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Marburg, Mittwoch, 4. December 1878

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Welche Wirkung habe« Staatsanleihen^

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Itft gung des Geldes, für einen geordneten Umlauf desselben. *r 1 Es ist demnach ganz und gar undenkbar, wie und in

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Form von Waaren ins Inland zurückkehren. Das wäre eine Doppelte und dreifache Schädigung der Nation. Wir meinen also daß die Regierung ein Auge auf die An­leihen des Auslandes haben sollte. Mindestens müßten dieselben der Conceisionspflicht unterworfen werden, da­mit schwindelhafte Anleihen möglichst verhindert werden.

Wenn wir die Geldbewegung der Jahre 1872 und 1873 von diesem Gesichtspunkte aus betrachten, so werden wir erkennen, wie unglücklich die Finanzpolitik des Finanz­ministers Camphausen war, welcher die Millionen der Kriegskosten- Entschädigung dazu verwendete, Capitalien zurückzuzahlen!

Eine Petition der Handelskammer zu Frankfurt a./M. um die Bewilligung der Mittel für die Main-Kanalisation ist vom Abgeordnetenhause in der vorigen Session der Kgl. Staatsregierung zur Berücksichtigung überwiesen. Die Re­gierung läßt nunmehr dem Abgcordnetenhause folgende Mit­theilung zugehen: Die mit den Regierungen der übrigen Mainuferstaaten wegen der event. Uebernahme eines Theiles der Ausführungskostcn gepflogenen Verhandlungen, auf welche in der Sitzung des Hauses der Abgeordneten vom 19. Januar 1878 Seitens des damaligen Handelsministers hingewiesen worden ist, haben bisher zu einem befriedigen­den Ergebnisse nicht geführt. Die gedachten Regierungen beharren bei der ablehnenden Haltung, welche sie den Preußischer Seits für den Fall der Ablehnung einer Mitbe­theiligung kundgegebene Absicht, als Aequivalent für die Be­nutzung der herzustellenden Schiffahrtseinrichtungen mäßige Abgaben von allen tiefgehenden Schiffsfahrzeugen zu «rheben, und sie haben selbst ihre Zustimmung zur Ausführung des Baues von Bedingungen abhängig gemacht, welche theil- weise zu ernstlichen Bedenken Anlaß geben. Es unterliegt weiterer Erwägung wie die durch die Haltung der übrigen Mainuferstaaten hervorgerufenen Schwierigkeiten zu beseiti­gen seien.

Kapitalisten ein sicheres zinsentragcndes Papier erhalten, verschiedene Rohpruducte Verwendung und eine Menge von Arbeitern Beschäftigung gefunden haben. Kurz, der Um- satz ist gesteigert worden. Durch die Anleihe ist das Geld dem Umlaufe nicht entzogen, sondern der Umlauf ist be­schleunigt worden. Eine reelle Ausgabe, em wirklicher Verlust wäre für die Nation nur dann entstanden, wenn der Staat Baumaterialien rc. vom Auslande bezogen hätte.

Ganz denselben Erfolg hat natürlich auch die Privat-

In Berlin ist ein Comite behufs Gründung eines „Deutschen Vereins zur Förderung des Exporthandels" zu- ammengetreten. Der Verein soll Handelsgeschäfte auf eigene Rechnung nicht betreiben und daher nicht aus Aktien, sondern auf Jahresbeiträge von geringem Betrage gegrün­det werden. Der nächste Zweck des Vereines ist der, in solchen Ländern wo bisher deutsche Waaren wenig oder gar keinen Eingang gefunden haben, Correspondenten und Agenten zu gewinnen, und mit Hülfe derselben über die uns seither verschlossenen Märkte, über die Artikel nach welchen Nachfrage besteht, Informationen zu sammeln und an Ort und Stelle Musterlager zu errichten. Diese Ein­richtungen sollen den Mitgliedern des Vereins zur Ver­fügung gestellt worden. Firmen, die sich für diese Sache interessiren, können sich an die Administration der Deut­schen Nachrichten in Berlin wenden, um s. Z. Näheres zu erfahren.

