XIV Zahrgallg
JTlarßurg, Sonnabend, 4. Januar 1879
r. s
OhkcheM ZkitW
gelegt
mit richinFrankfu
Irnftein & »i
Die Gxped. der Oberh. Atg.
ng,x
Tagesbericht.
ane
der
die
uer.
. 84!
irbe
259.
t eil
mg
an
1
neu laft
iser in
Die letzte Hypothek. Erzählung von W. Ehr.
(Fortsetzung.)
auf tl, ;eh her
ltk
879
— Nun ja, ich bin zufrieden, nickte Werner:
— Ich will nicht indiskret sein, drängte Krieger, aber ich sollte meinen, das Sie gewiß an die 200,000 Thaler erhalten haben?
— Na, so arg ist es denn doch nicht, lachte Werner, daö wäre doch zu unverschämt gewesen, aber freilich 170,000 Thaler habe ich bekommen, und da der Käufer ein wohlhabender Mann ist, jo hat er mir 70,000 Thaler baar ausgezahlt. Den Rest habe ich ihm — Schulden hatte ich ja, Gott sei Dank, seil Jvhren nicht mehr — in zwei Raten auf fünf und zehn Jahre stehen lassen.
— Das war ein schönes, glattes Geschäft, zu dem ich Ihnen von Herzen gratulire, entgegnete Krieger und betrachtete den alten Herrn mit unverkennbare: Bewunderung und Zärtlichkeit. Da können Sie schon ganz nach Ihrem Behagen leben. Und nun wollen Sie hierherziehen?
— Freilich will ich das; ich bin gestern hier angekommen, um mir eine Wohnung zu suchen. In vierzehn Tagen muß ich das Feld räumen; dann lasse ich meine Sachen Herkommen und hole meine Frau nach. Ich bin heute schon den ganzen Morgen in der Stadt umhergelaufen und habe mir Wohnungen angesehen, allein bis jetzt habe ich noch nicht gefunden was ich suche. Vielleicht könnten Sie mir einen Fingerzeig geben?
— Mit Freuden soll das Geschehen, betheuerte Krieger, um somehr, als ich zufälligerweise einen Bekannten habe, welcher neben anderm Geschäften, die er betreibt, auch WohnungSvermiethungen gegen eine mäßige Provision vermittelt, dabei als sehr reell bekannt ist und schon mir gegenüber Ihnen entgegenzukommen, Alles daran setzen wird, Ihnen noch heute eine Ihnen gewiß in jeder Hinsicht convenirende Wohnung anzuschaffen.
— DaS wäre ja ganz vortrefflich und von Ihnen sehr
ist politisch, das ist vor allem weise." DaS Blatt schließt damit, daß Frankreich nicht indifferent bleiben werde, gegenüber den Veränderungen, die sich vollziehen. Die Regierung und die Kammern würden zu erwägen haben, ob die französischen Interessen eS erfordern, auf die Maßregeln der anderen Staaten mit analogen Acten zu antworten, oder die Zollgesetzgebung intact zu erhalten.
Meldungen der „Polit. Corresp." Aus Konstantinopel vom 2. d. Ein Jrade des SultanS ermächtigt die Pforte zur Verhandlung des definitiven FriedenSvertrageS mit Rußland. Eine an die Albanesen zu erlassende Procla- mation der Pforte wird dieselben auffordern, der Abtretung von Podgorizza und Spuz an Montenegro keine Hindernisse zu bereiten; entgegengesetzten Falls wird mit Waffengewalt gedroht. Die türkisch-griechische GrenzregulirungS- Commission tritt in Athen zusammen. — Dieselbe Korrespondenz auS Bukarest meldet: Rosetti hat sich in besonderer Mission nach |9tom, Demeter Bratianv desgleichen nach Wien und Paris begeben.
Deutsches Reich.
