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XIV. Jahrgang

Marburg, Dienstag, 7. Januar 1879

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Buchdruckerei) bezogen 2i Mark, durch die Postämter des Deutschen Reiches 2 Mark 50 Pfg. lexcl. Bestellgebühr). Jnsertionsgebühr Für in der Expedition zu ertheilende Auskunft und Annahme von Adressen werden 25 Pfg. berechnet.

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das I. Quartal 1879

auf die

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Zur handelspolitische« Frage.

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Das klang alles außerordentlich verführerisch, und so

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Die letzte Hypothek.

Erzählung von W- Ehr.

(Fortsetzung.)

DaS wird sichgin kurzer Zeit hier anders gestalten, meinte der Agent, wenn Sie nur erst die Sache in die Hand nehmen. Die vielen schönen Räume des großen Schlosses werden Sie würdig des Besitzers einer so bedeu­tenden Begüterung nach modernem Geschmack umgestalten und mit geringer Nachhilfe werden Sie den schönsten Park schaffen, während Sie beitj Gemüsegarten und die Gewächs­häuser mehr entfernt einrichten.

Wirthschaftsgebäude waren zur Genüge da, doch auch sie ließen sehr viel zu wünschen übrig, und der Inhalt der Biehställe machte einen keineswegs bestechenden Eindruck. Namentlich sah es im Kuhftalle etwas leer aus, und die Insassen desselben waren von einem kleinen, verkrüppelten Schlage.

Wie ganz anders roiro das bald bei Ihnen aus­sehen, flüsterte der Agent den beiden Krieger zu; das schönste Schweizer Vieh wird in Menge die Ställe bevölkern. Zu­fälligerweise bin ich mit meinem sehr reellm Vieh-Importeur genau bekannt, an den werde ich Sie adressiren. In jener Ecke bauen Sie eine Brennerei, die ist hier durchaus am Ort, die macht das Vieh glatt und liefert Geld in die Kasse.

Nachdem Haus und Hof besichtigt waren, bestieg man einen offenen Wagen, auf dem man eine Tour durch die Felder und den Wald machte. Die Felder zeigten eine höchst spärliche Vegetation der Früchte.

Sie werden staunen, tröstete der Agent, in wie kurzer Zeit sich das hier Alles ändern wird. Eine richtige Fruchtfolge, die Brennerei und der größere und bessere Viehstand werden in kurzem wogende Getreidefelder da her­vorzaubern, wo noch jetzt die Kräfte der Natur müßig schlummern.

Auf einer ziemlich dürftigen Weidefläche sand man eine müssige Heerde kleiner, verbuttener Schafe.

Die werden sofort abgeschasft, rieth der Agent,

dafür werden Rambouillet gekauft und Bock-Auction einge­richtet. Das bringt Geld; eS ist jetzt Mode-Artikel und wird enorm bezahlt. Nur durch Fleischschafe tann man ungünstigen Woll-Conjuncturen entgegenarbeiten. Ein sehr rmommirter Schäferei-Director ist ein intimer Freund von mir, an den werde ich Sie empfehlen.

Nach einiger Zeit kam man in den Wald oder viel­mehr auf das Terrain, auf den Wald hätte stehen können, theils kusselarttge Schonungen, theiks verkrüppelte Stangen­hölzer, die in ihrer Jugend total vernachläsfigr worden, theils größere Flächen Blässm, auf: beiten Haidekraut wucherte. -

Denken Sie, meine Herren, meinte der Agent, was wir gestern auf der Fahrt hierher für prächtige Kiefern gesehen haben. Was dort gewachsen ist, das kann auch hier gedeihen, wenn der Forst aufmerksam behandelt wird. Und diese Flächen! Sie werden eine unschätzbare Spar­büchse für Kinder und Kindeskinder werden. Das Holz wird von Jahr zu Jahr theurer, namentlich gutes Bau­holz, ich rathe entschieden nur letzteres zu kultiviren!

Nach mehrstündigem Umherfahren kehrte man auf den Hof zurück. Man setzte sich zu Tische, und einige Flaschen guten schweren Rheinweines thaten das Ihrige, daß man sich bald in einer ganz aufgeräumten Stimmung befand.

