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Nr. 268.

Marburg, Freitag, 15. November 1878

xin. Zahrglwz.

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daß jii erf eiben, efen,

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FjueifltH nimmt tmgegen: ><e Expedition d.Blattet, loste d-Annoncen-Bureaux CJn Tb- Dietrich & Co. in A ffel und Hannover; Th. ücklichx. Sietri* in Frankfurt a.M.; ^®Hafenftein L Bozler in ^antfurt o M., Berlin, x,tpr»g, Cöln rc.; Rudolf Moffe in Berlin, Frank­furt a. 3)i. ic.

OdkrlfesWe 3dtniig.

Lnzeigen nimmt entgegen: die Expedition b. Blattet, sowied-Annoncen-Bureaux von G- L- Daube 4. Co. in Frankfurt a. M; Jüger'sche Buchhandlung daselbst; Hermann'sche Buchhandl. daselbst; Invalidendank in Berlin; W. ThieneS in Elberfeld; C. Schlotte in Bremen-

c gegen uch aul 80,006

Trscheint täglich außer an den Werktagen nach Sonn- und Feiertagen. Preis für das Quartal mit der wöchentlichen BeilageJllnftrirteS Sonntagtblatt" durch die Expedition (Koch'sche Buchdruckerei» bezogen Mart, durch die Postämter des Deutschen Reiches 2 Mark 50 Pfg. (exel. Bestellgebühr). Jnsertionsgebühr für die gespaltene Zeile 10 Pfg.

Für in der Expedition zu ertheilende Auskunft und Annahme von Adressen werden 25 Pfg. berechnet.

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Die Euquete-Lommisfio« iu Berlin.

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Piemont und Auvergne.

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Cemmisston vertritt des FreihandelS-Princip vor allen der cÄichstagsabgeordnete Meier (Bremen), das Schutzzoll­system der Reichstagsabgeordnete Stumm. Noch schlim­mer bei der Ueberwältigung des großen Stoffes ist es bei

Von dem Gange der Verhandlungen der drei Enquete- Commissionen, welche gegenwärtig in Berlin thätig sind, lUn di« Lage der Eisen-, der Leinen- und Baumwollen-Jn- M rnstrie, sowie die Frage der Tabakbesteuerung erforschen Und Vorschläge zu machen, erfährt man nur wenig. Die Ei- !| scn-Enquete-Commissivn, an deren Spitze Herr Serio steht, I mtb die seit dem 6. d. M. tagt, hält täglich sechs- bis sie- M hmstündige Sitzungen, wird aber das große Material kaum I x« Ende dieses Monats bewältigen können. In dieser

i bet TabakS-Enquete-Commission bestellt, bereit Vorsitzender i bet General-Steuerdircctor Fabricius ist. DieNat.-Ztg." Errichtet, daß ihr ganze Wagenladungen voll Material vor- -Wi. Trotzdem ist die Commission nach Angabe des i Tageblatts", gestern schon in eine vorläufige Berathung i .t einzelnen BesteuerungSfvrmen eingetreten, um zunächst i . einen vollständigen Gesetzentwurf für die verschiedenen f^ksteuerungSarten, Werthsteuer, Gewächssteuer, Fabrikat- treuer, Monopol rc. auszuarbeiten und dann festzustellen, ; Ache Art der Besteuentng sich für daS deutsche Reich em-

<chke. DaS wäre allerdings ein eigenthümlicher Gang der >.rathung, da gerade daö Material, welches mit großer chwierigkeit, und bedeutenden Kosten uttb Zeitaufwand ibeigeschafft worden, um der Berathung als dirigirende tr 18Jf Äerlage zu dienen, vorläufig ganz bei Seite geschoben ürbc, und daSTageblatt" äußert schon heute, daß eS nz den Eindruck mache, als sei das Einsammeln von ^agebeantwortungen nur eine Formalität gewesen, die, fmeiM * Ächdiel waS ihr Restiltat, auf die schon im Voraus be- o /^offene Steuererhöhnng gar keinen Einfluß ausüben solle.

