XIII. Mrgaig
Marburg, Sonnabend, 14. September 1878
irt a. M., Berlin,
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lyjjig, Köln ic.; Rudolf Äffe in Berlin, Frankfurt a. 'Ut. ic.
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«gen, so daß im Ganzen ca. 150,000 M. für die Wahl- «gung seilens der Partei ausgebracht worden sind.
Bei Beurtheilung dieser Zistern ist übrigens nicht zu ersehen, daß der „Vorwärts" nicht etwa Ursache hat, die R seinen Parteigenossen gebrachten Opfer zu vergrößern; Itoirb also eher mehr als die obige Summe ausgegeben erden sein, nach welchem jedes sozialdemokratische Mitglied I Hauses seinen Parteigenossen auf beinahe 17,000 M. i stehen kommt.
Der Sozialdemokrat Liebknecht hat sich nicht entblödet, i dem in der Reichstags-Sitzung vom 9. September vom
Der sozialistische „Vorwärts" veröffentlicht die finan- fle Bilanz der letzten sozialdemokratischen Wahlbewegung, «h dieser Quelle sind für die letzte Wahlbewegung 29,088 . 58 Pf. bei dem Kassirer der sozialistischen Arbeiter- irtti Deutschlands, Genossen Geib, eingcgangen und zwar i 545 einzelnen Posten; dann von Hamburg in zwei »tzeren Beträgen, und von Leipzig diejenigen Summen, äche im „Vorwärts" als von der Expedition empfangen Kttirt sind. Auswärtige Beiträge sind in obiger Summe halten: Belgien 1144, Oesterreich-Ungarn 160, London A M., Schweiz 1050 Fres. und 85 M. 10 Pf., Däne- trk 84, Paris 262 und Amerika 3860 M. Alle größc- i Städte und fast sämmtliche „offiziellen" Wahlkreise chkn ihre eigenen Ausgaben reichlich durch eigene Mittel deckt. So sind in Berlin gegen 15,000 M., so in Leip- unb Umgegend noch außerdem 3000 M., in Elberfeld- irnteii ca. 6000 M., Altona gegen 9000 M. rc. einge-
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Die Eisen-Enquöte-Kommission tritt am Montag, 16. September, unter dem Vorsitz des MinisterialbirektorS Dr. Serio wieber zusammen, und zwar zunächst um den Fraze- »zen festzustellen und das Programm zu entwerfen. Die miehmung der Sachverständigen wird erst im Oktober Mfinden. Für die Feststellung des Fragebogens stehen, | k Nat.-Ztg. zufolge, zwei Vorschläge zur Debatte. Das > wgramm wird dem Bundeörath vorgelegt werden.
_ lterspräsidenten v. Benin auf Se. Majestät den Kaiser Ocn y gebrachten, tief empfundenen Hoch recht vierschrötig n t. fin zu bleiben. Es ist dies um so bemerkenswerther, als trr von Benin in seinem Spruch ausdrücklich auf die ■amcn chwürdigen Attentate hingewiesen hatte. Wie nun aus nu.t »servativen Kreisen verlautet, gedenkt man von dieser , . ttite ein Amendement zur Geschäftsordnung einzubringen, 01 u- i für die Zukunft derartige (gelinde gesagt) Unschicklich-
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Roman von SB. Höffer.
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Es ist etwas sonderbar Packendes, um eine zahlreiche, aus Männern bestehende und schweigende Versamm-
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Es schlug halh elf von allen Thürmen der Stadt und t stürmischen Schneewetter waren die Straßen fast men- knlter. Nur an eine bestimmte HauSthür wurde wieder üb wieder geklopft, eine dunkle Gestalt nach der anderen schwand im offenen Flur, und dennoch kamen immer tot Nachzügler, bis wenigstens zweihundert Mann drinnen sammelt fein mußten. Georg war der Letzte, welcher R dem Bruder Pförtner eingelassen wurde; er hatte ab- htlich bis über elf hinaus gezögert um wenigstens nicht «ger als ganz unbedingt nothwendig erschien, dieser morschen Folter ausgesetzt zu sein.
