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XUI «Jahrgang.

Jllarßurg, Sonntag, 15. September 1878

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PoMische Woche«-Uebersicht.

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und hier unter den Messern wüthender Albanesen in furcht­barer Weise sein ruhmvolles Leben endigen mußte, hat in erschreckender Weise gezeigt, bis zu welchem Grade des Fanatismus die muselmännische Bevölkerung durch die österreichische Besetzung gebracht worden ist. Wenn die Manner, welche selbst das Leben eines chrer angesehensten und beliebtesten Fcldherrn nicht schonten, als er ihnen zum Frieden nett), wenn diese Männer die Bosnier verstärken, werden, so werden sich die nächsten Momente furchtbar blutig erweisen. General Philippovich steht noch immer in und um Serajewo, offenbar die Berstärkungen abwar­tend, die ihm ein weiteres Vorgehen ermöglichen sollen. Ernstere Gefechte haben bei Kliuc stattgcfunden, woselbst die 36. Division zum Angriff vorging; nach mehrtägigem Kampfe gelang die Besetzung der Stadt, doch waren die österreichischen Verluste bedeutend. Man kann wohl rech­nen, daß sie mindestens 200 Mann verloren haben. Noch größer waren die Verluste bei Doboj, wo die Oesterreicher diesmal die Bosnier aus einigen Stellungen vertrieben. Sie selbst beziffern ihre Verluste nur an verwundeten Mannschaften auf über 400 Mann. Ein Angriff des Generals Zach auf Bihacs wurde nach zweitägigem Kampfe mit einem Verluste von 600 Mann zurückgeschlagen. Es ist dies eine nicht unerhebliche Niederlage, da Zach nur zwei Regimenter befehligte, also 10—15 pCt. seiner Gesammt- stärke verloren hat. Die letzten Kämpfe, kleinere Gefechte eingerechnet, haben also dem österreichischen Heere in einer Woche einen Verlnst von weit über 1000 Mann gebracht, ohne daß das Besetzungswerk dadurch erheblichen Fortschritt gemacht hätte. Es zeigt sich immer deutlicher, daß sich die Aufständischen durchaus nicht entmuthigen lassen, und eö scheint, als ob daS schwerste Stück der Arbeit noch zu thun wäre. — Die im Rhodopegebirge befindlichen tiirfi= schon Aufständischen gaben in den letzten Tagen wieder häufiger Lebenszeichen von sich. Durch Hunger getrieben, machten sie auf der ganzen Linie von Ortakiöi bis Haßkiöi wiederholte Angriffe aus die russischen Vorposten, um diese zurückzudrängen und in dem so gewonnenen Gebiet Lebens- mittel-Requisitionen vorzuuehmen. Aus diesem Anlaß soll es bei Ortakiöi mehrere Tage hindurch zu heftigen Kämpfen zwischen den Pomaken und den Russen gekommen sei.n

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Die deutsch-konservativen Abgeordneten erklärten sich in der gestrigen Fraktionssitzung bezüglich des Sozialistenge­setzes ohne jeden Rückhalt für die Nothwendigkeit der Aus- nahmegesetzgebung. Ferner wurde die Ueberzeugung aus­gesprochen, daß es unmöglich sei, die nothwendigen Aus­nahmemaßregeln von vornherein auf eine bestimmte Zeit­dauer zu beschränken. Als wünschenswerth wurde es be­zeichnet, die Sozialistenvorlage in einer Commission vorzu- berathen.

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Roman von W. Höffer.

l Fortsetzung)

Nun war die Entscheidung gekommen und Georgs Lip- bebten. „Es, giebl für mich nichts zu gestehen!" ant-

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Tagesbericht.

