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3Hät6urg, Mittwoch, 8. Januar 1879

XIV Jahrgang

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fen. Bor langen langen Jahren pachtete er ein Gut

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120130 Millionen, z. Z. nicht zu ertragen wäre, egen wurde von 4 stimmen eine Belastung von 2

50 Pf. für den Kopf, oder eine Steuer von rund

Millionen für möglich gehalten. Eine Majorität 9 Stimmen erklärte eine Belastung von 2 M., oder Steuer von rund 8090 Millionen für durchfuhr- , während 1 Stimme eine höhere Belastung als 1 M. den Kopf, oder eine Steuer von rund 40 Millionen

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Die letzte Hypothek. Erzählung von W. Ehr. (Fortsetzung.)

dieser Richtung hin schwer zugänglich und es mußte schon mit großer Schlauheit operirt werden, wenn Etwas erreicht werden sollte.--

Es ging heute einmal wieder recht lustig zu bei dem Frühschoppen; der Sommertag drohte warm zu werden und da hatte man sich denn vollzählig in dem Club unter dem schützenden Laubdache eingefunden, um sich durch einen Trunk kühlenden Bieres zu stärken. Ein homerisches Ge­lächter ertönte aus dem Kreise der Herren.

Nein, mein lieber College, was zu arg ist, das ist zu arg, wandte sich der Oekonomenrath an einen bereits auch ältlichen Herrn von untersetzter Figur mit vollem, rothem Gesicht. Ich habe doch auch mein Acker zu bebauen ver­standen, und ich weiß ja, daß Ihr Gut besseren Boden hatte, als das meinige, allein wenn Sie behaupten, daß Sie durchschnittlich pro Morgen sechzig Scheffel Gerste geerntet hätten, dann ist es, nehmen Sie es mir nicht übel, ein wenig stark.

Brüderchen, was zu viel ist, ist zu viel, wandte sich ein Anderer an Jenen, der von so bedeutenden Ernte­erträgen berichtete.

Dieser sein Name war Schmiedecke hatte ur­sprünglich die Carriere eines Thierarztes durchgemacht, hatte in Berlinstudirt", während dieser Zeit sogar, wie er mit Stolz gern erzählte, ein Duell mit einem andern Studenten gehabt, hatte dann in der Gegend, in welcher er seine heilbringende Laufbahn eröffnete, das Herz der einzigen Tochter eines wohlhabenden Grundbesitzers bethört, das Gut in eigene Verwaltung übernommen und seine ärzt­liche Praxis insoweit an den Nagel gehängt, daß er sie nur noch bei seinen speciellen Freunde» ausübte, schließlich aber mit so geringem Erfolg, daß diese es vorzogen, sich lieber an einen anderen Veterinär zu wenden. Auf dem Gute, das er völlig schuldenfrei übernommen hatte, hand-

.entfernten, abgelegenen Theile der Provinz, schließlich er es zu einem mäßigen Preise und arbeitete sich zu ganz geordneten Verhältnissen herauf. Da seine nicht mit Kindern gesegnet worden, so wandte Herr einen Theil seines Erwerbes gemeinnützigen Jnsti- zu, und er wurde, was sein Herz lange im en begehrt hatte, in Anerkennung seiner Verdienste die Landwirthschast, zum Oekonomierath ernannt, dstverständlich wurde zur Feier dieses welthistorischen ' nisses ein glänzendes Festmahl gegeben, bei dem der pagner so zu sagen in Strömen floß und von dem Gäste in nrehr als heiterer Stimmung ihre Rückfahrt atcn. Als sich dann späterhin ein guter Käufer für Besitzung fand, da sagte Herr Rath Klein zu seiner er": Was sollen wir uns noch länger hier quälen noch dazu für lachende Erben? Wir wollen nun L^ar Tage, die uns noch vergönnt sein werden, ge- 8en. So wurde denn das Gut verkauft und Klein's

dürfe. Mit allen gegen 1 Stimme hatte die Kommission empfohlen einen Ertrag von 5070 Millionen ins Auge zu fassen.

