U uche» kermq II en (5 aus ncurs ' he <A hre Z der
I-, Z-, niet d Mngi zu
Rr. 260.
Marburg, Mittwoch, 6. November 1878
xm lohrglmg.
Anzeigen nimmt entgegen: die Expedition d.BtatteS, sowie d-Ännoncen-Bureauz von Tb- Dietrich & Co. in Kiff«! und Hannover; Th. Dietrich in Frankfurt a.M.; Haasenftein & Bögler in Frankfurt c. M.. Berlin, Leipzig, Cöln rc.; Rudolf IRgfle in Berlin, Krank- surr 6. M. rc.
Anzeigen nimmt entgegen: die Expedition b. Blattes, 1 owie d- Annoncen-Bureaux von G. L. Daube & Co. in Frankfurt a-M; Jüger'sche Buchhand: uug daselbst; Hermann'sche Buchhandl. daselbst; Invalidendank in Berlin; W. Thienes in Elberfeld: C. Schlotte in Bremen.
Erscheint täglich auster an den Bierktagen nach sssonn* und Feiertagen Preis sür das Ouartal mit der wöchentlichen Beila-ie - re _ .... ,
* wäL. U »•*»•*<, ÄiKÄÄwÄÄ» ÄT ÄW*’*' ;5iit in der Expedition zu eitbeucnbe Auskunft und Annahme von Adreflen werden 25 Pf„. berechnet.
er 18
bth.I
»s ler'sch irei gi ’ Schi sechsjj 1 «
■rfteigi
'*8'
t »er
:nb ui
r, 593.
d
IS,
Tagesbericht.
Wie die Wes. Ztg. hört, ist bei den im Reichskanzler- amte eingeleiteten Vorarbeiten für die Revision des Zolltarifs, zunächst die Einführung von Finanzöllen, ferner ober Erhöhung der Zölle auf Wein, Häute und Einführung von Getreidezöllen in Aussicht genommen, welche als Compensationsprojette bei Handelsvertrags-Verhandlungen mit Oesterreich, -Italiens, Frankreich und Rußland dienen sollen.
Der Welfenfonds wird, wie es immer mehr den Anschein gewinnt, nun doch wohl ernstlich aus der Welt geschafft werden. Unsere neuliche Nachricht, daß bisher von dem Herzog von Cumberland kein Schritt des Entgegenkommens gethan ist, um einen Ausgleich mit der preußischen Regierung herbeizuführen, bestätigt sich zwar vollkommen; dagegen wird es sehr wahrscheinlich, daß der Herzog nicht umhin können wird, in nächster Zukunst sich zu einem andern Verhalten zu bequemen. Die Ausschüttung des Nachlasses deö verstorbenen Königs von Hannover hat ergeben, daß dessen Hinterbliebene auf die Zurückerstattung des von Preußen beschlagnahmten Vermögens des verstorbenen Königs angewiesen sind. Mit dieser ganzen Sachlage hängt die vor Kurzem erfolgte Berufung des Abg. Windthorst (Meppen) zur hannoverschen Familie nach Wien zusammen. Es ist ferner Thatsache, daß der Londoner Hof sehr eindringliche Vorstellungen an die hannoversche Familie gerichtet hat, um dieselbe zu einem Ausgleich in der von Preußen verlangten Richtung zu bewegen. Sind diese Vorstellungen in ihrer .Wirkung stark genug, um dem Einfluß des Äbg. Windt- hvrst, der sich noch in Wien befindet, die Spitze zu bieten, so wird zweifellos der Ausgleich und damit die Herausgabe des Welfenfonds erfolgen. Jedenfalls schweben über die Angelegenheit bereits Verhandlungen zwischen dem Staatsministerium und dem Finanzminister.
lhk«
PP»
Die Sozialdemokraten müssen doch, so schreibt der a"®’ einzelne „Gönner" haben, die nach Vermögen ben « und Stellung nicht ganz zu den Männern der „schwieligen Hande" gehören können. Die Abrechnung des Hamburger Malistischen Central-Wahl-Comitö's, das sich bekanntlich selbst auflöste, zeigt Einnahmen zum Zwecke der Wahlen, Mie man sie kaum erwarten sollte. Wir finden einen Posten don einem Ungenannten eingesandt auf Höhe von 5000 Mk. und fünf ä 1000 Mk. Zur Wahlagitation und zu Reichs-
itz.
ge.
