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ÜniNge« nimmt entgegen: dir Expedition d.Blatte», sowie d.Annonccn-Bureaux von Tb. Dietrich & So. in Jhffc. und Hannover; Th. Dietrich in Frankfurt« M.; Haasenftein & Bögler in Frankfurt a. M., Berlin, Leipzig, Köln rc.; Rudolf Moffe in Berlin, Frank- furt a. M- re.
JRarfiurg, Donnerstag 24. October 1878
xni. Zahrgiiiig.
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Anzeigen nimmt entgegen: die Expedition d Blatte», sowie d- Annoncen-Bureaux von G- L- Daube & Co. in Frankfurt a. M; Jäger'sche Buchhandlung daselbst; Hermann'sche Vuchhandl. ♦ daselbst; Jnvalidendank in
Berlin; W. Thiene» in Elberfeld; C. Schlotte in Bremen-
Erscheint täglich außer an den Werktagen nach Sonn- und Feiertagen. Preis für das Quartal mit der wöchentlichen Beilage „JllustrirteS SonntagSdtatt" durch die Expedition (Koch'sche Buchdruckerei) bezogen 2\ Mark, durch die Postämter des Deutschen Reiches 2 Mark 50 Pfg. scxcl. Bestellgebühr). — Jnsertionsgebübr für die gespaltene Zeile 10 Psg. Für in der Expedition zu ertbeilende Auskunft und Annahme von Adressen werden 25 Pfg. berechnet.
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Stzür die Monate November und Deeember V werden Bestellungen auf die
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Bberhessische Zeitung
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JllustrirteS Somrtagsblatt
bei allen Postanstalten sowie in Marburg bei der Expedition entgegengenommen.
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Tagesbericht, r J ,ai': 11
Das Sozialistengesetz ist d. d. Potsdam, den 21. Oc- tvber, vom Kronprinzen unterzeichnet worden.
Das gestern (22.) Nachmittags ausgegebene Reichegesetzblatt und der Reichsanzeiger veröffentlichen das Sozia
listengesetz. . . . , .1.
Fürst Bismarck ist gestern Nachmittag nach Friedrichs-
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Gestern hat unter dem Vorsitz des JustizministerS eine ÄaatSmiuisterial-Sitzung stattgefunden, in welcher in erster Reihe die zur Ausführung der Reichsjustizgesetze nothwen- dixn Landesgesetze berathen wurden.
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Der, „Reichsanzeiger" erklärt die Meldung mehrerer Aätter'von Vergleichsverhandlungen der Regierung mit den Agnaten der Nebenlinien deS früheren Kurhauses über das sogenannte kurfürstliche Hausfideicommiß für unbegründet. Seit der Abfindung der kurfürstlichen Familie im Einverständniß mit deren gegenwärtigem Haupte, dem Vertreter der älteren Linie, durch den bekannten Vertrag von 1873, habe für die Regierung zu weiteren Verhandlungen Bit den jüngeren Nebenlinien keine Veranlassung vorge- kgen. Auch hätten solche nach der Einleitung des von Echteren angestMrn Prozesses nicht stattgefunden.
Die „Nordb. Allgem. Ztg." unterzieht die Namens- Abstimmung des Reichstags über das Sozialistengesetz einer näheren Betrachtung, welche also schließt: So lange eine Partei existirt, welche sich äußerlich als Vertreterin der katholischen Jitteresten gerirt, in.Wirklichkeit aber, wie die neuliche Abstimmung schlagend beweist, in feindseligster Haltung gegen die Reichsregirrung im Bunde mit allen dlos negirenden Tendenzen und deshalb im direkten Wider- ipritth mit den wahren Interessen der Kirche lediglich poli- tische -ziele verfolgt: so lange um diese Partei als Crystal- Httiouspunkt alle Elemente sich gruppiren, welche die Jn-
Ein Maskenball König Jeromes.
von E. Sch.
(Fortsetzung.)
