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.»eigen nimmt emgegeti:

»Expedition d.Blattes, gute d.Annoncen-Bureaux in It. Dietrich & Eo. in -affel und Hannover; Th.

liettich in Frankfurt a.M.; laasenstein L Vogler in rnnlfurt a. M., Berlin, [II -i-ziS, CSln ic.; Rudolf

leffe in Berlin, Frank- til furt a. M. =L_____

Marburg, Mittwoch, SO. November 1878

XIII. MkgMg.

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Anzeigen nimmt entgegen: die Expedition d Blatter, sowie d. Annoncen-Bureaux von G- L. Daube & Co. in Frankfurt a. M; Jäger'sche Buchhandlung daselbst; Hermann'sche Buchhandl. daselbst; Jnvalidendank in Berlin; W. Thiene« in SIberfelb; C. Schlotte in Bremen.

Erscheint täglich außer an den Werktagen nach Sonn- und Feiertagen. Preis für das Quartal mit der wöchentlichen BeilageJllnftrirteS Sonntagsblatt" durch die Expedition (Koch'sche Buchdruckerei) bezogen 2k Mart, durch die Postämter des Deutschen Reiches 2 Mark 50 Psg. (ejcL Bestellgebühr). Jnsertionsgebühr für die gespaltene Zeile 10 Pfg.

Für in der Expedition zu ertbeilende Auskunft und Annahme von Abreffen werden 25 Pfg. berechnet.

Em Fortschritt i« der Zollpolitik.

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Piemont «ud Auvergne.

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Doctor Papillen war ein kleiner, munterer und beliebter Seit dreißig Jahren keim Rcgimente Auvergne an-

ffstellt, war er der Freund der Offiziere und Soldaten, fet denen kaum einer im Rcgimente war, dem er nicht

Aber sofort erhebt sich überall auf Seiten der Gegner 8n arger Lärm, als wäre daS schlimmste Unrecht geschehen, stm schreit die Industrie werde dadurch, daß man ihr sm Bezug billiger Rohprodukte aus dem Ausland entzieht,

Müldener.

, (Fortsetzung.)

Erst nach einigen Minuten wurde der Gegenstand der Debatte wieder ausgenommen, und zwar hatte der Regi- vusarzt das Wort, 'welches er mit um so größerem Eifer

Ohrte, je lebhafter die Opposition war, auf die er allent-

Mvn einen Säbelhieb zugeflickt, eine Kugel ausgezogen, tr einen gebrochenen Arm oder Fuß wieder eingerichtet tte.

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Der Umgang bildet den Menschm; in Folge besten at Doctor Papillon trotz seiner friedliebenden Natur durch ges;eM> durch Soldat geworden. In fortwährendem Verkehr ttioll. it den bärtigen Kriegern seines Regiments hatte er selbst 775^ manches in sich ausgenommen, was im direkten Wider- ' ' Bruche zu den Grundsätzen stand, zu denen er offen sich be-

1 ai nach dem Französischen des A. Fi6v6e, von Rudolph

geschädigt.

Kaum ist nach langer Zeit und vielen Kämpfen enb- den Industriellen und dem Handelsstande soviel abge- ängen, daß sie zugestanden, daß die Eisenbahn-Differential- mfe die Landwirthschaft nicht allein schwer schädigen, sondern xradezu unfähig machen, mit dem Ausland erfolgreich zu rahmten, sobald aber dieser Satz der Theorie in die Praxis Ersetzt werden soll, wird wohl dies Zugeständniß nicht ich Vorhalten, wie die neuesten Ereignisse zeigen.

»Das Privilegium der Differentialtarife ist nämlich jetzt lcwa11 if den preußischen Staatsbahnen der ungarischen Eichen- nbe entzogen worden. Jetzt beschweren sich schon die libe- Köllt i« Zeitungen darüber, weil die Leder-Industrie ruinirt «de/

»Siagf gft das nun wirklich wahr? Augenblicklich ist die Leder- / j einen Zoll auf gegerbtes Leder aller

geschützt/Thiere und rohe Häute dagegen werden frei : Word ^ortirt. Dieser Umstand kam der $ Entwickelung der U'gbai heimischen Lederindustrie 'so zu statten, daß sie auf Aus- br bedacht sein mußte. Geht aber das Geschäft im Spe- ellen hier die Leder-Industrie etwa wegen Ueberproduktion ersebechirllich einmal schlecht, so müssen natürlich nach der jetzigen " irthschaftsthevrie sofort die Transporterleichterungen und

Differentialtarife zu Hilfe kommen.

