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Marburg, Dienstag, 12. November 1878

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^Expedition d.BlatteS,

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;bctt bii sten'ch in Frankfurt a M.

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Bitte

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«ird-Annoocen-Bureauk jn Ld- Dietrich & So. in taffe! und Hannover; Td.

Anzeigen nimmt entgegen: die Expedition b. Blattes, sowied-Annoncen-Bureaux von G- L- Daube & Co. in Frankfurt a- M; Jäger'sche Buchhandlung daselbst; Hermann'sche Buchhandl. daselbst; Jnvalidendank in

Berlin; W. Thienes in Elberfeld; C. Schlotte in

Bremen.

ürickeinl täalich außer an den Werktagen nach Sonn- und Feiertagen. Preis für das Quartal mit der wöchentlichen BeilageJllnstrtrtcS Tonntagsblatt" durch die Expedition (Koch'sch« Buchdruckerei) bezogen ti Mnrk, durch die Postämter des Deutschen Reichesi Mark 50 Pfg. iexcl. BefteUgebübrl. Jnsertwnsqeoubr für dte gespaliene Zeile 10 Psg.

, Hgr in der Expedition zu ertbeilende Auskunft und Annahme von Adressen werden 25 Psg. berechnet.

ir. 187 Söffe in Berlin, Frank- iebenti fott a- -iL ,L

rett.

Tagesbericht.

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Beide von Kindesbeinen aus unter einem Dache mit

1878.

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1878-

Müldener. (Fortsetzung.)

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DaS Gesetz betr. die Reguürung des standeSherrlichen ichszustandes des Fürstlichen Hauses zu Sayn-Wittgen- in-Berleburg bezüglich der Grafschast Wittgenstein-Berle- rg und der Herrschaft Homburg an der Mark ist am i Oktober, und daS Gesetz betr. die Regnlirung des stan- -esherrlichen Reichszustandes des Fürstlichen Hauses zu

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Knuf-, jftVChf

Piemont und Auvergne. -

tei nach dem Französischen des A. Fiüvde, von Rudolph

M-rhöchst vollzogen worden.

Sus die neueste preußische Anleihe find im Ganzen 109,400,000 Mark gezeichnet. Die Rcpartition im Ver- I Miß dieses Betrages zu den aufgelegten 60,000,000 Mk. I den einzelne» Zeichnungsstellen überlasten.

DieNordd. Allg. Ztg." bringt einen längeren Ar- 6fd über das Verhältnis Deutschlands zu den Samoa- Mn, an dessen Schluß es heißt: Die gegenwärtige Krisis ilf den Samoa-Inseln kann nur ihre Lösung finden, wenn it Regierung von Samoa mit Deutschland wie mit Eng- ; hab, eine die Stellung als meistbegünstigte Nation ein­räumenden Vertrag abschließt. Die Beschlagnahme der Häfen valusata und Talcalili wird aufrecht erhalten bleiben bis ie durch Artikel 4 deö Protokolls vom 3. Juli 1877 zu­sicherte Gleichberechtigung und als deren Ausdruck der luß eines Handelsvertrages auf dem Fuße der mcist- güiistigten Nation gewährleistet ist. Das ist zugleich das e. Mittel ^ur Erreichung der von Deutschland auf den rmoa-Jnscln angcstrebtcn Ziele: Sicherung wohlerwor- rr Rechte der auf Samoa ansässigen Deutschen und bliche wrider durch innere Parteiungen noch äußere wrniMng gestörte Entwickelung des deutschen Handels. .. In Bezug aus die Stellung des Finanzministers Hobrecht 'rd der .Köln. Ztg." berichtet: Der Finanzminister Hobrecht zwar kein entschiedener Freihändler, wird aber, wenn die utzzöllner weitgehende Forderungen machen, nicht mit bei sein. Es ist. übrigen« nicht ganz richtig, wenn man hauptet, zwischen Hobrecht und dem Reichskanzler hätten neuerdings gar keine Meinungsverschiedenheiten ergeben, an weiß, daß Hobrecht auf dem preußischen Landtage

iethenHesherrlichen Reichszustandes des Fürstlichen Hauses zu imissiei tzmtheim - Tecklenburg bezüglich der Herrschaft Rheda und ----- bcr Grafschaft Hohen-Limburg ebenfalls am 25. Oktober