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Unsere Behauptung, daß durch Anleihen, wenn sie diese Vorbedingung erfüllen, der Umsatz beschleunigt wird, dürste wohl nicht anfechtbar sein. Dieser Vorgang ist aber durchaus gesund und nothwendig für eine richttge $etoe=

es aus Großmuth, oder wie die Katze, die mit der Mau« spielt, unbenützt' gelassen. Dies steigerte Pierremalin's Wuth, und endlich ganz außer sich, concentrirte er in einem letzten fürchterlichen Stoße seine volle Kraft und allen Haß, den er gegen de Lourmel empfand. Dieser aber pa- rirte kurz, hielt mit ausgestrecktem Arme seinen Degen gerade vor sich hin und machte einen Ausfall, so daß seine Klinge bis zum Stichblatte in Pierremalin's Brust ver­schwand und zwischen dessen Schultern durch den Rücken wieder herauSkam.

Der Graf erhob sich aus seiner gebückten Stellung des Ausfalls, zog seinen Degen zurück und warf ihn Mutig weg, während er trockenen Auges den Körper seines Feindes ansah, der in den letzten Zuckungen der Agonie auf der Erde lag. Dann sich zu seinen Freunden umwendend, hielt er ihnen beide Hände entgegen, die diese mit wahrem En­thusiasmus ergriffen und herzlich drückten.

Jeder sah indeffen ein, wie gefährlich die Lage des Grafen war. Durch diesen Zweikamps hatte er, laut ver­kündetem Marttagesetz, das Leben verwirkt. Nur die schleunigste Flucht konnte ibn retten; Jeder riech ihm da­zu; Jeder bot ihm seine Hülfeleistung an und drängte fort.

Die höchste Eile war in der That nöthig, denn bei der Oeffenttichkeit des ganzen Vorfalles war das Einschreiten der Armee-Polizei unausbleiblich und mit jedem Augen­blicke zu gewärttgen.

Wirklich zeigte die nächste Minute, daß es bereits zu spät sei.

Herr von Robin, ein Major vom Regimente Normandie, drang an der Spitze einer Patrouille in den Hof. Vor den Grafen hintretcnd, der in diesem Momente so ruhig blieb, als er es Angesichts des Todes gewesen, sagte er:

Das Wiener „Telegr. Corresp. Bureau" meldet aus Rom: Im Vatikan glaubt man, daß die dem Erzbischof von Bamberg ertheilten Instructionen, gemäß welcher die übrigen deutschen Bischöfe Verhaltungs-Auweisungen erhal­ten, ein gutes Resultat bezüglich des zwischen der Curie und Deutschland herbeizuführenden Modus vivendi ergeben werden. Mermillod wird wahrscheinlich berufen werden,

Piemont «vd Auvergne.

Frei nach dem Französischen des A. Fi6v6e, von Rudolph Müldener

(Fortsetzung.)

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""" Verlust erleidet, wenn eine Actiengesellschaft einige Millionen m ein schlechtes Unternehmen verplempert, wir meinen:

1US keinen Verlust an Hartgeld. Aber ein anderes Interesse ist dabei verletzt: DaS Hartgeld muß im Umsätze Capital schaffen. Das ist in dem eben angeführten Falle nicht ge­schehen Der Staat hat das Interesse, daß mit den An­leihen Werke geschaffen werden, deren innerer Werth dem mfaewrndeten Capital entspricht, und die sich derart ren- tiren, daß nicht blos Zinsen gezahlt, sondern auch ent Procentsatz zur Mortificirung des Capitals aufgewendet

Anzeigen nimmt entgegen: die Expedition d. Blatte-, sowie d- Annoncen-Bureaux von G- L- Daube & Co. in Frankfurt a. M; Jäger'sche Buchhandlung daselbst; Hermann'sche Buchhandl. ♦ daselbst; Invalidendank in

Berlin; W. Thienes in Elberfeld: C. Schlotte in

Bremen.

welcher Weise die Aufnahme von Staatsanleihen die wirth- chaitliche Nothlage könnten vergrößert haben.