Als dann zum Kaffee die Cigarren angezündet waren, nahm der Agent die Herren Krieger, Vater und Sohn, auf die Seite und hatte mit ihnen ein längeres Zwiege­spräch. Nach Beendigung deffelben war es jenen Beiden vollständig klar, daß kein Gut besser für sie passe, und daß sie schnell zugreifen müßtm, damit ihnen nicht die Perle der Provinz entschlüpfe.

So wurde das Gut gekauft, und der junge Krieger zog bald darauf als Besitzer ein.

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darauf: Durch den Verbrauch inländischer Waaren wird die inländische Production gesteigert und ein gesundes Ver- hältniß zwischen Angebot und Nachftage bewirkt (so heißt es weiter) durch Vertheuerung der Produktionsmittel, sowie durch Ableitung des Kapitals und der Thättgkeit auf min­der produktive Arbeitsgebiete eine Verminderung der Con- mrrenzfähigkeit der inländischen Produktion auf dem aus­ländischen Markte." Unsere Erwiderung: Ein Sperling in der Hand ist besser als sechs auf dem Dache. Ein sicherer und lohnender einheimischer Markt wird die In­dustrie derart triftigen, daß sie auch auf dem ausländischen Markte erfolgreich concurriren kann. Der Freihandel .hat dieThättgkeit" nicht auf mehr produktive Arbeitsgebiete geleitet, sondern trocken gestellt. Beweis: Die brodlofen Arbeiterlegionen der Eisen- und Kohlen-Jndustrie.

Sparsamkeit allein ist das Mittel, die Nachwehen einer Epoche der Verschwendung zu heseittgen." Sparsam­keit ist eine schwere Sache, wenn Industrie und Arbeit um das tägliche Brod arbeiten. Wir stehen noch mitten in der Epoche der Verschwendung, weil wir an das Ausland Geld für Dinge hingeben, die wir selbst machen können. Sparsam wird die Nation sein, wenn ste das, was sie braucht selbst erzeugt, ihren eigenen Boden auSbeutet, ihre eigenen Arbeiter beschäftigt.

zu wollen.

Die Exped. der Oberh. Ztg

879.

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Tagesbericht.

DieNordd. Allgem. Ztg." erinnert daran, daß der nächste Reichstag, soweit das Gebiet der Reichsjustizgesttz- gebung in Frage komme, sich nur mit solchen Vorlagen zu beschäftigen haben werde, welche einen wesentlichen Be- standtheil der mit in diesem Jahre in Kraft tretenden Reichs­justizgesetze bilden, und glaubt deshalb die Meldungen der Blätter in den letzten Tagen über die Arbeiten in Betreff einer Reform des Actiengesetzes, der NotariatS-Ordnung und dergleichen insofem als gegenstandslos bezeichnen zu können, als sie nicht für den kommenden Reichstag in An­griff genommen werden. Daffelbe Blatt reproducirt den Zweifeln derKreuzzeitung" gegenüber dir Meldung der Nationalzeitung", daß der Kaiser mittelst Schreibens vom 30. Dez. in auszeichnender Weise dem Kultusminister den Ausdruck seines Vertrauens erneuert habe. Ein Schreiben desselben Sinnes sei an dem nämlichen Tage an den Ober­kirchenrath gerichtet worden. Ferner wird au» Berlin telegraphisch gemeldet: Herr von Hansemann ist wegen der Domanial-Anleihe heute nach Wien abgereist. Justizrach Wölffel hat ein Mandat der Rumänischen Eisenbahn-Gesell­schaft übernommen, um verschiedene schwebende Fragen in Bukarest zu regeln. In den allernächsten Tagen findet eine Conferenz von Delegirten der Magdeburg-Hatberstädter

sie Produkte herstellen und wieder verkaufen. Dadurch allein wird es ihr erleichtert, gegen das Ausland zu Hause und auswärts erfolgreich zu concurriren. Jede Vertheuerung repräsentirt Erschwerung des Lebens, der Herstellungskosten, der Produktionsfähigkeit, der Coneurrenz."