1878.
90,M
92,01-
*) Nachdruck verboten.
t
8.
liethe 23.
raff. 78.
Piemont und Auvergne bildeten zusammen eine Brigade toib waren seit lange gewöhnt, sich in die Lorbeeren zu Men, die sie sich in zahllosen Feldzügen gemeinschaftlich »iuvorben.
Piemont und Auvergve.
:ei nach dem Französischen des A. F16v6e, von Rudolvb Müldener.
I.
en 01 L des glänzenden Sieges bei Marburg am 31. jetrod «juni 1760 den Ferdinand von Braunschweig über die Franzosen erfochten hatte, setzten sich dieselben nichts desto . t Öliger im Hessischen fest und zogen Verstärkungen an ;artm sich, die der sehr gelichteten Armee des Marschalls Broglio an wesentliches Bedürfniß waren.
Hm Unter den Regimentern, die im September von Paris st de ^h Kassel abginge«, befanden sich auch Auvergne und 'Vttmcnt.
Aber der Ruhm gleicht einer koketten Schönen, die in ft Herzen ihrer Verehrer die Flammen der Eifersucht Pacht. Weit entfernt, mit einander in Karneradschastlich- U zu leben, herrschte zwischen beiden Regimentern viel- schr eine fast dem Neide gleichkomtnende gegenseitige versucht.
Bei einer derartigen Stimmung reicht ein Zufall hin, «n verbissenen Aerger in offenen Haß, die künstlich gepflegte J Kameradschaft in unversöhnliche Feindschaft zu verwandeln.
Ein solcher Zufall, reich an traurigen Folgen, ereignete im Jahre 1758, zwei Jahre vor der Epoche, mit der «ifere Erzählung beginnt.
tot* Die beiden Regimentern lagen damals in St. Goar, J’m * einige Rasttage hatten.
.Um die Langeweile zu vertreiben, die ein unfreiwilliger «senthalt an einem kleinen, fremden Orte unvermeidlich W sich bringt, kamen die Offiziere der beiden Regimenter «e Abende im Gasthaufe „Zum wilden Manne" zufammen, * sodann gewöhnlich hohes Hazardspiel getrieben wurde.
tags-Diäten konnten allein 30,452 Mk. verwendet werden, während nebenher noch ein Unterstützungsfonds mit 11,092 Mk. verwendet wurde. Die gesammte Einnahme beziffert sich auf 69,218 Mk. für die Zeit vom 1. Februar bis 18. October d. I. Die Casse ist, wie lakonisch hinzuge- fügt wird, „vollständig geteert". Vielleicht ist der Rest bei der Position „zur Förderung literarischer Zwecke 3976 Mk." asservirt worden.
In Spanien sind die Cortes wieder zusammengetreten. Eine Thronrede wurde nicht gehalten, da es sich nur um die Fortsetzung der im Juli geschlossenen ordentlichen Session handelt. An den König wurden von Seiten des Senats und der Kammer wegen des gescheiterten Attentats Glück- wunschadreffen beschlossen, die mit Ausnahme der Demokraten vön den Führern aller Parteien unterzeichnet wurden. Die Session wird sich hauptsächlich mit zwei Gesetzentwürfen zu beschäftigen haben, mit einem Wahlgesetz und einem Vereinsgesetz, eventuell auch mit einem Unterrichtsgesetz. Durch das neue Wahlgesetz soll das Wahlrecht etwas eingeschränkt werden; eine gleiche Tendenz soll auch das Vereinsgesetz haben. Den Debatten wird es unter diesen Umständen an Lebhaftigkeit nicht fehlen.