Anzeigen nimmt entgegen: die Expedition d Blatte», sowie d. Annoncen-Bureaux von G- L. Daube & Co. in Frankfurt a. M; Jäger'sche Buchhandlung daselbst; Hermann'sche Buchhandl. daselbst; Jnvalidendank in Berlin; W. Thienes in Elberfeld: C. Schlotte in Bremen.

eigen nimmt «mgegen: tt Expedition d.Blatte», ** I je dAnnoncen-Bureaux

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Tagesbericht.

Die Gerichtsbarkeit für die Verhandlung und Ent- idung derjenigen bürgerlichen Rechtsstreitigkeiten und stachen, weiche nach den bisherigen Prozeßgesetzen von Obertribunal zu erledigen sind, soll nach einer dem eordnetcnhause gemachten Justizvorlage durch ein be- es Gesetz geregelt werden, sofern diese Gerichtsbar-

nicht in Gemäßheit des § 15 des Einführungsgesetzes im Deutschen Gerichtsverfassungsgesetze dem Reichsgericht ertragen wird. Nach Bestimmung des Rcichsgesetzes Bit nämlich durch Kaiserliche Verordnung auf Antrag

ständniß gelangten, natürlicher Weise veranlaßt wäre, die Vermittlung der Signatarmächte des Vertrages vom 13. Juli anzurufen und es sei anzunehmen, daß sich die ver­mittelnden Mächte in diesem Falle im Sinne dieses Pro­tokolls aussprechen würden. Die Mächte rathen also der Pforte, ein freiwilliges Uebereinkommen mit Griechenland zu treffen, in welchem sie dadurch einen nützlichen Bundes­genossen für gewisse Fälle gewinnen würde."

Der Correspondent deöTemps" in Konstantinopel gibt folgende interessante Schilderung der dortigen Zustände: Im Palais toben die Jntriguen. Nichts hat sich geändert, weder in den Sitten noch in den Ideen. Die Odalisken und Ennuchen leiten nach ihrer Willkür die Capricen und den Willen eines Sultans, der ein wohlmeinender, aber schwacher und furchtsamer Mann ist. Abdul Hamid hat nach gerade zu Niemand Vertrauen, als zu Said Pascha und zu seinen schwarzen Eunuchen. Vor einigen Tagen vertheilte er Dekorationen an seine Mussahibs, das sind die ältesten der Eunuchen. Der Titel Musfahib bedeutet solche, welche den Sultan anreden dürfen. Die Mussahibs haben einen großen Einfluß auf den Sultan und jeder emporstrcbende Pascha muß suchen, sich ihre Gunst zu er­werben, durch das einzige Argument, was in diesem Lande Cours hat, durch Geschenke und Geld. Die Angelegenheiten des Staats werden in Wirklichkeit durch diese Eunuchen geleitet, deren Unwissenheit, Lasterhaftigkeit und Fana­tismus alle Begriffe übersteigt.

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DasMemorial diplomatique" schreibt:Die otto- manische Regierung hat das Kabinet von Athen benach­richtigt, daß sie im Princip die im Art. 24 des Vertrags von Berlin vorgesehene Grenzberichtignng annehme und daß sie bereit sei, über diese Frage mit der griechischen Regierung in ein directes Einvernehmen zu treten. Nichts destoweniger erfahren wir, daß die Pforte über die Grenz­linie selbst mit dem Cabinet von Athen differire. Auf der anderen Seite dringen die befreundeten Großmächte beider Länder bei der ottomanischen Regierung darauf, daß sie die im 13. Protokolle des Berliner Cvngresses vorgezeich­nete Linie annehme. Sie machen bemerklich, daß Griechen­land, falls die beiden Regierungen nicht zu einem Einver-

cstkllliugeil y * L QuatW 1879 Dberhessische Zeitung

deren Gratis-Beilage

ustrirtes Sonntagsblatt

en wir baldigst bei den nächstliegenden Poststellen en zu wollen.

Die Exped. der Oberh. Ztg.