Wir haben gegen diese Dogmen Verschiedenes auSzu- setzen. Zunächst verstößt die Behauptung, daß eine Zoll­erhöhung eine Steigerung der Preise zur Folge habe, gegen den obersten Lehrsatz der Volkswirthschaft, welcher besagt, daß die Preise durch das Verhältniß des Geldumlaufs zu der Menge der angebotenen Waaren geregelt werden.

Wenn man sagen wollte:Der Schutzzoll vermindert eben das Angebot", so müssen wir antworten: er verhütet aber dafür eine Verminderung des Geldumlaufs, das ist ein durchaus gesundes Verhältniß. Die freie Einfuhr da­gegen vermindert den Geldumlauf und erhöht das Angebot; d. h. die freie Einfuhr ist gleich bedeutend mit Ueberpro- duktion, sie verändert das Verhältniß des Geldumlaufs zum Angebot in einer unnatürlichen Weise, sie erdrückt und ver­hindert jede solide und lebensfähige Betriebsamkeit.

Eine Steigerung der Preise ist ohne Vermehrung des Geldumlaufs unmöglich, eine Steigerung der Preise bei gleichzeitiger Vermehrung des Geldumlaufs nicht blos un­gefährlich, sondem sogar wohlthätig, mindestens für die übergroße Mehrheit der Natton, welche arbeitet, pro- bucirt und consumirt.

Durch den Freihandel, welcher die Preise der Waaren künstlich herabdrückt und den Geldumlauf vermindert, wird ein Privilegium für die nicht arbeitenden, nur consumiren- den Capitalisten geschaffen, deren Ausgaben sich verringern, während ihre Einkünfte sich gleichbleiben. Der Freihandel pflügt dem Wucher das Feld.

Die Produkttonskrast eines Landes kann nicht dadurch gesteigert werden, daß man es zwingt, seine Consumenten theurer zu bezahlen als bisher." So sagen die Freihändler. Wir antworten darauf: Nach unserem Dafürhalten soll ein Land, was es consumirt, möglichst selbst erzeugen und nicht theurer, sondern gar nicht bezahlen. Denn was ein Land sich selbst bezahlt, ist keine reelle Ausgabe. Die Produktions­kraft eines Landes wird gesteigert, wenn es sich bestrebt, bisher vom Auslande bezogene Waaren selbst zu erzeugen.

Die Freihändler sagen:Eine Vermehrung der Pro­duktton ist nur möglich unter der Voraussetzung, entweder einer Steigerung des inländischen Verbrauchs . . ." Wir antworten: Eine Vermehrung der inländischen Produktton wird herbeigeführt durch die Verminderung des Verbrauchs ausländischer Waaren.

Der Schutzzoll bewirkt, (sagt Dr. Bamberger) durch Vertheuerung der Verbrauchsgegenstände eine Verminde­rung des inländischen Verzehrs (sic)" Wir antworten

deren GratiS-Beilage

llnstrirtes Sonntagsblatt

wir baldigst bei den nächstliegenden Poststellen

1879, m-

Anzeigen nimmt entgegen: die Expedition b. Blatte», sowie d. Annoneen-Bureaux von G. L- Daube & Co. in Frankfurt a. M; Jäger'sche Buchhandlung daselbsts; Hermann'sche Buchhandl. daselbst; Jnvalidendank in Berlin; W. Thiene» in Elberfeld: C. Schlotte in Bremen.

infe u »Die Produktionskraft eines Landes tann mcyr oaourcy Osten steigert werden, daß man es zwingt, seine Konsumtion l ver «tret zu bezahlen als bisher. Jede Erhöhung von Zöllen etwa > Interesse der inländischen Produktton hat in der Regel id auf die Dauer die Steigerung der Preise zur Folge, ie sie auch nur zum Zweck einer solchen Steigerung ein­führt wird. Eure Vermehrung der Produktton ist nur

trau- gen nimmt entgegen: annte jpebition d.Blatte», ».Annoneen-Bureaux

vch eine Depesche des Agenten von dem Besuche in Kennt­et- gesetzt waren, in freundlichster Weise.empfangen. Aemk äm anderen Morgen schritt man nach eingenommenem frühstück zur Besichtigung des Gutes; zunächst wurde das vncerl )ey-xnhaus in Augenschein genommen. Es war dieser ein e. M) wßrr, theils steinerner, theils hölzerner Bau von zwei