Die Behauptung, daß England den Regierungen von Frankreich und Oesterreich Vorschläge zu einer Osiensiv- und Deveustv-Allianz gemacht habe, wird vom „Memorial diplomatique" für unrichtig erklärt. Es haben Unterhandlungen, betreffend Ostrumelien stattgefunden, damit die französischen und österreichischen Delegirten ihre Bemühungen mit denen des Herrn H. Drummond-Wolff vereinigen, um die Reorganisation der Provinz und die Ernennung eines ottomanischen GeneralgonverneurS durchzufetzen. Außerdem hat das Cabinet von St. James Oesterreich versprochen, seinen ganzen Einfluß bei der Morte zu gebrauchen, um feie Unterzeichnung der österreichisch türkischen Convention zu erlangen. Einen höheren oder weiteren Zweck haben die Verhandlungen keineswegs gehabt.
,Was die Gerüchte, bezüglich eines Vorgehens der englischen Regierung bei ben Lägnatarmächten des Berliner Vertrages, im Hinblick auf eine gemeinsame Action betrifft, durch welche die russische Regierung bestimmt werden soll, die Ausführung des Vertrages nicht ferner zu hindern, so scheint Folgendes festzustehen. Der englische Ministerrath hat am Mittwoch beschlossen, daß Lord Salisbury ein Circular an alle europäischen Regierungen richten soll, um
deren Aufmerksamkeit auf die gegenwärttge Haltung Rußlands zu richten. Dieser Beschluß wurde gefaßt, im Hinblick auf bas Stillschweigen, welches bie russische Regierung der letzten Note bes Marquis von Salysbury entgegengesetzt hat. Die mündlichen Erklärungen, welchd dem englischen Botschafter in St. Petersburg ertheilt worden sind, erschienen dem Lord Beaconsfield nicht genügend, um die Besorgnisse und das Mißtrauen Englands zu zerstreuen.
Notabilitälen des Handelstandes von Newyork haben die Agitationen für eine internationale Ausstellung zu Newyork im Jahre 1889 in die Hand genommen. Es ist eine Commission ernannt worden, welche eine nationale Versammlung zur Erwägung dieses Projects organisiren soll.
Deutsches Reich.
Berlin, 4. Nov. In einer Umschau über bie allgemeinen Verhältnisse Enropa's äußert bie „N.-Z." in ihrer Sonntags-Nummer nach einem Hinweis auf bie Gerüchte, daß Frankreich sich wieder anschicke, in bie europäische Politik einzugreifen: „Wenn neue Ziele sich am Horizont zeigen, so scheint uns, als ob dieselben weniger aus den neuen Strebungen in Frankreich, als aus der kritischen Lage hervorgehen, in welcher sich andere Staaten, namentlich Oesterreich und England befinden. In Oesterreich-Ungarn greift allgemach die Empfindung um sich, daß starke positive Ziele der Aktion ein gefährlicher Gegner für eine blos negative Politik sind. Darin liegt die Stärke Rußlands gegenüber Oesterreich, daß es einen klaren Willen, einen positiven Zweck vor sich sieht. Es ist die Schwäche Oesterreich-Un- garnS, daß eS trotz dreijähriger Sorgen und Qualen den Verlust der „angeborueu Farbe der Entschließung" nicht zu ersetzen vermag. Das ganze Staatsleben ist heute dort provisorisch: eine provisorische Regierung in Wien, eine provisorische Regierung in Pest, eine provisorische ReichS- leitnng für das Ganze. Wie sollte da die Politik nicht eine provisorische sein? Und weil sie das ist, darum fehlt eS jeder Bewegung im Ltaatskörper an nachhaltiger, an schaffender Kraft. Herr v. Pretis vermag daS cisleithanische Kabinet nicht zu erneuern, und doch meinten bie meisten Autoritäten ber Wiener Politik, er fei ber Einzige, ber diese Aufgabe lösen könnte." Zum Schluß wirft sie einen Blick aus das spanische Attentat: „Während in der Bewegung der modernen politischen Epidemie in Rußland eine Pause eingetreten ist, ruft die „Internationale" anläßlich des Mord-
Eines Abends nun hatte ein Capitain von Piemont, Herr de Bunguignon de Foncolombe, im Pharao feine ganze Baarschaft t erloren und voll Zorn über fein Unglück die Karten auf ben Tisch geworfen, wobei er fluchend aufgesprungen war und sodann den Saal mit einer Aenßcrung verlassen hatte, die der Gewinnende auf sich beziehen und als eine große Beleidigung betrachten mußte.
