Jfiarßurg, Sonnabend, 9. November 1878
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während die überwiegende Mehrzahl ihrer Bewohner konservativ ist, werden in der Lage sein, in dem gewählten Abgeordneten einen Vertreter zu finden, der ihre Wünsche an maßgebender Stelle mit Umsicht und Energie zur Geltung bringt. Man wird daher in allen konservativen Kreisen die Wahl des Herrn Landrath Trott zu Solz mit großer Freude begrüßen.
renz abgesehen ist. Um einen aufblühenden Verkehr Deutschlands mit England zu unterdrücken, einen Verkehr, der im ersten Semester d. I. 13 Vg Millionen betragen, bietet man den Eisenhahnen einen Sündenlohn von jährlich 3 Millionen.' * ।
Hieb auf dem Platze.
Marschall Bellisle, der ein für allemal diesem abscheulichen Unwesen ein Ende machen wollte, beschloß, die beiden Regimenter zu trennen, und, um ihnen gleichzeitig dnt jener Strafen zu ertheilen, die einem wahren Soldaten 6* empfindlichsten sind, berief er fie nach Frankreich zurück und legte sie in Garnison, Auvergne nach Lille und Piemont nach Metz.
Aber wenn sich Piemont und Auvergne schon während des Feldzuges Angesichts des Feindes duellirten, so fanden fie während des müssigen Garnisonsleben ncch mehr Zeit dazu. Bo« Lille unb Metz ging man nach Versailles
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Piemont und Auvergne.
Frei nach dem Französischen deS A. FievOe, von Rudolph
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(Fortsetzung.)
arkcheint täglich außer an den Wertlagen nach Sonn- und Feiertagen. Preis für das Quartal mit der wöchentlichen Beilage „JllUftrirtkS Sountagsblatt durch die Expedition (Koch sche Buchdrucker«») bezogen 2k Wurf, durch die Postämter des Deutschen Reiches 2 Mark »0 Psg. (excl. Bestellgebühr). — Jnserttonsgebühr für die gespaltene Zelle 10 Pfg.
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Die „Nordd. Allg. Ztg." schreibt, indem sie den gestrigen Artikel der „Prov.-Corr." über den kirchlichen Frieden und die CentrumSpartci rcproducirt: Wenn der Artikel über dm Stand der Verhandlungen mit Rom auch keine positiven Angaben enthalte, lasse er doch durch seinen gesummten Inhalt und Ton mit Sicherheit darauf schließen, daß von einem Abbruch der Verhandlungen nicht die Rede sei.
Der Weser Zeitung wird telegraphirt: „Die Ernennung des Präsidenten des Reichskanzleramts Hofmann zum preußischen Minister für Handel und Gewerbe ist nunmehr beschlossen."
Wir bemerken hierzu zur Orientirung:
Die Ernennung des Staats Ministers Hofmann wird erst dann erfolgen können, wenn die Ablhcilung für Handel und Gewerbe von dem jetzigen Handelsministerium abgezweigt und zu einem selbstständigen Ministerium erhoben wird, was erst durch den Etat geschehen kann. Dieses neue „Handelsministerium" würde dann eine Personalunion mit dem Reichskanzleramt unter dem Präsidenten Hofmann eiugehen, während die anderen Abtheilungen des bisherigen Handelsministeriums in einem „Eisenbahnministerium" unter dem Minister Maybach vereinigt werden dürften.