Die „Nordd. Allg. Ztg." meldet: Die Manöver des 11. Armeekorps bei Kassel beginnen am 20. d.; eö darf erwartet werden, daß an denselben Se. Majestät der Kaiser, der Kronprinz, die Prinzen Wilhelm und Albrecht, die Groß- herzoge von Sachsen und Oldenburg, der Fürst von Wal­deck und Pritiz Alfred von Großbritannien theilnehmen

Neueste Orient-Nachrichten.-

Wien, 13. Sept. Mittheilungen der „Polit. Corr." aus Konstantinopel constatiren, daß die Ermordung Mehemed Ali's daS Resultat einer zwischen den Comites von Prizrend und Jakowa verabredeten Complottes gewesen sei. Die „Polit. Corr.'' fügt noch hinzu: In so lauge die eigenen Organe der Pforte, wie der Bali von Kossovo Nazis Pascha, der Mutessarif von Prizrend Kiamil Bey und sonstige Lokalbehörden und Medschliß fortfungiren, deren verderb­licher Einfluß auf Bevölkerung wie Truppen erwiesen ist, wird auch der Glaube an die Aufrichtigkeit der Absicht der maßgebenden Kreise der Pforte, die Herstellung geordneter Verhältnisse im Sinne der neuesten europäischen Ab­machungen auzustreben, erschüttert bleiben.

Wien, 13. Sept. (Amtlich). Die 36. Division meldet von Banjaluka vom 12. dö.: Die Entwaffnung der Be­völkerung machte weitere Fortschritte und wurden auch die Orte Kodor, Skeuder, Vakaf, Stari, Mojdan, Kamergrad und bereit Umgebung ohne Widerstand entwaffnet.

Wien, 13. Sept. Die „Wiener Abendpost" bezeichnet die Nachricht von der Zurückverlegung des Hauptquartiers nach Brod als unrichtig; Philippovich bleibe nach wie vor in Serajewo; nur für die Dauer der längs der Save und der nordwestlichen Grenze Bosniens eingeleiteten Opera­tionen werde ein Theil des Hauptquartiers, mit dem Stell­vertreter des Armee-Commandanten an seiner Spitze, in Brod ctablirt.

Wien, 13. Sept. Die „Presse" erfährt von authen­tischer Seite, daß die Meldung von der Zurückverlegung des Hauptquartiers von Serajewo nach Brod unbegründet sei; das Armee-Commando mit seinem Personal bleibe in Serajewo.

SilLeint tSalich außer en den Werktagen nach Sonn- und Feiertagen. Preis für das Quartal mit der wöchentlichen Beilage „Jlluftrirteü Souutagöblatt" durch die Expedition (Koch'sche Buchdruckerei) bezogen 2‘4 Mark, durch die Postämter des Deutschen Reiches 2 Mark 50 Pfg. lexel. Bestellgebühr). — Jnsertionsgebühr für die gespaltene Zeile 10 Pfg.

Für in der Expedition zu ettbeilenbe Auskunst und Annahme von Adreffen werden 25 Pfg. berechnet.

werden. Außerdem werden erwartet: Graf Moltke, General v. Podbielski, Feldmarschall v. Manteuffel, General v. d. Goltz und der Kriegsminister; letzterer trifft Sonnabend in Berlin ein.

Die äußere Pforte öffnete sich, er überschritt die Schwelle und stand nun draußen. Jetzt war die That- sache vollzogen, keine Macht der Erde hätte ihm den Rückweg ermöglichen können. Fast taumelnd ging der Unglückliche weiter, — weiße Schneewellen schlugen ihm entgegen, der Sturm heulte und die Nacht war dunkel wie das Grab.

So mochte Ahasver über die Erde gehen, nirgends zu Hause, vertrieben von jedem friedlichen Heerd, ohne Ziel ohne Rast, ohne Hoffnung. — Er wandte sich der Straße zu, wo Daschka wohnte, und stand, in den Pelz­mantel gehüllt, auf dem jenseitigen Trottoir unbeweglich wie eine Säule im stäubenden Schneetreiben. Alles dunkel, alles todtenstill — auch diese Thür öffnete sich ihm nicht, ob er noch so inständig flehte, noch so oft wieder­kehrte. Hätte nur Daschka seinen Bitten Gehör gegeben, es wäre noch Alles erträglich gewesen!