Industrie und Handel wollen sich mit einem Procent- Gcwinn von 34 Procent nicht begnügen, ein Pro- ffatz, mit welchem der Landwirch heute sehr zufrieden ist. Als in Folge der Entwickelung der Gerbereien die Nach- ge nach Eichenrinde sehr stieg, da wurde selbst vom preu- en landwirthschaftlicheu Ministerium den Grundeigen- mern in Preußen die Cultivirung von Eichenschälwal- lgen empfohlen. Anfangs von Erfolg hat die Cultur elben längst aufgehört rentabel zu sein. Die Einfuhr- ächterungen welche den ausländischen Eichenrinden gewährt rben, denn die Leder - Industrie bedurfte billiges . . Lerial tragen die Schuld, die Industriellen jedoch ter , Wen nichts darnach. Aber trotzdem jetzt überall Geschrei -mieth« $eix Aufhebung des Differentialtarifs für ungarische Ei- - münde, überall Lärm, daß die Lederindustrie zu Grunde he. Was würden wir zu Horen bekommen, wollte man

lldnstrie noch durch 8lK9' rt geschützt, Thiere

tonte.

Ritt. 3 u- So kam es bisweilen vor, daß er, als abgesagter Feind . * r Trunkenheit, eine donnernde Strafpredigt gegen dieselbe a&82 während er die Nachwehen verspürte, die ein paar ' 1 las zuviel in seinem Kopfe zurückgelasfen hatten. Nicht i iel besser erging es ihm in der Regel bei seinen Er- tohnunzen zur Geduld und Nachsicht, zur Duldsamkeit Hb Versöhnlichkeit. Gewöhnlich, wenn er, dieses Thema «ührle, redete er sich in einen solchen Eifer hinein, daß

t oft mit aller Gewalt auf den Tisch schlug und ein

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SM« Endlich ist einmal durch den Handelsminister in die jgttte der Differentialtarife hineingegriffen, und damit der »fang gemacht, einige Glieder aus derselben herauszu-

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einen Zoll auf auswärtige Rohhäute und Thiere legen. Die Industrie hat stets bei unö vor der Landwirthschaft viel vorausgehabt. Man meint ja sogar alles was für die Landwirthschaft aufgewendet werde, daS sei verschwendet, während es der Industrie zugute kommen müsse.

Durch solche Theorien schädigt man aber Landwirthschaft und Jndustüe; die Landwirthschaft weil man sie vernach- läßigt, die Industrie indem man sie überfüttert, und eine künstliche Ueberproduktion hervorrust, deren Rückschläge nicht ausgeblieben sind, und ferner nicht ausbleiben werden.

Tagesbericht.

DerReichsanzeHr" schreibt: Französische Blätter bringen die Nachricht, daß die deutsche Regierung von den Samoa-Inseln Besitz genommen habe und dieselben zu einer deutschen Colonie zu machen gedenke. Daß Deutschland die Erwerbung oder Gründung transatlantischer Colonien nicht beabsichtige, ist wiederholt in authentischer Form er­klärt worden. Betreffs der Samoa-Angelegenheit hat die Nordd. Allg. Ztg." vom 10. November eine eingehende Darlegung des Sachverhalts gebracht, woraus sich ergiebt, daß die deutsche Regierung in den (Lüdsee-Inseln keinen anderen Zweck im Auge hatte, als die vertragsmäßig fest­gestellten Rechte der Reichöangehörigen, welche sich auf Samoa angesiedelt haben, und die friedliche Entwickelung des deutschen Handels zu schützen. Die gegenwärtige Krisis auf den Samoa-Inseln wird ihre natürliche Losung dadurch finden, daß die Landesregierung sich entschließt, mit den bethciligtcn Staaten einen Vertrag abzuschließen, welcher denselben die Deutschland bereits zugesagte Stellung der meistbegünstigten Nation einräuml und verbürgt.