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Der Marquis und die Marquise waren dieses Ver- (N. ^ktrquenS würdig. Sie nahmen sich des verwais'ten Knaben J »it treuer Sorgfalt an, und als der Himmel sechs Jahre ter ihre eigene Ehe mit einem Kinde, einem Mädchen, segnete, theilten sie ihre Siebe zwischen diesem und dem klei- ittn Neffen, der erst in späteren Jahren erfuhr, daß er Mst der wirkliche Sohn des Marquis, nicht der Bruder »1% 8i f^abriellens sei.

' [Ach, dieser abscheuliche Krieg!" klagte Gabriele, als Üe mit Henry allein war.In welche Sorge versetzt er " »ich um das Leben meines Vaters und jetzt auch um das

.»ander herangewachsen, betrachteten sie sich noch als Ge- 8ag« Wvister, obwohl sie wußten, daß sie in Bälde das Band x kein Ser Ehe noch enger verbinden werde.

Henry, Graf de Lourmel war der Schwestersohn der Marquise von Castries. Sein Vater, Oberst eines Reiter- WmentS, war in der Schlacht bei Coni gefallen als Hmry noch nicht geboren war. Man hatte den Tod des : Obersten der jungen Frau verheimlichen wollen, allein. n SnfsMch die Unvorsichtigkeit eines Bedienten hatte die Gräfin 'S Lourmel Alles erfahren. Die Folge davon war eine 1878.: verfrühte Niederkunst, die der jungen Mittwe das Leben s ästete.

Noch am Sterbebette hatte sie den Neugeborrnen als tin heiliges Vermächtuiß ihrer schon damals an den Marquis de Castries vermählten jüngeren Schwester über-

*ttopßp||nnrtptt für die Monate November n und Deeember werden von

Wo?' en Postanstalten und in Marburg von der Expe- [2 ition noch fortwährend angenommen.

Die Exped. d. Oberh. Zeitung.

seine Finanzpläne noch nicht enthüllen, sondern auf die Vor­schläge verweisen wird, die dem Reichstage gemacht werden sollen. Das beträchtliche Deficit in den preußischen Finanzen soll auf außerordentliche Weise, d. h. durch eine Anleihe von 60 bis 70 Millionen Mark gedeckt werden. Künftig soll die Deckung aus dem Ueberschusse der Reichssinanzen erfolgen. Offenbar verliert auf diese Weise die preußische Volksvertretung etwas von ihrer finanziellen Selbstständig­keit. Der Finanzminister Hobrecht wünscht die Gemüther der preußischen Landboten für seine Pläne dadurch geneigt zn machen, daß er die längst gewünschte Quotifiruug der Einkommensteuer bewilligt. Davon will aber Fürst Bis­marck nichts hören und meint, dann hätte er sich nur gleich einen National-Liberalen vom reinsten Wasser zum Finanz­minister bestellen können. So wird wenigstens in Abge­ordnetenkreisen erzählt. Vorläufig herrscht in unseren finan­ziellen Plänen ein eben so großer Wirrwarr, wie in der orientalischen Frage. So jbieKöln. Ztg." eie weiß von einembeträchtlichen Deficit", das war allgemein be­kannt; aber bie Ziffer wurde in der letzten Zeit immer auf höchstens 20 'Millionen angegeben und nun will man dasselbe durch eine Anleihe von 60 bis 70 Millionen decken? Sind wir etwa in die Reize der staatlichen Schuldenwirth- schaft bereits so tief hinein gerathen, daß wir eine günstige Gelegenheit benutzen, um gleich auch noch für etwaige Zu- knnstsbcdürfnisie Schulden zu machen? Oder hat sich noch irgendwo in unserer Finanzwirthschaft einschon seit Mo­naten vorhandenes" Mamo gezeigt?