Er legte die Hand auf den Klopfer, er weckte den Portier und bat mit seinem tvdtblassen Gesicht, mit leiden­schaftlich unsicherer Stimme, Mrs. Carlysle zu sagen, daß er sie sehen müsse, einen einzigen Augenblick nur. Aber umsonst. Der Mann schüttelte den Kopf, fast angstvoll, als denke er einen Irrsinnigen vor sich zu haben. „ES sei drei Uhr Morgens, das möge der Herr bedenken."

Einen Augenblick starrte er den Domestiken an, sich besinnend, lächelnd fast — aber es erregte Grauen, dies Lächeln! — und dann sagte er: „Ja, ja, ich weiß, man kommt nicht mitten in der Nacht, daS verstößt gegen die gute Sitte."

Er nickte dem Manne zu und ging fort, die Thür hinter sich offen stehend laffend, kaum halb seiner Hand- lungeu bewußt. Ein Kreuz, in die leere Luft gemalt, mußte das heimliche Erschrecken dieses Dieners beschwichtigen

lückliche.

„So sprich!" war die Antwort.

Georg hob langsam die rechte Hand. Sein Auge rte das des Vorsitzenden, sein Athem flog. „Eins will sagen, ehe ich gehe," klang es halberstickt von seinen pen, „und mögt Ihr Alle eS behalten und bewahren das Andenken Dessen, den ihr so unschuldig gerichtet, bin —"

„Diese Verteidigung kann nicht gestattet werden l rief stich derjenige der drei am Tische sitzenden Herten

welcher im bürgerlichen Leben Präses des Strafgerichts war. „Es ist ein offenbarer Meineid, den Bruder Har­denberg —"

Weiter kam er nicht. Georg rief mit lauter herrischer Stimme: „Schweigen Sie, mir ist das Wort verliehen worden, nicht Ihnen!"

Und dann setzte er, ehe ihn Jemand daran verhindern konnte, laut und leidenschaftlich, so daß es auch die am entferntesten Stehenden hören mußten, hinzu: „Beim lebendigen Gott, ich habe den Geldbrief nicht genommen, — beim lebendigen Gott, ich bin unschuldig verurtheilt worden hier und dort." v

Dann nahm er aus der Tasche jene kleinen silbernen Insignien des Maurerordens, die Kelle und den Hammer, das Schurzfell von .v »ndgröße aus weißem G'lacö mit blauseidener Einfassung und silberner Kette, — er hatte es mitgebracht in düsterer Vorahnung dessen, was folgen würde, jetzt legte er es unter dem Schweigen der ganzen Versammlung auf den Tisch. Niemand von allen Anwe­senden hatte den Muth, sich ihm in Wort ober That zu widersetzen.

Georg ging burch den L>aal bis zur Thür, ohne irgend Jemand zu grüßen, ohne auch nur nach rechts ober links zu sehen, er ging sogar mit festen Schritten, aber bennoch war biese ganze Haltung eine erzwungene. In ihm stürmte es wie nie, er war ber Verzweiflung nahe, er hätte laut heraus schreien mögen vor unerträglicher Qual. Diese Räume würbe er nun nie wieder betreten, diese Thür schloß sich heute hinter ihm zum letzten Male!

Er fühlte, wie alles Blut in heißen Strömen zum Gehirn empor wirbelte. Dieb genannt, Dieb vor den Ohren der ganzen Welt! als Dieb ansgestoßen von dem Bunde, dem er so enthusiastisch, so von ganzer Seele an­gehört! —

-- Htigcn nimmt entgegen: diitf; .Expedition b.Blattet, L D.ilnnuncen-Öureaut Dietrich & Co. in ^unböanno»«;«:

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id) ge- k Nihilisten, welche alle Kreise auf das lebhafteste be- 'Uw artigen. Daneben schaut man dort mit Schadenfreude lte e» »h Bosnien, wo sich die unblutige Besetzung ui einen «v ^rechten Krieg verwandelt hat.

