xm Jahrgang.
Jllarßurg, Freitag, 20. September 1878
r. 221
1
ger
mk-
d
90,
i
ter.
8.
>»g rte
ster
318 as
02
nett
112
eil etto 124
eis 14 ii.
CO.
l',7
'01-
Herodias.
Roma« von W- Höffer.
(Fortsetzung.)
n
neu
Die von dem Herrn Geheimrath Kleinschmidt mit gelohnter Sorgfalt hergestellten Uebersichten über.die Ge- häftsthätigkeit des Hauses der Abgeordneten in der letzten «ssion sind nunmehr im Druck erschienen. Dieselben -rsallcn in die Rednerliste die Uebersicht über den slaats- wshaltsetat und die Hauptübersicht. Die Rednerliste er« lebt nicht nur den Tag, an welchem, sondern auch den iegerrstand, über welchen jeder einzelne Redner gesprochen it, unter Hinweis aus die betreffenden Seiten der steno- raphischen Berichte. — Die Etatsübersicht bezieht sich >lf den Nachtrag zum Etat für 1877/78, den Etat für 878 79 und die beiden Nachträge zu dem letzteren Etat. >ie macht die betresteuden Anfragen, Anträge und Ber- »ndlungen, auch diejenigen, welche nicht unmittelbar aus er Etatsberathung sich ergeben, ersichtlich und weist unter M verschiedenen Verwaltungen sännntliche Etatstitel mit ren Beträgen speciell nach. — Die alphabetisch geordnete hauptüberstcht umfaßt alle zur Erörterung gelangten Gegenstände. Die Regieruirgsvorlagen, sowie Anträge zu enselben sind darin in ihrem Wortlaute übernommen und die Verhandlungen, über ein und denselben Gegenstand, auch «im dieselben zu verschiedenen Zeiten und bei verschiedenen Seltenheiten stattgefundeu haben, auf einer Stelle ver- nchnet. Ein Sachregister erleichtert die Benutzung des Lerkes, in welchem bei den Gefetzen sowohl das Datum
Anzeigen nimmt entgegen: die Expedition d Blatte-, s owie b. Annoncen-Bureaux von G. L- Daube LCo. in Frankfurt a. M; Jäger'sche Buchhand! ung daselbst; Hermann'sche Buchhandl. daselbst; Jnvalidendank in Berlin; W. Thienes in Elberfeld: C. Schlotte in Bremen.
Tagesbericht.
Gegenüber den von der „Volkszeitung" geäußerten Zweifeln, wie der Minister des Innern habe behaupten Men, daß Nobiling gerichtlich vernommen worden sei, anstatirt die „Nordd. Allg. Ztg.", daß eine gerichtliche Imiehmung Nobiling's in aller Form Rechtens stattge- hnben und daß derselbe dabei die vom Minister des Innern in der Reichstagssitzung vom 16. d. angeführten Aeuße- mgen gethan habe. — Die Deutsche Bank hat einen Reingewinn von 2,255,000 Mark erzielt und keinerlei kerluste erlitten.
Bei Berathmig des Gesetzes betreffe,ld die Abänderung kr Gewerbeordnung hat der Reichstag am 21. Mai d. I. eschlossen, den Reichskanzler zu ersuchen, daß er über die ikjchäftigung von Kindern und von jungen Leuten zwischen 14 und 16 Jahren in der sogenannten Hausindustrie, solle über die geeigneten Mittel, den dabei vorkommenden Inzuträglichkeiten abzuhelsen, Erörterungen austelleu und m Reichstage eine Vorlage darüber zugehen lasse. — )tr Bundesrath hat dagegen beschlossen der Resolution zur eit keine Folge zu geben.
Er warf sich' in einen Sessel und drückte bte «Stirn Vorwürse, Mathilde?" wiederholte er, „ich - •- ' ' Was Du
unter welchem dieselben publicirt sind, als die Seite der Gesetzsammlung, wo dies geschehen, angegeben ist'
Neueste Orient-Nachrichten:
Berlin, 18. Sept. Betreffs des vom Berliner Cabinet angeregten Schrittes der Mächte bei der Pforte behufs schnellerer Ausführung deö Berliner Vertrags schreibt die „Nordd. Allg. Ztg.": die deutsche Regierung dürfte vorläufig die Angelegenheit nicht weiter verfolgen, um so mehr als die Sachlage durch die inzwischen geschehene Räumung BatumS eine Amderung erfahren hat. Ueberhaupt falle die deutsche Anregung in eine frühere Zeit, wo die Pforte um die Ausführung des Vertrages sich weniger zu bemühen schien.
