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Jllarfiurg, Donnerstag 17. October 1878

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Ein langgezogenes Pfeifen übertönte Sturm und

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jenen zuletzt geschilderten Johannes vorausgesehen, seines Herzens fast mehr war Alles eingetroffen.

sich beide Brüder unter

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Den Bestimmungen des Konkurrenz-Ausschreibens um den Entwurf eines Allgemeinen Kollegiengebäudes für die Kaiser-Wilhelms-Universität Straßburg vom 22. Mai d. I. gemäß ist das zur Beurtheilung der Entwürfe berufene Preisgericht, bestehend aus den in dem Konknrrenz-Aus- jchreiben unter acht genannten Herren Architekten und zwei Vertretern der Universität, als welche von derselben die Herren Professoren Dr. Baumgarten und Dr. Michaelis gewählt worden sind, zusammengctreten und hat die einge- gangenen Entwürfe der Prüfung unterzogen. Der erste der ausgesetzten Preise, im Betrage von 6000 M. ist dem Entwürfe des Architekten Herrn Warth in Karlsruhe, die weiteren vier Preise von je 3000 M. sind den Entwürfen der nachstehend aufgeführten Architekten

Der im preußischen Kuttus-Ministerium augenblicklich zur Berathung vorliegende Entwurf zu einer Reform des Medizinalwesens ist in der wissenschaftlichen Deputation auS- gearbeitet worden und soll den Geh. Rath Prof. Dr. Vir­chow zum Verfasser haben. Die vorgeschlagcne neue Or­ganisation bezweckt im Wesentlichen die Errichtung eines auS drei Instanzen bestehenden Behördenzuges für das ge- sammte Medizinalwesen, innerhalb dessen die öffentliche Ge­sundheitspflege ebenso wie bisher mit der gerichtlichen Me­dizin verschmolzen bleiben soll. Als unterste örtliche Instanz sollen an Stelle der bisherigen PhysikerKreis­ärzte" mit wesentlich erweiterten Funktionen, größerer Un­abhängigkeit von den Verwaltungsbeamten und erhöhten Gehältern treten. Ihnen übergeordnet sollen unter Weg­fall der bisherigen RegiemngS- und Medizinalräthe bei den Bezirksregierungen Provinzial - Gesundheitsämter mit kollegialischer Zusammensetzung und unabhängig ge­stellten, von jeder praktisch ärztlichen Thätigkeit abgelösten Mitgliedern, und endlich alS oberste Behörde für die Mo­narchie unter dem Kultus-Ministerium ein Landes-Gesund­heitsamt eingesetzt werden. In letzterem würde dann so­wohl die jetzige wissenschaftliche Deputation für daS Medi- zinalwesen wie auch die bisherige Medizinalabtheilung des Kultuö-MinisteriumS mit ihren vier technischen Rathen

vier Augen gegenüber standen, wo Johannes hörte, ,daß Mathilde den Gatten vermocht, die Sache gütlich zu schlichten, wo er daS kolossale Familienvermögen in zwei Hälften theilen nnd die eine dann dem Bruder überlassen mußte. Das schmerzte nicht mehr, das beachtete er kaum; aber als ihm Georg zum Abschied die Hand entgegen streckte, als er sagte:Run laß uns in Frieden scheiden!" da wandte er sich ab, außer Stande, den wilden Haß, der in ihm loderte, zu bekämpfen. Er sah auf, das waren Georgs dunkle große Augen, das war der Blick, dem er begegnet damals am heiligen Abend, als seines Bruders Leben an dünnen Fäden hing und als er diese Fäden zerreißen wollte

Nur eine abwehrende Geste antwortete Georgs ver­söhnlicher Absicht; Johannes ging zum Fenster und sah hinaus, bis der Andere das Zimmer verlassen, gerade so wie er damals hinaus gesehen, als der Vater starb und seines erstgeborenen Lohnes Namen rief, angstvoll und immer angstvoller, bis der Tod die bleichen Lippen schloß.