Die Ermordung Mehemed Ali's der zur Ausführung -M k berliner Bestimmungen nach Albanien abgesandt wurde

Es ist nunmehr festgesetzt, daß unser Kaiser nächsten Mtag von Gastein in Kassel, bezw. Wilhelmshöhe : M wohin auch die Kaiserin von Coblenz sich be- - £. jn wie weit Se. Majestät den Manövern des S i Armeekorps wird beiwohnen können, wird noch von " M späteren Entscheide der Aerzte abhängen. Der Kron- m hat im Anfänge der verflossenen Woche Truppeube- chungen in Süddeutschland abgehalten; er wurde bei iier Gelegenheit namentlich von den Städten Ulm und ■ - ' ■ - ' r,"jr —----- —v in **—t am

Anzeigen nimmt entgegen: die Expedition b Blattet, sowie d. Annoncen-Bureaux von ®. L. Daube & Co. in Frankfurt a. M; Jäger'sche Buchhandlung daselbst; Herrnann'sche Buchhandl. daselbst; Jnvalidendank in Berlin; W. Thienes in Elberfeld; C. Schlotte in Bremen.

L~ , »riete er tief athmeud.

ta‘Je 1 Da erhob sich der Vorsitzende. „Du hast Dein eigenes „N ttheil gesprochen, Bruder Hardenberg. Die Loge hätte 181 Bereuenden Milde gezeigt, hätte den Verirrten auf richtigen Weg zurückgeführt und mit fester Hand den •tC” kauchelnden gehalten, — den in der Sünde Verharrenden tt stößt sie aus. Zwischen Dir und dem Bunde der aurer besteht seit dieser Stunde keine Gemeinschaft mehr, bist den hohen Zielen der Brüderfchaft untreu gewor- , Du giebst den wohlgemeinten Rathfchlägen Deiner deren kein Gehör und bleibst dabei, zu leugnen, was er- fenermaßen vvrliegt. Dein Name ist. ans den Reihen Brüder für immer gestrichen.

Er tauchte die Feder ein und war im Begriff, eine des offen daliegenden Buches zu durchsteichen, — e Handbewegung Georgs hinderte ihn daran.

Ich bitte noch um ein kurzes Gehör", sagte laut der

September wieder nach Berlin zurückgekehrt. Zwei Tage wurde im Weißen Saale des Schlosses zu Berlin Deutsche Reichstag durch dm Vertreter des Fürsten ..arck, welch letzterer noch in Gastein verweilt, den en Stolberg, mit einer kurzen Thronrede, die im We­ichen nur auf das in der nächsten Session einzu- enbe Sozialistengesetz Bezug nimmt, eröffnet. Die Sitzung sand bann am Nachmittag unter bem Vorsitz Alters-Präsidenten v. Bonin statt; in derselben wurden nur geschäftliche Formalitäten erledigt. Die Präsi- enwahl des Hauses erfolgte am Mittwoch und ergab Resultat, daß ber neue Reichstag dasselbe Präsidium iclt, wie bet aufgelöste. Bei ber Nachwahl im Kreise Wausen-Langensalza siegte Graf Wilhelm Bismarck. In Paris würbe bie Abhaltung des Arbeiter-Congresses m der sozialdemokratischen Tendenz der Veranstalter izeilich verboten. Als man sich an das Verbot nicht ne, wurden mehrere Verhaftungen vorgenommen, ohne die Ruhe gestört worden wäre. Die gegenwärtig im en Maßstabe auSgesührten Manöver ziehen die Auf- risamkeit von ganz Frankreich auf sich; auch seitens des «landeö wohnen viele Offiziere denselben bei.

■ In der verflossenen Woche haben in England lei, -i beklagenswerche Unglückfälle stattgefunden Auf der nie London-Chatham-Dover fuhr ein Eisenbahnzug auf tzrere Güterwagen, wobei mehrere Menschen ums Leben een, auf der Themse rannte der Dampfer Bywell Castle ! Prinzeß Alice nieder; nahezu 700 Personen versanken *___j it der Alice in den Fluten und in Folge einer Explosion

.1 der Kohlengrube Abercarne verunglückten nahezu 200. Jl» (beiter.

• - In Rußland sind eS noch immer die Maßregeln gegen

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—- «ntfurt a. M., Berlin Kia, Cöln :c.; Rudolf e in Berlin, Frank» futt a. M. ic.