Marburg, Mittwoch, 25. December 1878
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gehen rote die allen heidnischen Völker daran zu Grunde
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Wir wollen ein Versöhnungsfest feiern und daber em Glas auf den glücklichen Ausgang unserer morgigen Affatre leeren, wobei diesmal das Anstößen hoffentlich em allgemeines sem
getroffen, wenn er als das Eine waiS Roth thut,die Rückkehr zu christlicher Gottesfurcht bezeichnet. ES ist deshalb von der allergrößesten Wichtigkeit, daß das rn den «Attesten Kreisen des Volkes erkannt werde, und die Presse hat d e
alle civilisirte Völker erfüllt. Seme bösen Folgen sind überall mit Händen zu greifen. Dieser gottlose Zeitgeist hat unser wirlhschaflliches Leben verwüstet, indem er dort die Herrschaft der Selbst- und Genußsucht unter dem Namen der freien Concurrenz" etablirte und die Volker lehrte, daß 'im wirthschafllichen Leben die sittlichen Gebote keine Berechtigung hätten. Dieser böse Geist hat durch Hochmuth/Genußsucht, Pietätlosigkeit und Frechheit die socialen Verhältnisse, die Familien rumrrt, dieser Geist hat die Kirchen geleert und die Wirthshanscr gefüllt. Dieser gott- lose Zeitgeist ist die tiefste Wurzel unseres Verderbens. Soll es besser werden, s» müssen,die Volker mit diesem Geiste brechen, sonst werden die christlichen Volker an die- _ • ... ' 1 zr.' x. .r’ ....x in (Mrunbe.
bsrau de Castries kam mit der ihr angeb oreuen Liebenswürdigkeit dem Wunsche ihres Gatten nach und Allls versprach, sich Abends um sieben Uhr einzusinden.
<tn dm hell erleuchteten Räumen des Stadthauses von Rheinberg versammelten sich zur bestimmten Stunde die Gäste ber Marquise. Frau de Castries und Gabriele machten die Honneurs und empfingen die Geladenen mit einer Anmuth,-die Alles entzückte, während man bald da bald dort das fröhliche Gelächter des Generals, hörte, der überall und nirgends war, Jedem die Hand druckte. Jedem rin freundliches Wort sagte und der freudigm «tlmmung seines Herzens ganz die Zügel schießen ließ.
Die Offiziere von Piemont und Auvergne aber verwandten ihre größte Aufmerksamkeit daraus, sich , °> als möglich, untereinander zu mischen und im freundlichsten Austausche cordialer Höflichkeit die Ennnerung an ihre früheren Streitigkeiten zu verwischen.
Im Stillen fragte sich Jeder, wie es denn möglich gewesen, sich gegenseüig so zu hassen, und Mancher gestand sich dabei, daß er sich eben blindlings vom Urtheile Anderer habe bestimmen lassen. _
Wo man hinsah, bemerkte man nur freundliche Gesichter; nicht wenig trug zu dieser allgemeinen Fröhlichkeit aber auch die Nachricht bei, daß man morgen dar»Vergnügen haben werde, mit dem Feinde zusammen zu treffen.
Mit welch' frohem Mulhe", ries der Marquis, „werden wir uns morgen neue Lorbeeren pflücken! Wie werden Piemont und Auvergne jetzt nebeneinander kämpfen und sich gegenseitig wie Brüder unterstützen! Das schönste Band in einer Armee ist und bleibt ja ewig die Kameradschaft.
Tagesbericht.
Die „Nordd.Allgem.Ztg'" veröffentlicht rin über zwei Spalten füllendes Schreiben des Reichskanzler- an den BundrSrath, datirt von FriedrickSruh, 15. fcec, wenn derselbe die Gesichtspunkte darlegt und zur Erwägung stellt, welche ihm bei Revision des Zolltarifs als leitende vorschweben, in deren Richtung er amtlich zu wirken bestrebt sei. In dem Schreiben heißt eS unter Anderem. <q<n erster Linie stehe für den Reichskanzler daS Interesse der finanziellen Reform: die Verminderung der drrecten Steuerlast durch Vermehrung der auf indirrcten Abgaben beruhenden Einnahmen deS Reiches. ES beruhe nicht auf Zufall, daß andere Großstaaten, zumal solche Mit wett vorgeschrittener politischer und wirlhschastlicher Entwickelung die Deckung ihrer Ausgaben vorzugsweise m dem Ertrage der Zölle und indirecien Steuern suchen. Am meisten litte unter den direkten Steuern gegenwärtig die Mittel- classen, deren Einkommen sich etwa biS 6000 M. bewegt, welche durch exekutorisch beigetriebene oder über ihre Kräfte gezahlte direkte Steuern noch häufiger als die Angehöngen der untersten Steuerklassen in ihrem wirthschaftlichen Be- stände untergraben würden. Richt in eurer Vermehrung i der für die Zwecke des Reiches und der Emzelstaaten noth- wendigen Lasten, sondern in der Uebertragung deS größeren Tdeiles der unvermeidlichen Lasten auf dre weniger drncken- I den indirekten Steuern bestehe daS Wefen der Flnanzrefvrm,
Piemont und Auvergne.
