Marburg, Dienstag, 24. December 1878
Ar. 301.
tn
uns den Revolver auf die Brust «ne
ablehnen, wenn man fetzen will.
Uankfurt a. M., Berlin LJg Cöln 1C.; Rudolf Stoffe in Berlin, Arant- furt o. M- ic.
Der Mitteilung der „Times", in Petersburg sei Ordre
einer verwilderten Natur nicht an einem natürlichen Edel-
E Die Folge ruhiger Ueberlegung war demnach ihr Gang inS Lager, ihre öffentliche Selbstanklage vor dem General en chef und feinen Offizieren. .
. cfrn ersten Augenblicke wollte Niemand, am wenigsten der General f-lbst, an die Wahrheit ihrer Aussagegaub-m
Du? Du?" rief der Marqms. „Woran.denkst Du i Weißt Du auch, welche Folgen ein solches Geständniß nach
^Jch weiß es," erwiderte Jumela; „aber dies soll mich nicht' abhalten, Alles zu sagen." .
Das Mädchen wiederholte nun dieselbe Erzählung, die sie dem Grafen gegenüber gemacht hatte und lugtest eingehend alle Details bei, dre auf l-ncs blutige Ereigniß Bezug hatten, daß alle Zweifel hinsichtlich ihrer Thaterschast deS Mordes schwandeu.
Die Mittheilungen Jumela'S machten auf all«^ Anwesende einen tiefen Eindruck. Man suhlte mehr Mitleid als Abscheu für die Arme, deren Schönheit übrigens der beste Anwalt war, der zu ihren Gunsten plaidrren konnte.
Aber auch hinsichtlich des schweren Unrechtes , .welches man dem Grafen de Lourmel gethan, herrschte nur em Gesicht. Man bedauerte ihn von ganzem Herzen und m innigster Sympathie für den jungen Mann nahm man sich vor, ihm eine eklatante Genugchuung zu geben.
Zch hoffe, meine Herren," rief der Marquis, „daß Sie nach den Angaben dieses Mädchens, deren Wahrheit wohl nicht zu bezweifeln ist, die Unschuld meines Resten als' erwiesen betrachten werden, wenn eS überhaupt hier Jemanden gab, der sie noch in Frage stellte.
Ich gebe im Namen meines ganzen Regimentes die Versicherung," erklärte Oberst Esparbes feierlich, „daß
ben), Rechnen und der vaterländischen Geschichte Unt«mcht erhalten, der in allen Fällen em zusammenhängender sem muß Der tägliche Unterricht, der nicht m die Zeit nach 7 Uhr Abends und vor 7 Uhr Morgens fallen darf und so einzurichten ist, daß Kinder, welche Vormittags du Schule besuchen, nur Nachmittags in den Fabriken und umgekehrt arbeiten, darf nicht durch Befchaftlgung m der Fabrik unterbrochen werden; auch muß zwischen dem Ende der Ar- beitsreit und dem Beginn deS Unterrichts eine ausreichende Ruhezeit liegen' Auf Kinder, welche nicht in den Fabriken oder denselben gleichgestellten Anlagen, sondem anderweit mit gewerblicher Arbeit, namentlich auch m der Hau«-Jn- dustUe beschäftigt werden, finden diese Vorschriften lerne Anwendung - In der „Kölnischen Volkszeitung," wird ein Verzeichniß der in den zwölf Diöcesen Preußens m Folge des Widerstandes gegen die Malgesetze unbesetzten katholischen Seelsorgerstellen mitgetheilt. Hiernach find 788 Pfarrstellen erledigt und ist du Erledigung von 275 HulsS- geistlichenstellen bekannt, zusammen eintausenddreiundsechzlg Stollen Dazu kommt, daß b« dem Mangel der Angaben über die unbesetzten Hülfsgeistlichenstellen in den BiSthumern Posen-Gnesen, Paderborn und Trier, die Gesammsumme der vacanten Stellen die Zahl 1063 noch erheblich uber- 1'teiSarm|aht, 21. Dec. Das Bureau der zweitm Kammer wurde zur Ueberreichung der BeüeldSadresse heute um 11 Uhr von dem Großherzog m Audienz em- ^^Sluttaart, 21. Dec. Der „Staatsanzeiger" enthält du Ernennung des Geh. Rath Dr. v. Faber zum Chef deS
XIII Jahrgang
Anzeigen nimmt entgegen die Expedition d Matte» sowie d. Annoncen-Bureaux von G- L- Daube & Co. in Frankfurt a.M; Jäger'sche Buchhandlung daselbst;
Herrnann'sche Buchhandl. . daselbst; Jnvalidendank m ► Berlin; W. Thienes in
Elberfeld; C. Schlotte m Bremen-
Piemont «ud Auvergne.
