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Marburg, Mittwoch, 27. November 1878

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interessante Aufgabe der Statistik festzustellen, wie viele wirth- schaftliche Existenzen seit etwa 10 Jahren aus diesem Wege in das Meer des Proletariats gesunken sind.

kugel den letzten Akt des Dramas beschließt.

Auf der andern Seite erscheint der kleine Handelsmann im Dörfchen, er verkauft ja nur Maaren, und er verkauft sie sogar gegen ein Jahr Ziel. Das scheint so ungefähr­lich. Nachher erscheint er wieder und verkauft auf Speku­lation d. h. er legt Maaren bei seinem Kunden nieder in der Erwartung, daß derselbe, wenn das Bedürfniß vorhanden,

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Tagesbericht.

Der „Reichsanzeiger" erklärt die Meldung fron Ber­liner Blättern, daß der Kronprinz dem Festcomit« der Studirenden der 4 Berliner Akademien für den sogenannten Kaisercommers Audienz gewährt und dabei versprochen habe, der Einladung zum LommerS Folge leisten zu wollen, von Anfang bis zu Ende für erdichtet; die Nachricht sei um so befremdender, als sogar der Wortlaut der angeblichen Antwort des Kronprinzen darin mitgetheilt werde.

Der Handels- und Schifffahrtsvertrag zwischen Deutsch­land und Italien ist in Folge getroffener Vereinbarung bis Ende 1879 verlängert.

Die in Preußen bestehenden Vorschriften über die Disciplinargerichtsbarkeit stehen mit der Organisation der ordentlichen Gerichtsbehörden nach verschiedenen Richtungen hin im engsten Zusammenhänge. Das Obertribunal ist der höchste Gerichtshof für die richterlichen Beamten u. s. w. Die mit dem 1. October 1879 eintrelende Aufhebung der bestehenden Gerichte und Staatsanwaltschaften macht daher für die Landeözesetzgebung Bestimmungen nothwendig, durch welche die Disciplinargerichtsbarkeit in Betreff jener Be­amten im Anschluß an die neue Organisation der Behörden anderweit geregelt wird. Das nunmehr im Entwürfe vor- lieaende Gesetz läßt die Vorschriften über das materielle Disciplinarstrasrecht und über das Verfahren im Wesent­lichen unberührt, und beschränkt sich daraufl, die geltenden DiSciplinargesetze nur in solchen Punkten abzuändern, deren andenveite Regelung mit Rücksicht auf die bevorstehende Umgestaltung der Gerichtsbehörden unbedingt erforderlich ist. Wenn auch manche Gründe dafür sprechen mögen weiter zu gehen und hinsichtlich der Justizbeamten die Ge­richtsbarkeit, das materielle Strafrecht und das Verfahren in DiSciplinarfachen von Grund aus neu zu regeln, so haben doch überwiegende Zweckmäßigkeitsgründe dahin ge­führt, die Emanation eines neuen DiSciplinargesetzeS einst­weilen zu vertagen. Die rechtzeitige Erledigung aller bis zum Jnkrastreten der Reichsjustizgesetze erforderlichen Maß­nahmen auf dem Gebiete der Gesetzgebung und der Justiz- I Verwaltung ist für Preußen schon an sich mit vielen Schwierigkeiten verknüpft, daß eS sich nicht empfiehlt, schon vor jenem Zeitpunkt die Revision der bestehenden Gesetz­gebung über das absolut nothwendige Maß auszudehnen- 1 In Betreff der DiSciplinargesetzgebung fällt dieser Gesichts.

Wir sehen den fein gekleideten, mit den elegantesten Ma­nieren ausgestatteten Herrn, mit vielleicht hochklingendem ! Namen, bei Rennen ans dem Sattelplatz erscheinen, hier flüchtige ältere Bekanntschaften erneuernd und cultivirend, dort I neue anknüpfend, heiter, liebenswürdig, ein angenehmer Ge­

thin und erfuhr bei dieser Gelegenheit den Namen des Mädchens." , .

Ah, und ich, der sie ganz vergessen hatte! jam« inerte der Chevalier. „Und hast Du doch wenigstens auch von mir mit ihr gesprochen? Du hast ihr doch hof­fentlich ergäbt, welch' thätigen Antheil ich an ihrer Ret­tung hatte?" „

„Meiner Treu es wäre möglich, daß ich das vergehen hätte. Was kann Dir Übrigens daran gelegen sein?

Wie? was mir daran gelegen sein kann? Auf Ehre, Du "gefällst mir! Warum soll sie Dich allein für ihren Wohlthäter halten? Morbleu! Mir liegt daran, daß auch ich in die Gebete eines so hübschen Mädchens eingeschlosf eu werde."

Der Graf lachte hell auf. . ,

„Ja, lache nur," ereiferte sich d Acigm. Em so wunderschönes Geschöpf! Aber, alle Teufel, waS halt mich ab, ihr nachzulaufen? Sie hat noch keinen so großen Vor­sprung, daß sie nicht mehr einzuholen wäre."