In den verschiedenen polemischen Artikeln, welche gegen die Verweigerung deS Ausnahmetarifs für ungarisches Mehl gerichtet worden sind, ist u. A. angeführt, daß eS sich hier um einen Betrag von 3 Millionen handle, der den deutschen Eisenbahnen entzogen werde. Wir sind für die uns gelieferte Ziffer sehr dankbar, weil wir dadurch in die Lage gefetzt werden, die sich gegenüberstehenden Interessen ruhig abzuwägen. Stach der englischen Handelsstatistik macht das im ersten Semester 1878 von Deutschland exportirte Weizenmehl einen Betrag von 13,497,480 Mark aus (24 0 o Zuwachs gegen das 1. Semester des Jahres 1877). Daß in dieser Summe nur zum Theil ungarische Durchfuhr stecken kann, beweisen die ungarischen Gelüste nach einem Differenzialtarife; es ist also klar, Faß es direkt auf die Vernichtung der deutschen Conmr»
oder nach Paris in Urlaub, auch waren beide Städte nicht so weit von einander entfernt, daß man sich nicht auf halbem Wege Rendezvous hätte geben können und so fand sich, fast reichlicher als zuvor, Gelegenheit, die blutige Diskussion über die Urheberschaft des Mordes fortzusetzen.
Der Streü nahm immer größere Dimensionen an. Bald betheiligten sich auch die anderen Regimenter, ja selbst bei Hofe trennte man sich in zwei Parteien, wovon die eine sich für Piemont, die andere für Auvergne erklärte.
Tie Sache wurde, nachdem sie volle zwei Jahre gedauert hatte, so arg, daß endlich soaar der König davon Notiz nahm und sich darüber ärgerlich an Herm de Bellisle wandte.
„Hen Marschall." sagte er eines Tages, alSJoer Minister diese Angelegenheit zur Sprache brachte, „Sie hatten Unrecht, die beiden Regimenter zurückzuberuscn. Die Langeweile des Garnisonsleben hat die Sache verschlimmert, während irgend eine Heldmthat, irgend ein Moment kriegerischer Begeisternnz die Feinde vielleicht längst ausgesöhnt hätte. Man muß sie wieder ins Feuer schicken und zwar unter dem Commando eines tüchtigen Generals, der ihnm keinen Augenblick Zeit läßt, an ihren albernen Streit zu dmken."
„Sire," erwiederte der Kriegsminister, „ich schicke eben Verstärkungen nach Kassel; wenn Ew. Majestät befehlen, so sollen diese beiden Regimenter dabei sein. Und was den Commandeur betrifft," fügte der Marschall hinzu, „so würde ich Ew. Majestät dm Marquis de Castries Vorschlägen. Piemont und Auvergne haben schon früher unter ihm ge- siandm und er ist ganz der Mann dazu, die Ordnung wieder herzustellen."
„Ganz recht!" rief Ludwig XV. lebhaft, „Castries ist der Mann, der sie zur Vernunft bringen wird."
Schon am nächsten Tage erhielten Auvergne und
den Postanstalten und in Marburg von der Expe- igeaenl, tütion noch forttvährend angenomlnen.
Die Exped. d. Oberh. Zeit««-.
Eine vom 4. d. M. datirte Korrespondenz deS Berner „Bund" über die Kirchenpolitik der Schweiz enthält folgende Auslassungeu: „Schweizerische Blätter bringen aus Rom ein Telegramm, wonach der Vatikan in Folge der Wahlen in den Nationalrath die Gelegenheit ergreifen werde um die amtlichen Beziehungen mit der Schweiz wieder aufzunehmen. Die ausgewiesenen Bischöfe hätten Jnstruktton erhalten, sich auf dir Rückkehr in ihre Diözesen vorzubereiten. Dieses Telegramm enthält offenbar etwas ThatsächlicheS, wenn auch der Inhalt das Gepräge des sensationellen Tele- grammslyles trägt. Das Luzerner „Vaterland" theilt nämlich in seiner Nummer vom 3. November mit: „Am Feste Allerheiligen zelebrirte der frühere Nuntius (Geschäftsträger) bei der Eidgenossenschaft, Msgr. Bianchi, in her Hofkirche das Hochamt. Er ist seit einiger Zeit bei dem hvchwst. Bischof EugeniuS auf Besuch." Msgr. Bianchi war