Wien, 18. Sept. ■ Meldung der „Polit. Corresp." aus Bukarest, 18. d.: Obwohl Rumänien alle Anstalten getroffen hat, um Bessarabien stündlich den Russen zu übergeben, wollen letztere doch erst nach Zustimmung der rumänischen Kammern die Besetzung bewerkstelligen.
Wien, 18. Sept. Heber eine angebliche Cooperation Oesterreich-Ungarns mit Serbien und Montenegro sind bisher keinerlei Verhandlungen gepflogen noch auch nur angeregt worden.
Wien, 18. Septbr. Meldungen der „Polit. Corr." aus Konstantinopel vom 12. dö.: Savfet Pascha soll als Minister des Auswärtigen in einer Circular-Depesche an die diplomatischen Vertreter der Pforte die Verantwortlichkeit für die Ereignisse in Bosnien und der Herzegowina abgelehnt und zugleich betont haben, daß seitens der Pforte der Berliner Vertrag vollständig respeklirt worden sei. Trotzdem scheint bei der Pforte der Abschluß einer Convention mit Oesterreich-Ungarn wieder lebhafter erörtert zu werden. Seit dem 7. d. liegt dem Sultan ein die Unterzeichnung auf Grundlage der letzten österreichischen Vorschläge anra- khender Beschluß des türkischen Ministerrathes vor. Von allem Anfänge vertrat Savfet die Opportunität des Abschlusses der Convention und thut dies auch gegenwärtig, indem er betont, daß die Existenz einer Convention eo ipso die Fortdauer des Rechtstitels der Pforte auf den Besitz Bosniens involvire. Gegen diese Anschauung bemühten sich der Kriegsminister und geistliche Würdenträger den Sultan einzunehmen. — Die Räumung der russischen Stellungen vor Konstantinopel wird jetzt lebhaft betrieben. Man glaubt, das russische Hauptquartier werde Ende dieser Woche nach Adrianopel verlegt. Gleichzeitig soll Totleben nach Livadia abreisen. — Wie versichert wird, soll es Layard gelungen sein, bei der Pforte die Annahme der von England für die asiatische Türkei aiifgestellten Reformprojekte durchzusetzen.
Wien, 18. Sept. Vom Commando des 4. Armeekorps ist folgendes Telegramm eingelaufen: Von der 13. rathete," fuhr er fort, „da geschah das in einer Art von Verzweiflung, in einem Aufgeben jedes Glücksgedankens; unser Beisammensein hat Dir bewiesen, daß ich auf Liebe und Treue, auf das Erwachen gegenseitiger Steigung niemals rechnete, — nicht wahr, Mathilde?"
Sie nickte stumm.
„Nun, also!" begann er wieder. „Du wirst finden, daß solcher Zustand aus die Dauer kaum denkbar wäre, trotzdem aber hätte ich ihn Deines guten Rufes willen und weil Du gewissermaßen mein Opfer warft, dennoch ertragen, — jetzt aber hast Du selbst mich frei gegeben. Wir trennen uns ohne Schmerz, wie wir ohne Freude vor drei Monaten den Schwur gegenseitiger Treue austauschten. Ich gebe Dir eine Jahresrente, von der Du standesgemäß leben kannst, wir beantragen die «Scheidung auf Grund des — im gesetzlichen Sinne — ehrlosen Verbrechens, und werden erst bann, beiderseitig frei und glücklich, höchstwahrscheinlich die besten Freunde werden."
Er bot ihr die Hand, mitleidig-freundlich, und sie legte die Fingerspitzen hinein. Georg sah so ganz anders aus, wie seit langen trüben Monaten, seine Augen glänzten, seine Stirn zeigte sich ohne die Falten, welche dort in der letzten schweren Zeit beinahe schon Heimaths- rechte erworben hatten, selbst die Stimme klang anders, — — der Ton früherer Tage schien zurückgekehrt.
