Einzelbild herunterladen
 

xm Zhrgmg.

JRarßurg, Dienstag, 19. November 1878

r. 271

OhrrWU IcitiiU

zar Ausführung des Socialisteu-Gesetzes

Ittel gefunden.

Piemont und Auvergne.

n.

78

rbar-

78.

¥

>a önl

5,

8.

lein

v B

ialarzt etadt). indelt

te, ht, nn is- 63

n l 30 traß

Die Nordd. Allgem. Ztg. ist in der Lage das Schrei- mitzutheilen, welches der Herzog von Cumberland an- lich des Todes seines Baters seiner Zeit an den Kaiser

nit do- ag- en-

er- in- to-

er, 116, la- eS, fit

Henry zuckte die Achseln.

Du zweifelst noch?" rief Herr de Castries.Nein, nein, ich habe eine bessere Meinung von Euch. Wie Ihr erfährt, daß gegen den Feind geht, daß eS nun wieder eine neue Gelegenheit gießt, Euch gemeinschaftlich auSzuzeichnen und der Welt zu zeigen, baß Auvergne und Piemont, wenn vereint, unüberwindlich sind, und Ihr wäret noch im Stande, in dieser Feindschaft zu verharren, die selbst auf die DiSciplin Eurer Leute nachlheilig wirkt? Nein, ich will es nicht glauben 1 Morgen, ich bin eS über­zeugt, oder vielmehr noch heute Nacht, werden Auvergne und Piemont auSgesöhnt sein und Arm in Arm nach Köln marschiren. Und nun geh', mein Sohn, und theile eS un­verhohlen Deinen Kameraden mit, was ihr General von ihnen hofft, welches Vertrauen er in ihre Loyalität setzt und wie schmerzlich es ihn berühren würde, wenn er sich ge­täuscht sähe."

Henry, der seinen Onkel wie ein dankbarer Sohn liebte und verehrte, entfernte sich ziemlich verstimmt, denn er fürch­tete sehr, und wohl mit gutem Grunde, daß dir Erwartun­gen des MarquiS sich nicht erfüllen würden.

Der Anblick des fröhlichen Lagerlebens zerstreute ihn indessen bald, denn überall bot sich seinem Auge jene reiche Abwechslung von Scenen, an denen sich das Herz eines ächten Soldaten jederzeit erfreut.

Namentlich in der Reihe der Marketenderzelte ging eS lebhaft her, denn Zelt an Zelt, Butze an Bude, Alles bunt beflaggt und bewimpelt, in welchen Erfrifchungen aller Art feilgeboten wurden, waren von Ofsiziereu, Unteroffizieren und Soldaten überfüllt.

Der junge Capilän erkundigte sich, wo die Offiziere feines Regimentes hinzugehen pflegten und wurde an eine geräumige Baracke geführt, in welcher er in der Thal fast die seine Kameraden antraf, die eben in einer lärmenden

Tagesbericht.

Die Eröffnung des Landtages am 19.b. findet Mittags t 12 Uhr im Weißen Saale deS königlichen Schlosses zu in statt.

.878

Und Piemont."

Hml" brummte Henry, als wäre eS ihm lieber gewe- en, wenn er den Namen Piemont nicht gehört hätte.

Verhandlungen schon die Aufhebung des kirchlichen Gerichts­hofes in Aussicht gestellt hüben soll; es will uns indessen bedünken, daß die Mittheilungen in dieser Richtung noch sehr der Vervollkommnung bedürfen. Allen diesen Frie­densgerüchten versichert dieGermania":Deß darf der apostolische Stuhl wie die Regierung gewiß sein, daß das Centrum die Resultate der Verhandlungen mit dem Re­spekt, den es den Entschließungen des heiligen Stuhles schuldig ist, acceptiren und mit Freuden begrüßen wird. Das Zentrum wird glücklich sein, wenn die Kämpfe, die eS Jahre lang führen mußte, aufhören, und eS ihm vergönnt ist, in innerem Frieden an den großen Aufgaben mitzuax- beiten, deren Lösung die nächste Zukunft gebieterisch ver­langt." Und ferner schreibt dieGermania" gegenüber der Gefahr einer neuen Schärfung des CullurkampfeS durch das Scheitern der Verständigungsversuche: ES würde ein ein entsetzliches Verhängniß für Dentschlad sein, ein Unglück, das nie wieder gut zu machen wäre. Es soll an uns nicht liegen, waS nur in unseren Kräften steht aufzubieten, die Gefahr zu beschwören. Können wir dabei auf Seite der Regierung und der konservativ Partei .stehen, es soll uns hohe Freude sein!