Frei nach dem Französischen des A. Fi6v6e, von Rudolph
Maldener.
(Fortsetzung.)
->br Haupt beugte sich nicht unter den starren Bücken, die sich auf sie hefteten, im Gegentheil leuchtete «u duftet" Glanzt das stolze Bewußtsein einet heroischen That, auS ^ren Maen Wer übrigens glaubte, daß die Erinnerung ,n ?E bluüae Katestrophe sie mit diesem Stolze ersullte, der war im Jrrthum. Nein, ihr Stolz galt dem Sr°ve Sugen über ück ielbst, er galt der Unterdrückung ihres Rach- durstrs, er galt der Ueberwindung ihrer heftigen Gefühle blinder' Eiferfucht. . .
Nachdem Jumela entflohen und im dunkel der.Nacht umberaeirrt war, hatte sich der Sturm ihrer Leidenschaften nlTmnMia aeleat. Sie dachte darüber nach, Mit welchem Rechte sie sich störend zwischen Henry uud Gabriele werfen «oll^ und wo denn der Betrug fei dessen fu im ersten Augenblicke den Grafen beschuldigt hatte.
Hatte er ihr je Liebe geheuchelt? Hatte er ^überhaupt denn nur gekannt? Ein Zufall hatte e eg nfs sie erschövlt dem Tode nahe war, seiner Groß-
SÄ« -dlmD-rg- «ertolU f« da- 8»=n m>« tafüt motte fie it>n ron i-inm Unglüteutelifrn, ben sie liebte, während sie nur ein einziges Wort zu 1p um »™ I-llch™ V--d.ch< -°n chm-brnw-n- den, unter welchem er litt?
csume[a lieble den Grafen, und wenn auch diese Liebe im ersten Momente bitterer Enttäuschung sich m Haß ver- wanL konnte, so gewann sie doch
die Herrschaft über ihre Seele, der es bei allen Instinkten
sS
das Schreien der Amerikaner nach Aufhebung des Bancroft- das Schreien cer roir 6cn der trans-
.?^n°Ration" fordern daß sie uns mit der Achtung atlantischen „Natro^ d ß $.((er bie Grundlage & ». muf,™
^^Würzburg^lS. Dec. Die Leichenfeier der Studiosus Carl Sicken war großarüger, als Würzburg je ein studentisches Leichenbegängniß gesehen hat. Alle Parteispaltungen welche.sonst ein gemeinsames Vorgehen der gesammten Studentenschaft hinderten, hat man salleil lassen und mir den Zweck im Auge behalten. Dir taktvolle Ruhe und Ordnung, mit welcher die Kundgebung ausgeführt wurde bat vollen Anspruch aus allgemeine Anerkennung und fand auck in den Herzen der Einwohnerschaft Würzburg- sym- vatbischenWiderhall. Tausende von Menschen blldeten durch die Straßen, welche der Zug passirte, Spalier, und !s bedurfte kaum der reichlich aufgebotenen Polizeimann- schaft, um die Ordnung aufrecht zu erhalten. Allenthalben konnte man lebhafte Aeußerungen des Bedauerns über den traurigen Fall hören. In richtiger Würdigung der Verhältnisse hatten auch die Militärbehörden ihre Erkehrungen getroffen, um jede feindliche Berührung zwischen Müttar und Civil zu verhindem — die Mannschaften waren in I ben Kasernen consignirt. Nun zum Zuge selbst: Da nach
wir es sortwährend als einen Ehrenpunkt betrachten werden , uns um die Freundschaft de- Grafen zu bewerben.
Brav gesprochen, mein Oberst, rief der MarqulS. Die Versöhnung zwischen Piemont und Auvergne ist ; damit constatirt. Nichts meine Herren," fugte er spenell an Rochambeau und Esparbes gewendet hinzu, „kann Sie : mehr abhallen, sich zu umarmen." ,
Die beiden Obersten thaten dies als neuerding» da» । ae(t sich öffnete und wieder in größter Aufregung eine Person hereingestürzt kam, der zwei andere folgten. •
Diesmal war es der junge Gras und Hutter chm die , Marquise und Gabriele. t , . .