Georg war fort, das letzte Band zerrissen, der letzte gefürchtete Augenblick vorüber. Jetzt blieb von aller dieser folternden Unruhe, dieser Augst und Qual nur eine bleierne Stille zurück, nur ein Alleinsein mit sich und den bittersten, schmerzvollsten Erinnerungen. ES gab für ihn hinfort keine Frage mehr, keine Entscheidung, kein Wenn und Aber, er war Chef der Firma Hardenberg und Sohn, er war Millionär und einet der angesehensten Kaufleute der Stadt, aber dabei

Eggert in Straßburg im Elsaß, Hoßfcld und Hinckeldeyn in Berlin, Mylius und Bluntschli in Frankfurt a. M., O. Sommer in Frankfurt a. M. - zuerkaunt.

wie er im unbezähmbaren Groll noch gefürchtet als gehofft, so Es kam eine Stunde, in der

Herodias.

Roman von W. Höffer.

(Schluß.)

Das WienerTelegr.-Corresp.-Bureau" meldet aus Rom: die Nachricht desBcrl. Tagbl.", Fürst Bismarck habe den Cardinalstaatssekretär Nina schriftlich ersucht, dem Papste für die an den deutschen Kaiser gerichteten wohlwollenden Worte zu danken, und dabei die Ueberzeugung ausgesprochen, daß die Verhandlungen bald von Erfolg gekrönt sein wür­den, entbehrt jeder Begründung.

DerCourier d'Jtalie" kommt heute ausführlich auf die Verhandlungen zwischen Deutschland und dem Vatikan zurück. Nach diesem Blatte bestehen die augenblicklichen Schwierigkeiten darin, daß Fürst Bismarck bezüglich der Nichtanwendung der Maigesetze nur ein mündliches Ver­sprechen abgeben will, während der Vatikan eine förmliche schriftliche Verpflichtung verlangt. Der Cardinal Franchi soll s. Z. ein Auskunftsmittel dahin vorgefchlagen haben, daß die Erklärung mündlich in Gegenwart eines Botschafters einer dritten Macht abgegeben werden soll. Cardinal Nina ist hierauf zurückgekommen und man erwarte nur einen neuen Schritt des Fürsten Bismarck, um diese letzte Concession vorzuschlagen. Dieserneue Schritt" soll in einem Schreiben bestehen, welches der Reichskanzler in Antwort auf die Anzeige des Ämtsantrittes des Cardinals Nina verheißen hat, dies habe der Reichskanzler der Person zugesagt, welche ihm die erwähnte Anzeige überreichte, aber das Versprechen sei jetzt nicht in Erfüllung gegangen. Die officiöse Rolle -derdritten Macht" soll dem österreichischen Botschafter beim Vatikan, ober wahrscheinlicher in Berlin zugedacht sein. Ob und «wieweit diese Angaben be­gründet sind, vermögen wir nicht zu entscheiden.

Wie derKöln. Zig." aus London gemeldet wird, haben die Minister des Kriegs, der Colonien und der Marine Angesichts der afghanischen Angelegenheit die beabsichtigte Reise nach Cypern endgültig aufgegeben.

Vor vier Tagen meldeten dasHandelblad" und das Vaterland" ihren Lesern, daß der König von Holland die Hochzeitsgescheilke au feine junge Braut geschickt habe; und zwei Tage später erhielten die Generalstaaten folgende Botschaft:

Meine Herren!

ES freut Uns, Ihnen von Unserer bevorstehenden Hoch­zeit mit Ihrer Durchlaucht der Prinzessin Adelheid Emma

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Georg und Mathilde lebten wieder in Kalcutta, wo­hin sie schon sehr bald nach Ereignissen übersiedelten. Wie

die Straße ging, hier stehen bleibend und dort, kommend imb gehend, immer wieder, bis die Nacht herabsank und 58 Hmitleidig mit schwarzen Fittigen den Verzweifelten umhüllte.

Vierzehntes Kapitel.

waaM 3um zweiten Male fiel der Schnee auf Daschka's cin- ' 0 sames Grab und auf die schäumende Brandung an jener Insel nahe dem Meer, wo tief unten im Grunde das durch­schnittene Amulet lag, das Götzenbild, dessen andere Hälfte Haydee der geliebten Herrin nicht vom Halse genommen, z.77J sondern es ihr mitgcgeben hatte in die dunkle letzte Heimath des Sterblichen.

t Zwei Jahre waren vorüber gezogen und Menschen und ' Verhältnisse änderten sich mit bet fortschreitenden Zeit.