Welcher enorme Schaden durch den ruchlosen Schmuggel mit Rindvieh an der russischen Grenze dem Volksvermögen zugefügt wird beweist folgende Statistik der neuesten In­vasion der Rinderpest: Die Zahl der seit dem ersten Auftreten der Rinderpest gefallenen bezw. getödteteten Thiere beträgt nach den vorliegenden Nachrichten: Im Regie­rungsbezirke Gumbinnen 198 Stück Rindvieh; im Regie- rnngsbezirke Frankfurt a. O. 1419 Stück Rindvieh, 1013 Schafe, 237 Ziegen; im Regierungsbezirk Potsdam 137 Stück Rindvieh, 12 Schafe eine Ziege; im Regierungsbe­zirk Merseburg 8 Stück Rindvieh.

In Spanien hat den Königsmörder dasselbe Geschick ereilt, wie es in Deutschland Hödel bereitet wurde: am Samstag früh wurde Moncasi y Oliva in Madrid hinge­richtet. Fand sich in Deutschland kaum eine einzige Stimme, die es öffentlich wagte, der Begnadigung des frechen Bur­schen, der seine Hand gegen das ehrwürdige Haupt des greisen Herrschers erhob, das Wort zu reden, so brachte doch in Madrid der Vertheidiger Moncasi's eine mit 7500 Unterschriften bedeckte Petition um Umwandlung der Todes­strafe ein. Die Frau des Attentäters mit ihrem neunzehn Monate alten Kinde hatte eine Audienz beim Könige, der Vertheidiger desselben eine solche schon beim Justizminister, alle Anstrengungen blieben wirkungslos, der Frevel wurde gesühnt. Von den vier Königsmördern des vergange­nen Jahres steht nun noch das Urtheil Passanantes aus; es ist wohl kaum zu bezweifeln, daß auch über ihn die Todesstrafe ausgesprochen werden wird, aber bei den eigen- thümlichen Verhältnissen in Italien wird es auch doch nicht an Anstrengungen fehlen, eine Umwandlung der Todes­strafe herbeizuführen.

, Th, Dietrich & Co. in tl und Hannover; Th.

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nach der Stadt, in der ein eigenes Haus erstanden, 1 wo das alte, in seiner Art originelle Paar nicht allein chneed dir allgemeine Aufmerksamkeit auf sich zog, sondern ^don den verschiedensten Seiten durch egoistische Be- __. trugen behelligt wurde. Herr Klein aber war nach

Einer der fidelsten von den alten Herren war der rc. 0 Nr Oeconomierath Klein. Und der Mann hatte alle c He stäche dazu, guter Laune zu sein: war ihm doch von : 9. d. tzend auf Alles geglückt in seinem Leben. Von Hause ung si * ganz ohne Vermögen, hatte er von Fortuna begünstigt, h durch eigene Thätigkeit ein recht sorgenfreies Alter ge-

rtrn6» ifenftein & Vogler in 1 Pe mtfurt a. M., Berlin, ig, Cdln rc.; Rudolf e in Berlin, Frank-

Deutsches Reich.

** Berlin, 6. Januar. Bon den 15 Mitgliedern der Tarifreform - Kommission waren bisher nur 14 ernannt, jetzt ist als Vertreter des Handelsministers der Regienmgs- präsident v. Boetticher aus Schleswig berufen und bereits hier eingetroffen. In der zweiten Sitzung der Kommission wurden die Positionen des Zolltarifs gruppenweis an die einzelnen Mitglieder zur Bearbeitung und zur Berichter­stattung vcrtheilt. Es werden nun in der nächsten Zeit Plenarsitzungen nicht stattfinden, sofern nicht von einem oder dem anderen Referenten zu seiner Information eine solche beantragt wird. Die Meldung, daß der Papst beabstchttge, ein ökumenisches Concil zu berufen, um durch dasselbe die deutsche Kirchenfrage zu regeln, ist in jeder Beziehung so widersinnig, daß man kaum bezeichnen kann, wie eine Redaktion so etwas aufnehmen kann. Was sollte ein Concil wohl mit den Fragen, um die eS sich bei dem deutschen Kirchenkonflikt handelt, zu thun haben und wie wäre ein Concil geeignet, die Verständigung zu erleichtern ? Die scharfe Polemik derN. L. C." gegen das Pro- tirte er nun in so eigenthümlicher Weise, daß die Revenüen trotz der guten Bodenbeschaffenheit sich von Jahr zu Jahr verringerten. Als dann sein Sohn herangewachsen war, hielt es Herr Schmiedccke doch für gerathener, sobald ein angenehmbares Gebot gemacht wurde, daö Gut zu verkaufen und den Sohn eine königliche Pachtung über­nehmen zu lasten. Er selber aber zog mit seiner Gattin in die Stadt und liebte es, mit dm fabelhaften Ernteer­trägen zu prahlen, welche er in seiner landwirthschastlichen Praxis erzielt hätte.