«» Berlin, 2. Januar. Dem Handelsminister waren von den Königlichen Eisenbahn-Direktionen Berichte zugegangen, auö welchen hervorgeht, daß Bestrebungen, junge Leute in den großen Eisenbahnwerkstätten zu Handwerkern auszubilden, bisher nur in geringerem Umfange stattgefunden und nur in verhältnißmäßig wenig Fällen günstige Resultate ergeben haben. In den Berichten werden verschiedene Bedenken gegen diese Einrichtung erhoben, der Minister jedoch erklärt in einem neuerlichen Erlaß, daß er den von den meisten Direktionen eingenommenen Standpunkt nicht theilen könne, sondern die Ausbildung von tüchtigen Handwerkern als eine Aufgabe der Eisenbahnverwaltungen betrachte. Nachdem er alSvann die Einwendungen im Ein- zeliren widerlegt, legt er noch einmal die Angelegenheit den Direktionen dringend ans Herz. Zur Erzielung gleichmäßiger Behandlung der Angelegenheit hat der Minister seinem Erlaß einen Entwurf der zu beobachtenden Grnnd- fätze beigefügt, über welchen die Direktionen sich gutachtlich zu äußern und zugleich eine Aufstellung der etwa zu erwartenden Kosten, sowie Vorschläge zur Deckung derselben zu machen haben. — Die Frage wegen Ernennung einiger Beisitzer des evangelischen OberkirchenrathS hat durch die Berufung des Oberkonsistorialraths und Oberhofpredigers Dr. Kögel, sowie des OberhofpredigerS Dr. Baur und der gleic^eitigen Ernennung de« Letzteren zum Oberkonsiftorial- rath ihre Lösung gesunden. Die Ernennung ist erfolgt auf den im Einverständniß mit dem Kultusminister gestellten Antrag des OberkirchenrathS. Die Gerüchte über eine durch
erfolgt, welche den gemeinsamen Willen und die all- seitige Zuversicht bezüglich der weiteren _ vollständigen I Durchführung des Berliner Vertrages bestätigten. „Bei Beginn des neuen Jahres ist somit der auswärtige Horizont reiner und klarer als seit langer Zeit. Soweit das Wiederaufleben des öffentlichen Vertrauens von den Beziehungen der Mächte abhängt, können wir mit lange entbehrter Zuversicht den weiteren Entwickelungen entgegensehen."
Mit den einleitenden Worten: eine neue Kundgebung deS Papstes an den früheren Kölner Erzbischof Melchers gerichtet enthält über die Bemühungen des Papstes für den kirchlichen Frieden Deutschlands Folgendes, reproducirt die „Provinzial-Correspondenz" die bezüglichen Stellen des im gestrigen Blatte unter Rom mitgeth eilten Briefes.
Zur Angelegenheit des „Großen Kurfürsten" schreibt die „Nordd. Allg. Ztg.": Die Einsetzung des Kriegsgerichts sei nicht vor Mitte Januar, der Abschluß der Hauptnnter- suchung nicht vor dem Februar zu erwarten. Demselben Blatt zufolge steht die Einführung der neu ernannten Mitglieder deS OberkirchenrathS Kögel und Baur in den nächsten Tagen bevor. Betreffend die Zeitungsmeldnngen über die Besetzung höherer Commandostellen in der Armee, so sei allerdings in nicht langer Zeit ein Avancement in den höheren OificierSgraden zu erwarten, bestimmte Angaben seien aber verfrüht, da betreffende Entschließungen noch nicht gefaßt wurde.
Am Schluffe eines Artikels der augenscheinlich durch das Schreiben des Fürsten Bismarck veranlaßt ist, sagt „Siede": „Eines der Resultate des Schutzzoll-Regimes ist, eine Erhöbnng der Löhne herbeiznsühren. Die nationale Industrie kann ihe Operationen besser entwickeln, die Handarbeit ist begehrter. Freilich behauptet man, daß die geschützten Industrien stocken, weil sie nicht durch die Con- currenz zum Fortschrtt gezogen werden. Das Beispiel Frankreichs unter Cvlbert und Amerikas seit dem Seces- sionskrieg, bestätigen diese Meinung keineswegs. Aber wir wollen keine doctrinäre Debatte erheben. Wir beschränken uns darauf, zu conftatiren, daß alle überlegten Geister sich heute vor jeder Voreingenommenheit in den Fragen der socialen Wirthschast hüten. Der Freihandel, wie das Princip der Nationalitäten oder die kosmopolitischen Tendenzen haben ihre Fanatiker gehabt, aber die Erfahrung hat die Hitze gemäßigt. Man erkennt, daß ein System desto leichter an den Jrrthum streift, je absoluter es ist; man Hal sich entschlossen, nicht Freihändler und nicht Schutzzöllner zu fein, sondern nur die Forderungen des Patriotismus und der Umstände zu berücksichtigen. Das
Anzeigen nimmt entgegen: die Expedition d Blattes, sowie d. Annoneen-Bureaux von ®. L- Daube & Co. in Frankfurt a. M; Jäger'sche Buchhandlung daselbst.; Hermann'sche Buchbandl. ♦ daselbst; Jnvalidendank in Berlin; W. Thienes in Elberfeld; C. Schlotte in Bremen.
