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brauchsfähigem Zustande an die Oberfläche gelangen; die Hebung muß bis zum 1. August 1879 vollendet sein. Die Ablieferung muß in einem sicheren englischen Hafen geschehen, und der Zustand des Fahrzeuges ein derartiger sein, daß die ungefährdete Ueberführung nach einem deutschen Kricgöhafen ausführbar ist. Entscheidet sich die Admirali­tät für eine solche Ueberführung, fo erhält der Unternehmer 40,000 Pfd. St., und wenn sich unter dem gehobenen Zubehör Schiffsthürme mit Geschützen befinden, weitere 5000 Pfd. Sterl. Beschließt ader die Admiralität, das gehoben Schiff in England zu verkaufe«, fo erhält der Unternehmer die Hälfte des Nettoerlöses. Gelingt die Hebung nicht, so hat der Unternehmer keinerlei Entschädi­gungsanspruch. Die Hebungsarbeiten geschehen ohne alle Assistenz der deutschen Marine. Während der ContractS- dauer bleibt das Schiff Eigenthum der Admiralität. Alle über Contractsbestimmungen etwa entstehenden Streitig­keiten werden vor den deutschen Gerichten entschieden.

DiePost" enthält ein Schreiben deö Reichstagsabge- ordneten von Varnbüler an den Fürsten Bismarck, worin an diesen die Anfrage gerichtet wird, ob die Absicht bestehe, dem Reichstage in der nächsten Session den Entwurf eines revidirten Zolltarifs vorzulegen und ob die Reichsregierung, bevor das gefchehen sei, einen neuen Handelsvertrag mit Conventional-Tarifen nicht abschließen werde, -r In dem Antwortschreiben des Fürsten Bismarck heißt es: die ge­stellten Anfragen würden amtlich.nur beantwortet werden können, wenn die verbündeten Regierungen über die zukünf­tige Zollpolitik bereits Befchlüsse gefaßt hätten. In Er­mangelung solcher könne er nur seine persönlichen Ansichten mittheilen. Soweit es ihm gelingen «erde, letztere zur Geltung zu bringen, liege es allerdings in seiner Absicht, eine, umfassende Revision des Zolltarifs herbeizuführen und die dazu erforderlichen Anträge zunächst der Prüfung der vechündeM Mgierungen Ar unterbreiteu. Die Vorarbeiten hierzu seien bereits in Angriff genommen. Den Abschluß neuer Handelsverträge mit Conventional-Tarifen vermöge er so länge nicht zu befürworten, alL die Frage der Re­vision des Tarifes nicht erledigt sei.

DieProvinzial-Correspondenz" kommt in ihrer letzten Nummer auf die Erklärung derfreien volkswirtschaftlichm Vereinigung" von 204 Reichstags-Abgeordneten zu sprechen und knüpft daran, sowie an die entsprechenden Auslassun­gen einiger nationalliberaler Blätter folgende Bemerkung : Diase Erklärungen und Ankündigungen, so allgemein sie zunächst der Natur der Sache nach gehalten sind, scheinen roch einen entschiedenen und bedeuifamen Wendepunkt in der Behandlung der wirthschaftlichen Fragen zu bezeichnen;

