziffern einer Han- delsbilanz aufzustellen. Der einzige Maßstab zur Erkennung der Austauschbilanz zwischen zwei Ländern liegt in dem Gang der Wechselcourse, welche bei gesundem Valuta- verhältniß zugleich in sich selbst das einzige Korrektiv zur Herstellung des richtigen Gleichgewichts zwischen dem Maaren- und dem Geldbedarf bieten.
Wir sind ebenfalls der Meinung, daß die Ziffern der Handelsbilanz niemals absolut genau fein können.' Es kommt auch in dieser großen Frage auf einige Millionen mehr oder weniger gar nicht an; die Ungenauigkeit im Debet gleicht sich durch die Ungenauigkeit im Credit ans, und wenn nicht die Zahl, so doch die Proportion dürfte annähernd richtig fein. Von feiner Unterbilanz von jährlich einer Milliarde braucht sich Deutschland nichts abstreiten zu lassen. Wir sind nicht so excentrisch, um zu erwarten, daß der reformirte Zolltarif einen Activ-Ueberschuß ober auch nur das Gleichgewicht der Bilanz herstellen wird. Der Brief des Reichskanzlers läßt eine solche Hoffnung auch nicht durchscheinen. Die von dem Fürsten Bismarck aufgestellten Zahlen würden etwa eine Unterbilanz von 150 Millionen jährlich ergeben. Wir sind der Ansicht, daß wir uns bei einem solchen Resultate vortrefflich stehen würden. Die Kapitalrente, welche wir vom Auslande beziehen, ist beträchtlich höher und bei einer Unterbilanz von 150 Millionen würde unsere Nation doch noch eine jährliche Zinseinnahme von 350 Millionen haben. Und in diesem Punkte unterscheiden wir uns sehr wesentlich von Asien und Afrika, welche, wie Herr Dr. Bamberger sehr richtig bemerkt durch Mehrausfuhr hervortreten. Der IV. Abschnitt des Bamberger'schen Programms schließt mit der Bemerkung:
„Allerdings sind die extremsten Vertreter der Schutzzolltheorie auch in ihren Behauptungen zu der Konsequenz gekommen, daß der Handel eine gemeinschädliche Institution und möglichst zu beschränken fei. Es fragt sich nur, ob das deutsche Reich sich diese Anschauung zu eigen machen will?"
Obgleich wir nicht den Beruf haben, für das deutsche Reich zu sprechen, so stehen wir doch nicht an, die Frage des Herrn Dr. Bamberger zu verneinen. Der Handel ist keine gemeinschädliche Institution, wenn er richtig organisirt ist. Die erste Aufgabe des Handels soll es sein, die Ausfuhr zu befördern. Diese Vorbedingung trift leider in der Praxis nicht immer zu. Der Handel der Nation hat großentheils die Tendenz der Nation selbst, den einheimischen Unternehmungen, der einheimischen Arbeit, der Ver- werthung, unserer Bobenkraft Concnrrenz zu machen. I
ein- - ftas- reib- Sett- , ische, chine [ber- oroie ;roße chen,
von in Srant- furt a. M. 1C.
- gen war. Statt des einstmals schmächtigen Jünglings l-Coi i uns heute ein kräftiger Mann gegenüber, dem man (z.t- N den ersten Blick ansah, daß er sich wohl fühle in Haut.
Bi t ^Zweitens müssen wir mit aller Entschiedenheit vernei- . daß der von Herrn Dr. Bamberger aufgestellte Satz Grundgedanke der Handelsbilanz sei. Das ist eine iläumdung. Den richtigen Grundgedanken hat Herr Dr. > vberger einige Zeilen später angegeben; er sagt nämlich: CSC et mehr einnimmt als ausziebt, bereichert sich." Wir ichhA । überzeugt, daß Herr Dr. Bamberger uns nicht widerten wird, wenn wir die Konsequenz seines Satzes da- siehen: „Wer mehr ausgiebt, als er einnimmt, verarmt." kmcisi । ist ber wahre Grundgedanke der Handelsbilanz und 8on uns geforderten Wirthschaftsreform.
Herr Bamberger fährt bann fort:
»Ganz abgesehen davon, daß diese Anffaffung heute
Erscheint täglich außer an den Wecktagen nach Sonn- und Feiertagen. Preis für das Quartal mit der wöchentlichen Beilaae MuktrirteS Snnntaasblatt" durck w «uchdrnckerer) bezogen 2, Mark durchW «'50 geÄ?
8"r m der Expedition zu ertheilende Auskunft und Annahme von Adressen werden 25 Pfg. berechnet.
-jgl Grüß Gott, rief B., schüttelte uns in biederer die Hand und führte uns zu seinem unfern gelegenen vthn, einem freundlich gelegenen Etablissement inmitten Stirnen Waldes, umgeben von einem schmucken Garten, btn letzteren traten wir durch die an der Straße lie- Pforte und steuerten durch die freundlichen Anlagen
«neigen nimmt entgegen: t,e Expedition d.Blattes, ii9ie d.Ännoncen-Bureaux MR Th. Dietrich & So. in jjaflel und Hannover; Th. Dietrich in Frankfurt a.M.; Eisenstein & Vogler in Eantfurt a. M., Berlin, Lpzig, Söln ic.; Rudolf