. — Ihr Wohl, lieber Werner! Mit diesen Worten klap- ™ b Me Krieger sein Seidel an das seines Gefährten. Und ®lctl erzählen Sie, wie es kam, daß Sie sich von Ihrem
___L — Schwer genug ist mir die Trennung geworden, , e Mite, Werner. . Sie wissen, daß ich mit Leib und Seele >u dndwirtb bin, daß ich mein Gut erst zu dem geschaffen 9-q Obe, was es jetzt ist, und da« es mir deßhalb an die
. Me gewachsen wat Ich hätte es niemals ans den >in n &iben gelassen, wenn mir der Himmel meinen Sohn er- iten hätte. Der starb mir vor zwei Jahren und meine ichler ist an einen RegierungSrath verheirathet, der nichts
«fx,;.. „„Ker an den Werktagen nach Sonn- und Feiertagen. Preis für das Quartal mit der wöchentlichen Beilage „JllustrtrteS Sonntagsblatt" durch die Expedition (Koch'sche ^che'n^^l'ch äußeren den ^e-rttag^naq^o ^mter des Deutschen Reiches 2 Mark 50 Psg. lextt Bestellgebühr. - Jnsert.onsgebühr für d.e gespaltene Ze.le 10 Pf«.
w Für in der Expedition zu ertheilende Auskunft und Annahme von Adreflen werden 2a Pf», berechnet.__
(enftein L Vogler in e9en" tffurt a M.. Berlin, Big, Cöln re.; Rudolf e in Berlin, Frankfurt a. M. ic.
ine Tochter einen Jungen, so müßte der Landwirth —rdcn und das Gut bekommen, allein sie hat nur zwei iiim4?äb$en und da dachte ich schließlich, für wen soll ich ,n tzentlich mein Gut aufheben, gequält habe ich mich redlich «rüg in meinem Leben; wenn es also der Zufall macht K tto c« findet sich ein guter Käufer, bann verkaufe ich.
krd fchlirßlich traf es sich, daß mir ein anständiges Stück Selb geboten wurde, und da habe ich denn verkauft, srei- ilitt. 1 H schwer ist eS mir doch geworden.
, 1 — Ja, das läßt sich denken, fiel Krieger ein, ein
» 8» Rann, wie Sie, 4 er mit Leib und Seele an seinem Gute ' bHing, der daffelbe — ich darf Ihnen das sagen, ohne Ihnen u schmeicheln — zu einem wahren Mustergute geschaffen Hüte — der trennt sich natürlich nicht leicht von dem lang« öhrigen Schauplatz seiner Thaten. Aber Sie müffen einen ___> Aschen Preis erhalten haben?
freundlich, meinte Herr Werner. Aber Sie werden doch durch mich nicht in Ihren Geschäften —
— Nicht im Mindesten werde ich gestört, fiel Krieger ein. Meine Zeit gehört augenblicklich Ihne, mein hochverehrter Freund. Ich freue mich, daß eS mir vergönnt ist, Ihnen durch eine kleine Gefälligkeit meinen Dank für die vielen Beweise deS Wohlwollen« abzutragen, welches Sie mir stets bewiesen haben. Aber nun kommen Sie, damit wir den Manu nicht etwa verfehlen.
Die Beiden brachen aus, nahmen eine Droschke und fuhren einem entfernten Stadttheile zu.