sie dürfen als erste hoffnungsreiche Anzeige gelten, daß die Negierung in dem neuen Reichstage auch für ihre wirthschaftlichen Bestrebungen die Stütze einer Mehrheit finden werde, welche entschloffen ist, die Behandlung der wirthschaftlichen Fragen,nicht nach den Auffassungen und Geboten bloßer Lehrmeinungen, sondern vor Allem nach den Anforderungen der thatsächlichen Lage der Dinge und nach den wirklichen Bedürfnissen und praktischen Jnteresien des Volkes zu gestalten."" Interessant ist dieser Regie- rungs - Erklärung gegenüber eine Erklärung, die wenige Tage früher drei unsererHessischen Reichsboten" in derHes­sischen Morgenz." erlassen haben, dieselbe lautet: Kurz vor dem Schluffe des Reichstags haben 204 Mitglieder dessel­ben eine Erklärung unterzeichnet, welche mit folgendem Satze schließt:Obschon von verschiedenen handelspolitt- schen Gesichtspunkten ausgehend, finden sich die Unterzeich­neten doch in dem Grundgedanken vereinigt, daß die schwie­rigen Fragen der deutschen Handelspolitik nicht lediglich nach den Schlagwörtern von Freihandel und die wirklichen und vermeintlichen Gegensätze der Interessen mit Sachkennt- niß, Umsicht und Vaterlandsliebe auszugleichen." Auch wir hätten dieser Erklärung in ihrer Allgemeinheit beitre­ten können. Wenn wir dies gleichwol unterlassen haben, so ist es lediglich geschehen, um Mißverständnissen vorzu­beugen. Unter der Erklärung findet sich eine Anzahl Namen von so entschieden schutzzöllnerischcm Klange, daß eine Mit­unterzeichnung ohne Vorbehalt leicht zu unrichtigen Annah­men hätte führen können. Auf der anderen Seite aber möchten wir auch nicht dem Mißverständnisse ausgesetzt sein, als gehörten wir zu dmen, die sich durch .Schlag­wörter lecken lassen. Wir bemerken also, daß wir zwar im Allgemeinen einer freien Bewegung auf handelspolcki- schem Gebiete zugethan sind, daß rott aber auch Ausnah­men als berechtigt anerkennen und daß wir nicht lediglich nach Systemen und Theorien, sondern stets nach Maß­gabe der Umstände des besoudvce«. Falles verfahren werden. Sobald die Unterzeichner der fraglichen Erklärung das Feld der Allgemeinheit verlassen und ihre Ziele im Einzelnen darlegen wollen, werden wir beurtheilen köimen, inwieweit wir mit chnen zu gehen vermögen oder nicht. Berlin, Ende Oktober 1878. Fr. Oetker. Dr. Bähr. Dr. Wehrpfennig.

Die von der Druckerei der verbotenenBerliner Freien Presse" heute herausgegcbencnBerliner Nachrichten" sind ebenfalls confiöcirt worden.

Neueste Orient-Nachrichten:

Wien, 31. Oct. Meldungen derPolit. Corresp." Aus Athen. Trikupis und Zaimis, die zur Bildung eines neuen Cabinets berufen wurden, erbaten eine zwei-

Getrost! Sic mögen knallen. Legt er nicht ab ein altes Kleid, Ein morsches, das schon ist bereit In Staub dahin zu fallen?

Auf Kassel's Forst, dem Anger grün, Stellt man den alten Oberst hin, Man will die Augen binden.

Die Augen, nein! verbindet nicht; Dem Tod seh' hell ich in's Gesicht Aus euern Feuerschlünden.

Nur eh' ihr nach mir zielt und schießt, Vergönnt, daß noch der MunÜ genießt Jetzt eine alte Freude." Er steckt sein Pfeifchen an, er zieht Uud dampft und jagt, froh im Gemüth,..... Die Wolken in das Weite. ,

Schießl! kommandirt der Kapitän, Der Emm'rich hat in Ruh gefeh'n, Wie hell das Feuer blitzet.

Die Kugel traf, hin sank der Mann, Bei Kassel auf dem grünen Plan Hat er fein Blut verspritzet.r.

Ei« Maskenball König Jeromes.

von E. Sch.

(Fortsetzung.)

König Jerome stand nach ihrem Verschwinden anfangs wie gelähmt, dann machte er eine Bewegung, als wolle er chr nachstürzen als er sie aber den Arm des Dominos erfassen sah, die stets gefürchtete Tante erkannte, und den unabänderlichen Zusammenhang des Ganzen ahnte, da fiel er wie gebrochen und vernichtet auf die Bank zurück und bedeckte sein Gesicht mit beiden Händen. So schieden die

beiden Menschen von einander, die sich in dem Eldorado des ersten Liebesfrühlings gefunden, die der Willtersturm der Gewalt getrennt, die sich auf dem bunten Markte des Lebens noch einmal geständnißinnig begegnet und die sich nie mehr Wiedersehen sollten.