Fr« nach dem Französischen des A. kisvse, von Rudolph Müldenrr.
(Schluß.!
Und hier", fuhr Herr de Castries fort, als er sah, daß "de Lourmel n»ch unbewaffnet war, „hier nimm diesen Degen, denn keine Hand ist würdiger ihn zu fuhren, als b“ Mit diesen Worten hing er seinen eigenen Degen aus und überreichte ihn seinem Neffen. Der Degen des Marquis, am Griffe reich mit Diamanten besetzt, war em Ges-Henk des Königs für eine gewonnene Schlacht.
Jetzt näherte sich auch der Oberst EsparbeS dem jungen
Anzeigen nimmt entgegen die Expedition d. BlatteS sowie d. Annoncen-Bureaup von ®. L- Daube & Co. in Frankfurt a. M; Jäger'sch« Buchhandl ung das elbst;
Hermann'sche Buchhandl. ♦ daselbst; Jnvalidendank in
Berlin; W. Thiene» in Elberfeld; C. Schlotte in
Bremen.
Darum stimmen Sie Alle mit mir ein; Es lebe die Kameradschaft! Es lebe Piemont und Auvergne!"
Der Toast wurde mit stürmischer Extase ausgenommen 1 unb erwiedert; alle Gläser klirrten, alle Augen funkelten, , alle Hände drückten und fchüttelten sich, und rote von einer ’ Stimme erklang e- durch den Saal:
„ES lebe Piemont und Auvergne!" '
Wir haben noch hinzuzufügen, daß am anderen Tage i di« Schlacht bei Klostercamp geschlagen und sranzosilchersettS gewoimen wurde, daß Graf de Lourmel sich bei derselben. besonders hervorthat, daß es chm gelang, dem Obersten > Esparbes daS Leben zu retten, und daß der Chevalier d'Acigny eine Fahne eroberte, dabei aber einen ungeheuren i Säbelhteb über die linke Wange erhallen hatte, der ihn entsetzlich ärgerte, obwohl ihn Doctor Papiüon, der geschickte und jederzeil muntere Chirurg, damit tröstete, daß er dieser , Schmarre jedenfalls in Versailles und in Pans neue Er- \ oberungen zu verdanken haben werde.
Ueberfiüssig dürste es sein, noch zu erwähnen, daß einige Tage nach dieser Schlacht Henry's definitive Begna-' digung von Versailles einlraf, und datz derselbe nach Been< digung des Feldzuges mit Gabriele de Castries seine Ver^ mählung feierte, zu der Oberst Esparbes mit fernem ganzer Osficiercorps geladen worden war.
Was die arme Jumela betrifft, so hatte man sie alU Gefangene im Lager zurückbehalten. Als man sie aber zr.i ihrem ersten Verhöre abholen wollte, fand man nur ihr d Leiche.
Die Unglückliche hatte sich vergiftet. 1
I die Adern bekommen! Befindet sich der Mensch innerlich I wieder in der rechten Verfassung, steht er wieder m dem rechten Verhältnisse zu seinem Gotte, dann gestalten sich
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aestörte rechte innere Verfassung, in daS rechte Verhaltmß zu Gott hinführen will. Die Weltgeschichte zeigt eS uns, daß nur da die menschlichen Verhältnisse besser, friedlicher, freundlicher, menschenwürdiger sich gestaltet haben, wo das Christcnthum eine Macht geworden ist. . In allen anderen Theilen der Erde herrscht die Barbarei deS H-rdenthumS wie vor Jahrtausenden, uno wir erfahren eS bei uns wo das Christenthum weicht, zieht die Verwildentng und Barbarei wieder ein. Schöne Haufer, bunte Kleider, Eisen babnen und Maschinen halten diesen Niedergang mcht aus !
Deutsches Volk, laß Dich deshalb daS Weihnachtsfest an die edelsten Liebesgaben Deines Gottes, an Deinen Heiland und sein Evangelium gemahnen.. Schlag Herz und Auge wieder zu ihm auf, dann wird tn den Herzen und in der Gesellschaft wieder
Friede werden auf Erden!
