xiil Jahrgang
Marburg, Sonnabend, 28. December 1878
r. 303
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erfolgreich Konkurrenz machte. Polnischer, Ungarischer und Amerikanischer Weizen und Russischer Roggen bestimmen
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Gedeihen der Forst-Kulturen schädlicher Untergrund-Schichten langwierige und kostspielige Arbeiten erfordert Die
'uedrigen Produküons- und Transportkosten | fä fW Zwecke konstruirte Bodcnbearbeitung«-Ge- räthe angewandt, bietet ein erfolgreiches Mittel, nun rasch auf größeren Flächen die nöthigen Vorbereitungen zur Ausnahme und gedeihlichen Entwickelung von Pflanzungen und Saaten auszuführen.
Besonders in der Provinz Hannover ist hiervon in den letzten Jahren auf fiskalischem und standesherrlichem Terrain (im Herzogthum Aremberg-Meppen) ein ausgedehnter Gebrauch durch den Umbruch von Haiden zu Gunsten der Aufforstung gemacht worden. -
Zn Vorstehendem haben wir den offiziellen Beweis, daß die deutsche Getreideproduction gesetzlich ruinirt und unterdrückt worden ist. Gründlicher konnte das Verdammung«- Urtheil der Freihandels-Politik nickt motivirt werden! Wir halten es für ein nationales Unglück, daß wir in dem wichtigsten Nahrungsmittel, Der Brodfrucht, vom Auslande abhängig geworden sind, daß Deutschland sich nicht mehr selbst ernähren kann, obwohl wir einen zur Getreideproduction durchaus geeigneten Boden besetzen.
Galizien, Polen, Ungarn, Rumänien, das den-Kulwr f ^mpf-Pflug ^gewmmen. Große Flächen
land, sogar die Türkei und Amerika - fa <vorhandenen Oedländereien Länder mit zur Zeit noch unbegrenzter Produktions-Fahlg Aufforstung um deßwillen die größten Schwie-
keit und geringen Produktions-Kosten,'ab^chu -ten mtt das Umbrechen de? starken Haide-
ihren Bodenerzeugnissen gerade dleMlgen Markte, w ch g 9b”g Durchbrechen undurchlassender und dem V Selbst I M. taSW-Ä««
bei weniger günstigen Ernten jener Länder stellten sich die Preise derart, daß das fremde Getreide dem einheimischen _ 1 . ' . . cxx. ,<.___<4.; ««nk tTvAvtA'nnrtriMTPn
Anzeigen nimmt entgegen: die Expedition d Blatte», s oroie d. Annoncen-Bureaux von G L-Daube & So. in Frankfurt a.M; Jägerische Buchhandlung daselbst; Hermann'sche Duchhandl. daselbst; Jnvalidendank in Berlin; W- Thiene» in Elberfeld; 6. Schlotte in Bremen.
Zeigen nimmt entgegen: Wpedttiond-Blatte», mmie d-Ännoncen-Kureauk non Th- Dietrich & So. in Staffel und Hannover; Th. xierrich in Frankfurt a.M.; noasenstein & Bögler tn kntfurt a- M., Berlin, Einzig, Cöln re.; Rudolf «gaffe in Berlin, Frank- furt a. ’Ut- ic.
T-gesbericht.
Die Denkschrift des Reichskanzlers an den Bundesrath über die Zolltarifrevision gibt Zeugniß von einer großen Meinungs-Aenderung des Fürsten Bismarck in unserer Zollpolitik. In der im Auszuge bereits mitgetheilten Denkschrift heißt es, nachdem ausgeführt ist, daß die Zolltarifrevision zur Verwirklichung der beabsichtigten Finanzreform beitragen soll: „Um eine dieser Rücksicht entsprechende Grundlage für die Revision zu gewinnen, empfiehlt eS sich meines Erachtens, nicht blos einzelne Artikel, welche fich dazu besonders eignen, mit höheren Zöllen zu belegen, sondern zu dem Prinzip der Zollpflichttgkest aller über die Grenze eingehenden Gegenstände . . . zurückzukehrm. Dagegen äußerte der Fürst in der Sitzung des Reichstag» vom 22. November 1875: „Es fragt sich blos, ob Sie uns helfen wollen, einen Schritt in der Richtung einer Reform zu thun . . ., daß wir in unseren Zöllen, ganz unabhängig von der Frage, wie hoch jedes Einzelne besteuert werden soll, uns doch frei machen von dieser zu
betroffen.