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Nur Madelaine, die ihr an Jahren und Anschauungen näher stand, hatte einen nnverhüllten Einblick in das Innere der schönen; verlassenen Frau, und so bildete sich denn Krischen Beiden ganz von selbst ein Verhällniß, das jede
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_____ Schranke vergessen machte und den Charakter schwesterlicher Vertraulichkeit annahm. Wie sehr 'Nichte und Tante von
ihi.r innersten Wesenheit verschieden waren, beweist der Um- 30 stand, daß die alle Marquise, das Mull) verlangende Vor- _ b. haben ihrer Nichte für einen geistvollen Akt weiblicher Rache 40 hielt, bei dem mitzuwirken, ihr eine ebenso freudige, als
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»acht war und nach seiner Mutter verlangte.
ja zu Sünderinnen gemacht hat.
Auch heute sprach die alte Marquise wieder, daß sie kaum die Zeit erwarten könne, bis der Ballast quälender Erinnerungen in das schwankende Glücksschiff des empor- — wie sic Jerome, seiner
. Elisabeth mußte die Tante, wie immer, auch heute in dem leidenschaftlichen Wahne lassen; denn sie wußte nur
>rfen würde, und begrüßte deshalb Elisabeth den Augen- ck mit tief innerlicher Freude, in dem das Zimmermäd- n eintrat, und sie zu chrem Sohne abrief, der soeben
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L& in gut, daß dieselbe jede Mitwirkung versagen würde, wenn 75 bft le nur in ihr eine Aeußerung bangender und fürsorgender OMiji Mutterliebe hatte erkennen müssen. Sie hatte ja nie Kinder gehabt, nie jenes heilige und tatkräftige Gefühl kennen Klernt, das Mütter um das Heil und Glück der Wesen, tifcfie unter dem Herz getragen — oft schon zu Heldinnen
oNä -rechte Aufgabe erschien, io b. — ' -
. Mommenen „Schiffslieutenant' ^ttüheren Bestimmung halber immer zu nennen pflegte — N\ der Hand der unwiderstehlichen Zigeunerin hineiuge-
stitutionen des deutschen Reichs und des preußischen Staats mit blindem Haß verfolgen, — so lange wird selbstverständlich jeder Versuch resultatlos bleiben, den Kulturkampf im Wege friedlicher Verständigung zu beendigen. Einer solchen Partei gegenüber wird auch bei den wohlwollendsten Jn- dentionen des römischen Stuhles keine Garantie dafür geboten werden können, daß der kirchliche Friede in Deutschland zur Wahrheit werde. *r
Wenn seither hinsichtlich der wirtschaftlichen Anschauungen des beutschen Reichstages noch ein Zweifel bestehen konnte, so ist derselbe durch die soeben erlassene Erklärung der „Freien volkswirtschaftlichen Vereinigung" gründlich beseitigt worden. In dieser von 203 Mitglieder des deutschen Reichstags unteizeichneten Kundgebung heißt es wörtlich: „daß wir Angesichts der Handelspolitik der meisten Deutschland umgebenden Länder — in Erkenntniß der den Volkswohlstand schädigenden Mängel des deutschen Zoll- i tarifs und bei der Fortdauer der auf der deutschen Ge- werbethätigkeit und Landwirthschaft lastenden Krisis — eine auf das Resultat sorgfältiger Prüfungen und sachgemäßer Abwägungen gestützte Reform des deutschen Zolltarifs für nothwendig halten und demgemäß entschlossen sind, für die- ' selbe in der nächsten ordentlichen Session des deutschen Reichstages einzutreten."
