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3Har6utg, Freitag, 18. October 1878

xiii. Jahrgang.

titeln.

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,-Str ff «zeig«« nimmt entgegen: p ^«xpedttion b.Blatte», ( oWit b.ännoncen-SBureaur j ,jjn Tb- Dietrich & Lo. in Mel und Hannover; Th. Dietrich in Frankfurt a.M.; Haasenstein & Vogler in fcanlfurt a- M., Berlin, Leipzig, CSln rc.; Rudolf Stoffe in Berlin, Frank- furt a. M. rc.

GttWschk Jritiniii

Anzeigen nimmt entgegen: die Expedition d. Blatte-, sowie d. Annoncen-Bureaux von G- L- Daube & Co. in Frankfurt a- M; Jliger'sche Buchhandlung daselbst; Hermann'sche Buchhandl. daselbst; Jnvalidendank in Berlin; W. ThieneS in Elberfeld: C. Schlotte in Bremen.

Erscheint täglich außer en den Werktagen nach Sonn- und Feiertagen. Preis für das Quartal mit der wöchentlichen Beilage „JllustrirteS Sonntagsblatt" durch die Expedition (Koch'sche Buchdruckerei) bezogen 2k Mart, durch die Postämter des Deutschen Reiches 2 Mark 50 Pfg. (erd. Bestellgebühr). — Jnsertionsgebühr für die gespaltene Zeile 10 Pfg. Für in der Expedition zu ertheilende Auskunft und Annahme von Adressen werden 25 Pfg. berechnet.

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Tagesbericht.

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Das Wiener „Telegr. - Correspondeuz - Bureau" meldet aus Rom von gestern: Die ursprünglichen Grundlagen für die Verhandlungen zwischen dem päpstlichen Stuhle

Me drei Direktionsbezirke Berlin, Hannover und Frank­furt a. M. ausweisen werde, als aus schlecht unterrichteter

nächst mit der Kaiserin nach Koblenz und dann nach Wies­baden zu begeben, woselbst Se. Majestät bis Ende Novem­ber verweilen werde. Anfang December hoffe der Kaiser der Einsegnung dcr Prinzessin Victoria von Baden beizu­wohnen und beabsichtige darauf in der ersten Woche des December nach Berlin zurückzukehren.

Der Bundesrath soll nach Erledigung des Socialisten- ! Metzes in seinen Arbeiten eine längere Pause eintreten zu tzssen beabsichtigen; wie man hört würden seine Mitglieder erst Anfang December wiederkommen. In einer der letzten Sitzungen kam u. A. eine Vorlage wegen Unterhaltung unb Verwaltung der öffentlichen Schulen in Elsaß-Lothringen »d das Programm der Eisenenquete-Commission vor. f Die Stellung des Marineministers v. Stosch soll, wie verschiedene Blätter melden, erschüttert sein und würde sein Äeiben oder Gehm von dem Ausgang der Kriegsgerichts- «tersuchungen über den Untergang des „Großer Äur= Mrst" und der Affaire Werner abhängen.

Die „Nordd. Allg. Ztg." bezeichnet die Nachrichten, daß |ber Vertrag über den Alckauf der Berlin-Stettiner Bahn bereits abgeschlossen, daß der Handelsminister mit der Aus­arbeitung einer sein Eisenbahnprogramm enthaltenden Denk­ffchrist beschäftigt sei und daß schon dcr nächste Etat die 'veränderte Organisation der Staatsbahn-Verwaltung in

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lich.

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Zur Berathung des Sozialisten-Gesetzes schreibt die „Prov.-Corr.": Trotz aller augenblicklichen Schwierigkeiten ä dürfe die Annahme als wohlbegründet gelten, daß in der Reichstagsmehrheit das Bewußtsein von der Nothwendigkeit eines festen und wirksamen Einschreitens gegen die sozialen । F, Gefahren durch den Verlauf der jüngsten Verhandlungen nur bestärkt worden sei und es nicht weniger als Bedürf-

letzteren ohne Conflicte stattfinde, r Pv

: und Deutschland wurden in Folge der Haltung der Depu- flirten des CentrumS des deutschen Reichstages vollständig (S aufgegeben. Diese Grundlagen wurden durch andere minder - 1 ^radikale ersetzt. Man gedenkt nunmehr, nachdem der groß­angelegte Plan aufgegeben ist, die Beziehungen zwischen Kirche und Staat so viel als möglich nach den bestehenden Gesetzen in der Weise zu regeln, daß die Wirksamkeit der

niß erkannt werde, auch über den nächsten Zweck hinaus eine feste, sich gegenseitig vertrauende Mehrheit aus confer» vattven und liberalen Elementen zur Wahrung der stetigen segensreichen Entwickelung des Reiches zu sichern.

