XIII. Mrgaig
Marburg, Mittwoch, 18. December 1878
Das Salz, eine wirthschaftliche Spezialsrage.
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Zeigen nimmt entgegen: He Expedition d.Blattes, iotBie d.Annoncen-Bureaux Mn Th. Dietrich & Co. in Äajfel und Hannover; Th. Dietrich in Frankfurt aM.; naafenjtein & Vogler in Frankfurt a. M., Berlin, Leipzig, Cöln re.; Rudolf Kosse in Berlin, Frankfurt a. M- ic.
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Generale auf, nach Kabul zu kommen, um eine neue Regierung zu errichten, Beamte und Notable aus Dschellala- bad sind in Dakka angekommcn, um sich den Engländern zu unterwerfen und ihre Dienste anzubicten und endlich scheint Rußland in der That den Emir im Stiche zu lasten. Alles dieses läßt voraussehen, daß der Feldzug kein sehr ausgedehnter werdens wohl aber dazu beitragen wird, das Prestige Englands in Asten zu erhöhen.
In der Thronrede, womit Fürst Milian jüngst die Skupschtina in Risch eröffnete, legte er ein besonderes Gewicht darauf, daß in dieser Stadt, in welcher vor nahezu fünf Jahrhunderten der Verlust der serbischen Unabhängigkeit unterschrieben wurde, die erste gesetzgebende Versammlung des unabhängigen Serbiens, ihre wohlthätige Wirksamkeit beginne. Vom Himmel Serbiens konstatirte er ferner, hätten sich die dunklen Wolken zerstreut. Sollten aber auf dem aufgewühlten Boden des Orients trotzdem Vorkommnisse Platzgreifen, welche den Erwartungen nicht entsprächen, so hoffe er, daß Serbien im Stande sein werde, von dem Vaterlande jede Versuchung fern zu halten. In dieser Ueberzeugung habe er die Demobilisirung der Armee angeordnet.
In Konstantinopel gährt's einmal wieder, und zwar anscheinend nicht ganz unbedeutend. Seit dem Bestehen der neuen Regierung sind Verhaftungen und Verbannungen an der Tagesordnung, auf Grund von wirklichen oder angeblichen Entdeckungen einer Verschwörung gegen daS Leben des Sultans. Rach anderen Nachrichten soll die Bewegung einen communistischen Charakter tragen, indem Menschenmassen die Straßen mit rothen Fahnen durchziehen und schon Zusammenstöße mit dem Militär stattge- fundeu hätten. Daß das Pacificationswerk unter diesen Umständen trotz des neuerdings unternommenen Anlaufes nach Reformen nicht gefördert wird, liegt auf der Hanv und es wird bereits von einer Stockung in den Verhandlungen mit Griechenland, ebenso wie mit Rußland berichtet. Es scheint wirklich, als ob sich das Verhängniß der Türkei unaufhaltsam vollziehen wolle.
tragen.
Unter einem solchen Drucke ist natürlich eine Hebung dieses Industriezweiges zur Unmöglichkeit geworden. So ist Deutschland mit seinen unermeßlichen Reichthümern an Salz ein Producent von wenig mehr als 9 Millionen Gentnern. Der Boden der Provinzen Hannover und Holstein ruht größtenthcils auf mächtigen Steinsalzlagern. Gerade diese Provinzen haben eine äußerst günstige Lage für den Export. Bei geeigneten Maßregeln der wirth-
flt. sehr chme.
Piemont »ud Auvergne.
Frei nach dem Französischen des A. Fi6v6e, von Rudolph Maldener
(Fortsetzung.)
Mittelst bedeutender Geldopfer gelang es den beiden Damen, ihre Reise sortzusetzen zu können. Aber von Neuß an ging es entsetzlich langsam. Man mußte durch eine s doppelte Colonne von Gepäck- und Munilionswagen vor- i rücken. Alle Augenblicke gab es Stockungen, kaum daß der Befehl des Königs mehr auöreichte, ihnen die Passage frei zu machen.
„Wir kommen zu spät!" rief Gabriele in wahrer Verzweiflung. Frau de Castries selbst verlor allmählig den ! Muth, mit dem sie bisher alle Strapazen dieser ungeheueren
schaftlichen Gesetzgebung würden wir eine großartige, den Weltmarkt beherrschende Salzproduktion schaffen können, während wir jetzt noch von der Nordseeseite trotz des Ein- gangözolls Salz einführen. England kann sich, was den Booenreichthum an Salz betrifft, lange nicht mit Deutschland messen. Dennoch producirt es gegen 45 Millionen Centner, fünfmal mehr, wie Deutschland, mit ganz demselben Anlagekapital wie wir! Um die englischen Salzwerke her, hat sich eine bedeutende Chemische Industrie entwickelt, welche z. B. im I. 1877 800,000 Ctr. Alcali nach Deutschland exportirt hat.