„Ich verzeihe Dir im Herzen vollständig," fuhr er, ohne zu bemerken, daß sie so auffallend schwieg, fort, „vollständig. Du hattest für die Tragweite des Geschehenen durchaus keinen Maßstab, sondern dachtest, daß da, wo Du Huuderttausende in die Che gebracht und wo Dein Gatte der Erbe von Millionen war, auch füglich au ein paar hundert Thalern kein Mangel sein könne. Armes Kind, das haben Andere auch geglaubt, sich vom Gegentheil durchaus nicht überzeugen können, das ist so eine der Ungeheuer-
Truppendivision hat die 26. Jnfanteriebrigade am 16. d. Dubrava an der Tinja erreicht, während die 25. Brigade nach hartnäckigem, bis in die Nacht hinein währendem Gefechte Loncare und Krespic besetzte. Am 17. d. hatte die 13. Division sich zum Angriff ans Novi Breka zu formiren, und nut die 25. Brigade mit dem linken Flügel an der Save a cheval der Straße von Samac entwickelt, während die 26. Brigade die Direktion gegen die Südseite von Novi Breka erhielt. Die Truppe» rückten in hartnäckigem Feuergefechte vor und konnten anfänglich wegen gänzlichen Mangels an Aussichtspunkten von der Artillerie nur wenig unterstützt werben. Erst im Weiteren Verlauf des Vorrückens war es möglich, 3 Batterien ins Feuern zu setzen. Die Infanterie gelangte bis zur Listere deö Ortes, erstürmte 2 daselbst angelegte Verschanzungen, von denen eine mit 2 Geschützen arrnirt war und drang alsdann in den Ort ein, welcher sofort besetzt wurde. Der Widerstand war bis zum letzten Augeitblicke äußerst hartnäckig. Das Gefecht endete erst gegen 8 Uhr Abends. ES wurden zwei Geschütze und zwei Fahnen erbeutet. Die Verluste waren bis zum Abgänge der Meldung nicht ermittelt und bis dahin nur die Verwundung von 4 Offizieren bekannt.
London, 18. Septbr. Reuters Bureau meldet aus Konstantinopel von gestern: Die Russen räumen San Stefano in 10 Tagen und gehen nach Tschataldja. — Mousfa Pascha wird Erzerum besetzen und hat die Ermächtigung, im Falle von Ruhestörungen das Kriegsrecht anzuwenden. — Die „Times" berichtet aus Konstantinopel, daß General Totleben den Kaiser von Rußland Ende dieser Woche ober zu Anfang ber nächsten Woche in Livadia besuchen werbe.
Aus Konstantinopel bringt bie „Polit. Corr." folgenbe Melbmigen: Von ben 70,000 türkischen Gefangenen sind bis jetzt 54,000 ausgeliefert worben. Nach einer Anzeige beö Generals Totleben wirb San Stefano am 22. b. M. gänzlich geräumt sein. Die russischen Truppen werben sich zuerst nach Tschataldja und dann allmälig nach Adrianopel zurückziehen. Das Occupationskorps in Bulgarien und Ost- Rurnelien wird unter dem Ober-Commando des Fürsten Dondukoff-Korsakoff stehen. Seit einigen Tagen spricht man neuerdings davon, baß ein russisches Corps unter Commando des Generals Gurko Macevonien besetzen soll. Fürst Dondukoff-Korsakoff hat den Chef der diplomatischen Kanzlei des Hauprquartiers, Staatsrath Hitrovo, mit der Abfassung eines Berichtes übet bie Vorgänge im Rhodope - Gebirge als Widerlegung des bekannten Konsular-Berichtes betraut und demselben das nöthige Material zur Verfügung gestellt. Mr. Layatt> geht von Zeit zu Zeit ins Palais, um sich über den staub ber Reformen in Asien zu erkunbigen unb lichkeiten, bie ben schlichten Verstand verwirren unb ben Menschen auf allerlei Abwege locken. Daher verzeihe ich Dir auch aufrichtig, aber wie unsere gesellschaftlichen Verhältnisse nun einmal finb, nicht öffentlich, das heißt nicht, indem ich über diesen Eclat hinweg unsere Ehe ferner noch bestehen lasse. Es ist dies für uns Beide eine erwünschte Erlösung, nicht war, Kind? namentlich da wir durchaus in Friede,: scheiden?"
.Za," sagte sie leise, „ja, Georg."