Stockwerken, und befaud sich in einem äußerst vernachlässig- Zustande, Thüren und Fenster schloffen höchst mangel»

®ft und ließen an vielen Stellen Luft, Regen und die Mtzen ungehindert ein; menblirt waren nur einige wenige

Erscheint täglich außer an den Werktagen nach Sonn- und Feiertagen. Preis für das Quartal mit der wöchentlichen BeilageJllustrirteS SonntagSblatt" durch die Expedition (Koch'sche griajein g w p ßeioaen 2!» Mark, durch die Postämter des Deutschen Reiches 2 Mark 50 Psg. lexcl. Bestellgebühr). Jnsertionsgebühr für die gespaltene Zelle 10 Pfg.

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' Uhr[ Auf die Weihnachtsgabe des Reichskanzlers ist das Neu- eschenk der Freihändler: die am 1. Januar in den [45 Uton publieirte Eingabe der Herren Bamberger und ffen an den Bundesrath, gefolgt. Es sind dies zwei ramme, die formell außer Zusammenhang stehen. Bei Bearbeitung der Bamberger'schen Denkschrift war das eiben des Reichskanzlers noch unbekannt. Der Verein Handelsfreiheit kündigt an, daß er auf das Schreiben Reichskanzlers noch besonders eingehen werde. Wir daher das letztere für jetzt gänzlich außer Betracht beschäftigen uns mit der interessanten und werthvollen dgebung der Freunde der Handelsfreiheit. Da muß zunächst eine Reihe von Lehrsätzen ins Auge fallen, lche den II. Abschnitt des freihändlerischen Programmes

__L »machen. ES heißt da:

Die Produktionskraft eines Landes kann nicht dadurch

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1 .7 ' schlossen denn Vater und Sohn, das Gut im Augen- ' hem zu nehmen; der gefällige Agent schloß sich ihnen auf er Tour an, um ihnen das Geschäft soviel als möglich

erleichtern.

Die Eisenbahn entführte sie nach einer Richtung hin, Selcher, wie es schien, die Natur bestrebt gewesen war, M r-t Abwechselung zu vermeiden. An einem unbedeutenden Lch m »ltepunkte der Bahn'stiegen sie aus und mietheten einen Sagen, mit dem sie die Tour nach dem noch vier starke ' Seilen entfernten Gute einschlugen. Sie kamen durch ^ferwald, mitunter durch ein Dorf, um welches herum üafid ch Felder erstreckten, dann wieder durch Kieferwald und 187S. > ging big Fahrt auf einem meistens sandigen Wege «eiter Mich spät Abends trafen die Reisenden auf dem Gute N und wurden von den beiden Brüdern, welche bereits

tlich unter der Voraussetzung, entweder einer Steigerung inländischen Verbrauchs oder einer Steigerung des Ab- h zwchhes nach dem Ausland. Der Schutzzoll bewirkt durch nthenerung der Verbrauchsgegenstände eine Verminderung "eistet j inländischen Verzehrs und durch Vertheuerung der Pro- in cktionsmittel, sowie durch Ableitung des Kapitals und der »tt so hättgkeit auf minder produktive Arbeitsgebiete eine Ver- L inberung der Concurrenzfähigkeit der inländischen Pro- ehifiDi vwn auf dem ausländischen Markte. Er wirtt also beiden

Voraussetzungen einer steigenden inländischen Produktion _ hegen. Sparsamkeit allein ist das Mittel, die Nachwehen nögl« »er Epoche der Verschwendung zu beseitigen. Je billiger eine e Bevölkerung ihre Einkäufe macht, desto billiger kann »ksuch! tri -

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»ue umschloß ein Garten mit einigen hohen Akazien, Manien und diversen Obstbäumen. zwischen denen sich ^he Gemüse und Kartoffelbeete sanden.

S). Dietrich & So. in Htm , unh Hannover; Th. lsters uf) in Frankfurt a.M.; a mstein L Vogler in u Ifurt a. M., Berlin, ig, Eöln ic.; Rudolf hen i in Berlin, Frank» 9 furt a. M. ic.