Es war nicht das Allerheiligste, mit, Altar , Sarg ib Skeletten, kein unterirdischer Raum ohne Sonnen- vrz und frische Luft, aber dennoch ein reich decorirter Rai mit Gold und Schnitzwcrk, vielen Sinnsprüchen und ßbaren Ornamenten. Möbel und Vorhänge, ja selbst * Wandbekleidungen zeigten ein eintöniges Grau.
Georg hatte voll Empörung seinem Vater, voll Groll «b Verachtung seinen bürgerlichen Richtern gegenüber gc- «nben, — hier war er erschüttert bis ins tiefste Herz »ein, hier hätte er die Hände Zusammenlegen und flehen •tuen: „Um des erbarmenden Gottes willen, glaubt von 'al * nicht, daß ich ein Dieb bin!" — Seine Augen glüh-
1 unheimlich in dem ganz blassen Gesicht, das dunkle ®er fiel verworren in den Nacken herab, die Hände feiten unruhig bald mit diesem, bald mit jenem Gegen- Wde.
Herr v. Blowitz bringt in der „Times" einige Congreß- Erinnerungen an Mehemed Ali, in welchen die Urtheile, welche Fürst Bismarck und Mehemed Ali gegenseitig über sich gefällt haben, von besonderem Interesse sind. Der genannte Correspoudent schreibt:
Fürst Bismarck sagte eines Tages von ihm: „Es würde mich wirklich sehr ergötzen mit Mehemed Ali zu plaudern, denn er muß ein sehr kluger Mann sein, um seine gegenwärtige Stellung erlangt zn haben; aber ich kann es nicht thun. Ich darf nicht uneingedenk der Würde des Kaisers sein, den ich vertrete, und der durch seine Wahl zum Bevollmächtigten verletzt worden snn muß. Ich kann sein Entlaufen von einem deutschen Schiffe, als er 11 Jahre alt war, verstehen; ich würde vielleicht dasselbe gethan haben; aber wenn ich daran denke, daß er, französisch-deutscher Abkunft, Türke wurde, und daß er als solcher und nach der (Saniere, die er gemacht, einwilligte hierher zu kommen, um seinen neuen Glauben vor seinen Landsleuten zu paradiren und dessen Interessen gegen die Vertreter des christlichen Europa zu vertheidigen, so kann ich nicht umhin zn fühlen, daß ich gerechtfertigt bin, die Haltung ihm gegenüber zu adoptiren, die ich durchweg behaupten werde."
Der Fürst wich thatsächlich nicht einen Augenblick von seiner Haltung ab, die Mehemed Ali kannte und über welche er sich privatim beklagte, aber von der öffentlich Notiz zu nehmen er sich hütete. Gegen alles Herkommen fand kein Austausch von Dekorationen zwischen den im Congreß reprä- sentirenden Mächten statt. In Berlin wurde behauptet, Deutschland wolle dadurch die Verpflichtung vermeiden, ein Großkreuz an Mehemed Ali zu verleihen, der wie hinzugefügt wurde, nur zu dem Congreß gesandt zu werden wünschte, um ein solches zu erhalten. — Bismarck allein flößte ihm Furcht ein, und er bemerkte scherzend: „Dieser Dämon von einem Manu! Wenn er mich ansieht, hat er stets die Miene, als ob er sagen wollte: „Ah, wenn Du noch ein Deutscher wärest, würde ich Dir einen schönen Tanz aufführen"." Er liebte Deutschland und Frankreich, und ging mit dem Gedanken um, die Pariser Weltausstellung zu besuchen.
