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Marburg, Donnerstag, 31. October 1878

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anieigen nimmt entgegen: eit Expedition ».Blatte», feBie d.Annoncen-Bureaur von Th. Dietrich & Co. in Saffet nnd Hannover; Th. Dietrich in Frankfurt a M.; Haasenstein L Vogler in Frankfurt a. M.. Berlin, Leipzig, Cöln rc.; Rudolf Woffe in Berlin, Frank» furt a. 5)1. 2L

Anzeigen nimmt entgegen: die Expedition d. Blatte», sowie d. Annoncen-Bureaux von G. L. Daube & Co. in Frankfurt a. M; Jäger'sche Buchhandlung daselbst; Hermann'sche Buchhandl. daselbst; Jnvalidendank in Berlin; W. Thiene» in Elberfeld: C. Schlotte in Bremen.

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Erscheint täglich außer an den Werktagen nach Sonn- und Feiertagen. Preis für das Quartal mit der wöchentlichen BeilageJlluftrirteö Sonntagsblatt** durch die Expedition (Äoch'sche Buchdruckerei) bezogen 2« Mark, durch die Postämter des Deutschen Reiches 2 Mark 50 Pfg. (excl. Bestellgebühr). Jnsertionsgebühr für die gespaltene Zette 10 Pf». Für in der Expedition zu ertheilende Auskunft und Annahme von Adreffen werden 25 Pfg. berechnet.

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Illustrirtes Sonntagsblatt bei allen Postanstalten sowie in Marburg bei bar Expedition entgegengenommen. .

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flkür die Monate November und Deeember V werden Bestellungen auf die

- Sin Maskenball König Jeromes . von C. Sch.

Der Weser-Ztg. wird geschrieben:Während die Mel­dungen eines bevorstehenden Rücktritts des Finanzministers Hobrecht sich als unbegründet erweisen, tauchen Gerüchte f, welche mit großer Hartnäckigkeit einen nahen Wechsel in der Leitung des Reichskanzleramts avisiren. Präsident Hofmann scheint, abgesehen von priucipiellen Bedenken gegen sdie angeregte Lösung dringender Fragen, einer Steuerreform sonstigen Aenderungm im Gebiete der Wirthschafts- polittk den beabsichtigten weiteren Abzweigungen von seinem Ressort nicht zustimmm zu körmen. Die von dem ReichS- anzler begonnene Entlastung der bisherigen Centralverwal­tungsbehörde des Reichs geht ihrer weiteren Entwickelung entgegen. Bereits in den Voranschlägen für das Budget des nächsten EtatsjahreS erwartet man dahingehende positive Anträge. Ebenso tote, das Reichskanzleramt werden auch das preußische Handels- und das Finanzministerium bedeut­same Aenderungen erfahren. Die diesbezüglichen Projecte befinden sich jn einem zu frühen Stqdium der Vorarbeiten, ÄS daß sie bereits in den Kreis polllischer Erörterungen sHdgen werden könnten.", t 6 u. v.;»,.

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DerReichsanzeiger" veröffentlicht Bekanntmachungen betreffend das Verbot des Arbeiterbildungsvereins in DreS- den und der VereineBund der Tischler und verwandter fSgenoffen" und ^Deutsches Zimmergewerk" in Ham- rg. ' ->. )' - <";

Drittens," wiederholte die Zigeunerin,bitte ich dich Um diesen Ring, er ist zwar sehr schlicht, aber er gefällt mit so gut, daß ich ihn gern besitzen möchte." Bei diesen Torten deutete sie aus einen schmalen Goldreif, den Jerome an der linken Hand trug, und welchen sie ihm einst als das erste Zeichen der Liebe auf der verhängnißvollen Mas­kerade an den Goldfinger derselben gesteckt hatte.

Wenn ich ein Königreich hättte, würde ich sagen: be- ßehre die Hälfte meiner Staaten, aber laß mir diesen Ring," -utwortete Jerome, sprang heftig auf und umfaßte mit ben Vorberfingern feiner Rechten ben Ring, als ob er ben Be- litt 6*4 sitz desselben schon gefährdet fürchtete.

' 'H Durch Elisabeths Seele zog bei diesen Worten der i Triumph über einen nie geglaubte beseeligende Entdeckung, i welche ihre ideale Natur für all die Kämpfe und Leiden i der letzten Jahre reich entschädigte und ihr den Compaß zu

tte. hoffet luwxt

1878-

1 Die Gazette des Tribunaup.veröffentlichte aus den Akten des letzten Pariser Sozialisten-Kongresses am 25. Oktober ortiom k folgendes ^reiben, welches von einem spanischen Revo- ppe, in - lutionär, Namens Quoinones, an einen der Theilnehmer ifeln« des Kongresses gerichtet war:Madrid, 21. August. Ich bereit« i Bebaute lebhaft, daß wir uns auf dem sozalistischen inter-- VoH nationalen Kongreß in Paris nicht vertreten lassen können, ihmli-i k denn wir sind mit dem Werke der Revolution sehr be-, pen K fchäftigt (car nous sommes tres-occupes ä la besogne haust! de la revolution . . Sie können uns hinsichtlich der In äS r-

, (Fortsetzung.)

^antt - (gje (p bescheiden, und dünkt sich nicht schön genug, r 'Va tt>er sie will wie alle Weiber, einen Sturm der Bewun- mra^s derung Hervorrufen, dachte Jerome und fügte hinzu:Von Herzen gern und zweitens?"

»ntwed kZweitens muht du, um dein eigenes Heil, zu erfüllen ser Kloben, was Dir meine Kunst rieft); denn ich hin wirk- rötM N «ne Zigeunerin und habe die Gabe, das Geheimniß- dollste zu durchschauen/* vollendete Elisabeth mit klvpfmdem Herzen.

Wenn du diese Gabe wirklich hast, was ich wahrlich dicht zu bezweifeln wage, so wirst du. auch^-sehe«, daß titser- Händedruck schon für die That zu nehmen ist/' sprach Je­rome, drückte herzlich Elisabeths Hand und fragte dann.

konkreten Punkte deS allgemeinen Prinzips des kollektivisti­schen föderativen Sozialismus vertreten. Wir sind vor Allem revolutionäre ausübende Sozialisten (socialistes revolutionäres pratiques), in wirthschaftlicher Beziehung Kvllectivisteu, in der Politik: die Kommune als Regierungs- form und die Föderatton mittelst der Solidarität . . . ." Dieser Brief", bemerkt der Pariser Moniteur,stellt in unumstößlicher Weise die zwischen dem spanischen und dem französischen Sozialismus bestehende Solidarität fest."

Neueste Orient-Nachrichten:

Wien, 29. October. Anläßlich der Meldmrgen der JournaleObserver" undFanfulla" bezüglich des Auf­tretens einer westmächtlichen Allianz wird derPreffe" von angeblich wohlinformirter Seite mitgetheit: es seien dies mehr Combinationen als reale Thatsachen. Besonders entsprächen die Neuigkeiten desFanfulla" in einigen wesentlichen Punkten nicht der Wahrheit. Der Schritt Englands in Petersburg wegen Aufklärmng über die Bedeutung der neuesten Truppenbewegungen in Rume- lien fei aus eigener Initiative und ganz selbstständig er­folgt. Die Meldung desFanfulla" von der Zustimmung Frankreichs und einem bezüglichen Ideenaustausche in Wien und Rom sei daher mit berechtigtem Zweifel aufzunehmen. Das Interesse der Mächte an der correcten Durchführung des Berliner Vertrags sei zwar ein unleugbares; bisher aber könne weder von gemeinsamen Schrttten der Mächte noch von einer auf diesen Zweck gerichteten Vereinigung .derselben die Rede sein, wozu auch das türkische Rund- .i schreiben über ben bulgarischen Aufstand keinen Anlaß ge­boten habe; letzteres sei überhaupt bisher noch nicht über­reicht. "

Wien, 29. October. DiePolit. Corresp." meldet aus Bukarest, daß dem Einmärsche der rumänischen Trup­pen in die Dobrudscha fein wie immer geartetes Hinderniß entgegenstehe: Der Einmarsch werde, wie Regierung ent­schieden habe, gleichzettig mit der Abreise der zur Ueber- nahme bestimmten Commission erfolgen. Die Vertreter Rumäniens in Petersburg und Konstantinopel, Ghika und Demeter Bratiano, sind -auf ihre Posten abgegangen. Dieselbe Correspondenz meldet aus Konstantinopel: Fürst Lobanoff soll in Folge einer Berufung in ben nächsten Tagen nach Livadia äbreisen. Die Heimbeförderung der , türkischen Gefangenen hat trotz des ungünstigen Standes der Verhandlungen wegen des definitiven russisch-türkischen . FriedeuLvertrages keine Unterbrechung erfahrm.

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I i-u i s Deutsches Reich.

Berlin, 29. Oct. Vor einigen Tagen wurde gemeldet, neuer unerschrockener Weiterfahrt verlieh.Und warum ist er dir so theuer, daß du dich nicht von ihm trennen willst," fragte sie dann und blickte forschend durch die Augen- öffnung der Maske.

Ich habe gelobt, mich bis zum Tode nie von ihm zu trennen, warum, will ich dir später offen gestehen," sprach Jerome, und nachdem er einige Male an den Blumen auf- und abgeschrttten war, fuhr er mit völlig verändertem Ausdruck fort: , - H .,

,,Aber jetzt laß gut fein, schöne Maske, deine Ora­kelsprüche nehmen mir die Heiterkeit, die ich heute Abend ) um keinen Preis einbüßen möchte!'Darum weg von der . Vergangenheit, weg von der Zukunft in die Arme der : Gegenwart, die. uns Beiden so freundlich und verheißungs­voll znlächett! Habe ich diese Gabe versagen müssen, so will ich eilen, dir einen Ersatz dafür zu bieten, der dich in Lniglicher Weise entfchädigen soll. Harre hier nur wenige Minuten, dann will ich wieder kommen, mein Schatzkäst­lein vor dir aufthun, und du selbst sollst dir denn ein prächttge« Sinnbild unseres heutigen Bundes nebst ande­ren Kleinodien bei mir erwählen."

Jerome ergriff nach dieser feurig gesprochenen Erklä­rung Elisabeth's Hand, und da er einen leisen Gegendruck spürte, hielt er ihn für eine freudige Bejahung, für einen Vorboten des erwünschten Sieges und eilte schnell davon, um die dritte Metamorphose als eleganter Toiletten­krämer schleunigst zu vollbringen.

Als Jerome in die Garderobe trat, waren die Eindrücke jenes mysteriösen Gesprächs schon ziemlich in den Hinter­grund seiner Seele gedrängt worden; gehörte er doch zu ben glücklichen Naturen, welche bie Nachwehen trauriger Erfahrungen burch momentane Befriedigung auslöschen und welchen nichts leichter ist, als von einer Tonart der Seele in die andere überzuspringen.

daß zum letzten October eine Feststellung der in ben öffent­lichen Kassen vorhandenen Bestände an Reichsgoldmünzen und Einthalerstücken angeordnet worben fei. Der rein statistische Zweck dieser Maßregel ist vielfach verkannt wor­den. Wir können hehaupten, daß von der Reichsregierung eine Außercourssetzung der Thalerstücke nicht beabsichttgt wird; es wird vielmehr vorgezogen die bisherige [Methode sortzusetzm, b. h. bie von dem Verkehr abgestoßenen Tha­lerstücke nach Bedürsniß einzuziehen. Aus tiefem Wege werden allmonatlich verhältnißmäßig sehr beträchtliche Be- träge von Einthalerstücken eingezogen; so sind bis zum heuügm Tag rund 163 Millionen Thaler in dieser Münz­forte zur Einziehung gelangt Bei dieser Gelegenheit dürfte auf die wenig gewürdigte Thatsache hinzuweisen fein, daß für den Gesammtwerth der eingezogmen Lanbeö- Silber- und Kupfermünzen der doppelte Betrag an ReichS- gold- und Silbermünzen in den Verkehr gelangt ist. Der Gesammtbetrag der Reichsgold- und Silbermünzen hat die zweite Milliarde überstiegen. Es sind nämlich nicht nur ein Theil des früheren Silbergeldes, sondern auch des Papiergeldes durch Gold ersetzt worden. Der Betrag des aus dem Verkehr gezogenen Silbergeldes macht rund 600 Millionen aus. Die Nationalökonomie ist neuerdings in Bezug auf das Verhältnis zwischen Angebot und Nach­frage um einen Satz bereichert worden, dem selbst von nahmhaften Gelehrten eine große Wichtigkeit 6eigelegt wirb. Die frühere Nationalökonomie legte das Gewicht ausschließ­lich auf bie Größe des Angebots, auch auf bie Größe ber Nachfrage, während die moderne Wiffenschaft »das Gewicht auf bie Dringlichkeit von Angebot imb Nachfrage legen will. Nun ist nicht zu leugnen, daß die Dringlichkeit des Angebots von besonderen Umständen abhängen kann, z. B. von der Armuth der Arbeiterbevölkerung. Indessen läßt sich doch im Allgemeinen behaupten, daß daS Angebot von Arbeit oder Waaren dann am dringlichsten auftritt, wenn es am größten ist, d. h. je größer der Ueberfluß an Arbeitskraft oder Waaren, desto dringlicher daS jAngebot. Mit dem erwähnten Satze ist also nur eine Folgerung gezogen, aber keineswegs eine neue Regel ausgestellt. Die Anzahl der Postbriefkasten im deutschen Reichspöstgebiete belief sich im Jahre 1876 auf 38422 Stück. Seither sind 3983 Briefkasten hinzugetrtten, und bie Aufstellung von weiteren 2000 Briefkasten steht bevor, sobaß am Schluffe b. I. 44405 Briefkasten vorhanden sein werden. Jn Bayern und Württemberg sind 8936 Briefkasten vor­handen; es ergiebt sich sonach für das ganze Reich eine Gesammtzahl von 53341 Postbriefkasten.

Posen, 29. October. DiePosener Zeitung" berich­tet aus Rawitsch: Der GesangvereinVorwätS", deffen Mitglieder nur Socialdemokraten sind, wollte am 27. unter

Daß er in feiner Garderobe ein Billett von Mademoi­selle Seraphine vorsand, worin ihn dieselbe bat, sie nicht länger zu necken und in zehn Minuten auf der schon be­setzten Bank des lauschigen BoSquets zu erscheinen, störte, ihn sehr wenig, alle feine geistigen Kräfte waren zur Er­reichung des Zieles angefpornt, deffen Gewinn ihm viel verheißungsvoller dünkte, als alle seitherigen leichten Er­oberungen [einer königlichen Laune.

Gleich nachdem Elisabeth sich von dem Arme le CamuS losgemacht hatte, wurde' auchbte alte Marquise von ber Begleitung des verhaßten Türken befreit Ma­demoiselle Seraphine, welche nämlich nach halbstündi­gem Jrrthnm endlich ertannt hatte, daß sie sich in ber Person des eleganten Schornsteinfegers getäuscht, kam, um ihren Armer zur Ueberbringung beS be­wußten Billetts zu ersuchen. Die eitle Kokette hielt, wie ihr Bruber unb alle Geladenen, ben König für ben Bährenführer unb suchte sich durch diesen Wink seiner Person für die nächste Stunde zu bemächtigen. Le Camus der durch ben Einfluß ber Schwester feine unb des Königs Interessen immer mehr verwachsen sah, mußte natürlich ihrem Wunsche nachkommen und sich von seinen Erwähtten einftweilen verabschieden. Seine Aufmerksamkeit war durch das Possenspiel so gefesselt werben, daß er erst jetzt Elisa­beths Eutfernng bemerkte; da aber seine Mission drängte, schwieg er über ihr Verschwinden und nahm sich vor, sie nach seiner Znrückkunft wieder aufzusuchen.

Mit der größten Spannung hatte bie alte Marquise bas flüsternbe Gespräch ihrer Nachbarn belauscht unb bie Grünbe desselben mit weiblichem Scharfblick errathen. Da sie aber nun folgerte, Elisabeth könne durch die schnelle Besorgung deS Billetts in ihrer Aufgabe gestört werden, eilte sie durch die dichtgedrängte Maskenschaar nach dem bewußten BoSquet, um sie burch irgenb ein Zeichen zu