^Magd. Ztg." ferner hört, daß in der Commission !r ab Gegner des Monopols die Mehrheit behalten werden. . Binnen Kurzem werden übrigens die Mitglieder der nach rqTn Amerika gesandten Commission nach Berlin zurückkehren, um ihren Bericht über das Wesen der Fabrikatsteuer der Com- «ijsion und betn Bundesralhe Mtzutheilcn. Was end- ich die Arbeiten bet Leinen- und Baumwollen - Enquete- »chl Immission betrifft, die am letzten Sonnabend ihren An- siefl. C "tg genommen haben und von dem Unterstaatssekretär ne AM 'wie man hört, höchst objectiv und sachgemäß) geleitet wer- Eo. i k'kn, so gehen auch diese wegen der Verwickeltheit der Ver- [30- Mnisse und der Lückenhaftigkeit und Ungleichheit dcs Ma- ----- tcriats nur sehr langsam von Statten. Dieselben werden ald uA -so geführt, baß vorerst eine große Anzahl von Sachver- Pen s ständigen gehört und bann zur Erörterung und Ergänzung emisch-- ii .... .......

t. "O Frei nach dem Französischen des A. Fiev^e, von Rudolph

Eine mit vier Pferben bespannte Berllne, ber eine drei-

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Müldener. (Fortsetzung.)

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l gjj kspännige Chaise folgt, ist für einen Wirth, vor beffen * r.)a Gasthof sie anhält,, immer eine angenehme Erscheinung. __*_- Weich' besseren Empfehlungsbrief könnte es in der Thal ne«, für einen Reisendm in den äugen eines WirtheS geben.

ein solcher Train, ber mit Sicherheit auf Gäste schließen lGt, betten man ungescheut die Rechnung mit doppelter und breifacher Kreide schreiben kann. -

[4 Auch Herr Hauser, der glückliche Besitzer des weit und

scbw« im besten Rufe stehenden HotelsZu den drei X2> Einigen," dachte in dieser Beziehung genau so, wie seine rmicch Herren Kollegen und so durften Graf de Lourmel und der . [3^ Chevalier im Voraus auf eine ungewöhnlich höfliche Auf- Kahme rechnen, als sie unter der Einfahrt des Gasthofes hielten und ansstiegm.

Herr Hauser kam ihnm mit dem freundlichsten Lächeln «nb tiefen Bücklingen entgegen, nachdem er sein ganzes Haus mittelst einer gellenden Glocke geweckt und sämmt- . liche Kellner in Bewegung gesetzt hatte, um die Befehle btt hohen Reisenden entgegenzunehmen, für berat unzeitige m rt# ^"^unft mitten in ber Nacht sich durch ein paar Louisd'ors Mehr in der Rechnung zu entschädigen.

Aber schon im nächsten Momente verzog sich sein zucker- _ süßes Lächeln zu einer Grimasse, dieAdas höchste Erstaunen Niv.^ Und zugleich ben höchsten Unwillen ausdrückte, als er sah, daß die beiden Diener eine schmutzige Bettlerin aus dem Wagen hoben, in die Gaststube trugen und sie ohne Um­stände auf bas neuüberzogene Kanapee legten.

des in den Fragebogen niedergelegten Stoffes geschritten wird.

Tagesbericht.

DieKreuzzeitung" meint, daß sich auf die Frage: Ist der Freihandel besser, als der Schutzzoll?" eine prak­tische Antwort nicht finden lasse. Wir meinen, daß sich die Antwort nur so lange nicht finden läßt, alö man diese hochwichtige Frage vom Standpunkte der einzelnen Inte­ressenten beurtheilt. Die Zvllreform kann nur von einem Gesichtspunkte aus durchgeführt werden. Es handelt sich barunt, aus dem Chaos der Mißwirthschaft, welches der Freihandel geschaffen hat, herauszukommeu, die Nation muß wieder anfattgen zu wirthschaften, zu rechnen. Und wir meinen, daß es nicht allzuschwer sein sollte, in diesem Re­chenexempel die Faktoren richtig anzusetzen. Nachstehend einige Sätze, die zur Orientirung dienen mögen:

1 .) Diejenigen Produkte, welche die Nation aus ihren eigenen Rohstoffen, mit ihren eigenen Arbeitskräften erzeugt, kosten der Nation gar nichts. '* -

2 .) @ine reelle Ausgabe erwächst der Nation nur durch den Konsum von Maaren, die ans dem Auslände be­zogen sind.

3 .) Folglich muß die Nation die Einfuhr derjenigen Produkte, die sie selbst erzeugt, verhindern, weil sie im an­deren Falle sich eine überflüssige Ausgabe macht.

4 .) Wenn die Nation üt überflüssigen Dingen sparsam ist, wird sie um so kaufkräftiger sein in Dingen, die sie wirklich braucht.