der Vorgänger Aguozzi's, welch letzterer sich selbst mit den katholischen Führern nicht auf dem besten Fuße zu halten wußte und von welchem das geflügelte Wort erzählt wird, das er einmal im Gespräch über Dr. Segesser fallen ließ, derselbe hätte in der Schweiz der katholischen Kirche mehr geschadet, als alle Protestanten miteinander. Also nicht dieser Agnozzi, der doch nach Bianchi und länger in der Schweiz gewesen, als jener, wird nach der Schweiz geschickt; daß Bianchi eine diplomatische Mission habe, liegt außer allem Zweifel, denn er hat sich auch in Bern aufgehalten. Interessant wäre es, wenn man in Rom den Ausfall der Wahlen in St. Gallen, Genf und im Jura so rechtzeitig gewußt, daß Herr Bianchi schon Ende Oktober in Bern hätte erscheinen können, um in dem konsternirten Bundes- Palast mit seiner Sendung aufzurücken. Das Telegramm giebt uns offenbar ein falsches Motiv. Dagegen halten wir für richtig, daß die Sendung Msgr. Bianchi's, eines feinen und gewandten Schülers der römischen Hofpolitik, der auch in Haag und München den apostolchen Stuhl vertreten, im Zusammenhänge stehe mit dem Reconstrukttonsprojekt des BiSthums Basel; daß man eine so hervorragende Persönlichkeit entsandte, ist gewiß nicht ohne Bedeutung."
Wie die „Correspondanee universelle" meldet, ist der französische Botschafter in Berlin angewiesen worden, in der ausdrücklichsten Form zu erklären, daß die französische Regierung nicht die ihr untergelegte Absicht habe, im Orient eine mehr active Polittk zu verfolgen.
Piemont den Befehl zum AuSmarsch nebst der speciellen Marschinstruktion, wonach die beiden Regimenter auf verschiedenen Wegen, aber zur nämlichen Stunde im Lager bei Casiel einrücken und sich daselbst im Viereck aufstellen mußten, um den General zu erwarten, der sie sofort bei ihrer Ankunft inspiciren wollte.
Herr de Castries erschien einige Minuten später, nachdem die Bataillone ihre vorschriftsmäßige Aufstellung genommen hatten. Er sprengte, begleitet von einer glänzenden Suite, aus einem prachtvollen Andalufier, in die Mitte des Vierecks, während die Trommeln wirbelten, die Fahnen salutirten und die Soldaten präsentirten.
Es war ein solenner, entscheidender Augenblick, entscheidender, denn wer wüßte nicht, wie viel es auf den ersten Eindruck ankommt, den ein Commandireuder auf die Soldaten ausübt denen er sich vorstellt.
Herr de Castries war, wie der König ganz richtig bemerkt hatte, der Mann dazu, dem ewigen Zwiste dieser beiden tapferen Regimenter ein Ende zu machen.
Noch jung an Jahren, hatte er bereits eine ruhmreiche Vergangenheit hinter sich und stand in hohem Ansehen bei der Armee. Streng und gerecht, wohlwollend und zutraulich, väterlich besorgt für das Wohl seiner Leute und frei von jeglicher Pedanterie, die den Dienst erschwert und mehr schadet als nützt vereinigte Castries alle Eigenschaften in sich, die ihm die Liebe seiner Untergebenen gewinnen mußten.
Der Marquis ritt an der Front der Bataillone hinab, dann kehrte er in die Mitte des Vierecks zurück und rief die Officiere der beiden Regimenter zu sich heran. Er hielt eine kurze Ansprache an sie, worin er den Ruhm und die Auszeichnung anerkannte, womtt sie seit ihrem Entstehen stets der ganzen Armee vorangeleuchtet hatten, dann rügte er in maßvollen ernsten Worte« ihre gegen-
xm Jahrgang.
Anzeigen nimmt entgegen: die Expedition d. Blatte-, sowie d. Annoncen-Bureaux r von G- L- Daube & Co. in I Frankfurt a. M; Jäger'sche I Buchhandlung daselbst; I Hermann') che Buchhandl. I ▲ daselbst: Invalidendank in |y Berlin; W. ThieneS in V Elberfeld: C. Schlotte in Bremen.