Zm vorigen Jahrhundert lebte in England ein Mann Namens Samuel Johnson, welcher durch Men Tchars- finTunb durch seine Kenntnisse ebensoviel Bewunderung ermeckte als er durch seine Häßlichkeit Aussehen erregte. E? war nämüch P°n kleiner Statur und trug auf dem Rücken einen gewaltigen Höcker; dabei hatte sein Blick und sein ganzer Gesichts-Ausdruck etwas Unstates und Lauerndes. Dieser Mann Pflegte wöchentlich einmal mit seinen gelehrten Freunden in einem Gasthose Londons zusammen zu kommen. Dort besprachen sie die neuesten Erscheinungen der Bücherwelt, unterhielten sich über schwienge wissellschast- lüche Fragen und leisteten so sich ftlbst und der Wissenschaft nicht unbedeutende Dienste. Doch waren ihre Zu « J- künste nicht gegen andere Lebenskrelse abgeschlossen, vielmehr fanden sie in einem Zimmer statt, zu.welchem Mr fremde ^EnsNprachen die Gelehrten über einen Der» in einem griechischen Trauerspiel, und zwar handelte es sich darum, ob die Stelle einen passenden Smn enthalte. Alle über- legten, aber Keinem wollte die Erklärung der Stelle ge- linaen • selbst Der kluge Johnson mußte elngestehen, daß er dazu unvermögend sü. Da' trat ein junger Mann em Offizier der englischen Armee, aber bürgerlich gebt! , Osohnson zu und bat diesen, der das griechisch $ Sen bklt er möge ihm doch das Buch für einige Zeit überlassen; vielleicht sei er so glücklich die Lösung zu finden. Mit dem ganzen Hochmuth eines unfehlbaren Ge- e , en^sah ^obnion den jungen Mann über die Achsel an, r ick 9 L das Buch" drückte aber in seinen Mienen das G-uh au? daß von einem solchen Gelbschnabel gewitz keine Losung iU Mch ^einiger Zeit trat der junge Mann wieder vor und
bei uns den Preis. .. I
So betrug z. B. die Einfuhr von Roggen über die Russisch-Preußifche respektive Ostsee-Grenze
im Jahre 1875? 6,869,324 Ctr. brutto.
, „ 1876: 11,361,144 „
" ' 1877: 13,266,203 „ „
die Ein uhr von Gerste und Hafer über dieselbe Grenze Gerste Hafer
im Jahre 1875: 530,107 Ctr. brutto, 2,368,663 Ctr. brutto 1876: 594,312 „ „ 3,196,049 „ „
'' „ 1877:1,920,778 „ _ „ 3,620,447 ,, ,, ,
Dazu konnten die hohen Löhne, welche ut ^n tndustn- ellen Bezirken des Landes in der Periode des Aufschwungs und der Gründungen selbst sür mittelmäßige Leistungen bewilligt wurden, verbunden mit der Anziehungskraft, welche die großen Städte ausübten, ihren schädigenden Einfluß auf die Verhältnisse deS landwirthschaftlichen Betriebes nicht verfehlen. Brachte einerseits, der Abfluß ländlicher Arbeiter einen in rascher Progression steigenden Mangel an Arbeitskräften hervor, zu dessen Ersätze durch Maschinen m vielen Fällen die Möglichkeit oder die Mittel fehlten, so steigerten sich andererseits aus gleichen Ursachen auch die Lohne für landwirthschaftliche Arbeiter. K r.
Zu den auf solche Weise gestiegenen Produkttons-Kosten traten in Folge des Angebots aus billiger produzirenden Gegenden niedrige Getreide-Preise. .
I Beides vereint mußte mit Nothwendlgkett zu einer anderen Wirthschaftsweise drängen. Wie früher hohe Getreide-Preise zur Ausdehnung, so trieben unter jetzigen Verhältnissen niedrige zu einer Verminderung des Getreidebaus UND veranlaßten den Landwirth, den Schwerpunkt seiner Arbeit auf das andere Haupt-Produktionsgebiet der Landwirthschaft, auf die Vieh-Zucht zu legen. Berliert^da- durch der Getreidebau an Fläche, so gewinnt er doch auch wieder durch diese Veränderung indem durch die beförderte Dünger-Produktion die Ertrags-Fähigkeit des Bodens er-
Ueber Preuszeus laudwirthschastliche Verwaliuug
vereinzelt die Angabe findet, daß entlegene Ländereien tn SM?SÄe
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*****.«? “Ä land der Getreidebau den bei weitem wichtigsten Thetl der landwirthschafttichen Produktion. Vroduk-
Der Breis des Getreides war hoch, und die Proom tions-Kosten waren verhältnißmäßig gering. Eine durch- areisiiwe Aenderung vollzog sich erst in den letztvergangenen zehn namentlich aber in den dem Französischen Kriege sol-
Fluge sich vervollständigende Eisenbahn- Netz^i? Verbindung mit en Differential-Tarifen brachte 2 L äSS™ jumal «-U-» Mch" Ä-M- unseres Konttnents immer näher.
und Räthsel, lächerlich zu machen. So rief er seinen Kumpanen zu: was für ein Unterschied ist zwischen einem Esel und einem Prälaten? und gönnte den Gästen nicht eher Ruhe, als bis einer von ihnen so glücklich war, den Unterschied nur darin zu finden, daß der Prälat daö Kreuz auf der Brust, der Esel auf dem Rücken trage.