Gne andere Sache ist es, wenn fremde Staaten bei stef ung Mleihen cvntrahiren. Diese Capttalien werden dem ' inländischen Umlaufe entzogen, sie wandern in das Ausland und schaffen dort im Umsätze neue Capitalieu. Dann fürchten wir sehr, daß nicht blos die Zinsen sondern auch zum großen Theil die zurückzuzahlenden Rententttel rn der

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Apv, ” Tb- Dietrich & Eo. in tmer; -ß-l und Hannover; Th. ^richu, Franken a.M.;

Tagesbericht.

Dss Berliner Fremdenblatt bringt einen auch in an­deren Zeitungen reproducirten Artikel über das Leben deö Reichskanzlers in FriedrichSruh, der mehr Erfindungen als Zeilen aufweist. Sein Verfasser ist offenbar niemals in FriedrichSruh gewesen und mit den dortigen Verhältnissen vollkommen unbekannt. — Der Fürst ist leider noch nicht wohl; er fühlt sich sehr angegriffen, schläft schlecht und ar­beitet deshalb auch nicht viel, sondern sehr wenig, und in der Nacht gar nicht. Weder die Fürstin Odescalchi, noch Geh. Rath Tiedemann, noch Graf Herbert, welche sämmt- lich der Artikel als dort anwesend aufführt, befinden sich in FriedrichSruh, sondern sind sämmtlich längst wieder ab­gereist. Der Fürst reitet auch nicht, und hat keinen alten, sondern einen jungen Oberförster. Eben so wenig wird die Verbindung mit diesem und mit der Post zu Pferde hergestellt, da Oberförstcrei und Postamt auf wenige Pfer­delängen neben dem Wohnhause liegen. Noch näher am Hause aber hält sich ein Schwarm von Enten auf, mit welchen der Berichterstatter in Korrespondenz zu stehen scheint.

Wie die „N. P. Z." in ihrer neuesten Nummer mit- theilt, dürste man den Spruch des Kriegsgerichtes in der Untersuchungssache über den Untergang S. M. S. „Gro­ßer Kurfürst" innerhalb der nächsten vierzehn Tagen er­warten. Vor der dann gesetzlich erforderlichen Bestätigung durch den Kaiser wird über das Urtheil wohl nicht an die Oeffentlichkeit gelangen.

In Hathenow, Kreis Lebus, Regiernngöbezirk Frank­furt a. O., ist am Sonntage das Auftreten der Rin­derpest amtlich konstatirt worden. Die in dem Gesetze vom 7. April 1869 und der Instruktion vom 9. Ium 1873 vorgesehenen Sicherheitsmaßregeln sind sofort zur Ausfüh­rung gelangt.

durch das Loos entscheiden ließen, welches Paar den bei­den Gegnern zum Gebrauche dienen sollte.

Schon in der nächsten Minute standen sich Letztere in der Fechtauslage gegenüber. Es galt einen Kampf auf Leben und Tod. Einer von beiden jungen Männern mußte auf dem Platze bleiben, dies stand fest; wer es sein würde, das sollten wenige Minuten entscheiden.

Die Sekundanten hatten sich seitwärts aufgestellt, jeden Stoß, jeden Ausfall, jedes Parieren mit jener Spannung be­obachtend, die in solchen Momenten alle Nerven anstrengt und die Pulse höher gehen macht, während sich unwill­kürlich ein banges Gefühl der Herzen bemächtigt und das Auge mit Zagen in der Erwartung hinblickt, im nächsten Momente den Einen oder Anderen zu Boden stürzen zu seben. _

Von gleicher Gewandheit im Gebrauche threr Waffen, kämpften die beiden Gegner ungewöhnlich lange. Beide wünschten das Ende herbeizuführen, Jeder , bot demnach Alles auf, den Anderen zu besiegen; aber so schnell sich znerft die Stöße folgten, ebenso schnell und geschickt wurden sie parirt.