Anzeige» nimmt entgegen: die Expedition d Blattes, sowie d. Annoncen-Bureaux von G L-Daube &ßo. in Frankfurt a. M; Jäger'sche Buchhandlung daselbst; Hermann'sche Buchhandl. daselbst; Invalidendank in

Berlin; W. Thienes in Elberfeld; C. Schlotte in

Bremen.

aufgehen. Auch eine selbstgewählte Vertretung des ärzt- :eichen lichen Standes soll sowohl in den Provinzial-, wie in dem Landes-Gesundheitsamte vorgesehen werden, indem ähnlich wie im Großherzogthum Baden eine alljährlich von sämmt- iicheu approbirten Aerzten des Landes vorzunehmende Wahl von Delegirten als Beisitzern der obengenannten Behörden vorgescblageu ist. Man hofft die Berathung über die neue Organisation noch vor dem Beginn der nächsten Laudtags- session zum Abschluß zu bringen.

Johannes griff an seine Stirn. So naht dem Men- eu ei schm der Wahnsinn, so wandelt et Sonnenschein in Nacht

! Anzeige» nimmt entgegen: Mt Expedition d.Blattes, sowie d.Annoncen-Bureaur von Tb. Dietrich & Co. in Mel und Hannover; Th. Dietrich in Frankfurt a.M.; Haasenstein & Vogler in Frankfurt a. M., Berlin, Leipzig, Cöln rc.; Rudolf Moffe in Berlin, Frank­furt a. M. rc.

Wilhelmine Therese von Waldeck-Pyrmont Kmntniß zu geben. Ueberzeugt, daß die Generalstaaten ihre Einwilli­gung zu dieser Vereinigung geben, übermitteln Wir Ihnen zu gleicher Zeit mit dieser Botschaft einen Gesetzentwurf betreffend die Genehmigung der von Uns gewünschten Ver­einigung. Der Gesetzentwurf ist nicht lang. Er besteht nur aus einem einzigen Artikel, dessen Inhalt wir durch die gestrigen Zeitungen ersahrm haben. Nach einer Ein­leitung, welche sich auf den Art. 12 bet Verfassung stützt, ist bet Entwurf folgendermaßen abgefaßt:Einziger At- ttkel. Die von Uns projeklirte Heirath mit Ihrer Durch­laucht der Priltzesstu Adelheid Emma Wilhelmine Therese von Waldeck-Pyrmont ist für gut befunden worden"." In­teressant ist es, wie sich hierüber der Correspondent eines ftanzösischen Blattes desSieele" ausläßt:Die Heirath wird von Allen denen mit Freuden ausgenommen, welchen der Aufenchalt im Haag ohne Hof, ohne Bälle, ohne offi­zielle Feste eine verzweifelte Einöde ist. Die Hoflieferanten fehm ihr mit äußerstem Vergnügen entgegen. Und obwohl sie nicht geeignet ist, die gelockerten Bande, welche den König und feine Söhne vereinigen, wieder zu befestigen, so wird sie doch ohne Kummer von ernsten und nachdenkenden Män­nern ausgenommen, denn sie hebt mtt einem Male den Einfluß auf, welchen die Tochter des Prinzen Friedrich Karl, seit Kurzem mit dem Prinzen Heinrich verheirathet, indirekt auf unsere politische Well ausübte. Diejenigen, welche diese Heirath combinirt haben, hatten gehofft, baß in Folge beS Tobes ber Königin, bie junge Prinzessin im Haag refrbiren unb alle vergnügimgslustigen Leute um sich versammeln würbe. Man dachte, baß sie dahin gelangen würde, einen Kern des Einflusses zu bilden, mit welchem man eintre- tenden Falles rechnen müßte, um so mehr als ihr Mann, mittelmäßig intelligent und kein Mann der Jntrigue, sich ihren Ideen würde fügen müssen. Die königliche Hochzeit zerstöxt dieses schöne Gebäude. Die chrgeizige Tochter des Prinzen Friedrich Karl, die stolze Prinzessin von Preußen ist jetzt genöthigt, sich vor einer kleinen Prinzeß von Wal­deck zu beugen, welche jünger als sie ist, oder sich nach Luxemburg zu begeben, dem Gouvernement ihres Gemahls. Sic transit Gloria mundi.«