Wir sind sehr für indirecte Steuern, aber dieselben müssen auf Artikel gelegt werden, welche die Steuer mit Leichtigkeit tragen können. Die Besteuerung von Kaffee, Thee uns anderen Colouialwaaren muß derartig bemessen werden, daß die Salzsteuer entbehrlich wird. Vielleicht würde eine Steuer auf unsinnige Pariser Modeartikel. (ChignonS, cul de Paris rc.) von mindestens 50° o einen großen Theil der Salzsteuer ersetzen. Die Regierung müßte hierin freie Hano bekommen, damit sie jede Pariser „nouveaute* sofort zur Luxussteuer heranziehen kann.
Hoffen wir von den gesetzgebenden Factoren, daß sie bei den bevorstehenden wirthschastlichen Reformen die Aufhebung der Salzsteuer beschließen, dagegen den Eingangszoll aufrecht erhalten werden.
AtMllllgen y «k 1 nuartat 1879 BsterheMIHe Zeitung
und deren Gratis-Beilage
Reise ertragen hatte.
So erreichten sie einen Punkt der Straße, wo der Wagen ganz stehen bleiben mußte, ba_ ein aufgestelltes Piquet Niemanden mehr durchpassiren ließ.
Die Marquise rief den Sergeanten, der das Piquet commandirte, zu sich heran. Sie nannte sich ihm, allein es war vergeblich. Auch der Gemahlin seines Generals gegnüber getraute sich der im Dienst ergraute Mann von seiner Instruktion nicht abzuweichen.
„Es ist unmöglich, Madame," entgegnete er auf ihre Bitten. „Man nimmt in diesem Augenblicke Rheinberg. Selbst wenn ich Sie durchlassen dürste, würde es Jynen nichts nützen, denn der Graf hätte jetzt doch keine Zeit, Sie zu empfangen, und Sie würden sich umsonst den größten ^Gefahren aussetzen.
MrS, was Frau de Castries von dem Sergeanten er- tlcnatef war, das er einen seiner Leute mit einem Billete, OwelW sie in aller Eile geschrieben Hane, an den General "mes abschickte.
Deutsches Reich.
** Berlin, 16. Dezbr. Die Korrespondenz des Abg. Virchow über die „guten" oder, wie er nachträglich inter- prctirt hat, die „richtigen" Revolutionäre ist offenbar der Partei höchst unbequem und es fehlt nicht an lebhaften Aeußerungen des Mißfallens über diese unvorsichtige Korrespondenz. Dabei wird natürlich nicht zugegeben, daß sie mehr als unvorsichtig gewesen sei. So kleidet die „Voss.
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wie seine Waffenbrüder die Sturmcolonnen formirten, sich vorwärts bewegten und im Rauche verschwanden, dessen Wolken die Mauern der Stadt umhüllten.
Als Rheinberg in den Händen der Franzosen war, überbrachte ein Ordonanzkorporal an den Kommandeur der Escorte, die den Gefangenen tranöportirte, einen schriftlichen Befehl. Der Graf wurde in die eroberte Stadt hinaufgebracht, um daselbst sein weiteres Schicksal abzuwarten.
Man führte ihn in ein Privathaus, wo man ihm ein paar Zimmer des ersten Stockes einräumte, während in einem Saale des Erdgeschosses seine Bewachungsmannschaft untergebracht wurde.
Draußen war es bereits finster geworden und vom Winde zerrissene Wolken jagten in bizarren Formen am Firmamente hin. In der Stadt selbst herrschte noch regcS Leben. Henry vernahm das Raffeln der Artillerie über die schlecht gepflasterten Straßen und die dröhnenden Schritte der Jnsanterie-Abtheilungen, die durch die Stadt zogen, um außerhalb derselben den Vorpostendienst zu übernehmen.
Aber auch daS Stöhnen und Wimmern der Verwundeten, die auf Trainwagen in die Spitäler geschafft, oder auch am Platze selbst, wo sie lagen, von den Chirurgen verbunden wurden drang an sein Ohr. Es war ein schauerliches Gemisch herzzerreißender Töne, und dennoch beneidete Henry die Unglücklichen, von denen es herrührte, und die, wenn sie auch litten, ihr Blut doch wenigstens rühmlich auf dem Schlachtfelde zur Ehre des Vaterlandes vergossen hatten. Um wie viel trauriger war sein eigenes Geschick, um wie viel beklazenswerther war er, dem ein unrühmlicher Tod als Strafe für eine Verletzung eines absurden Gesetzes bevorstand.
Er versank darüber in bittere Betrachtungen, aus denen erst gerissen wurde, als ein lebhafter Wortwechsel,
Anzeigen nimmt entgegen die Spedition d Blatte» svwie b. Snnencen-enieanr von ®. L. Daube <fc $e. in Frankfurt a. M; JSger'sche Büchhanblung befel>t;; Hkimenn'sche StMuIl. daselbst; giB«(ibN*eitf in Beilin; W. tliene» in Elberfeld; 6. Schletts in
Tagesbericht.
Der für die Dauer des Jahres 1879 vereinbarte deutsch-österreichische Handelsvertrag ist gestern in Berlin im Auswärtigen Amte unterzeichnet worden.