Neueste Orient - Nachrichten:
Wien, 12. Sept. Meldungen der „Polit. Corresp." Konstantinopel, 12. dss. Zwischen dem rnssischen Botschafter Labanoff und dem Großvezir Safvet Pascha finden lebhafte Verhandlungen wegen Regelung der Kriegsentschädigung statt. Die Verhandlungen wegen Auslieferung der Kriegsgefangenen und Ersatzes der Verpflegungskosten für dieselben haben bereits zum Ziele geführt; zuerst werden die europäischen, dann die asiatischen Gefangenen ausgeliefert. In Folge der Ermordung Mehemed Ali's soll
lung! Nur ein einziges auf dem mittleren Tisch befindliches Licht erhellt den großen Saal, wo nirgends geflüstert wird, wo die sonst überall eingeschmuggelte Cigarre durchaus fehlt und wo alle Gesichter verrathen, daß sich in dieser Stunde eine Entscheidung vollzieht. Am Tisch drei ernstblickende Männer, ein aufgeschlagenes Buch und ein Schreibzeug.
Georg hatte in einem dieser Dreie den Präses des Strafgerichtes erkannt, er sah auch seinen Schwiegervater und mehrere Andere, die ihm bekannt waren, — vor allen Diesen sollte er sich jetzt tödtlich, unversöhnlich beschimpfen lassen! —
Und dann nahm der Vorsitzende das Wort; er fragte den Bruder Hardenberg, ob er zugebe, seit seinem Hiersein zu dreien Malen durch Logenbrüder eine Verwarnung erhalten zu haben, und als Georg mit stummer Neigung des Kopfes bejahte, da fuhr er fort, weshalb beim jede dieser Ermahnungen nutzlos geblieben?
„Weil sie sämmtlich aus der Luft gegriffen waren!" versetzte mit festem Tone der Gefragte. „Als Erbe des Millionärs lebt man nicht über seine Verhältnisse, auch wenn man ein Reitpferd und eine Equipage hält, wenn sich der Verbrauch auf jährliche sechstausend Thaler beziffert; als Erbe eines Millionärs hat man keine „Schulden", wenn Verpflichtungen bis zur Höhe von einigen tausend Thalern vorhanden sind. Ferner hat man als freier felbstständiger Mensch unbedingt daö Recht, sich derjenigen politischen oder socialen Partei, zu welcher die eigene Ueberzengung Hinfahrt, auch öffentlich beizngesellen; man kann nicht gezwungener Weise conservativ und arbeiterfeindlich erscheinen, weil daS in gewissen Kreisen zum Bürgerrecht verhilft, man kann nicht das eigene Ich stündlich kreuzige», weil sein Fühlen und Wollen über das Veraltete, über das der Gegenwart unwürdig Gewordene hinauöstrebt. Ich bin nicht in die
Osman oder Derwisch Pascha als PacifikationS-Commissär nach Albanien entsendet werden und das Commando deS in Kossowo aus 32 Bataillonen zu concentrirenden Armeecorps übernehmen. In Folge der Metzeleien in Albanien werden 25 Bataillone nach Jakova, wo Mehemed Ali ermordet wurde, entsendet. Das Project wegen Beschaffung eines jährlichen Fonds von 600,000 Livres behufs Ankaufes von Kaimes wird commissionell ernstlich berathen. — Belgrad, 12. d Rußland soll die serbische Negierung veranlaßt haben, die Auslösung ihrer Miliztruppen' bis zur Herstellung friedlicher Verhältnisse auf der Balkanhalbinsel zu sistiren, zu welchem Zwecke die russische Regierung die erforderlichen Substdien weiter verabfolgen wolle. Inzwischen habe es Serbien auch abgelehnt, die von serbischen Truppen besetzten, zu Bulgarien gehörenden Ortschaften vor der offiziellen Constituirung des FürstenthumS Bulgarien zn räumen^