Die beiden Masken waren glücklich und unbemerkt aus dem Gewirre der anderen entkommen und eckten die Stufen der Treppe hinab. Auch hier fanden sie kein Hinderniß; denn es war den Dienern des Königs gestattet, die Demaskirung der Masken von einer kleinen Gallone des Saales mit ansehen zu können.

Schon vor einer Weile war der Wagen der Damen angekommen und brauchten sie nur einzusteigen, um der drückenden Atmosphäre des Hofes schnell zu entfliehen. Bis zu diesem Momente hatte die mütterliche Liebe und Willenskraft alle anderen Gefühle in dem Herzen Elisa­beths despotisch mit Füßen getreten, jetzt aber, als sich der Wagenschlag hinter ihnen geschloffen hatte, brach ihr ge­waltiges Regiment zusammen und alle anderen heiligen Regungen ihrer Seele verlangten mit gebieterischen Rechten nach Luft, nach der langenlbehrten Freiheit.

Einm Augenblick schien ihr der innere Kampf den Arhem nehmen zu wollen, dann aber sandte ihr ein guter Geist den erleichternden Balsam des Weh's, er sandte ihr Thränen! In einer heißen Fluth tauchten noch einmal die Erinnerungen ihrer Jugend mit ihrem bitteren Gefolge herauf, dann aber wurde es stiller und stiller in ihrem Herzen, und der wohlchuende Nachfolger einer großen Selbstüberwindung, der beseligende Friede, bestieg den Thron ihres keuffchen Herzens.

Lange brannten noch an jenem Abend die Kerzen m den Zimmern der alten, der jungen Marquise und Made« laines. Verschiedenartig aber waren die Gefühle, welche dir drei verbündeten bewegten und den Schlaf von ihren

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Marburg, Sonntag, 3. November 1878

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Wpedttiond.Blatte», MUar «Wie d-Annoncen-Bureaux ,r ' w" D-. Dietrich L Co. rn hfiel und Hannover; To. strich in Frankfurt a.M.: Maieufiein L Vogler in tanlfurt a. M.. Berlin, eiock«, CLln ic.; Rudolf Reffe in Berlin, Frank­furt a.j'C- »-

fitniiff.

Anzeigen nimmt entgegen: die Expedition b. Blattes, sowied. Annoncen-Bureaux von L. Daube & Co. in Frankfurt a. M; Jäger'sche Buchhandtung daselbst; Hcrmann'sche Duchhandl. daselbst; Jnvalidendank in Beilin; W. Thienes in Elberfeld; C. Schlotte in Bremen.

Preis für das Quartal mit der wöchentlichen BeilageJllustrirteS Sonntagsblatt" durch die Expedition (Koch'sche Deutschen Reiches 2 Mark 50 Pfg. (excl. Bestellgebühr». Jnsertionsgebühr für die gespaltene Zeile 10 Pfg. erweckende Auskunft und Annahme von Adressen werden 25 Pfg. berechnet.

Tagesbericht.

Hannoverschen Wahlkreis zu Hannover, des ckkomites in Ottensen, der sozialdemokrati-

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Hessische Geschichtsbilder. 2. Oberst Emmerich.

Am Fenster stand der Emmerich, , Der sich den Bart, den grauen, strich, Im Mund die Meerschaumpfeife. Und wie er auf die Straße blickt, Da kommt die Schar, das Schwert gezückt, Daß sie den Wen greife.

Der Emmerich sieht auf die Uhr: Die Schergen sind uns auf der S>pur, Um schnell uns aufzuheben.

Ich sah dem Tod in's Angesicht

In manchem Strauß, hielt treu zur Pflicht, Sollt' ich vor Häschern beben?"

Ein deutsches Herz, ein Heffenherz Kennt.nicht um sich, umS Land nur Schmerz, Wenn's ward dem Feind zum Raube, Wenn seine Krone, Ehr und Gut, Der freie Mund, der frohe Much, Sein Kleinod liegt im Staube.

Dem Braven graut nicht vor dem Tod, Er chut, was ihm das Herz gebot, Und will sein Leben wagen.

Schleppt mich hinfort, nach Kassel fort Und häuft, Tyrannen, Mord auf Mord, Euch wird die Uhr einst schlagen."

Der Emmerich ward arretiert, Nach Kassel ward er abgeführt; Sein Urtheil ward gesprochen. Auf Pulver Iautet8 und auf Blei, Daß schreckend ein Exempel sei Und schwer die Schuld gerochen.

Sein Leben glänzt von Thaten reich, Doch ist fein Haupt schon greis und bleich,

2915 elL in, sowie nieste rtner,

sale'sche) erlassene Verbot.

Die in mehreren Zeitungen verbreitete Nachricht, daß Minister Hofmann aus feiner Stellung im Reichskanzler- amte ober gar aus dem Reichsdienst überhaupt auszuscheiden beabsichtige, entbehrt derPost" zufolge der Begründung; in unterrichteten Kreisen kenne man nicht einmal einen Anhaltspunkt für diese Nachricht. -

Der deutsche Handels tag nahm eine Resolution an, bett, die Reform der kaufmännischen Zahlungsweise, ins­besondere die Einführung einer kürzeren Zahlungsfrist im EnzroS-Geschäft und möglichst Baarzahlung im Kleinver­kauf. Ferner wurde vom Handelstag eine Resolution an­genommen, welche sich gegen das Tabakmonopol erklärt und das Präsidium ersucht, dem Bundesrathe hiervon Kenntniß zu geben.

DieNordd. Allg. Ztg." theilt die wesentlichsten Be­stimmungen des mit einem englischen Unternehmer über die Hebung desGroßen Kurfürsten' abgeschlossenen Con- ttaeteS mit. Danach muß der Schiffskörper in noch ge-

ilrbeiter-Wahlkomites in Ottensen, der lozialdemokrati- chen Wahlvereine in Frankfurt a. M. und Wiesbaden und von 5 anderen Vereinen in Gießen, ferner einer einzelnen Rümmer und des ferneren Erscheinens der Wochen­schriftHoffnung" in Frankfurt a. M. und desHam­burg-Altonaer Volksblattes", sowie der gedruckten sozial­demokratischen Abhandlungen:die unhaltbaren Grundlagen des Repräsentativ-Systems" im Selbstverläge von Ritting- hansen (Köln) unddie Zukunft der Sozialdemokratie von Dietzgen (Köln).

DerReichsanzeiger" enthält Bekanntmachungm betr. das Verbot folgender Vereine: des Berliner Arbeiter- Sängerbundes, zu welchem 6 namenttich aufgeführte Ge­sangvereine gehören, des Fachvereins der Berliner Knopf­arbeiter und Berufsgenoffen, des Vereins der Vorrichter und Stepper in Berlin, des allgemeinen Reppschläger- und Seilervereins in Altona, der soeialdemokratischen Volks­partei in Colditz, des Arbeiternnterichtsvereins in Bremen von 5 namentlich aufgeführten Vereinen in Darmstadt, ferner das Verbot einer einzelnen Nummer und des ferneren Erscheinens der in Barmen-Elberfeld erscheinendenBergi- schen Volksstimme" und das vom hiesigen Polizeipräsidium gegen 12 nichtperiodische Druckschriften (darunter 6 Las-

DerReichsanzeiger" enthält ferner Bekanntmachungen «treffend" das Verbot des sozialdemokratischen Wahlvereins ür den 8. 5----------" - ---.....

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