Bei dieser Gelegenheit wollen wir die interesianie Nach­richt nicht unerwähnt lassen, daß dieGermania" wegen ihrer bisherigen schroffen Haltung gegenüber den schweben­den Verhandlungen von »er römischen Curie qlS officiöse- Organ aufgegeben ist. An ihrer Stelle wird ein Mainzer ultramontanes Blatt dem Papste zur Disposition stehen. Neulich schon schien es, als sollte daS ultramontane Lager in Mainz koncentrirt werdendes erging nämlich eine An­zeige, daß dort eine ultramontane Correspondenz herausge­geben werden solle (die übrigens monatlich pränumerando einhundert Mark kostet k)

1 Die französische HandelSstaMk entM sehr lehrreiche Zahlen in Bezug auf die Eisen-Industrie. Im Jahre 1874 berechnete sich die französische Eiseneinfuhr auf 14, der Werth der französischen Eisenausfuhr auf Millionen Francs. Dies erstaunliche Resultat erzielt da» für die Eisen-Industrie nicht natürlich beanlagte Frankreich durch seine Zollpolitik und besonders auch dadurch, daß es die Einfuhr des bil­ligeren ausländischen Roheisens und die Ausfuhr der theueren fertigen Fabrikate durch die titres d'aequits a caution begünstigt. Die Frankreich fehlenden Steinkohlen liefern England, Belgien und Deutschland den Franzosen unter den Selbstkostenpreisen und ziehen es dafür vor, viel thenere Fabrikate ihrerseits aus Frankreich zu kaufen. Die In­dustrie eines jeden Landes muß eben nothwendig durch die Uederproduktion in der Industrie eines änderen Lande» in Mitleidenschaft gezogen werden. Verschleudert England seine

Buchdrucker«:) bezogen 'gür jn der Expedition zu ertbeilende Auskunft und Annahme eon Adressen werden 25 Pf», berechnet.

tri »ach dem Französischen des A. Fi<=v<=e, von Rudolph Müldener.

V'r >r (Fortsetzung.)

feifc König gerichtet hat. Das von Gmunden, im Juli 1878 1878 datirie, an des Königs von Preußen Majestät adres- i«. . irre Schreiben zeigt den Tod des Königs Georgs an und

le»Die Armen!" seufzte der Marquis, nach dem er den itief gelesen hatte; sie schweben in einer beständigen Angst tot mich und haben leine ruhige Minute. Was werden

BH.! it erst sagen," fügte er hinzu, wenn sie erfahren, daß wir tt/ » einigen Tagen mitten im Feuer stehen?"

5Wirklich? l ries de Lourmel. - ,

Ja, aber ich will, daß darüber das tiefste Stillschwer- .m beobachtet werde. Laß' also nichts davon verlauten.

, aj jörst Du? Ich habe meine Gründe, die Du später er- führen wirst. .

lieber meine Lippen soll kein Wort kommen," versicherte rrtizi ;unge Graf.Aber das ist ja herrlich," rief er ent- .; j juckt,denn was wäre unter Ihrem Commando für uns e.) Cr feindliche Kanonendonner anders, als das Präludium Ml einem feierlichen Tedeum?"

Willst Tu schweigen, Du Schmeichler! entgegnete btt Marquis lachend.Wir werden von hier aus nach «tzln gehen, wo unter meinem Commando ein Corps von jivanzigtaufend Mann zusammengezogen wird, welches den Herzog von Braunschweig aus der dortigen Gegend ver­treiben soll." .

Natürlich ist Auvergne auch dabei?" fragte der Graf ,y.v hastig, da er schon Angst hatte, daß sein Regiment etwa M-11' ju rückbleiben müßte.