Letzterer war Graf de Lourmel, auch Capitain, aber nicht im Regimente Pftmont, sondern im Regimenie Auvergne.
Auch er stand vom Spieltische ans und folgte dem Beleidiger.
Der Vorfall wurde allgemein bedauert, denn Niemand verhehlte sich seine Folgen. Man kqnnte die Reizbarkeit Foneolombe's, man wußte andererseits auch, daß Graf de Lourmel eine Beleidigung nicht auf sich sitzen ließ, und so stand ein Duell außer Frage.
Allein man täuschte sich in seiner Erwartung. Zum größten Erstaunen Aller kam es nicht zum Zweikampfe, sondern ber Graf be Lourmel antwortete am anderen Morgen seinen Freuneen, bie ihn um den Ausgang der Sache befragten, daß Alles gemacht fei, indem Herr be Foneon- lombe ihn wegen seiner Heftigkeit um Entschuldigung gebeten habe.
Diese überraschende Mittheilung machte Graf be Lourmel seinen Kameraden, als Auvergne und Piemont jeben ihre Marschkolonnen formirten, denn die beiden Regimenter hatten Befehl erhalten, St. Goar zu verlassen.
Unbegreiflicher Weise fehlte, nachdem alle übrigen Offiziere längst am Auftiellungsplatze waren, Foncolombe noch immer bei seiner Compagnie. Man schickte nach ihm in sein Quartier und sand — seine Leiche.
In welche Bestürzung und Aufregung diese entsetzliche Begebenheit die beiden Regimenter versetzte, läßt sich denken. Man verlor sich in Vermnthungen über ben Urheber des scheußlichen Verbrechens, denn daß hier ein Verbrechen, daß ein Mord begangen worden sei, stand fest.
Foncolombe hatte einen Stich in ber Gegenb des Her
zens, ber von einem dreischneidigen dünnen Degen, wie ihn die französischen Offiziere trugen, herzurühren schien. Nur ein paar Blutstropfen im Hemde bezeichneten bie Stelle ber Wunde, bie sich wieder geschlossen hatte. Ohne Zweifel war ber Tob in Folge innerer Verblutung eingetreten.
Die Leiche lag ausgestreckt auf bem Rücken mitten im Zimmer. Der Degen des Getödteten hing in der Scheide über dem Bette. Ans dem Tifch stand die ausgebrannte Lampe, neben dieser lagen die Uhr, die goldene Tabatiöre und eine mit Gold gefüllte gtünfeibene Börse. Mit Ausnahme des Rockes, der über einem Stuhle hing, war ber Ermorbete vollständig bekleidet:
Von einem Raubmorde war also keine Rede, denn auch der Koffer, in welchem Foncolombe, zum Abmarsche bereit, feine Effekten gepackt hatte, stand verfchlosfen unb unverletzt im Zimmer.
Dies Alles conftatirte bie Commission, bie zur Untersuchung des Thatbestandes sofort zusammengesetzt worden war; allein über den Mörder blieb man im Dunkeln, denn nirgends ließ sich auch nur die geringste Spur auffinden, die zu dessen Entdeckung geführt hätte.
Die natürliche, unausbleibliche Folge davon war, daß auf bem weiten Felde ber Vermuthung alle möglichen Gerüchte auftauchten, baß man von feiger Verrätherei, von meuchlerischer Beiseiteschaffuiig eines gefährlichen Gegners murmelte, kurz, baß Dinge behauptet würben, bie für bie Ehre bes Grafen be Lourmel geradezu vernichtend waren. Man erzählte sich erst leise, dann aber ganz laut, daß zwei Offiziere des Regiments Piemont, bie ziemlich spät von jener Reunion, in ber es zum Streit gekommen, heimgegangen unb an ber Wohnung des Kapitäns Foncolombe vorbeigekommen waren, aus dieser den Grafen de Lourmel heranS- kommen gesehen. Was hatte be Lourmel noch so spät im Hause seines Gegners zu thun?
(Fortsetzung folgt.'