Der neue im preußischen Handelsministerium auSge- arbeitete Entwurf eines Reichöeifenbahngesetzes enthält, wie die Augsburger Allgemeine Zeitung .mitlheilt, int §. 2 folgende Bestimmung: Die Aufsicht über das Eisenbahnwesen steht dem Reiche zu, soweit dieselbe nicht den Landesregierungen nach ausdrücklicher Bestimmung dieses Gesetzes verbleibt: alle sonstigen den Bundesregierungen nach gesetzlichen, vertragsmäßigen, konzejsionsmäßigen oder statutarischen Bestimmunger zustehenden Befugmste gehen, soweit sie das Gebiet der Reichsaufsicht betreffen, aus das Reich übet. Die Reichsaufsicht über das Eisenbahnwesen schließt innerhalb ihrer Zuständigkeit die Landesaufsicht aus.
Die englische Regierung braucht sich über daS Gelingen ihrer Pläne nicht zu beklagen. Im Ober- wie im Unter- Hause ist die Opposition mit bedeutender Mehrheit geschlagen worden, aus dem asghanischeu Kriegsschauplätze selbst fordern Offiziere der feindlichen Armee die englischen
Inzwischen hörte man in geringer Entfernung den Donner der Kanonen, das Knattern des Gewehrfeuers, sogar die Signale der Trompeten, die zum Angriff bliesen. Die Schlacht war im vollsten Gange.
Der Soldat mit dem Billete war abgegangen; aber wie lange zögerte die Antwort! Welch' entsetzliche Stunden der qualvollsten Angst sür die Marquise und Gabriele, die sich mitten von dem Getümmel des Krieges umgeben sahen.
Endlich gegen fünf Uhr kam die Antwort des Marquis. Alles ging gut. Henry war noch am Leben, Rheinberg im Begriff zu fallen. Der Ueberbringer des Billets, ein Offizier vom Husarenregimente Toul, hatte den Auftrag, die Tarne unter dem Schutze seiner Escorte nach Rheinberg zu bringen, welches der Marquis bis zu ihrem Eintreffen erobert haben wollte.
Der Wagen mit den beiden Danen setzte sich wieder in Bewegung. Mit einbrechenter Dunkelheit erreichte er die Stadt. Rheinberg war in den Händen der Franzosen.
VIII.
Unsere Leser wissen aus den Mittheilungen, die man der Marquise de Castries in Köln gemacht haue, daß Gras de Lourmel der Armee als Gefangener nachgeführt worden war. Von einigen Reitern escortirl, hatte er den Weg von Köln nach Rheinberg im Wagen seines Onkels zurückgelegt.
Seit er die Uniform von Auvergne trug, war eS daS erste Mal, daß er an einem Kampfe, in welchem fein Regiment mitfocht, teilten Anlheil nahm. Er hatte die Erstürmung Rheinbergs nur als passiver Zuschauer beigewohnt, da er beim Train der Armee Zurückbleiben mußte. Schmerzlicher als der Tod selbst, der ihm bevorstand, war ihm diese unfreiwillige Unthätigkeit, in der er zusehen muhte,
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Die Exped. der Oberh. Ztg.
Nach den amtlichen Nachweisungen sind in Preußen im Jahre 1877 6,269,419 Ctr. Kochsalz zum Werthe von 6,100,022 M , 1876, 6,100,414 Ctr. Kochsalz zum Werthe von 6,115,754 M. producirt worden, so daß eine Stetge- "3296t gerung der Menge nach (2,7 pCt.) und eine Abnahme dem :---- Werthe nach (0,25 pCt.) stattgefunden hat. Etn Zeichen,
daß sich die wirthschastliche Nothlage auch dieses unenibehr- stichelt Gegenstandes bemächtigt hat. Allerdings müssen wir zugeben, daß im Deutschen Reiche die Salzproduktion gewissermaßen künstlich unterdrückt wird. Wir haben eine hohe Salzsteuer — 6 M. p. Ctr. — welche seit 1867 an bie Stelle des Salzmonopols getreten ist. Das Vieh- und Gewerbesalz, welches steuerfrei ist, wird durch einen Zusatz sür den Menschen ungenießbar gemacht. Das Denaturiren macht das Salz nicht blos schlechter, sondern auch erheblich theurer, weil die Manipulation Kosten an Material uns Arbeitskraft erfordert. , r r
Aus den oben mitgetherlten Zahlen ergrebt sich aber weiter auf den ersten Blick, daß die Salzsteuer die Geschäfts- Capitalien in einer unnatürlichen Weise hinaufschraubt. Der ursprüngliche Werth eines Centtters Kochsalz ist noch nicht 1 M., die Steuer beträgt also das Sechsfache des Naturalwerthes. WaS ist die Folge? Die EugroS-Hand- lungen müssen mit dem entsprechend verstärkten Capttale arbeiten. Das Salz muß also nicht allein die Steuer, sondern auch die Zinsen des erhöhten Geschäfts - Capitols