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teif}- Liemch in Frankfurt a.M.;

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lrieigen nimmt emgegen: tieErpedttivn d.Blattes, 6Bie d-Ännoncen-Bureaux ,on Td- Dietrich & Go. in Mel und Hannover; Th.

äinkfurt a- M., Berlin, -ipzig, Göln ic.; Rudolf

Marburg, Sonnabend, 30. November 1878.

XIII. LahkMg.

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Anzeigen nimmt entgegen: die Expedition d. Blattes, sowie d- Annoncen-Bureaux von ®. L- Daube & Go. in Frankfurt a- M; Jäger'sche Buchhandlung daselbst; Hermann'sche Buchhandl. daselbst; Jnvalidendank in Berlin; W. Thiene- in Elberfeld; G. Schlotte in Bremen.

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Postanstalten angenommen.

Die Exped. der Oberh. Ztg.

Erscheint täglich außer an den Werktagen nach Sonn- und Feiertagen. Preis für das Quartal mit der wöchentlichen BeilageJLuftrtrteS Lonntagsblatt" durch die Expedition (Koch'sche Buchdruckerei) bezogen 2*4 Mark, durch die Postämter des Deutschen Reiches 2 Mark 50 Psg. (excl. Bestellgebühr). Jnsertionsgebühr für die gespaltene Zeile 10 Pf-. Für in der Expedition zu ertheilcnde Auskunft und Annahme von Adressen werden 25 Psg. berechnet.

in Noch und Tod.

Treu ist derjenige, dem man trauen, auf den man sich zu jeder Zeit und unter allen Umständen verlassen kann. Wem aber sollte das Bolk trauen, auf wen Kaiser und Vaterland sich verlassen, wenn nicht auf den, der nach

*) Rach eiuer demnächst bei T. Toost in Langenberg erschei­nenden BroschüreDas Interesse d S Staates an der Herstellung 'her evan.eltschen Volksschule." Von H, Dietz, Redacteur der,11. Wests. Voltsztg." in Bielefeld.

dem Treuesten der Treuen genannt ist: Christ nach Christus?! Und wer sollte die Kunst der Liebe, der Vaterlandsliebe beweisen können, wenn nicht der, dem so­gar befohlen ist, die Feinde zu lieben? Die Vaterlands­liebe dcS Christen ist ein Strahl von jenem Liebesfeuer, daS auf dem Opferherde zu Golgatha entzündet worden ist.

Aber die Liebe besteht nicht in Worten, sondern in der Thal und in der Wahrheit. Facta loquuntur, an den Früchten erkennt man den Baum, an den Werken den Mann, den Mann, der sein Vaterland lieb hat und seinem Volke und dessen Fürsten treu, den Patrioten also.

Welches sind solche Thalbeweise des Patriotismus, solche Werke der Vaterlandsliebe?

Selbstverständlich beschränken sich dieselben nicht auf Festessen, Böllerschießen, Guirlandenanbringen, Fahnenaus­hängen, weißgekleidete Jungfranen, Kränze und Toaste. Das Alles kann man ja mitmachen, namentlich wenn durch die Unterlassung desselben ein Aergerniß gegeben würde. Aber es sind doch nur die Franzen am Mantel. Wenn darnach der Patriotismus bemessen werden sollte, dann müßte auch die tönende Schelle ein Prophet und glitzerndes Flittergold das richtige Material zu einer Kö­nigskrone sein und das WirthShaus oder der Marktplatz wäre eine viel bessere Pflegestätte der Vaterlandsliebe als irgend eine noch so modern eingerichtete Schule.

Es dürften also andere Werke sein, die den Patrio­tismus erweisen, Werke, von denen auch der alte Dichter desdulce et decorum est, pro patria mori eine Ahnung gehabt haben mag.Für's Vaterland in Noth und Tod zu gehen", die Ehre, die Wohlfahrt, die gesegnete Existenz desselben höher zu achten, als das eigene Gut und Mut: Das ist Patriotismus!