DieNordd. Allgem. Ztg." bestätigt, daß Oesterreich den Antrag Deutschlands auf einjährige Verlängerung des Handelsvertrages ablehnte, und gleichzeitig andere Propo- sttioneu machte, die auf einen Miislbegünstigungsvertrag aus 1 Jahr oder längere Dauer unter verschiedenen Mo­dalitäten für den einen oder anderen Fall hinauslaufen. Eine principielle Verständigung scheine noch nicht erzielt, doch sei dem Vernehmen nach die deutsche Regierung ge­neigt, auf den Vertrag für 1 Jahr einzugehen, namentlich falls der Veredlungsverkehr gegen Gewährung des Zollcar- tells gesichert werde.

Wir haben erst kürzlich wieder gemeldet, daß die deutsche Regierung eine weitere einjährige Verlängerung des deutsch österreichischen Handelsvertrages in Wien vorge­schlagen habe. Es kam der deutschen Regierung darauf an, einen angemessenen Austrag zu finden zwischen jetzt

ersichtlichen Verhandlungen über einen Tarifvertrag und den Anschein eines vertragsmäßigen für beide Theile nütz­lichen Verhältnisses: die Rückäußerung hierauf ist nunmehr erfolgt. Die österreichisch-ungarische Regierung erklärt sich namentlich mit Rücksicht auf den am 1. Januar 1878 ins Leben tretenden autonomen Zolltarif außer Stand, auf den deutschen Vorschlag einzugehen; sie macht indeß für die Regelung der beidersütigen Verkehrs-Beziehungen ander­weitige Vorschläge, um dein Eintritt eines vertragslosen Zustandes vorzubeugen. Diese Vorschläge gehen im We­sentlichen auf einen Meistbegünstigungsvertrag hinaus, der sei es auf 1 Jahr, sei es auf längere Zeit abzuschließen sei, da verschiedene Modalitäten zur Wahl gestellt werden. Eine püncipielle Verständigung auf Grund dieses Vor­schlags scheint noch nicht erzielt, doch dürfte, wie wir vor­läufig Horen, die deuffche Regierung geneigt ftin, auf einen Vertrag einzugehen, jedoch höchstens auf 1 Jahr und zwar unter der Bedingung, daß der Veredelungsverkehr anftecht erhalten bleibe. y

Gestern ist der zweite Band des BuchesFürst Bis­marck von Ludwig Hahn" veröffentlicht. Daffelbe will be­kanntlich in der Sammlung und Anordnung des gesammten authentischen Materials ein vollständiges lebendiges Bild der Entwicklung der Bismarck'schen Politik geben. Der im Frühjahr erschienene erste Band ging bis zum Frühjahr 1870, der zweite beginnt mit dem französischen Kriege und geht bis zum Frühjahr 1877. Die politische und diplo­matische Geschichte des Krieges gegen Frankreich nimmt einen bedeutenden Raum in diesem Band ein und im Zusammen­hang damit die Geschichte der Gründung des deutschen Kaiser­reichs. Von besonderem Jntcreffe wird in diesem Augen­blick die Darstellung von der Entstehung und dem Verlauf des kirchlichen Kampfes, von der Berufung des vatikanischen Concils bis zn der letzten kirchenpolitischen Vorlage, sein. Auf dem Gebiete der auswärtigen Poliük tritt neben den weiteren Verhandlungen mit Frankrüch die Thatsache der Dreikaiserpolitik in den Vordergrund, und unter den Epi­soden in Bezug auf Belgien, Spanien, die Kriegsbereitschaft von 1875, besonders die diplomatische Korrespondenz, welche aus Anlaß deS Arnim'schen Prozesses bekannt geworden ist. Als eine der interessantesten Seiten des staatsmännischen Wirkens des Fürsten Bismarck hebt der Verfasser die Be­handlung der elsaß - lothüngischen Angelegenheiten hervor. Auch auf dem Gebiete der neuen Reichspolitik enthält dieser zweite Band eine Fülle des mannigfaltigsten und bedeut­samsten Materials. Der Band schließt mit der Beurlau­bung deS Fürsten im Frühjahr 1877. Die Vorrede be­merkt in dieser Beziehung, dieser Zeitpunkt bezeichne einen Abschnitt und in mehrfacher Beziehung einen neuen AuS-

Donncrwetter nach dem andern losließ, um seinen Zuhörern zu beweisen, daß Geduld eine sehr schöne Tugend sei, deren sich Jeder befleißigen sollte.