Der türkische Admiral Hobart Pascha, welcher bekannt­lich auf der Rückreise von London nach Konstantinopel Berlin berührte, hat auch der Hauptstadt Griechenlands unter dem Schutze des Jncogntto einen Besuch erstattet. Er wurde vom König Georg empfangen und soll dem­selben bie englischen Vorschläge bezüglich einer Vereinba­rung mit ber Pforte unterbreitet haben. Nach einer frü­heren Meldung proponirt England die Abttetung Creta's an Griechenland.

allein wie in der Wüste, dabei freudloser, unglücklicher wie je ein Mensch vor ihm.

Zuweilen, wenn er so stundenlang am Pult stand, die Feder zwischen den Fingern, den Blick ins Leere gerichtet, nicht hörend, was zu ihm gesprochen wurde, nicht bemer­kend, was um ihn herum verging, bann blinzelten sich im Comptoir bie jungen Leute einander bedeutsam an.Ob er nicht eines Tages wahnsinnig werden wird?--"

Gott behüte uns! Er steht aus wie das böse Ge­wissen selbst."

Besonders wenn aus Calcutta Briefe kommen. Er hat noch immer Spione, die ihm Alles zutragen."

Und so war es wirklich. Johannes wußte, daß Georg und Mathilde in selten glücklicher Ehe lebten, daß dort alle Neigungen seines Bruders, gezügelt durch ruhigere Hebern legung, voll zur Geltung kommen und daß die Firma Georg Hardenberg schon jetzt nach so kurzem Besteben zu den besten der Stadt zählte. Georg besaß bedeutende Nie­derlagen, einen ausgedehnten Handel mit dem Binnenlande und einen steten Verkehr mit England. Er hatte sich bei dem Bau einer Eisenbahn hervorragend beteiligt, eine Colonie für deutsche Auswanderer im Verein mit mehreren Anderen gegründet und sich selbst, von regem Schaffen um­geben, inmitten einer beglückenden, durch philanthropische Tendenzen geadelten Thättgkeit ein Heim erworben, in dem er König und Herrscher ist, wo ihn Liebe mit offenen Armen erwartet, so oft er kommt, wo ihm im Tempel seiner Häuslichkeit das einzige wahre Glück des Menschen voll erblüht

Das Prüfungsjahr in Deutschland ging an seinem see­lischen Ich nicht ohne dauernden Einfluß vorüber. Er war in sich fester und auch wieder stiller geworden, er glaubte weniger leicht der Zukunft und dem Gelingen, er verbarg vor Mathildens Blicken so lange absichtlich das kecke spöt­tische Wort, bis sich keins mehr auf die Lippen drängte.

Regenschauer. Tas war ber Nachtzug, ber letzte, Georg hatte ihn nicht benutzt.

Lampe nach Lampe erlosch, tiefe Finsterniß lag auf Straßen unb Häusern, auch hinter dem kleinen Fenster da "oben war es dunkel geworden.

L Den Schirm vor das todtblasse Gesicht haltend, ging Er fort, wohin, das war ja gleichviel, aber dennoch kein, nein, sich ganz von hier zu entfernen, schien undenk­bar. Er mußte doch wissen, ob wirklich Georg an diesem Abend abreifte, er,konnte konnte das Haus nicht aus den Augen verlieren. Unb so sahen es bie Umwohnenden, wie ber Mann mit bem bleichen verzerrten Antlitz durch

Erscheint täglich außer an den Werktagen nach «eonn- und Feiertagen. Preis für das Quartal mit der wöchentlichen BeilageJllustrirteS Sonntagsblatt" durch die Expedition (Koch'sche Buchdruckerei) bezogen 2', Mark, durch die Postämter des Deutschen Reiches 2 Mark 50 Pfg. (exel. Bestellgebühr). Jnsertionsgebühr für die gespaltene Zeile 10 Pfg

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