Aber meine Herren, entgegnete Herr Schmiedeke, indem sein hochrothcs Antlitz vor Vergnügen strahlte, und seine Augen so klein wurden daß sie fast verschwanden, aber meine Herren, da müßte es ja keinen Thaer und keinen Koppe gegeben haben, wenn ich nicht dergleichen Erträge von meinem Boden gewonnen hätte.

Unser College hat vielleicht unterlasten, uns zu sagen, in wie vielen Jahren zusammen er pro Morgen sechzig Scheffel Gerste geerntet hat, warf ein Anderer ein.

Herr Schmiedeke maß den losen Spötter mit einem strafenden Seitenblick.

Mein lieber Herr, trumpfte er ihn ab, man hört gleich, daß Sie nie in Ihrem Leben mit einem solchen an den Nilschlamm erinnemden Marschboden zu thun gehabt haben, wie er mir zu Gebote stand.

Um den Erzürnten zu beruhigen und ein anderes The­ma aufzubringen, fragte der Oekonomierath plötzlich: Sie haben gewiß immer fehr tüchtige Beamte gehabt, lieber Col­lege, denn wenn der Herr auch noch fo gute Dispositionen trifft, und diese werden nicht in seinem Sinne ausgeführt, dann wird doch nichts Gescheutes.

Herr Schmiedecke war mit einem Male in das richtige Fahrwasser gebracht und erzählte auch heute seine Lieblingö- geschichte mit allem Behagen.

für zulässig hielt. In Bezug auf die Zweckmäßigkeit "T" jtti>e von sämmtlichen Mitgliedern übereinstimmend an- tarnt, daß ein Nettoertrag der Steuer über 80 Milli o- r g ti M. für jetzt nicht in Aussicht genommen werden

-lconsi 1 Frage, welch Maximalsteuer-Belastung dem Taback- ßerbrauche im Falle des Bedürfnistes auferlegt werden tt, einstimmig angenommen, daß eine Belastung von N. für den Kopf der Bevölkerung also eine Steuer von

Erscheint täglich außer an den Werktagen nach Tonn- und Feiertagen. Preis für das Quartal mit der wöchentlichen BeilageJllustrirteS SonntagSblatt" durch die Expedition (Koch'sche Buchdruckerei) bezogen Mark, durch die Postämter des Deutschen Reiches 2 Mark 50 Pfg. (excl. Bestellgebühr). Jnsertionsgedühr für die gespaltene Zeile 10 Pfg. Für in der Expedition zu ertbeilenbe Auskunft und Annahme von Adreffen werden 25 Pfg. berechnet.

«s Bundesstaats und mit Zustimmung des Bundesraths irt in Behandlung und Entscheidung dieser bürgerlichen Rechts- reitigkeiten und Strafsachen dem Reichsgerichte zugewiesen trben. Die preußische Staatsregierung beabsichtigt von irr» E ftr Ermächtigung Gebrauch zu machen und die Ueber- ergeb yung der gedachten Sachen auf das Reichsgericht zu edeule «tragen.

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Die Tabacks-Enquete-Kommission hat in Bezug auf

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