Ferner meldet die Correspondenz, daß das Befinden Sr. Majestät des Kaisers fortgesetzt durchaus befriedigend ist. Der Kaiser gedenke, sich im Laufe dieses Monats zu-

Jn der englischen Presse wird neuerdings angesichts der Haltung der Russen in Rumelien die Idee eines , neuen Berliner Congresses mit einer gewisien Vorliebe ÄelT ventilirt.

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----- Komorn garnisoniren; es scheint demnach namentlich «me (^f die Befriedigung der Ungarn abgesehen zu sein. Nur liethei die 6. Division enthält einige steirische Regimenter, be- 197 'jüglidj deren Rückkehr Kaiser Franz' Joseph bei seinem letzten Besuche in Graz Anerkennung der Stiftungen der­selben eine nunmehr eingelöste Zusage machte. Es »er» p ^bleiben bei der Okkupationsarmee im Ganzen 24 Regi- ou "menter Infanterie, deren Kompagnien jedoch auf 150 »eamtef Mann reducirt werden sollen, 8 Feldjägerbataillone, 3 Bataillone Kaiserjäger, 2 Regimenter Ulanen (Wallmoden Nr. 5 und König beider Sicilien Nr. 12) sowie die ent­sprechenden Artillerie- und Pioniertruppen.

R7( i In den Wiener Blättern nimmt die Demobilisirung r.vtt in Bosnien und der Herzegowina bereits einen bedeutenden abiut Raum ein. Die heimkehrenden 4 Divisionen sind: Nr.

6, 14, 31, 33, deren Stäbe in Graz, Preßburg, Pest und

tt.7», >.89,5

Neueste Orient-Nachrichten:

Wien, 16. Okt. General Reinländer meldet auf te­legraphischem Wege aus Zacalje vom 15. d. feine Rückkehr von der Expedition in der Krajna, sowie die nahezu vollen­dete Pacificirung dieses Gebietes. Nach den Gefechten am

6. und 7. d., welche den Insurgenten einen Verlust von 500 Tobten und Verwundeten verursachten, war der Wi­derstand auch in der nördlichen Krajna gebrochen. Die Bewohner kehrten in ihre Häuser zurück und lieferten über­all willig die Waffen ab. Auf dem Gefechtsfelde selbst wurden über 100 Tobte vorgefunden. Nur in der Feste Kladns leistet eine geringe Anzahl Insurgenten noch Wi­derstand. Dieselben sind jedoch eingeschlossen. Auf dem weiteren Marsche wurden die Truppen überall freundlich empfangen und denselben jede Unterstützung gewährt. Klei­nere Abtheilungen verkehrten selbst aus entfernteren Linien unbelästigt. Der Train blieb in wegelosem Terrain oft weit von der Hauplcolonne ohne die geringste Belästigung seitens der Bewohner. An Waffen in dem Raume nörd­lich der Unna wurden 2200 Gewehre, 2000 Pistolen und große Quantitäten Munition abgenommen. Wo die Waf­fen wegen Mangels an Transportmitteln nicht über die Grenze geschafft werden konnten, wurden sie, mit Ausnahme der Winchester-Gewehre, vernichtet. Wohl werden noch Waffen verborgen gehalten und dürsten noch Conflikte mit den in der Kraina stets vorhandenen Räuberbanden vor­kommen. Nur mit der Zeit kann diesem Uebelstande ab­geholfen werden. Munition dürfte bei den Bewohnern sehr wenig vorhanden sein.