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Kür Ne konservative Sache
MM d Hessen ist die letzte Landtagswahl von großer Bedeu- Im Wahlkreise Schlüchtenr-Gelnhausen-Orb ist ein orragendeS Mitglied der deutsch - conservativen Parthei ttr Landrath und Gutsbesitzer Fritz Trott zu Solz zum etrbneten gewählt und zwar mit einer entschiedenen zjorität gegen den Candidaten der Liberalen sowohl als der Ultramoutanen. Wichtig ist das Resultat dieser hl in verschiedener Richtung. Dieselbe liefert, zunächst Beweis, daß die conservative Sache sowie in Süddeutsch- land überhaupt, auch in den südlichen Theilen von Heffen einen erfreulichen und entschiedenen Fortschritt gemacht hat. ergiebt sich dies namentlich aus der Thatsache, daß eS Gegenkandidaten keineswegs gefehlt hat und zwar an chen, die sich seither in liberalen Kreisen eines nicht zu ugnenden Ansehens erfreut haben. Trotzdem unterlag die rate Parthei in eklatanter Weise. Es unterliegt keinem ifel, daß die Ursache dieses entschiedenen Sieges der nservativen in der auf Erfahrung begründeten Ueber- gung der Bevölkerung ihren Grund hat, daß es mit der er befolgten Richtung der ttberalen Gesetzgebung nicht e die größte Gefahr für die geistige und wirthschaflliche Wohlfahrt des Volkes so weiter gehen könne. Zugleich ist nicht zu verkennen, daß die Haltung des liberalen Abge- orbneten des Kreises im Reichstage bei der Abstimmung über das Sozialistengesetz gegenül'r seinen angeblich vor der Wahl abgegebenen Erklärungen eine tiefe Mißstimmung __in den fortgeschrittenen liberalen Kreisen erregt hat, welche —— sich auf feine Anhänger übertragen zu haben scheint. — Bon besondewr Bedeutung ist die Wahl in Gelnhausen, »eil sie endlich einen Mann der deutschen conservativen ^Parthei in den Landtag bringt, welcher vermöge seiner Stel- von ft imtg, seiner Lebenserfahrung, der genauen Kenntnjß der " Verhältnisse des Landes ein in jeder Richtung vorz:' Archer Vertreter im Abgeordnetenhause sein wird, und der vermöge seiner persönlichen Eigenschaften das höchste Vertrauen allseitig genießt. Durch biefe Wahl wird es möglich zu verhüten, daß immer und immer die Landesangelegenheiten nur im Sinne der liberalen Parthei und deren persönlichen Interessen in Berlin geltend gemacht und erörtert werden. Namentlich diejenigen Wahlkreise, welche durch die Ungunst zufälliger Verhältnisie jetzt eine liberale Vertretung haben,
Das Resultat war nicht befriedigender als das der ersten -6 Li llnierfuchung. ES «ar bereits zu lange her, um sichere t qest ^Anhaltspunkte zu erlangen. Alles waS noch erhoben wur- )[. 12 de, beschränkte sich darauf, daß die Hausetgemhümer, bei --' denen Foncolombe int Quartier gelegen, zugestanden, mitten st. A der Nacht im Zimmer des Capitains einen schwachen .» T»- Tchrei gehört zu haben, nachdem sie ungefähr zwei Stun- oerbie» den vorher Herm de Foncolombe mtt noch einem Herrn dach Hause hatten kommen sehen. - Daß dieser Herr der iMfff^raf de Lourmel war, hatte dieser selbst nie in Abrede 61 gestellt; die ganze Angelegenheit blieb daher auf ihrem ur- . [2$ hrünglichen Standpunkte und Piemont verharrte nach wie ----> vor auf feiner odiosen Beschuldigung.
Duelle auf Duelle folgten. Es Rauchte ein Osfizrer Don Auvergne uur einem von Piemont zu begegnen, je fuhren ohne weitere Erklärung die Degen aus der Scheide und der Eine oder der Andere von den beiden Gegnern