Der Chevalier schickte sich in der Thal «b der Zigeu­nerin nachzueilen, und schon hatte er einige «schritte, oder wenn man lieber will, Sprünge gemacht, als ihn ein neue-, noch schallenderes Gelächter zurückhielt.

„Nun, was lachst Du denn schon wieder? rief

L? schöne, göttliche Jumela, ich bin der sehr noble, sehr reiche, sehr angenehme und in tausend Hinsichten em- pfehlenswerthe Chevalier d'Acigni) und habe mich um Deine Lebensrettung nicht weniger verdient gemacht, als man Freund, der Graf So und so. Ja, im Gegenthah es war sogar mein Wagen, in welchem wir dich nach Caster zurückbrachten, es waren meine Reisedccken, in die wir dich hüllten und es war mein Stock, den ich beinahe um Dei­netwillen an Herrn Hauser zerschlagen hätte. Also herr­

liche, göttliche Jumela! — Sage selbst, ob Du Dich Nicht herrlich auSnehmen wirst, wenn Du diese geschmackvolle An­sprache an die Zigeunerin hältst," rief lachend der Graf, die Haltung und Gestikulationen eines Liebhabers paro- bUe^e8 ist wahr, es wäre lächerlich," gestand der Che­valier zu. , . . ,

„Doch Scherz bei Seite," fuhr de Lonnnel fort, „geben wir die Sache auf. Wenn wir Philantropie zu weit^ trei­ben, wird sie schließlich lächerlich. Jumela ist eine hübsche Person, daß ist wahr; aber sie ist nebenbei auch eine Zi­geunerin, eine Landläuferin, wie Herr Hauser sie doch nicht so ganz mit Unrecht genannt hat. Solchen Leuten gegen­über thut man das, was momentan die Menschlichkeit ge­bietet, dann aber überläßt man sie ihrem Schicksale."

„Du nimm’ Dich in Acht!" rief der Chevalier scher­zend. „Mit Seinen weisen Rathschlägen kommst Du mir verteufelt verdächtig vor. Wie mir scheint, willst Du nur einen lästigen Nebenbuhler von Dir, ober vielmehr von Deiner Jumela ferne halten."

Geh' doch Du bist ein Narr!" entgegnete der Graf lachend. „Ich für meine Person verfüge mich jetzt auf meine Mattatze, denn ich bin ermüdet und schläfrig. Gute Nacht also!"

Herr de Lonrmel zog sich zurück.

„Nun gut," rief ihm fein Freund in scherzhaft drohen­dem Tone nach, „ich will doch sehen, ob, ich Dich nicht noch dahin bringe, mir Deine Theiluahme für diese Blume des Südens zu gestehen."

Auch d’Acigny ging in sein Zelt und schlief daselbs nach wenigen Minuten so fest ein, daß er am anberei Morgen erst wieder erwachte, als der Gras bei ihm an trat und sich höchlich wunderte, ihn noch auf seinem Stroh

Anzeigen nimmt entgegen: die Expedition d. Blatte», sowie b. Ännoncen-Bnreaux von G- L. Daube & Co. in Frankfurt a. M; Jägerstche Buchhandlung daselbst; Hermann'fche Buchhandl. daselbst; Jnvalidendank in Berlin; W. Thiene» in Elberfeld; C. Schlotte in Bremen.

Piemont und Auvergue.

Frei nach dem Französischen des A. FiiMe, von Rudolph Müldener.

(Fortsetzung.)

Jumela blickte traurig zu Boden. Eine Sekunde lang schien sie unschlüssig, bann aber sah sie zudem Grasen wie­der auf und sagte mit melancholischer Resignation:

Jumela wird gehorchen. Sie wird ihren edlen LebenS- retter nicht mehr sehen, aber sie wird bis in den Tod an

^Nun, da gratulire ich!" rief der Chevalier fast är- aerlick' Du scheinst einen tiefen Eindruck auf die Kleine «malt zu habai. Du hast Glück, Kamerad" fügte er hinzu, 5«i 3umel« sch entfernt, und b-ld darauf m «-ch° . kN der Pappelallee verschwand, die nach Corbach führte. „Sie ist ein wahres Götterkind, eine Fee, eine Houn aus ^a®Tblitfte^berbkeinen Zigeunerin so lange als möglich nach, indem er seine Hände als Augenschirm ausfpannte, um bester sehen zu können, bann aber wandte er sich wl - der an de Lourrnel, stellte sich mit verfchraiikten Armen vor ihm auf und sprach nun in ttagl-komlschem Pathos.