Wien, 16. Ott. Die „Polit. Corresp." meldet aus Konstantinopel von heute: Der ungünstige Eindruck der türttschen Circulardepesche bei allen Großmächten scheint Savfet Pascha zu häufigeren Besprechungen mit dem Gra­fen Zichy behufs Erörterung der schwebenden Fragen zwi­schen Oesterreich-Ungarn und der Pforte zu drängen, bei denen die Eventualität der militärischen Besetzung Novi- bazars durch Oesterreich von Savfet Pascha spontan berührt wurde. In der Pforte nahestehenden Kreisen schließt mau daraus auf die Geneigtheit der Pforte, mit Oesterreich wegen der Besetzung Novibazars zu einem militärischen Ab­kommen zu gelangen. Savfet gab dem Grafen Zichy Auf­klärungen über den Zweck der Truppen- Concentrirungen im Vitajet Kossowo. — Aus Bukarest von heute: Höhere rumänische Offiziere gingen nach der Dobrudscha behufs der Dispositionen für den Einmarsch der rumänischen Trup­pen ab. Die russischen Truppen in Rumänien treffen Vorbereitungen für ihren Abmarsch. Der Präsident der Vereinigten Staaten hat den Fürsten zur UnabhäugigkeitS- erklärung beglückwünscht.

Paris, 16. Octvber. „Agence Havas" meldet: Die egyptische Regierung hat ihre Zustimmung zu dem englisch- französischen Arrangement, betr. die Ministerien der Fi­nanzen und öffentlichen Arbeiten, ausgesprochen. Der Khe- dive erttärte sich auch einverstanden mit folgendem Anträge Frankreichs: Wenn der Khedive einen der beiden auSlän- Minister ohne Zustimmung der dabei interefstrteu Regie­rung abfetzt, so muß der Stand der Dinge, wie er vor dem so eben getroffenen Arrangement bestand, allmälig wiederhergestellt werden. Wilson und Blignisres werden sich am 24. d. nach Alexandrien einschiffen.

London, 16. October. Die „Times" veröffentlicht folgende Analyse der österreichischerseits auf die Circular- depeschc der Pforte ergangenen Antwort. Oesterreich erhebe zunächst der Ff orte gegenüber den Vorwurf, daß dieselbe bei den Mächten so schwere Beschuldigungen gegen Oester­reich rorgebracht habe, ohne sich vorher wegen Ertheilung von Renseignements an Oesterreich gewendet zu haben. Oesterreich würde der Pforte jede Gelegenheit gegeben haben, sich zu überzeugen, daß die Befchuldigungen durchaus un­wahr seien. Hiernächst bestreite die Antwort aufs bestimm­teste, daß Serajewo von den österreichischen Truppen ge­plündert und angezündet worden sei. Zugleich ziehe die Antwort einen Vergleich zwischen dem Verhalten der Oester- reicher bei Besetzung Bosniens und dem Auftreten Omer Pascha's und seiner Truppen im Jahre 1851. Endlich wird hervorgehoben, daß die österreichische Armee im Be­wußtsein ihrer Ehre gehandelt habe unb genau im Sinne der bei Beginn der Okkupation erlassenen Proklamation. — In diplomatischen Kreisen wird die Richtigkeit dieser Analyse bestritten.

Konstantinopel, 15.Oktober. Die Pforte bereitet eine Vorlage über die Reorganisation Ostrumeliens vor, die sie der internationalen Commission unterbreiten will. — Hobart Pascba halte mit Klapka mehrere Besprechungen. ES heißt, es solle eine Fusiouirung der beiden für die Eiseubahnbau-Projecte des Herzogs von Sutherland und Klapkas sich interessirenden Gruppen im Werke sein. Fürst Lobanoff wird morgen hierher zurückerwartet. Die eng­lischen Consuln in Rodosto und Gallipoli meldeten, daß mehrere Muselmänner, die sich Gewaltthätigkeiten gegen

Griechen zu Schulden kommen ließen, von den türttschen Behörden verhaftet wurden.