AIS sie bei der Wohnung des Agenten angekommcu waren, ging Krieger vorerst in dieselbe, um, wie er meinte erst nachzusehen, ob der Gesuchte auch anwesend sei. Er traf ihn, und wenige leise gesprochene Worte genügten zur gegenseitigen Verständigung. Krieger holte darauf Herrn Werner und stellte ihn dem Agenten vor. Dieser — er nannte sich P.iser — empfing sie mit katzenähnlicher Freundlichkeit ; er trug eine blaue Brille mit mächtigen Gläsern hinter denen seine Augen ungestört ihre Beobachtungen anstellen konnten. Und das thaten sie auch reichlich, indem sie sich bald auf Werner bald auf Krieger richteten.
Nachdem Werner feine Anforderungen genannt hatte, fchlug der Agent in seinen Büchern nach, aus denen er mehrere Wohnungen nctirtc. Dann bestiegen die drei Herren abermals eine Droschke, um die Quartiere in Augenschein zu nehmen. Es dauerte nicht zwei Stunden und Werner hatte eine ihm passend erscheinende Wohnung ge- miethet, in einem der besten Stadttheile gelegen. Freilich war sie nicht billig, aber „Geld spielt ja keine Rolle", lachte Krieger.
2. Der Abschied.
Schon am andern Morgen kehrte Werner nach seinem bisherigen und nun verkauften Gute Marienau zurück, um
h - Der Neujahrs-Empfang bei dem Kaiserpaare fand in »geschriebener Weise Statt, doch wurde eine Anrede fei« t» des ältesten Feldmarschallü nicht gehalten. Nach dem L!' »tum des Patents Wäre dies gegenwärtig der Prinz be-i ckdrich Karl oder der Kronprinz, doch ist ersterer ein
ggtH nimmt entgegen: , Expedition d.Blattet, je d.Ännoncen-Bureaux /“t Tb. Dietrich & Co. in lltet tl und Hannover; Td.
rich in Frankfurt a.M.;
Achter ift an einen ucegierungsrary veryeiratyrr, «n ten ii>9n bet Landwirthschaft versteht und das Gut nicht übet- | Hmen will, ein eingefleischter Actenmensch. Hätte nun
stktlllllgkn s dkL “ 1879 BbkrheMche Zeitung
deren Gratis-Beilage
«striktes Sonntagsblatt
: feen wir baldigst bei den nächstliegenden Poststellen buchen zu wollen.
! Der „Prov.-Corresp." zufolge erwiderte Se. Maj.
lch;; liier bei dem Neujahrs-Empfang _ber Minister auf die ^ache des Vicepräsidenten Graf Stolberg, daß Ihn die ffchäste bisher nicht angegriffen hätten, wenn auch die fe Spannkraft noch nicht zurückgekehrt sei. Daß Er von atm Jahre mit so schweren Erfahrungen mit sehr ernsten toanteu scheide, sei natürlich. Andererseits habe Er so iel Beweise von Theilnahrne und treuer Anhänglichkeit ... »Pfangen, daß dadurch die schmerzlichen Eindrücke weseut- 1 le j| gemildert seien. Er danke dem Staatsministerium für taget zur Bekämpfung der Gefahren Geschehene, was unver- ümbat nicht ohne Erfolg gewesen; die volle Aufmerksamst und Thättgkeit der ^Regierung müsse aber daraus ge- ichtet bleiben. Der Kaiser forderte das Ministerium auf, _ shm auch ferner die Führung bet Regierung zu erleichtern.
h. Majestät reichte jedem Minister die Hand und richtete Jn jeden freundliche Worte.
Ulli Die „Prov.-Corresp." hebt in einem Rückblick auf das fauf( »hr 1878 den hochbedeutsamen Erfolg und Fortschritt 134t r gemeinsamen Friedenspolitik der Mächte hervor, welcher - i dem Berliner Vertrag zu Tage getreten sei. ES hätte is-ä-v ne Zeit lang scheinen können, daß der Bestand des müh- ebäu! m erreichten Werke« aufs neue in Frage gestellt sei. Je mg k chr aber diese Gefahr hervorgetreten, desto entschiedener ten die Bestrebungen der Großmächte zur Wirksamkeit ge- ttigt, aus welchen die ursprüngliche Verstänbigung her- -----ergegangen war. In den letzten Wochen des abgelau« chnui #tK ^ghres seien von allen betheiligten Mächten die bc- gegr immtesten Kundgebungen und theilweise positive Schritte