, Eine Enthüllung desManchester Guardian" verur­sacht in England Sensation. Das in der Regel gut unter­richtete Blatt erfährt nämlich, daß, ehe die Congreß-Bevoll- mächtigten Berlin verließen, Lord Beaconsfield und Graf Andrassy einen Vertrag unterzeichneten, welcher die Be­stimmung trifft, daß, wenn Rußland versuchen sollte, nach dem Ntonat Mai 1879 auf türkischem Gebiet zu bleiben, England und Oesterreichauf den vollständigen Rückzug seiner Truppen bestehen würden. Wenn Rußland einwenden sollte, daß die Türkei in Folge des erregten Zustandes Rumeliens außer Stande sei, die Christen zu schützen, würden Eng­land und Oesterreich gemischte Garnisonen zur Ablösung der russischen Truppen liefern. Der Text dieses Vertrages wurde Rußland mitgetheilt. Diese Nachricht wird jedoch von derPolit. Corr." für apozryph erklärt.

Neueste Orient-Nachrichten:

Wien, 9. Novbr. DiePolit. Corresp." beinentirt bie Nachricht englischer Blätter über ein angebliches öster­reichisch-englisches Abkommen wegen Räumung des türkischen Gebietes seitens ocr russischen Truppen. DiePol.

Corr." erklärt auf Grund von Mittheilungen, die ihr heute aus Petersburg zugingen, alle ungünstigen Gerüchte über den Gesundheitszustand des Kaisers für absolut unwahr. Aus Athen von heute meldet diePol. Corr.": Com- munduros hat in der Kammer mitgetheilt, daß daS Mini- sterinm beabsichtige, sein Projekt bezüglich der Bildung einer starken Armeereserve mit den Anschauungen der Op­position über die Organisirung einer event. zu Kriegsdien­sten herbeizuzieheuden Nationalgarde zu combiniren, worauf die Kammer entschied, daß alle auf die Insurrektion in den türkischen Grenzprovinzen bezüglichen geheimen Aeten- stücke vorzulegen sind. Aus Bukarest meldet obige (Sorte* spondmz: Die militärische Besitzergreifung der Dobrudscha soll unter dem Kommando des Generals Angelesen im Lause der nächsten Woche erfolgen.

Deutsches Reich. -

Berli«, 9. Nov. Das Befinden Sr. Mas' des Kai­sers und Königs fährt fort, den erfreulichsten Hoffnungen Raum zu geben. Der Gebrauch der Arme ist derart, daß ber Monarch mit bent linken jebe Hülfe sich verschaffen, mit bent rechten bereits grüßen kann, obwohl Se. Maje­stät ihn noch in ber Binde trägt. Aber dieses ist nach Aussage der Aerzte, wie man sich erzählt, jetzt mehr eine Gewohnheit, welcher der Kaiser nachgiebt, wie eine Noth- wendigkeit. Die Behandlung durch Anwendung von Elec- tricität hat dieses günstige Resultat hervorgebracht. Se. K. K. Hoheit der Kronprinz hat am 7. d. M. in Brieg ber Enthüllung bes Denkmals Friedrich des Großen bei­gewohnt. Wir erwähnten neulich, daß außer den in Aussicht genommenen Steuerprojekten sich auch das Petro­leum befände. Wie gegen die Erhöhung der Tabaksteuer die Pfeife des armen Mannes in'S Treffen geführt wird, so gegen die Petroleumsteuer die Lampe des armen Man­nes ! Gegenwärtig ist das Petroleum gerade wegen der mit der Unentbehrlichkeit verbundenen Billigkeit eine sehr ergie­bige Speculationsquelle und der Durchschnittspreisaufschlag, welchen die Spekulation auf den jährlichen Petroleumcon- surn eines Haushalts legt, ist weit höher, als ber etwaige Steuersatz zu sein braucht, um dennoch eine ansehnliche Einnahme zu gewähren. Man darf nach den jetzigen Verbranchöziffern nämlich rechnen, daß eine Steuer von nur 2 Pf. für das Pfund einen Jahresbetrag von 8 bis 9 Millionen Mark abwerfen würde. Mit einem Durch­schnittsaufschlag von 2 Pf. für das Pfund begnügt sich die Spekulation wohl aber kaum. Dem am 19. d. M. eröffnet werdenden preußischen Landtage werden nach einer officiojen Notiz außer dem Etat noch 13 Vorlagen zuge­hen, welche bereits fertig gestellt sind.Doch ist damit die

Deine! Wie lauge wird es noch dauern? Wie lange wird er noch unserer Verbindung hindernd im Wege stehen?"