Kurz, der gute Doctor hatte seine kleinen Fehler, das unterlag gar keinem Zweifel; allein es zierten ihn auch große Vorzüge. Dahin gehörten als Mensch seine unend­liche Herzensgüte und sein rechtlicher Sinn, als Arzt aber seine außerordentliche Geschicklichkeit, die unverdrossene Sorg­falt für seine Patienten, sein unermüdlicher Eifer, ihre Schmerzen zu lindern und sein ernstliches Bestreben, sie wirklich zu heilen, statt mit jener gewissenlosen Leichtfertig­keit zu verfahren, der in Spitälern schon so viele Unglück­liche zum Opfer wurden.

Galt cs auf dem Schlachtfelde Verwundete zu verbinden, so konnte keine Gefahr, und wäre sie noch so groß gewesen, ihn abhalten, seine Pflicht zu thun. Bei allen Schlachten durfte man sicher annehmen, den philanthropischen Chirur­gen mitten unter den Soldaten zu treffen, wo er dann eilt so reges Interesse an dem Gange des Gefechtes nahm, daß er in gewissen kritischen Momenten wohl zuweilen selbst eine Muskete aufhob und mit erprobtem Mulhe mitten unter die Feinde hineinschoß, um zum Siege seines geliebten Regiments sein Scherflein beizutragen.

Dies war der Mann, der in dem Augenblicke, als Henry eintrat, das Wort führte und nun allerdings in seinen wohlgemeinten Ermahnungen fortfuhr, nachdem sich der Lärm der ersten Begrüßungen gelegt hatte.

Ihr seid hartgesottene Sünder , Starrkopfe, Felsen­blöcke!" rief er mitten unter die Offiziere hinein, die ihm diese Ausdrücke nicht im Geringsten verübelten;ja, das seid Ihr, weil Ihr mit aller Gewalt Euer Ohr den Wor­ten der Vernunft verschlossen haltet, mit denen ich nun schon seit einer ganzen Stunde in Euch hineintede. Es ist von beiden Seiten der Ehre genug gethan, von beiden

Seiten ist edles, tapferes Blut nur zuviel geflossen, so gebt also jetzt endlich nach und benehmt Euch heute Abend bei unserm braven Commandantcn so, daß sein edler Zweck, den er bei dieser (Reunion im Auge hat, erfüllt wird."

Wenn wir ihnen mit Artigkeit zuvorkommen, so sind sie in ihrem Eigendünkel am Ende im Stande, dies für Furcht zu halten," warf ein alter Capitäu mit weißen Haaren dagegen ein.

Ei, St. Firmin," entgegnete der Doktor immer hitziger ich hätte Sie für klüger gehalten. Wenn die Alten solches Zeug schwatzen, was läßt sich da von den Jüngeren er­warten?"

St. Firmin hat Recht! Ja, er hat Recht!" schrie nun Alles, so daß selbst die kräftige Stentorstimme des Chirurgen dm Tumult nicht mehr bewälttgen konnte. Erst nach einigen Minuten gelang es ihm wieder zu Worte zu kommen.

Eine hübsche Manier dies, sich über einen Gegenstand zu besprechen und Meinungen auszutauschen," rief er, noch ganz betäubt von dem Geschrei, welches sich so unisono er­hoben.Und wenn St Firmin wirklich so weit ginge, unser artiges Entgegenkommen auf eine so dumme Weise zu Derfemten, wer wäre dann der Blamirte? Wir doch wahrlich nicht, das werdet Ihr wohl einsehen. Wenn sie einen solchen Unsinn denken könnten, so habt Ihr ja immer wieder Gelegenheit, sie eines Anderen zu belehren."

Also dann wären Sie bamit einverstanden, daß wir den Flamberg wieder ziehen, Doctor?" wurde erwidert.

Ja, denn ich verlange ja nicht, daß Ihr Euch plötzlich in Lämmer verwandeln und Euch von den Wölfen ger- reifen lassen sollt Nein, vertheidigt Eure Ehre, wenn eS sein muß; aber gebt auch den Beweis, daß Ihr versöhn­lichen Charakters seid und Geschehenes zu vergessm wisset"