„War soll man aber von Ihnen denken, Sie zwer- sacker Verräther? Werden Sie mir nun wohl erklären, wie eS kommt, daß Sie den Namen der schonen Bajadere fennen at8 dies," lachte der Gras,

und von Verrath ist dabei gar keine Rede. Am Abende unserem Abmärsche bin ich nochmals mit Frau §atu fer zu unserem kleinen Findlinge gegangen, um mich u überzeugen, ob für Alles gesorgt war. Ich empfahl bie Kleine noch einmal dem Wohlwollen der braven Wtr-

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- - Es ist dieser Schritt des genannten Abgeordneten jeden- Wo? m8 zur rechten Zeit geschehen, denn gewiß ist man in 3105 unteren Kreisen darüber einig, daß etwas geschehen muß,

Man sehe nur in die Zeitungen. Täglich wimmeln r,f„. dieselben von schamlosen Wuchergeschichten und doch kommen sicherlich nur die wenigsten an das Licht der Oeffeittlichkett,

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lmUh-mdnchmmdm Wach-, ""i“““'";, . . macht -r dm Priis. Sr ttogt ab» xtfl w-nn .in

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imcu, wvuH ..y.■ ♦.....- , q t Der Ländler giebt allerdings Frist, und immer wieder Frist,

D.r Wucherer tot wn b« "“f LU „ich« nmfduft, f°»d-M 8-8™ Prodisidn. «euer

ipecuiiri uuj —i—, — i""” «iotfe Quantität Frucht oder einem höheren Zins muß ;ede §rtft er-

Wncher desto mehr, je großer dre wirthfchaftlichen Jtot^ | Schließlich dringt er auf Bezahlung, zu einer

Leit, in der wie er weiß, der Schuldner gerade kein Geld im t । Hause hat. Ein anderer Handelsmann schießt das Geld r bann vielleicht gegen Wechsel auf höhere Summen vor. Auch hier wieberholt sich das Spiel ber Fristbewilligung. Wetter immer weiter abwärts geht's nun mit dem kleinen Landmann, er ist gänzlich in der Hand der Wucherer, bis endlich das Netz niederfällt, die Schlinge, die ihm schon lange lose um den Kopf geworfen war, zugezogen wird. Er ist verloren. So handirt der Wucherer im Salon, so in der Hütte. Ader auen jtrtucu . zwischen diesen Beiden da lebt und wirkt die große Menge

blüht in der Residenz der Abstufungen. Sie bringen alle, einer wie der andere, TS GTÄÄ « Mnft™ D°-fch-n. 1---- °- ‘‘-k “• <*«

und stürzt den kleinen Landmann inS Unglück, hier auf diese dort auf jene Weise; erst einschmeichelnd und llebens- würdia geduldig, so lange das Opfer Garantien bietet, dann unverschämt, hart und grausam, sobald dem Opfer der Boden UntUnbVaUaen möglichen Gestalten erscheint der Wucherer.

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yngeH nimmt entgegen: , ^Srvedttio» d.Blatte», .iedÄnnencen-Dureaur - xh. Dietrich & Co. m -ßil und Hannover; Tb.

in fttontfurt o- JR« t

Best-ll«Ngeu auf die

Sberhessische Zeitung

mit Gratisbeiblatt llvllv ......__________ „. , .

L «V sellschaster, mit dem man gern Abends hier ober bort tu

^vonnragsvtarr ^araten äimmer eines ftinen Restaurants ein Glas lLa»» für den Monat DtteMdtk von allen Sekt trinkt und ein Spiel macht. Hat man verloren, und ton rJrt0M AnnpMnmmen man hat es meist diesen Bauernfängern der schlimmsten

tzostanstalten angenommen Sorte gegenüber, und der Verlust übersteigt die mttgebrachte

\_____Baarschaft, so ist der glückliche Gewinner gern berei, eine

Q«r Wnckerfrane. Handschrift auf Wort oder ein Wechselchen, bte Plänkele

gut WUkyerf B J cr meist in der Tasche, statt Baar anzunehmen; dies

. I ift ber 9lnfcin(i Dom @nbe. ©ie «ftunbfcbrift, bcr

Wir haben in unserer Nummer. die Mitch . 1 ^..sen bald eingelöst werden, das Geld wird aufge-

■ «ng gebracht, daß der Abgeordnete Freiherr v Schort - n " hohen Zins, Wechsel die auf t z höher lauten Ader ttft eine Interpellation -mg-bracht L°b / m welcher^ ^r, die'man baar empfing oder Ehren-

~ iw« dm Lw.J »äMÄ*“*'16,1

Mein & Vogler in »nkturt a M., Berlin, ü»iä, Cöln rc.; Rudolf ksie in Berlin, Frank» ftttt a. M. rc.

äglich auch liest man die unverfrorensten Annoncen, in dene.1 ein stiller Theilhaber gesucht wird gegen einen Ge­winnsatz von 50 ober 80 pCt per Monat boni 1000 Mü Einlage, ober Annoncen, aus benen man ersieht, bah dies oder jenes Bankhaus (?) Beamten und Offizieren Dar- ^So^blüht ^der Wucher, und in allen Kreisen der Be­völkerung findet er seine Opfer, er

,, Verderben, sie sind die Schmarotzerpflanzen an dem edlen ' Stamme unseres Volkes. .

Es würde zu weit führen, alle die verschiedenen Mani­pulationen anzuführen, mit welchen die Wucherer ihr Opfer an sich locken und umgarnen. Eine sehr ergiebige Erndte bietet den kleineren Wuchern, wie geschildert, die Zertrüm­merung von Bauerngütern. Es wäre in der Thai eine