Ah, leider ist er nicht das einzige Hinderniß!" seufzte Henry.So lange jenes entsetzliche Geheimniß nicht auf­geklärt ist, welches meinen Namen compromittirt, kann und darf ich Dich nicht an den Altar führen. Ich Unglück­licher," fuhr der Graf aufgeregt fort.Es war damals das erste Mal in meinem Leben, daß ich eine Karte be­rührte und weich' beklagenswerthen Ausgang nahm dieses Spiel! Warum mußte es gerade Foucolombe sein, der an mich verlor? Warum mußte er seine Heftigkeit bereuen, statt sich lieber mit mir zu schlagen? Ein Duell und hätte ich dabei das Leben verloren wäre weniger zu beklagen gewesen, als dieser Anögang, der nun meine Ehre allen möglichen Ängriffeu boshafter und gewissenloser Ver­leumder Preisgiebt."

Armer Henry!" murmelte Gabriele mit Thränen in den Augen, indem sie seine Hand ergriff und zärtlich drückte. Tröste Dich, die Wahrheit wird noch an den Tag kommen. Vertraue auf Gott! Er, der ja selbst die ewige Wahrheit ist, wird nicht zugeben, daß bie Lüge triumphier."

Haben nicht bie neuen Untersuchungen ebenso unbe­friedigende Resultate ergeben als die früheren?" entgegnete Henry muthloS.Man brachte weiter nichts heraus, als was man bereits wußte und auf den einzigen Gegenstand, den man im Zimmer des Ermordeten fand und der viel­leicht zur Entdeckung des Mörders führen könnte, legen die Richter kein Gewicht."

Was ist dies für ein Gegenstand?" fragte Gabrielle gespannt.Du sprachst nie davon."

Weil ich selbst aufgehört habe, einen Werth daraus zulegen," erroieberte Henry.Es ist dieses Bruchstück eine Camse," fügte er hinzu, indem er einen in Papier

eingewickelten Gegenstand aus sein« Börse zog und den­selben sein« Brant zeigte.

Während Gabriele dieses Fragement betrachtete, auf dem der halbe Kops einer Römerin sichtbar war, erklärte ihr Henry, daß man nie eine Camse im Besitze des Herrn de Foucolombe gesehen habe, weßhalb er glaube, daß dieses Bruchstück von dem Mörder bei einem etwaigen Kampfe mit seinen Opfer verloren worden sei. , .

Uebrigens steht, wie gesagt, meine Ansicht vereinzelt da," setzte « hinzu; ^wenigstens wurde dieselbe von dem Untersuchungsrichter so wenig beachtet, daß man mir den Stein überließ, den ich aufgehoben habe, obwohl ich selbst nicht mehr daran glaube, daß er mir noch etwas nützen wird."

Weißt Du was, Henry? Ueberlaffe ihn mir," erwie- derte, Gabriele.Meine Mutter und ich werden gleich­falls Nachforschungen anstellen. Vielleicht sührt uns dieser Stein aus die rechte Spur." ...... ... .

Behalte ihn, meine gute Gabriele," versetzte der Gras. Möge « sich in Deinen Händen als ein Talisman be­währen, ber mir Glück bringt und meine Verleumder ver­stummen macht." -

Unterdessen kam die Marquise zurück und übergab ihrem Neffen einen Bries zur Besorgung an ihren Gatten.

Henry blieb noch einige Zeit, endlich mußte aber doch geschieden werden und mit schwerem Herzen verließ er die beiden Damen.

Von schmerzlichen Gefühlen bewegt, blieben Mutter und Tochter schweigend in der Laube zurück, bis Gabriele ihrem gepreßten Herzen durch einen Thränenstrom Lust machte und sich in die Arme ihr« Mutt« warf, die sie zu trösten und zu beruhigen suchte.

(Fortsetzung folgt)