Nun freilich," versicherte Herr de CastneS,Auvergne

urigen nimmt entgegen: Upedttiond.Blatte», Quan- .ledÄnnoncen-Bureaux ["209(1 i Tb. Dietrich & Co. rn 1 , -e[ und Hannover; Th. IHB i-mchinSranksurta.M.;

irienstein & Vogler in ----' nntfurt a. M.. Berlin HD, h).ia, C»ln k.; Rudolf

** »Se in Berlin, Franl- 1 furt a. M- re.

» um Tag vergeht seit der Wirksamkeit des Socia- I lstKqcfetzes und die Socialdemokratie scheint so vollkommen Mchirgcfchmettert, daß auch noch nicht die geringste Ord- WMswidrigkeit zu regiftriren gewesen ist.

«bisher haben die Regierungen nut Mn einem Theil ta Vollmachten Gebrauch gemacht. Sie haben Zeitungen Mschristen, Vereine in Masse verboten, aber noch keine Mregel persönlicher Art gegen einen socialdemckrattschen Mer ergriffen. Möglicherweise sehen sie ganz davon ab, t sich innerhalb den der Ausführung des Gesetzes bis Mgegebenen Grenzen eine hinreichende Wirksamkeit zeigt. 1 M Führer der Socialdemokratie hätten vielleicht Lust, zu Entern zu werden und den Wanderstab zu ergreifen Hin« Exil zu wandern. Aber die Regierung wird den

en diesen Gefallen wohl nicht thun.

Alles in Allem kann man also jetzt darauf rechnen, daß Socialistengesetz ohne Störung ausgeführt werden wird, f die Lamentationen der fortschrittlichen Blätter werden Ende nehmen, und die Mehrheit im Lande wie im Mage wird in der ruhigen Ausführung deS Gesetzes U Beweis dafür finden, daß sie das Richtige getroffen E als sie das Gesetz annahm.

Die Regierung gewinnt damit freie» Feld für eine re Thätigkeit, und sie will die Gunst des Schicksals bar benutzen, zunächst um die Steuer- und Zollver- isse umzugestalten, im Sinne einer schützenden Politik, i welcher dann eine Besserung der jetzigen sehr üblen des Handels, des Ackerbaues und aller Gewerbetha- iaknt erwartet wird. _ , . x. . v

Msi 6er äußerlichen Beruhigung der Socialdemokratie wird uch ferner ein freies Feld geschaffen für die Bemühungen das 05 der arbeitenden Klassen zu verbessern, und die Blätter rftürzen sich jetzt in Vorschlägen, darüber -wie dieses Gehen solle, hoffentlich wird auch hierin das rechte

Anzeigen nimmt entgegen: die Expedition d Blarte», sowie d. Annoncen-Bureaux - 1 von G- L- Daube & Co- in

Franifurt a. M; Jäger'sche Buchhandlung daselbst; Hermann'sche Buchhandl. daselbst; Jnvalidendaick in

Berlin; W. Thiene» in Elberfeld; C. Schlotte in

Bremen.

fährt dann fort: In Folge dieses Todesfalles sind alle Rechte, Prärogative und Titel, welche dem Könige, mei­nem Vater überhaupt, insbesondere in Beziehung auf das Königreich Hannover zustanden, kraft der in meinem Hause bestehenden Erbfolgeordnung auf mich ubergegangen. Alle diese Rechte, Prärogative und Titel halte ich voll und ganz aufrecht. Da jedoch deren Ausübung auf das Königreich Hannover thatsächliche für mich selbstverständlich nicht rechts­verbindliche Hindernisse entgegenstehen, habe ich beschlossen, für die Dauer dieser Hinderniffe den TitelHerzog von Cumberland, Herzog zu Braunschweig und Lüneburg" mit dem PrädikateKönigliche Hoheit" zu führen. Indem kfj auch hiervon Mittheilung mache, wird besonderer Erwäh­nung nicht bedürfen, daß meine und meines Hauses in voller Selbstständigkeit bestehenden Gesammtrechte durch zeit­weiligen Nichtgebrauch der dieselben bezeichnenden Titel und Würden in keinerlei Weise aufgehoben, oder eingeschränkt werden können. Ich verbleibe Euer Majestät freundwtlli- ger Bruder und Vettxr Ernst August. - j

j. , -#53-».