In einem Kampfe wie dieser, zwischen Gegnem von gleicher Geschicklichkeit und der mit gleicher Ausdauer und Kraft geführt wurde, kam Alles darauf an, die Ruhe und Kaltblütigkeit zu bewahren. Wer zuerst die Geduld verlor, wer sich zuerst zur Hitze hinreißen ließ, war die sichere Bente des Todes.

Pierremalin, der alle seine Stöße vergeblich machte, dem weder seine Finten noch seine Aenderungen in der Auslage etwas nützten, der sich, ohne seinen Zweck zu er­reichen, abmühte, daß ihm der Schweiß in dicken, Tropfen auf der Stirne stand, wurde endlich allmählig stürmischer und verlor nach und nach ganz seine Sicherheit. Schon mehrere Bloßen, die er sich gegeben, hatte be Lourmel, sei

Das Unerhörte, ein blutiger Kampf zwischen zwei OffiziercproS, die unter einer Fahne dienten und gemein« sckastlich vor dem ,Feinde standen, schien unvermeidlich. Eine Minute noch, so mußten sich die Degen kreuzen; diese kurze, eine Minute aber benützte de Lourmel, dessen Wuth sich wieder gelegt hatte, indem er seinen Degen ein« sackte und mit abwehrender Geberde dazwischen sprang.

Was hier vorfiel, betrifft nur Herrn de Pierremalin und "mich allein," rief er. Außer uns'crem Blute darf hier kein anderes fließen, aber zwischen uns Beiden sei es um Leben und Tod," fügte er, in gesteigertem Affecte hinzu, „und zwar auf der Stelle!"

ScUntnt auf der Seite von Auvergne, St. Hilarre und noch einige Andere von den Besonileneren auf jener Piemonts trugen das Ihrige zur Beruhiguung der allerdings thatsächüch Unbeteiligten bei; so kehrten die entblößten Klingen wie­der in ihre Scheiden zurück, während jedoch von beiden Seiten die Majorität, entgegen der Meinung der älteren Offiziere, darauf bestand, daß zwischen be Lourmel und

’ 18* Pierremalin bie Sache unverzüglich abgemacht werden müsse.

Hier, im öffentlichen Garten konnte dies zwar nid)t geschehen; aber hinter dem Wirtschaftsgebäude befand sich ein mit Mauern umgebener Hof. Dorthin verfugten sich der Graf und sein Gegner mit ihren Sekundanten.

Ohne mit langen Präliminarien Zeit zu verlieren, ent­ledigten sich die beiden Duellanten ihrer Röcke, wahrend die Zeugen um eine Gleichheit der Waffen herzustellen, je zwei Degen von Piemont und Auvergne auswählten und

Driij rontfurt a. M., Berlin, i Fy iiyig, Cöln ic.; Rudolf taffe in Berlin, Frank» fart 0. M. re.

Im Abgeordiietenhause ist wiederholt voii den Abge- xdneten Dr. Braun und Rickert die Behauptung aufge- iellt worben, daß die gegenwärtige Nothlage durch die Mreichen Staatsanleihen des letzten,Jahres unverschuldet «. Wir halten diese Anschauung für eine grundfalsche mb zwar aus folgenden Gründen.

Wenn der Staat eine Anleihe von 100 Millionen lufninunt, um eine Eisenbahn zu bauen, so wird er diese w—Summe theils zum Grunderwerb, theils zum Aubau von den« Saumaterial, Schienen, Locomotiven, Waggons rc. theils m » auf Arbeitslöhne verwenden. Das aufgenommene Capital )?uieu fließt sofort wieder in bie regelmäßigen Umlaufs-Canale ---rurück, es hat also die Anleihe den Erfolg gehabt, daß die