weisen und es aufzufordern, .sich darauf zu besinnen, daß es doch immer noch ein christliches Volk ist, wenn auch große Kreise abtrünnig geworden sind Roch wird das heilige Weihnachtsfest unter uns gefeiert, noch erschallt so weit die deutsche Zunge klingt, wiederum bte heilige Weih- nachtsbotschafl: „Euch ist heute der Heiland geboren. Welch' ein erquickender Lichtstrahl in.das Gemuth der verirrten Menschen ist es, wenn ihm m dem Elend seiner Verirrung das Bewußtsein aufgeht: du hast ja noch beuten treuen Gott und Heiland, der auch dich wieder tn Siebe ausnimmt, wenn du zu ihm zuruckkehrst. O mochte in all' dem Jammer, Nolh und der Friedlosigkeit der Gegenwart an diesem heiligen Feste dem deutschen Volke das sonnenhafte Bewußtfein wlever rote «n Blitzstrahl m die Seele fallen: du bist ja noch ein christliches Volk und trägst in deinem Christenthum die Quelle des Lebens und des Heils! Möchte es von sich abschütteln den wüsten Wahn des Materialismus und Atheismus, jene flüstere fried- und freudlose Lehre: Es gibt keinen Gott und es ist Alles Natur und Materie!" Möchte es wieder seine Augen heu ausschlagen zu dem milden Lichte der Sonne göttlicher Liebe, welche „also 'die Welt geliebet hat, daß sie ihren eingeborenen Sohn für sie dahin gab". Dann wurde auch | unser Volk wieder auffahren rote ein Adler zur Sonne
I und wieder neue Lebenskraft und frisches Blut tu
Ganzen die tonangebenden Kreise der civilisirten Völker beherrscht und ist von da auch in die beherrschten Volksmassen
L heiliae Weibnachtsfest ist wieder da und ruft seinen
ein Wohlgefallen" der friedlosen Erd » - Dwstlbe Rdar ] bic alten heidnischen Volker daran zu Grund
sdes Friedens mehr wie je. Im Orient wuthet der K g Sv Unser Kaiser hat deshalb bte Wahrheit
!noch immer und der von den Mächtigen derErdegeschlosne 9 9 8 a8 das Eine, was Noth thut, die Ruck-
Friede erweist sich als ohnmächtig, den Vo kern auch nur
i« brinr Brib™ ubn«™w.™
[*"»5 gk&e” kk I Pfl.ch" S «Mjch-H'dk groß- W-hrhril hinzu-
i« beftnnen, b.6
s gierende Häupter durchzucke» unheimlich
। i.nirhaft Woher der Unfriede kommt i Orient ist der | ->z^m die Quelle des Unfriedens und es wird dort nicht i Friede werden so lange das krumme Türkenschwert die Herr- ^. sghrt ^n Rußland ist eS der Nihilismus, m dem KÄ-o»" to SoitolW u« °i° anderen Arten des Abfalls von Gott und der christlichen Weltanschauung, welche die Völker mit Unfriede, Unzufne-
'denbesi und Haß erfüllen. Die Völker sind ja nur die Summen der Individuen (der einzelnen Menschen) und wer die^Henen derMeiischm friedlos macht, der raubt auch den
! Völkern den Frieden. Alle Erfahrung, so. lange es Men- • scheu auf Erden giebt, bestätigt die Wahrheit, daß die Men- -Trieben sinken außer Gott. Die Gottlosigkeit,
i !° -uch b-rBött-tB-rb-rb™.
Eine falsche Weisheit hat große Volksmasfm von dieser Wahrheit abgeführt und hat sie weiß gemacht, die M n- icken könnten auch ohne Gott, durch eine selbsterfundene Weisheit, eine naturalistische, gottleugnende Bildung durch eine Arbeit die sich nicht mehr den Segen Gottes erfleht, durch^Gesetz und Recht, welches sich an Gottes Gebot nicht kehrtt durch irdische Güter, die ohne Gott erworben und aeno sen werden, zu Glück und Fneden gelangen. Diese große Unwahrheit hat seit Jahrzehnten im Großen und
urigen nimmt entgegen: $ta>ebitiottb.»latte», nie d-Annoncen-Bureauk Kt Tb. Dietrich & Co. >u »fiel und Hannover- Th.
in Frankfurt a-M.,
be Lourmel", sagte er mit tiefbewegter Stimme
k mein Regiment hat sich ein schweres Unrecht gegen Sie
^rzuwNen We?m nun bet Oberst dieses Regiments m
seinem eigenen Namen und tm Namm semer OsflZter khnen vor dem hier versammelten Generalstabe und sammt- Uchen Obersten des Armeecorps öffentlich und seierlich Ab- büte leistet, wenn er Sie bittet, Geschehenes zu vergess en und Sn bie Freunbschaft zu enoiebent, wtt der nur Ihnen von ganzem Herzen mtgegenkommm w°llen, werdm Sie bies als eine befriedigende Gmugthuung detrachten-
S ,0, mein Dberff, rief be Semmel, ftänbe besselbm erfaßte und mit inniger Warme druckte,
% ,ü2e i£n Offizieren «k, fenbem bebeuetle nut !,“uÄX“ W. M-b-m-l- ries bet
I @en«il in feiner jotulen Weife »B-n-nS<eP--m»m unb Auvergne, sowie ämmtliche Herrm, die hur zugegen sind, aus heute Abmb zu sich nach Rheinberg in Ihr H°«l.
DtstkllMge« Li1 * * * S * ü““‘al 1879 Bberhessische Zeitung
ijinb deren Gratis-Beilage
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toten wir, um vollständige Exemplare liefern zu können, baldigst bei den nächstliegenden Poststellen »u «rp-». ».v v»--». S««.
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tanlfurt a. M.. Berlin, kchzig, Cöln:c.; Rudolf l«fie in Berlin, Frank- " furt o.