Die vom BundeSrathe angeordnete.. Ermittelung des Ernte-Ertrages für das lausende Jahr findet in Preußen bekanntlich in der zweiten Hälfte dieses Monats statt. Mit t Rücksicht auf diese nun unmittelbar bevorstehende Ermitte­lung ist den Landwirthen und landwirthschastlichen Vereinen regierungsseitig drtugend empfohlen worden, die mit bet Ermittelung beauftragten Behörden und Beamten möglichst zu unterstützen und denselben die erforderliche Auskunft be­reitwilligst zu ertheilen. "

Neber die Möglichkeit eines mehr vder weniger nahe bevorstehenden FrieLensschlusses zwischen Berlin und Rom sind in den letzten Tagen wieder recht umfangreiche Debat­ten gepflogen worden hervorgerufen durch die folgende Depesche aus Rom:Die aus Deutschland auSgeroiefenen Bischöfe haben an den Vatikan ein Memorandum gerichtet, in welchem sie, in Folge der an sie ergangenen Aufforde­rung, ihre Anschauungen betreffs einiger Punkte der Un­terhandlungen darlegen. Die Bischöfe sprechen hierbei den Wunsch aus, daß man zu einem billigen Uebereinkommen gelangen möchte." (Ausgewiejen sind die Bischöfe übrigens nicht, sondern sie haben sich durch die Flucht der Abbüßung gegen sie verhängter Strafen entzogen.) Gleichzeitig wurde mitgetheilt, die Curie fei bereit, zuzugeben, daß die Geist­lichen ihre Ernennung den bürgerlichen Behörden anzeigen; sie wolle sich sogar herbeilassen, bei Bischofsernennungen einen von drei von der Regierung vorzuschlagenden Can- didaten zu ernennen. Hierin ist nun Nichts erwähnt, von Gegenleistungen und man muß in dieser Beziehung auf das Gerücht zurückgreisen, daß Bismarck bei den Kissinger

--

Ci, soll denn diese gegenseitige Abneigung zwischen Euch ewig dauern?" entgegnete der General unwillig.ES müs­sen diese fortwährenden Reibereien ein Ende nehmen. Ich will eS! Uebrigens," fügte er, wieder sich selbst beruhigend hinzu,ist, Gott fei Dank! die Stimmung schon merklich besser geworden, denn seit acht Tagen sind Auvergne und Piemont wieder beisammen und merkwürdiger Weise ist trotzdem während dieser ganzen acht Tage nicht ein einzige» Duell vvrgekommen."

Ach, ich fürchte, daß dies nichts beweist," sagte der Gras;der Haß ist zu tief eingewurzelt."

Du sprichst wohl aus eigener Erfahrung?" erwiderte der Marquis im strengen Tone.

Glauben Sie mir, mein bester Onkel," beteuerte Henry, daß ich mir schon alle erdenkliche Mühe gegeben habe, auf meine Kameraden zu wirken und ihnen versöhnliche Gedanken einzuflößen. Aber das Uebel sitzt zu tief. Man giebt meinen Vorstellungen kein Gehör und wundert sich nur, daß ge­rade ich, der an der Sache am meisten Betheiligte, so spre­chen kann." ,

Jedenfalls macht dies Deinem Charakter die größte Ehre," erwiederte der MarquiS, indem er seinem Neffen zu­frieden auf die Schulter klopfte.Doch beruhige Dich, mein Sohn, ich hoffe daß eine vollständige und dauernde Aus­söhnung bald zu Stande kommen wird. Ich habe Piemont und Auvergne aus heute Abend zu mir eingeladen. Es soll ein kleines militairischeS Fest geben, eine Reunion zur Wiederherstellung guter Kameradschaft, und meiner Treu, ich will ein Narr fein, wenn Ihr Euch bei der Nachricht von unferm Abmärsche nach Köln und der damit verbun­denen Wiedereröffnung des Feldzuges, womit ich die beiden Corps überraschen will, wenn Ihr, sage ich, bei einer so erfreulichen Mittheilung Euch nicht brüderlich die Hand reichet und allen Groll vergesset."