Bis dahin hatte Pfarrer Merz zu allen Spöttereien,. ohne eine Miene zu verziehen, geschwiegen. Jetzt wendete er sich zu dem Procurator B. in sehr pathetischem Ton (er pflegte immer in diesem Ton zu sprechen): Herr Procura- tor, ich möchte Ihnen auch ein Räthsel aufgeben: Wollen Sie es ratheu? Der Andere entgegnete in Hanauer Mund-1 art: Recht gern, Herr Parrer; sage Se's nur her! — Nun, Herr Procurator, fuhr jener fort, so sagen Sie mir: was: für ein Unterschied ist denn zwischen einem Esel uno einem Procurator? — Die Gäste wurden still und begannen sich; aber keiner konnte eine Lösung finden. Endlich unterbrach der Anwalt das Schweigen, und sagte : Herr Parrer, ich! muß Ihne gestehen, ich weiß kein Unterschied. Nun, erwie- terte der Pfarrer mit seiner Stentorstimme, Herr Procu-' rator, ich meinestheils muß Ihnen gestehen, daß ich auch, keinen UnterschieD weiß. :
Verdutzt sah der Anwatt vor sich hin; der Pfarrer aber verließ kurze Zeit darauf das Zimmer, um den Heimweg anzutreten. Die Kumpane des Ptocurators hattet bisher schweigend zugehört, jetzt riefen sie ihm zu: nich wahr, der kann einem etwas zu rathen aufgeben ?
— Bei G. Böhme in Leipzig erschienen soeben Christ liche NeujahrSwünsche in Poesie, 4 Karten in eleg. Enve; loppe 50 Pf. — Dies Bestreben, die vielen ordinäres Gratulationskarten durch wirklich gute verdrängen zu Helfer verdient gewiß Unterstützung.
- “ 'ür das I. Quartal 1879
—o- - auf die
i Merhessische Zeitung und deren Gratis-Beilage
fMustrirtes Sonntagsblatt bitten wir baldigst bei den nächstliegenden Poststellen machen zu wollen.
. In der Nr. 1 des neuen Jahrgangs
MDM beginnt die höchst spannende Er- Mung. (eye Hypothek
von W. Cyr. „
Nur bei rechtzeitiger Bestellung rst es möglich den Anfang der Erzählung zu erhalten, -uuch wird mit derselben Nr. ein Kalender für 1879 ausgegeben. her Oberh. Ztg.
^^Esi!?besondere Bedeutung für die Ausdehnung der Bo- saate mit aller Bescheidenheit: Meine Herren ich glaube die Lösung gesunden zu haben. Setzen Sie statt des Punkte» am Ende deS besprochenen Verses nur em Fragezeichen, so paßt die Stelle, wie ich wenigstens glaube, vortrefflich tn den Zusammenhang. Johnson war über diese, rote er memte, doppelte Anmaßung des jungen Mannes so ärgerlich, daß er einen seiner giftigsten Blicks auf ihn richtete uno tn schneidendem Tone bemerkte: -sagen sie, junger Herr, was ist denn ein Fragezeichen? — Doch der besann sich nicht lange, sondern erroieberte mit lächelnder Miene: ein Fragezeichen? Nun das ist ein kleine« buckliges Ding, welche« oft unverschämte Fragen thut. ,
Die Gelehrten blieben eine Zett lang stumm, dann untersuchten sie den Vorschlag des Offiziers und fanden, daß dieser nicht einmal, sondern zweimal daS Rechte getroffen habe. ________________
Ei« Kampf in Räthsel».
Ein bejahrter Pfarrer in dem Pfartdorf Bruchköbel bei Hanau (Merz war sein Name) pflegte dann und wann, wenn er die Stadt besuckt hatte, tn einem Gasthof der Vorstadt, „zur goldnen Scheuer" genannt, einzukehren und sich für den Heimweg durch ein Gläschen Wem zu starken. Einst saß er auch dort, als eine schaar von Hanauer Gästen mit großem Geräusch in das WirthSzumner emtrat. An ihrer Syitze war ein Rechtsanwalt Namens B., der sich durch seine Klugheit und Gewandtheit sowie durch ferne Charakterlosigkeit bei een Hanauern Den Namen eines „gc= scheivten Luders" erworben hatte. Dieser Mann, der nach damaliger eitle Procurator genannt wurde, war kaum des Geistlichen ansichlig geworden, so bot er all seinen Witz auf, um den ihm gegenüber sitzenden Mann und namentlich dessen Stand durch Sticheleien, vorzüglich Erzählungen