Es ist die Anschauung einer ad hoc gebildeten Reichstags-Mehrheit! Da andererseits die Thatsache nicht zu bezweifeln ist, daß in der Regierung eine ernstliche Abschwenkung von den Prinzipien des Freihandels erfolgt ist, so läßt es sich voranssehen, daß die nächste Session den Beginn der Zollresorm bringen wird. Nach unserer Anschauung schützt der Eingangszoll nicht blos die Unternehmer sondern auch die Arbeiter; nur bann haben wir Aussicht, die stetig wachsende Bevölkerung auSgiebig mit Arbeit zu versorgen, . wemr wir dm Bezug von fabrizirteü Maaren aus dem Auslande auf daS absolut Notwendige beschränken. Da ferner durch die Erhöhung der Erwerbsfähigkeit auch die Steuerkraft gesteigert wird, so erblicken wir in der Zollreform den wichtigsten Theil der Steuer-Reform. — Wir wollen nur hoffen, daß sich Negierung und Volksvertretung nicht durch falsche Rücksichten abhalten lassen werden, der schwer dar- uiederliegenden Landwirthschaft den dringend notwendigen Schutz angcdeihen zu lassen. Trotz der guten Ernte dieses Jahres ist die Lage der Landwirthschaft in vielen Gegenden des Reichs eine verzweifelte, weil Deutschland herkömmlicher Weise der Ablagerungsplatz für die Ucberproduction der Nachbarländer ist. Die energische Beseitigung aller noch zu Ungünsten unserer Landwirthschaft bestehenden Disierential- Tarise ist das Mindeste, was erwartet werden kann.
Am Abend desselben Tages stand die schöne, junge Frau, wie am Mittag, lange sinnend am Fenster und schaute nach den hell erleuchteten Gemächern im Lustschloß Napoleonshöhe, in die sich die Königin Katharina seit einigen Tagen, wegen einer durch Eifersucht erregten Verstimmung, von ihrem in der Residenz lebenden Gemahl tief gekräntt, zurückgezogen hatte.
„Wir sind Beide nicht glücklich," sprach Elisabeth, mit einem wehmüthigen Blick nach den erleuchteten Fenstern, „du im Besitz und ich im Verlust! — Wir lieben ihn Beide gleich tief, doch Keine von uns hat die Krone des Lebens dafür empfangen! Unser Loos — wie sehr auch im Aeußern verschieden — ist im Innern vollständig gleich! — Vielleicht bin ich noch glücklicher," sprach sie nach einem Augenblick des Nachdenkens und schritt vom Fenster nach dem Bette ihres Sohnes, der noch munter war und zärtlich seine kleinen Arme um den Nacken der Mutter schlang. „Ja, ich bin's," rief sie dann, „habe ich doch einen unbeschreiblich hohen Ersatz: ein liebes theures Kind, das mich mit ihm und meinem Schicksal wieder auSsöhnt!"
Stach einer Weile kam Madelaine und rief die Marquise zum Beschauen des vollendeten AnzugS dessen Anblick derselben einen Schrei freudigster Ueberraschung entlockte. Manches herzige Lob über das Geschick und die Behalt- samkcit der treuen Gefährtin entquoll dem beredten Munde der jungen Frau, aber kcins beglückte die Empfäugerin mehr, als das Wort, das ihr die schwesterliche Herrin beim Gutenachtgruß zuflüsterte: „Ja, Madelaine, da du mir eine so gute Waffe geschmiedet hast, werde ich gewiß — und glänzend siegen!" —
II.
Drei Tage waren seit dem letzten Zwiegespräch vergangen, und der Abend deS vielbesprochenen FaschingsfesteS nahte heran. — In allen Straßen Kassels herrschte ein
Durch die Wiener Ministerkrisis sind die Pourparlers bezüglich der Wiederöffnung deutsch-österreichischen Handelsvertrags-Verhandlungen zeitweilig sistirt worden. Der Umstand jedoch, daß der seitherige Finanzminister Pretis die Bildung eines CabinetS übernommen hat, wird als günstig für den Erfolg der bevorstehenden Verhandlungen gedeutet. Es bestätigt sich, daß auf deutscher Seite die Absicht vorherrscht, in die Verhandlungen nur dann einzutreten, wenn von Oesterreich von vornherein erhebliche Zugeständnisse gemacht werden. Jedenfalls hat die österreichische Regierung die günstigste Zeit und Gelegenheit für den Abschluß eines gerechten Handelsvertrages ungenutzt vorüber gehen : lassen. Unter keinen Umständen wird sie wieder in die Lage kommen, einen Vertrag unter so günstigen Chancen abschließen zu können, wie sie zu Beginn des Jahres gegeben waren.