„Ich gebe Dir acht- bis zehntausend Thalet jährlich," fuhr er fort „Du sollst Dich ganz auf mich verlassen, Mathilde, wir wollen die besten Freunde werden, denn Du bist ein liebes, gutes Geschöpf, das geduldig unb ohne Klage eine trostlose Zeil an meiner Seite durchlebte; Du hast mir sogar zu Gefallen gethan, was in Deinen Kräften stand, hast durch Deine Sauftmuth und Klugheit Alles zum Besten gekehrt unb mir immer ein heiteres Gesicht gezeigt. Nur heute nicht," setzte er aufstehend hinzu; „Du siehst aus Wie eine Schwerkranke. Vergiß bie Geschichte, Mathilbe, vergiß Alles dis auf Eins, daß Du nämlich hingingst unb bie Wahrheit bekanntest, um nicht ben Unschuldigen für Dich leiden zu safsen. Das habe ich Dir sehr hoch angerechnet, Kind, das zeigt den wahrhaft redlichen, ehreichaften Charakter und ich werbe es Dir bauten, so lange ich alhme." Er hatte beibe Hände auf ihre Schullern gelegt und zog sie jetzr leicht an sich. „Deine Eltern werben sich vermuthlich ganz von Dir lossagen, armes Ding," fuhr er fort, „und was für Dich wahrscheinlich weit schwerer Wiegt, mein Herr Bruder auch. Diese eingefleischten Philister halten sich an den Buchstaben und beten ihn an wie ben lebendigen Geist selber, — ich habe ja ihr Opfer werden müssen, weil mir das unmöglich war. Hätten wir uns geliebt, so wäre ich allerdings mit Dir aus Deutschland so eigegangen, aber ich würde
turigen nimmt entgegen: «je Expedition b.SlatteS, itoie d.Annoncen-Bnreaux ljn Th. Dietrich & Co. in Mel unb Hannover; Th. strich in Frankfurt a.M.; naafenftein & Vogler in Enlfurt a. M., Berlin, „ig, Cöln rc.; Rudolf Sgfft in Berlin, Frank» furt a. M. »c.
»er- tob —"
„O großer Gott, Georg, da rechnest Du wicber mit 178 lauter Summen, deren keine bis jetzt in Deinen Händen liegt." —- .Laß das," sagte er kalt. „Fernere Unbesonnenheiten,
die ich mir etwa zu Schulden kommen lassen werde, fallen fiel k nicht mehr auf Dein Haupt, also
Eine Handbewegung vollendete den satz. „sieh, Ma- lhilbe" fuhr er fort, „das Verhältiüß zwischen uns, oder M besser gesagt, bas vollstäiibige thatsächttche Auseinanbergehen ‘Ar ber Herzen, bie gegenseitige absolute Gleichgültigkeit bei einem so nahen, so innigen, alle Lebensinteressen verknüpfenden Vunde, wie es bie Ehe ist, — bas lastet boch im Grunde hüben unb brüben gleich unerträglich schwer. Deut Herz sehnt sich nach Freiheit, ich weiß es, und Du fauchst es dicht länger zu leugnen, — das meine auch, Mathilde, noch Slühenber, noch stürmischer vielleicht, trotzdern aber um- chlingt uns eine Kette, bie jebe Bewegung in Fesseln schlagt, bie zu einem Scheindasein verdammt, gleich trostlos für Dich, wie für mich. — Als ich hierher kam und Dich hei-
ßrftbeint täglich außer an den Werktagen nach Sonn- und Feiertagen. Preis für das Quartal mit der wöchentlichen Beilage „JllustrirteS Sonntag-Vlatt" durch die Expedition (Koch'sche m Buckdruckerei) bezogen 2\ Mark, durch die Postämter des Deutschen Reiches 2 Mark 50 Pf«, (excl. Bestellgebühr). — Jnsertwnsgebühr für bie gespaltene Zeile 10 Psg.
Für in der Expedition zu ertheilende Auskunft und Annahme von Adressen werden 25 Psg. berechnet.
ll die Hand. ----•>—-
laube nicht, daß ich dazu berechtigt wäre. Ihatest ist bie Folge ber Verhältnisse in welche ich Dich I stürzte — vielleicht ist es zu Deinem unb meinem Besten 1,50 jrrvchsl. Das Testament beS Vaters kann jetzt, nun btt Verdacht gegen mich hinweg geräumt worden, mit tzrund angefochten und vom Gesetz für nichtig erklärt , kerben; ich komme in ben Besitz ber ganzen VermögenS- — Hälfte, bin im Stanbe, meine Gläubiger zu befriedigen