5 .) Daraus folgt, daß ein sicherer, dauernder, lohnender und geordneter Handelsverkehr mit fremden Nationen nur durch ein rationelles Zollsystem erreicht werden kann.

Bekanntlich wird beabsichtigt von dem preußische« Han­delsministerium die Verwaltung für Handel und Gewerbe abzuzweigen und durch Personalunion mit dementsprechenden Verwaltungszweige des Reichs zu verbinden. Der diesem Vorschläge zu Grunde liegende Gedanke ist lediglich bet, dies so wichtige Verwaltungsgebiet einer im Reich wie in Preußen stets von den gleichen GesichtSputikten ausgehenden Leitung zu unterstellen. Für jedes unbefangene Urtheil katin über die Opportunität einer derartigen Verbindung kein Zweifel bestehen. Daß eine wesentliche Differenz in der Wahrnehmung der Handels- und Gewerbeangelegen­heiten zwischen dem Reiche und dem fast zwei Drittel aus­machenden Einzelstaate, wenn sie jemals einträte, unter keinen Umständen von Dauer sein darf, liegt auf bet Hand. Besser ist es bann jedenfalls, eine solche Differenz von vornherein zu verhüten. DaS Reich als solches kann

also bei jener Personalunion nur gewinnen, während schlechterdings nicht abzusehen ist, waS die Einzelstaaten außer Preußen dadurch verlieren sollten. Troßdem erhebt das gelesenste Blatt des Königreiches Sachsen ob diesem ganz unverfänglichen Project den pathetischen Ruf: Caveant reges! Damit wäre denn in eine zahlreiche Bevölkerung ohne jeden sachlichen Grund aufs Neue ein Moment der Beunruhigung, wenn nicht gar ber Erbitterung gegen das Reich hineingeschleudert. ES scheint, daß jede Maßregel der Reichsgesetzgebung, welche nur entfernt wie eine Stärkung der Reichsgewalt ausfieht, der gehässigen Kritit gewisser particularistischer Kreise zufällt. Man kann aus dies frivole Treiben nicht oft genug aufmerksam machen.

Gegen den Marineminister v. Stosch bringt dieKöln. Ztg.'' einen ungemein scharfen Artikel, in welchem sie dem­selben vorwitst daß er mit der großen Mehrzahl des Ma­rineoffiziercorps im Widerspruch stehe. Unter solchen Um­ständen sei es aber sonst Sitte, daß bet Chef zurückträte unb es seien nicht bie schlechtesten Offiziere,welche in ber Weiterführung dcs Systems Stosch ben Ruin unserer Ma­rine suchen." Es wirb bann auf den anffallenb langsamm, schleppenden Gang in der Untersuchung übet den Unter­gang desGroßen Kurfürsten" hinaewiesen und 'behauptet, daß eS auch schon int vorigen Jahre bei ben Manövern unserer Panzerschiffe im Mittelmeer nicht ohneCarambo- lagen abgegangen" sei. Das Blatt fügt -bann hinzu:

Wir haben feiner Zeit den Chef ber Abmiralität auf­gefordert, unsere diesbezügliche Auslassung, wenn die Sache sich anders verhält, richtig zu stellen. Wir haben erklärt, daß gerade unter dem Contre-Admiral Bätsch diese Zusam­menstöße stattfanden; bis heute ist keine Erklärung in ber Oeffentlichkeit erschienen, die uns veranlassen könnte, unsere Angaben als ungenau anzusehen. Wir haben vielmehr heute doppelten Grund, sie als Thatsachen zu bezeichnen."

Rach einer Mittheilung derKöln. Ztg." ist in den zuftchenden Ausschüffen deS BundesratheS auf Grund von Beschlüssen aus allerjüngster Zeit ein Schriftstück festge­stellt, um zunächst an die Mitglieder vertheilt zu werden, welches den Titel führt:Grundzüge für die Einführung des Tabaksmvnopols in das deutsche Reich;" auch ber Enquete-Commission wirb die Drucksache als Material für ihre Berathung, bez. für ben Bericht zugehen. Mitglieder ber Tabaksenquete-Commission versichern, daß ber Bericht ber Commission unter allen Umständen nicht werde unter» lassen können, das Tabaksmonopol eingehend zu berühren. In Bezug auf die Zollrevision verlautet, baß von einem höheren baierischen Beamten der Entwurf eines neuen Zoll­tarifs ausgearbeitet und dem Reichskanzleramt zur Begut»

Noch hatte er sich von seinem Erftauneu nicht erholt, als Graf de Lourmel ihm befahl, für wie Kranke eine kräfttge Bouillon herbeizuschaffen und ein Zimmer in Be­reitschaft zu fetzen.