Neueste Orient - Nachrichten:
Wien, 22. October. Die „Polit. Corresp." meldet aus Belgrad von heute: In Folge einer Aufforderung Rußlands hat Fürst Milan die unverzügliche Räumung der von den serbischen Truppen besetzten, zu Neu-Bulgarien gehörenden Ortschaften angeordnet. — Dieselbe Correspon- denz meldet auö Bukarest: In unterrichteten Kreisen wird versichert, die Beziehungen zwischen Rußland und Rumänien hätten in Folge der letzten Erklärungen von der rumänischen Ministerbank eine weitere Alterirung erfahren.
Wien, 22. October. Ein Armee-Befehl beS Kaisers spricht anläßlich der Durchführung der Occupatio« und der bevorstehenden theilweisen Versetzung der 2. Armee in normale friedliche Verhältnisse dem Commandanten, den Generalen und Osficieren, sowie der Mannschaft den Dank für die Pflichttreue, den Opfermuth, dir Ausdauer und das einheitliche Zusammenwirken Aller bei der Lösung der schwierigen Aufgabe auS.
Wien, 22. Oct. Officiell. Laut Meldung des Generals Reinländer ist die Veste Kladus in der Kraina am 20. d. kampflos von den Truppen besetzt worden, welche dort 1 Fahne, 3 eiserne Kanonen und Munition vorfanden.
Petersburg, 22. October. Der „Regiernngsbote" veröffentlicht folgendes Telegramm deS Gouverneurs von Bessarabien, Generals Schebeko, an den Kaiser, d. d. Ismail, 21. d.: Heute proklamirte ich feierlich die Vereinigung des rumänischen Bessarabien mit unserem Territorium. Die Zollgrenze ist bis zum Pruth Md der Donau vorgeschoben. Das Territorium wurde durch die rumänischen Delegaten uns officiell übergeben. Die Freude der Bevölkerung ist grenzenlos. Der Bischof von Kischeneff buntbewegtes Leben und Treiben; Carrvssen fuhren von allen Seiten nach dem königlichen Palaisf, und eine zahlreiche Menge neugierigen Volkes, hatte sich in der Nähe desselben ausgestellt, um so gut als möglich den Anblick der anfahrenden, prächtigen Masken ju erhaschen. —
In ihrem Boudoir, zur Abfahrt bereit, stand in dem ibealifirten, malerischen Coftüme einer Zigeunerin, bie junge Marquise, deren Herz vor dem wichtigen Schritte mit jeder Minute lauter zu schlagen begann. Vor ihr standen die Tante im reichgarnirten Spitzen-Domino und Madelaine; deren Blicke mit innigster Bewunderung an der wunderbar schönen Erscheinung hingen, die durch die glänzende Hülle des phantastischen Gewändes gänzlich verändert erschien. In de? Thal, man konnte sich aber auch kein fesselnderes Blld denken, als den Anblick dieser reizenden Frau, deren edle, eigenthümliche Schönheit, deren edle Gestalt in dieser Hülle zur vollsten Geltung kam. — Die Marquise trug ein weißseideneS, mit reichen Goldborden und Füttern besetztes Unterkleid, welches bis an die Köchel reichte, und die rothen AtlaSschuhe sehen ließ, bie ben «üblichsten, wohlgebautesten Frauenfuß umschlossen. — Auf bieses Untertleib hing bis zur halben Höhe beffetben, ein zackiges Oberröckchen aus feuerrotem Atlas, besten malerische Anordnung durch ein darüber gespanntes goldenes Netz noch verschönt wurde. Die Zacken des Röckchens waren mit phantastischen Schnörkeln benäht, und auf jede derselben fiel eine goldene Quaste die an das Geflecht des Netzes befestigt war. Die schöne Büste der jungen Frau, umschloß rin rothsrideneS reichverziertes Mieder, bas Nacken unb Arme unbedeckt ließ, und die edle Form des Wuchses noch mehr hervorhob. —
Der Nacken, bie Arme unb lockigen Haare ber Marquise, waren von Perlen unb Münzen reich umwunden unb den Kopf schmückte noch ein zierliches, ebenfalls mit