Als im Jahre 1814 der Ruf des KönigsAn mein Volk" ausging und die Frauen und Jungfrauen, wenn sie nichts Anderes hatten, mit dem Opfer ihres Haupthaares, ihrer Trauringe, und die Männer nach dem Worte Kör­nersdas Volk steht auf, der Sturm bricht los" auf die­sen Rus des Königs antworteten; als im Jahre 1870 und 71 in glorreicher Wiederholung der Jahre 1814 und 15, Alldeutschland in Frankreich" hiueinstürmte, waren es da etwa die gläubigen Christen, welche feige zurückblieben. Die Heldengeflalten um von Vielen nur einige zu nennen eines Arndt und Stein, eines Moltke und Werder wer zweifelt an ihrer Gottesfurcht? geben die wichtige Auskunft. Ebenso wie in Thaten auf dem Schlachtselde, aber auch die in ihrer Art gleich tapferen Thaten ans dem Felde der pflegenden und helfenden Liebe. Um die Laza- rethe und ihren Dienst schwebte nicht minder die Glorie der Vaterlandsliebe, wie um die Namen Wörth oder Se­dan. Nicht umsonst sind auf den Reliesbildern der Ber­

liner Siegessäule neben den siegreichen Kriegsschaaren auch ihre Pflege in Noch und Tod zu finden; nicht umsonst auf der Brust von Vielen unter ihnen das eiserne Kreuz zu sehen, als ein Beweis ihres Patriotismus

Umgekehrt haben viele von denen, welche nach den gro­ßen Siegen und während der procentergiebigen Milliarden- Aera ihren Mangel anReichsfreundschaft" durch eine lärmende Feindschaft gegen die Kirche und die mit ihr ver­bundene Schule, die confessionelle, die evangelische Schule, zu belhätigen suchten, in der Stunde der Noth, ehe man wußte wem Gott den Sieg verleihen würde, sie haben abgesehen von Leib und Leben nicht einmal einen Bruch- theil ihres Vermögens für das Vaterland übrig gehabt. Man weiß ja, wie exempelsweise im Berliner Millionen- Viertel die Kriegsanleihe anfangs ausgenommen worden ist! Die Männer des Protestanten-Vereins aber erklärten offi- ciell:Unsere Arbeit fängt erst nach dem Kriege wieder an." Und, wie gesagt, facta loquuntur, daS Werk muß seinen Meister loben.

Die beften Christen sind immer auch die besten Patrio­ten. Der Heide sagt:Ubi bene ibi patria, wo mit8 wohl geht, da ist mein Vaterland. Der Christ dagegen sagt:Ubi patria ibi bene, nur in meinem Vaterlande fühle ich mich wohl.

Zu guten Christen sollen die Kinder in der Schule he­rangezogen werden. Die Kraft der Erziehung, die bewah­rende, heiligende, charakterbildende Kraft desselben ist eines mit der Kraft des Evangeliums, mit dem Glauben an Je- sum Christum, den Sohn Gottes. Diese Kraft kann ihre volle Wirkung an der Jugend nur dann entfalten, wenn das Evangeliums im Centrum der Schule steht , um daS herum der ganze Unterricht, wie in concentrischen Kreisen, gruppirt ist, und von wo aus alle einzelnen UnterrichtS- gegcnstände ihr Licht, ihre Wärme, ihren Segen, ihr Leben empfangen.

Das kann mit nachdrücklichster Thatsächlichkrit und principiell nur in der confessionellen Volksschule der Fall sein. In der paritätischen Schule dagegen, wird die Re­ligion, das Evangelium aus dem Centrum in die Peripherie geschoben, wird auö dem Lebenselement des ganzen Unter­richts selber ein bloßer Unterrichtsgegenstand gemacht, ein Anfangs wohl noch voranzustellender, dann den anderen gleichgestellter und zuletzt allen übrigen hintangesetzter Un­terrichtsgegenstand. DaS lehrt die Geschichte der Simultan­schule, wo und wann solche auch eingerichtet worden sein mögen.

Daß unter diesen Umständen das Evangelium in seiner erziehlichen Einwirkung auf die Jugend ganz bald sehr beschränkt wird, und endlich derselben ganz verlustig geht, braucht kaum noch angedeutet zu werden.Wie die Alten

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' Einer der Hauptgründe, welche gegen die confessionelle ihr« anb für die paritätische Volksschule geltend gemacht werden, ist die eben so dreiste, wie unwahre Behauptung, daß in ersterer der Patriotismus, die Liebe zum Vaterlande und da- Interesse für Ehre und Wohlfahrt desselben nicht so mal gepflegt worden sei, wie in letzterer der Fall sein würde.

Nun ist es ja richtig, daß das Ehristenthum seinem N^innersten Wesen nach international ist.Ihr seid Alle ,l®$otteS Kinder durch den Glauben an Christum!" Seine Wirkungen aber offenbart das Christenthum innerhalb der Grenzen der Einzetnation, auf dem Naturboden eines be-

^llustrirtes Sonntagsblatt

teu1 toerben für den Monat Deeember von allen

ärch sonderen Volksthums.

I. Auch JesuS Christus, obgleich der Heiland aller Welt fienlmib ihrer Völker, hat hinieden das Gewand der Nationa- id litit getragen, ist nie aus den Schranken eines besonderen Bolksthumö herausgetreten. In seinen Worten und Wer- tat spüren wir den Pulsschlag innigster Volksfreundschast; aus seinen Thronen über Jerusalem leuchtet das Sonnen- zold reinster Vaterlandsliebe. Jesus Christus war ein Patriot in des Wortes höchster Bedeutung.

& In dem Befehle Christi an seine Jünger,Folget mir ine^uach!" darf darum auch eine nationale ©eite gefunden isich «erden. Merdings sollen wir ihm nachfolgen in den ng» Himmel. Innerhalb des Volksthums, in das wir hinein- irth geboren sind, sollen wir trachten nach dem, was droben B« ist. Als Christ höre ich nicht auf ein Deutscher zu sein: sind sondern werde erst ein rechter Deutscher, der ans Vater- tun land, anS thenre, sich liebend anschließt und ihm treu ist

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Piemont und Auvergne.

Frei nach dem Französischen des A. FiSvSe, von Rudolph Mütdener.

(Fortsetzung.)

stellen.

Wie dies bei finanziellen Emporkömmlingen nicht selten der Fall ist, ließ Herr Bechet nach seiner Nobilirung seinen einzigen Sohn nur in den Jseen des Stolzes, der Aufge­blasenheit und Eitelkeit aufziehen. Später kamen dann die, Schmarotzer, die den Bau dieser trefflichen Erziehung vollendeten, indem sie den jungen Mann mit Schmeicheleien überhäuften, sich vor ihm bückten und seine Launen ertrugen, nur um sich in den Strahlen seiner ©onne wärmen, d. h. von seinen Leckerbissen essen und von seinen Weinen trinken las ! zu können, ohne der sonstigen Genüsse zu erwähnen, in welche sie sich mit ihm theilten.

Pfui über daS erbärmliche, verächtliche Geschlecht der Speichellecker und Kriecher, pfui über sie, diese Bedienten­seelen, die die Würde der Menschheit verleugnen und sich zum wedelnden Pudel degradiren, um einen Knochen zu erhaschen, den der Reiche, Vornehme und Mächtige ihnen zuzuwerfen sich herabläßt l Sie sind es, die den oft so ver­letzender Hochmuth jener Aristokratie fördern, welche nicht immer einen Innern Anspruch auf Achtung nachzuweisen hat, wenn sie auch ihre Ttzaler nach Millionen zählt.

Herr Bechet de Pierremalin war eines jener Exemplare,

Herr de Pierremalin war von etwas zweifelhafter Her­kunft. Sein Adel hatte teilte sonderliche Bedeutung, denn sein Vater, ein reich gewordener Lieferant, hatte sich den­selben gegen Baarzahlung gekauft, was freilich den Herrn Sohn nicht hinderte, sie selbst aus gleicher Stufe mit einem Herzoge oder Grafen aus den Zeiten der Kreuzfahrer zu

welche es ohne jenes niedere SchmcichlercorpS, deffen Re­präsentanten überall zu finden sind, nie zu einer Geltung bringen werden.

Durch sie bekam er ein gewisses Selbstgefühl, eine Art Sicherheit, wenn man nicht lieber Frechheit sagen möchte, in der er sich mit den Besten und Edelsten auf gleiche Stufe stellte und für feinen Ehrgeiz jedes Ziel für er­reichbar hielt. Der besonderen und etwas zweideutigen Protektiou eines Ministers hatte er seine Einreihung als Lieutenant im Regiment Piemont und sein schnelles Avan­cement zum Capitain zu verdanken. % War einerseits der Gewinn für die Armee durch diese schnelle Erhebung eines Mannes, dem jede wissenschaftliche und tiefere Bildung mangelte, nur ein geringer, so gewann hingegen andererseits der junge Capitain an Eigendünkel uno An­maßung, in der er sogar so weit ging, daß er sein Auge auf Gabriele de Castries warf, in deren Eltern Hause er als Offizier des Königs Aufnahme gefunden hatte.

Herr Bechet de Pierremalin »spekulirte nicht dumm. Wenn er auch der Außenwelt gegenüber nie ein Wort von dem jugendlichen Alter seines Aoels sprach, so ver­hehlte er sich, wenigstens in lichten Momenten, wo die Einbildung der Einsicht wich, doch nicht, daß eine Ver­bindung mit einem uralten und hochadeligen Hanse, wie das des Marquis und Generals oe Castries, seinem neu­gebackenen Titel nichts schaden würde. Uebervies war Gabriele, wie schon erwähnt, ein Bild von Aninuih, Liebenswürdigkeit und Schönheit, warum sollte sie der Ehre nicht würdig sein, die Gattin eines Herrn de Pierremalin zu werden.

Der junge Capitain von Piemont dachte wenigstens so; er hielt um Fräulein de Castries an und bekam einen Korb, wenn auch in cer artigsten, schonendsten und zarte­

sten Weise, die aber an Klarheit und Bestimuttheit nichts zu wünschen übrig ließ.

Daß Herr de Pierremalin wüthend «ar, ist selbstver­ständlich, um so mehr, als er den abschlägigen Bescheid nicht in der Erkenntniß seines Charakters von Seiten des Generals zuschrieb, sondern dem Umstande, daß Graf de Lourmel im Hause aus- und einging, das was früher von dem selbstgefälligen, verblendeten Emporkömmlinge nicht be­achtet, jetzt aber mit eifersüchtigen Augen für die wahre Ursache seiner Abweisung gehalten wurde.

Graf de Lourmel erinnerte sich, als Pierremalin an ihm vorüberging, mit einem Male an alle diese Tat­sachen, die ungefähr um dieselbe Zett wie die Ermordung des Herrn de Foncolombe stattgefunden hatten. Nun wurde ihm plötzlich klar, von wem, aller Wahrscheinligkeit nach, die schändliche Verleumdung ausging, bereit Opfer er war und der gemeine Rachsucht zu Gründe lag.

Was ihn bisher wie ein Phantom verfolgt hatte, ver­körperte sich jetzt und wurde greifbar in der Person dieses Pierremalin, den de Lourmel fortan als den eigentlichen Urheber seines Elendes betrachtete und gleich einer giftigen Natter unschädlich zu machen sich vornahm.

Die Ueberzengung, nunmehr den Rechten gefunden zu haben, von dem all' sein Unglück ausging und dadurch in die Lage versetzt zu sein, baS Hebel an seiner Quelle zu ersticken, machte ben Grasen förmlich heiter, so baß auch seinem Freunde die plötzliche Aenderung in der Stimmung des bisher so tiefgebeugten nicht entging.

Morbleu! Es heitern sich Deine Züge auf," sagte er, wie wenn dieser kanariengelbe Windbeutel (Piemont's Uniform war nämlich gelb) gleich einem Sonnenstrahl die Wolken auf Deiner Stirn vertrieben hätte. Ich dächte, fein Anblick hätte Dich eher noch finsterer machen sollen?