Von der bosnischen Grenze wird der Wiener Presse nnterm 6. d. geschrieben: „Ich komme von einem Besuche in Bihacs zurück, das in den nächsten Tagen von den 6 Bataillonen der Brigade Zach angegriffen werden soll, welche bei Zawalje Stellung genommen. In BihacS selbst befinden sich ein Bataillon Redifs und etwa 6000 wohlbewaffnete mohamedanische Aufständische aus der Stadt und ihrer Umgebung. Zur Erklärung der Stellung der Türken möge ihnen Folgendes dienen: Die Stadt Bihacs liegt zu beiden Seiten der Unna in einer sonst wasserlosen Ebene. Südlich der Stadt befindet sich ein Hügel, der sich zu drei Kuppen zuspitzt, welche die Ebene beherrschen und mit Schanzen und Geschütz-Emplacements versehen sind. Westlich der Stadt, also gegen unsere Grenze, liegt auf einer sehr niedrigen Terrain-Erhöhung ein Pfarrhof, der von den Türken befestigt wurde und als Lagerplatz benutzt wird. Unsere Truppen befinden sich in einer vorzüglich hergerichteten und befestigten Stellung bei Zawalje, das die bihacser Ebene überhöht und so die feindliche Stadt und Festung beherrscht. Allerdings beträgt die Entfernung bis dahin 3000 Schritte Luftlinie, was die Treffsicherheit unserer Geschosse sehr beeinträchtigt. So viel ich höre, wird der Angriff unsererseits vielleicht schon morgen Statt finden, und zwar zuerst gegen die Schanzen auf den Höhen südlich der Stadt erfolgen, nur zweifelt man, ob die Streitkräfte der Brigade Zach hinreichen werden, diese schwierige Aufgabe durchzuführen. (Schlimm genug, daß man trotz dieses, wie sich nachher herausstellte, sehr berechtigten Zweifels zum Angriff vorging!) Man will sich zu einem Bombardement der ganz baufälligen Festung und Stadt nicht entschließen, um unseren Truppen die für den kommenden Winter ganz unerläßlichen Unterkunftsräume nicht zu be-
Kirche gegangen, denn der Ermahnung zur Nächstenliebe bedarf ich nicht, ich habe den Arbeitern bewilligt, was ihnen von Gottes- und Rechtswegen zukam, ich habe mir bewilligt, was ich den Verhältnissen nach genießen durfte — das ist die Reihe meiner Sünden. Wenn ich jede einzelne derselben auch hier an dieser Stelle noch aufrecht halte und vertrete, so Regt darin die Antwort auf alle mir zu Theil gewordenen Verwarnungen! Mich traf keine derselben."
Man hatte ihn ohne Unterbrechung ausreden lassen. Sein tiefes volles Organ klang fest und sicher, getragen von unerschütterlicher innerer Ueberzengung, durchgeistigt von dem Weh dieser Stunde. Im ganzen großen Saale war es todtenstill.
Der Vorsitzende blieb die Antwort nicht schuldig. „Jene Vorwürfe trafen Dich nicht, Bruder Hardenberg," sagte er, „aber — und hierauf kommt es allein an! — wohin führte Dich der Weg, auf dem Du mit so großer Sicherheit vorwärts gingst? Zum Diebstahl, zum gemeinen, entehrenden Verbrechen! Du mußtest stehlen, um zu Geld zu gelangen, Du mußtest lügen, um den Diebstahl zu verdecken, Du mußtest endlich Deinem Vater gegenüber die Rolle des Beleidigten spielen und sagtest ihm Dinge, die seinen Tod herbeigeführt haben. Ist das alles nichts?"
„Gar nichts!" beharrte Georg. „Ich habe kein Geld gestohlen, daher brauchte ich keinen Diebstahl zu verdecken. Ich wurde faktisch auf das Unerhörteste beleidigt, daher brauchte ich die Rolle des Gekränkten nicht erst zu s p i e l e n, und was meine letzten an den Vater gerichteten Worte betrifft, so waren das folgende: „Ich will von Dir nichts hören, Dich nicht kennen, bis Du selbst den entehrenden Verdacht gegen mich zurücknimmst." Dazu hielt ich und halte ich mich heute noch berechtigt, obwohl mir's natürlich sehr wehe ttjat, daß der Tod eben diese Worte zu den letzten machen, daß er nach einem solchen Abschied