Sie hatten in Erfahrung gebracht, daß Jumela mS: Lager geeilt und dort zum Marquis gegangen fev Umr, sich von bet Wahrheit dieser für sie so höchst wichtigen aber kaum glaublichen Mittheilung zu überzeugen, waren. sie nun ebenfalls hier.
Betroffen blieben alle Drei unter dem Eingänge bei Zeltes stehen, als sie bie beiben Obersten von Piemon und Auvergne sich so sreundschastlich in ben Armen heg« , ^%ur näher, nur näher, Henry! Leonore! Gabriele , Nur näher'" rief ber Marquis in einem so freudiger, glückverheißenden Tone, daß sie nicht länger an einer un. erwartet günstigen Wendung in Henrys Angelegenhe Zweifeln konnten. , .i,
Wir wissen Alles," fügte der General hinzu. „Die , Unglückliche hat sich als bie Mörderin goncolombe s b kannt. Komm' an mein Herz mein Sohn, Du bi (. 9CTCUnb seinen Neffen so stürmisch umarmend, daß er ft förmlich vom Boden aushob^ bedeckte er ihn mit Kusse' wie ein Vater, welcher dm verloren gehaümen Sohn wied' gesunden. Schluß folgt.) -
5
T«kesdericht. ---------~7
Anknüviend an den Hintritt des amerikanischen Gesandten Deutsches Reich.
Pben$a®ie Wnti% be^Ä dS
Lr lebten Zeit gegen uns einen Ton anzuschlagen, I w Berirks-Regierungen, in Berlin von dem Provin- I Wünschen Amerikas in freundlicher Weise naher zu. treten. h rdm Y $eimittdmt0 der KrnSschulm-
«X ÄtttSSÄ™ I gestellten Lehrer, noch eine Beschränkung deS Unterrichts ber übriaen die Volksschule besuchenden Kinder herbelgefuhrt wetden.^Die zur Untnhaltung der Volksschulen Verpflichteten können roioer ihren Willen mit besonderen Kosten der bezeichneten Schuleinrichtungen nicht belastetwerdew Können besondere Fabrikschulen nicht ernchtet werden, so ist den in den Fabriken beschäftigtens Kuidern dieThettnahE an dem Unterrichte in den gewöhnlichen Volks chulklassen, wenn irgend thunlich, durch Modifikationen möglich zu machen Diese Modifikationen dürfen indeß nur^genehmigt werden, wenn die tägliche Beschästigui^ m der ^abr und ber tägliche Unterricht zusammen nicht über 9 Stunden in Anspruch nehmen. Bei Genehmigung der Lehrplane s ,n beachten, daß die in Fabriken beschäftigten Äinber mm» dchenS in der Religion, im Deutschen (Lesen und Schrei-
" i-ieiaen nimmt ««gegen: irErptdition d.Blattes, £,UbiÜlnnoncen-®ureau$ E Th. Dietrich & Co. m ijffei und Hannover; Tb.
' ' «anntaaSblatt" durch die Erpedition (Koch'sche
UattellniMeN >ür das I. Quartal 187'J I »üUSnjiano
ItHfiluugen u Mc LWu7dr::L«L
StierlikMsche Zeitung ?n^ihr?Lösung ^erlech!ert"würde, ist eine Frage, die sich ■p vmp F P r 9 nicht ohne Weiteres bejahen laßt.
Md deren Die Polit Corresp." meldet ans Konstantinopel: Die
^llustrrrteS ™ Reflierang bie Ernennung bet
bUten wir um vollständige Exemplare liefern zu P^ezirien für d?e Grenzregulirung notificirt - Das tür- fiinnen baldigst bei den nächstliegenden Poststellen H^ed Ministerium ist geneigt, aus das ursprungllche R - konnen, vatmgn v formprojekt Layards für Kleinasien zutuckzukommen. - Die
machen ZU wollen. 6er Oberh. Ztg. osttumelifche Kommission hat bte Maßregeln zur Unter-
________________ ___________________ stützung von Bedürftigen genehmigt.