Wien, 16. Oct. Die „Wiener Abendpost" veröffent­licht die vom 14. October batirte Antwort Andrassy's auf die türkische Depesche vom 8. October. Das Aktenstück weift die unerwarteten, der Wahrheit zuwiderlaufenden An­klagen hinsichtlich der angeblich von den österreichischen Occupationsttuppen begangenen grausamen Handlungen mit Entrüstung zurück. „Diese Anklagen werden in Europa Niemand irreführen, wo der Ruf der kaiserlichen Armee zu fest begründet ist, als daß er durch verleumderische In­sinuationen berührt werden könnte". — Auffallend sind die im türkischen Rundschreiben angeführten Zeugnisse. Die Connivenz, die Hafiz Pascha den Unruhen in Bosnien und der Herzegowina gegenüber an den Tag gelegt, ist that- sächlich für Niemand ein Geheimniß. Der Generalconsul zu Serajewo hatte dieselbe seit langer Zeit erwiesen, und nur aus dem Gefühl der Schonung für die Pforte wurden die bezüglichen Stellen in der Veröffentlichung der Berichte des Generalkonsuls unterdrückt, um nicht einen hohen Functionär der Pforte vor der Oeffentlichkeit zu compro- mittiren. Auffällig ist auch der Umstand, daß die Pforte es mit ihrer Würde für vereinbar erachtet, so schwere An­klagen auf sichtlich irriger Grundlage zu erheben, ohne sich vorher an die Kaiserliche Regierung zu wenden, die ihr jede Möglichkeit zur Erlangung der Ueberzengung von der Unwahrheit der der Pforte zugekommenen Berichte geboten hätte. — In Banjaluka beschränkten sich die österreichischen Truppen auf die Zurückweisung des Angriffs barbarischer Horden gegen das Hospital. In Serajewo wurden nur einige Häuser verbrannt als natürliche Folge des Straßen­kampfes und nicht als Repressalie. Diese Stadt wurde weder geplündert noch in Brand gesteckt. Kein Plünde­rungsfall ist vorgekommen; im Gegentheil thaten die Truppen der von den Einheimischen verübten Plünderung Einhalt. Die Pforte möge die jetzige Occnpation mit der Okkupation Omer Pascha's in den Jahren 1851 und 1852 vergleichen! „Wir kämpften gegen dieselben Elemente, welche von den türkischen Ministern noch jüngst als unbändig wild dargestellt wurden, und vollbrachten in zwei Monaten, wozu Omer Pascha zwei Jahre brauchte. Während die türkische Armee Omer Paschas von Requisitionen lebte und der Pascha lange Proscriptions- und Executions-Listen (die wir zur Disposition der Pforte halten) anfertigen ließ, auf denen viele Personen aller Religionen, auch mehrere Paschas und viele Begs figutiren, haben wir den Truppenunterhalt mit baarem Gelbe bezahlt, und die Militärgerichte ließen nur einzelne Individuen hinrichten, bei welchen die sorg­fältigste Untersuchung die Theilnahme an entsetzlichen Mord- thaten, begangen an unseren Soldaten und türkischen oder fremden Beamten, zu Evidenz ergab." Die Pforte möge dieses humane Verhalten der Truppen mit der Niedermetze- lung und Verstümmelung unserer Verwundeten vergleichen! „Betteffend die Anklage wegen der Jnternirung türkischer Soldaten, die nicht am Kampfe thtilgenommen hätten, können wir über den Mangel an Gedächtniß, den die Pforte verräth, nicht genug erstaunen. Tausende solcher Männer wurden mit militärischen Ehren in die Heimath zurückgeschickt, die die Theilnahme an der Jnsurrectiön ab­lehnten. Mit Befriedigung conftatiren wir, daß im Allge­meinen die anständigen Klassm an der Bewegung nicht thtilnahmen, ausgenommen einige Orte unb einzelne In­dividuen, die, um Confiscationen oder Maffacres zu ent» gehm, bis zur Ankunft unserer Soldaten das Joch der Insurgenten erdulden mußten. Der Geist, in welchem wir die Occnpation unternahmen, geht aus der Proclamation hervor. Hätten wir, anstatt die Achtung aller Confessionen, die Fahne der Befteiuug der Christen entfaltet, so hätte uns die Arbeit geringere Opfer gekostet. Dies wäre das Signal zur Ausrottung der Muselmänner getoefen, die, sowie die Christm zu schützen unsere Pflicht war. Die kaiserliche Armee hielt es für ihre Ehrensache, trotz hinter­listiger Ueberfälle ihre Mission im Geiste des europäischen Mandats und unserer Proclamation auszuführen. Die gegen sie erhobenen gehässigen Verleumdungen berühren sie nicht, aber dieselben werden das öffentliche Gewiffen in Oesterreich-Ungarn fortwährend empören.

Deutsches Reich.

•• Berlitt, 16. Octbr. Die „Prov.-Corr.", deren Nummer heute größtenlheils mit der wenn auch verkürzten Wiedergabe der Rede des Fürsten Bismarck gefüllt ist, referirt nur kurz über den Verlauf der zweiten Lesung des Sozialiften'Gesetzes. Sie conftatirt, daß ungeachtet der ent»