Herr Hauser legte jetzt seine kurzen, dicken Arme über seinen fetten Leib, pflanzte sich dem Grafen gegenüber vier-. schrötig auf und erklärte mit frecher Entschiedenheit, daß Bouillon nicht zu haben sei.

Wie so?" entgegnete ber Graf.Wenn keine vor- räthig ist, so muß sie eben gekocht werden."

Ei, wahrhaftig?" rief jetzt der Wirth,wenn die Herrschaften vielleicht glauben, daß 'ich ganz Cassel rebel­lisch mache, um diesen Landstreichern eine Suppe zu ver­schaffen, dann sind sie gewiß im Jrrthume."

- Graf Lourmel war eben im Begriff, in aller Geduld dem Wirthe größere Höflichkeit zu empfehlen und ihm die Pflichten christlicher Nächstenliebe ins Gedächtniß zu rufen, als ihm der Chevalier zuvorkam.

Gewöhnt, mit Leuten, denen er sein gutes Geld zu ver­dienen gab, wenig Umstände zu machen, -ergriff er Herrn Hauser am Rockkragen und hielt ihm den goldenen Knopf seines dicken, spanischen Rohres unter die Nase, während er ihm mit seiner gewaltigen Commandostimme fragte, ob er die Suppe herbeischaffen, ober lieber mit dem spanischen Rohre nähere Bekanntschaft machen wolle.

Herr Hauser war offenbar auf ein so energisches Vor­gehen gegen feine wohlbeleibte Person nicht gefaßt, bentt er betrachtete sprachlos zuerst ben Stock unb bann den Che­valier, bie ihm Beide soviel Respekt einzuflößen schienen, daß er einen bescheideneren Ton anzunehmen für gut fand und nur bat, den Herrn Franzosen darauf aufmerksam machen zu dürfen, daß dies Volk nicht gewöhnt sei, mit Bouillon gefüttert zu werden. - -

DaS sind keine Leute wie andere," sagte er,das Ge­

sindel nährt sich nur mit rohem Fleisch, wenn sie irgendwo etwas zu stehlen bekommen.Sie sehen ja," fuhr Herr Hauser fort,daß diese Person eine Zigeunerin ist. Pfui über das gottlose Gesindel, wie können die Herrschaften sich nur so weit herablassen, eine solche Vagabunden in Schutz zu nehmen unb sich für diesen Auswurf deS Satans zu interessiren? Dieses Zigeunervolk besteht ja nur aus Giftmischern, Kinderdicben und Gurgelabschneibern.. Aber bah! Diese« französische Gesindel taugt selbst nicht viel mehr!". . ,-i

Diese letzte Bemerkung fügte ber kluge Wirch indessen nur in Gedanken bei, obwohl sie auch laut gesprochen von Acigny und dem Grafen gar nicht gehört worden wäre, da Beide mit größter Theilnahme bie Person betrachteten, ber sie das Leben gerettet hatten. >

Was sie in ber unzureichenden Beleuchtung deS momen­tanen Mondscheins noch nicht genau gesehen hatten, erkann­ten sie jetzt, nämlich, daß die Leidende nvcb ein ganz junges unb habet außerordentlich schönes Mädchen war, dessen regelmäßige Züge unb dunkler Teint eine orientalische Ab­kunft vcrriethen. DaS lange, aufgelös'te, schwarze Haar fiel in glänzenden Wellenlinien weit bis über bie Hüsten herab unb bedeckte bie zarten, erst im Aufblühen begriffenen Reize ber Zigeunerin wie mit einem Mantel.

Daß die Kleine eine Zigeunerin war, unterlag keinem Zweifel; schon ihr Anzug ließ es erkennen, obwohl derselbe eigentlich kaum mehr ein Anzug genannt werden konnte, da er so zerrissen war, daß er nur mehr notdürftig ihre Blöße bedeckte und das tiefe Elend, die bitterste Roth unb Armuth ber Unglücklichen verrieth.

Graf de Lourmel beugte sich zu der noch immer beinahe in völliger Bemußtlvsigkeit Daliegenden herab, strich ihr die Haare ans ber Stirn unb sagte im Tone innigster Theil­nahme: