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111 ''^«hueigen nimmt entgegen: \t uh LfExpedition d.vlattrS, syMoie d.Annoncen-Burcaux U hiXn Tb- Dietrich L Co. in jiaffel und Hannover; Lh.
9 »Mrich in Frankfurt a.M.;
I Laasenstein & Vogler in , Jfrantfurt a- M., Berlin, . "Meipzig. Cöln Rudolf ich it Dfle in Berlin, Frank- und furt a. tut. rc.
Jliaröurg, Sonntag 8 September 1878
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Anzeigen nimmt entgegen: die Expedition d Blatte-, sowie d. Annoncen-Bureaux von G- L- Daube & Co. in Frankfurts.M; Jäger'sche Buchhandlung daselbst; Hermann'sche Vuchhandl. daselbst; Jnvalidendank in Berlin; W. Thienes in Elberfeld: C. Schlotte in Bremen.
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Erscheint täglich außer an den Werktagen nach Sonn- und Feiertagen. Preis für das Quartal mit der wöchentlichen Beilage „JlluftrirteS Sonntagsblatt" durch die Expedition (Koch'sche Buchdruckerei) bezogen 2', Mark, durch die Postämter des Deutschen Reiches 2 Mark 50 Pfg. (ercl. Bestellgebühr). — JnsertionSgebühr für die gespaltene Zeile 10 Pfa.
Für in der Expedition zu ertheilende Auskunft und Annahme von Adressen werden 25 Pfg. berechnet.
Politische Woche»-Uebet sicht.
üeii j Tic Nachkur, welche Kaiser Wilhelm in Gastein dutch-
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Wen zu schützen hätte.
In Frankreich hat zu Ehren deS verstorbenen Thiers Gebächtnistfeier stattgefunben, bereit Ausfall als eine ßnzcnde Ovation für den großen Tobten betrachtet werben
jn England hält nach bett harten parlamentarischen psen der letzten Session die politische Windstille an. chbem bic Hebung ber versunkenen Eurybice endlich ge
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ieft ist, inelbet man aus Lonbon ein neues grohes Schiffs- glück, ben Untergang ber Priueest Alice in Folge Zn- örmMimenstoßes mit einem anberen Dampfer. 600 Personen en dabei ums Leben gekommen sein.
In Rußland fährt die Regierung fort, gegen die chrebungen ber Nihilisten die schärfsten Verorbnungen zu lassen. Der Mörber des Generals Mesenzew hat sich
chentlichem Urlaub, ben er in Vorarlberg verbrachte, nach einer Zusammenkunft mit bem Fürsten Reichste Wizler in Gastein wieder in Berlin eingetroffen. Am 2. U||, {September wurde in ganz Deutschland die Wiederkehr des rreichen Siegestages von Sedan gefeiert
Das italienische Geschwader an ber Küste von icilien hat Befehl erhalten, sich mit Lebensmitteln unb hlen zn versehen unb des Ausbruches in bie griechischen wässer gewärtig zu sein, wo dasselbe int Falle eines nflicts bebrohte Punkte der griechischen Küste vor ben
t^. jetzt ben eifrigen Nachforschungen ber Polizei zu ent- 3* lhen gewußt.
, gut Obwohl bereits 14 Tage seit ber Einnahme Serajewos bst j »flössen sind, so ist seit tiefer ganzen Zeit vom Kriegs-
ants« »cht, wirkt durchaus günstig für die fortschreitende Ge- nviinj vjung desselben, unb hofft man jetzt mit Bestimmtheit, daß t UMe. Majestät zur großen Freude der Provinz den Manöver n 11. Armee - Corps beiwohnen wird. Ebenso wird der ^WWaiser am 26. September der Enthüllung des Denkmals Ms hochseligen Vaters, Königs Friedrich Wilhelm HL, i Köln beiwohnen. Der Kronprinz hat inzwischen die kgicrungsgeschäfte weiter fortgesührt; augenblicklich be- nbet er sich in Ulm. Die ^Ministerien beschäftigen sich it den Vorarbeiten für die ordentliche Legislaturperiode, i welcher aller Wahrscheinlichkeit nach zunächst die in den «Heren Sessionen nicht erledigten aber als dringlich an- thnnten Gesetzentwürfe zur Vorlage kommen. Der Stell- irtrctcr des Reichskanzlers, Graf Otto Stolberg, hat be- mnt gemacht, daß die Eröffnilng der diesjährigen auster- tmtlichen Legislaturperiode am 9. September, Nachmit-
; und jjä 2 Uhr, int Weißen Saale des königlichen Schlosses [I6ß ittfinden wird. Der Cultusminister Falk ist nach mehr-
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Und bann ging sie mit langsamen Schritten bie Treppe »ns. Ganz von ihren eigenen Gedanken in Anspruch »Hinten, bemerkte bie junge Fran nicht, daß Georg oben Geländer staub unb also gesehen haben mußte, wie sie und Johannes zusammen flüsterten, baß.ihre Stel- int Augenblick eine etwas vertrauliche schien. Er
.Er sührte sie über ben Flur ohne zu antworten. Im ^flen aber sagte er kurz: „ich erlaube eö nicht. Du
Herodias.
Roman von W. Höffer.
I Fortsetzung.)
Da trat sie hart an ihn heran unb legte mit festem Nick ihre Hand auf seine Schulter. Ihre Augen sahen bcutsam in die seinen, ihr ganzer schlanker Körper trte. „Georg hab die Kasse nicht bestohlen, Joes, ich sage es Dir, und vielleicht kommt ber Tag, welchem offen unb vor Aller Blicken von bieser itligen Angelegenheit ber Schleier gezogen wirb. Du stest Dich hüten, so vorschnell Deinen Bruber einen zu nennen.
„Nein, Georg," antwortete sie ruhig unb ohne den _ -leier von ihrem Gesicht zu entfernen. „Tippoo ist ja L auch die Dienstmädchen, Dein Later aber bleibt »tben Händen überlassen, sobald ich mich entferne, euu Du erlaubst möchte ich für bie Nacht hierher ’■ ' "ückkehren."
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ft $ auch kein Zeichen feiner Anwesenheit, aber als sie L-* »ier nut Hut unb Mantel ans ihrem leeren Zimmer y^i ch um bie unten harrende Equipage zu besteigen, da ' '™1' er plötzlich an ihrer Seite. „Du bist wie ich höre, gar nicht in unserem neuen Hause gewesen, Mathilde?"
schanplatze nichts Erhebliches gemeldet worden. Die Ab- theilnng des Generals Jovanovich hat gegen Stolatz nach hartnäckigen, in den Verlusten aber auf beiden Seiten nicht erheblichen Gefechten einige Fortschritte gemacht, doch besitzt sic offenbar noch nicht bie genügenden Streitkräfte zur Er- öffunng einer nachhaltigen Offensive. General Philippovich steht mit seiner Hauptmacht in und um Serajewo. Streifungen, die im größeren Maßstabe nach Süden, hauptsächlich aber nach Oste» hin, unternommen sind, haben ergeben, daß der Aufstand hier entweder nicht rechten Fuß gefaßt hat oder doch im Erlöschen begriffen ist. Graf S>zapary steht noch immer bei Dvboi. Einige Male machten die Bosnier kleine Vorstöße, doch immer ohne ben nöthigen Nachdruck und daher auch ohne Erfolg. Verstärkungen werden von allen Seiten den österreichischen Truppen nachgesührt; einmal sollen dieselben den österreichischen Abtheilungen die ihnen jetzt noch mangelnde Kraft znm angriffsweisen Vorgehen verschaffen, dann aber für eine bessere Ordnung des Etappendienstes sorgen. Letzterer ist noch sehr mangelhaft eingerichtet, wie die wiederholten Ueber- fälle von Transporten hinter ber Front ber operireudeu Armee zur Genüge bewiesen haben. Die Anfstänbischen scheinen ihre Macht in zwei große Abtheilungen getheilt zu haben, von denen die eine dem Grafen Szaparh bei Dvboi und Gratschanitza entgegensteht. Diese soll bei Tuzla große Verschanzungen aufgeworfen haben. Die andere scheint bestimuit, dem General Philippovich den Eintritt in das Sandschak Novibazar zu verwehren, wozu das Terrain außerordentlich günstig ist. Man spricht von der Errichtung eines „zweiten Plewuas", doch wird es wohl so schlimm nicht sein. Inzwischen beginnen bie Oesterreicher mit ber Einführung einer neuen Verwaltung in ben besetzten Landestheilen. Der Abschluß einer österreichisch- türkischen Convention, welcher eine Zeit lang ziemlich gesichert erschien, ist neuerbingS wieder fraglich geworden.
In ben Sübstaaten ber nordamerikanischen Union wüthet unter ber Bevölkerung das gelbe Fieber. Der Nothstanb ist sehr groß. In allen Staaten wird gesammelt, um den Leidenden Hülfe zu leisten unb namentlich Lebensrnittel zn- zuführen, an denen großer Mangel ist.
Tagesbericht.
Die offizielle Verlobung des Königs ber Niederlande mit Ihrer Durchlaucht ber Prinzessin Emma von Waldcck- Pynnont, geboren ben 2. August 1858, soll, wie die „Nordd. AUg. Ztg." erfährt, im Frühjahr des nächsten Jahres zu erwarten stehen. — In einem Aufruf des nationalliberalen Wahlcomitos deö Wahlbezirkes Langensalza- Mühlhausen wird rnitgetheilt. daß Reuleanx auf ber Wei-
wirst ferner das HauS meines Vaters nicht mehr betreten, er sei gefunb ober krank. Ich verbiete es ausdrücklich."
Sie schien im ersten Augenblick verwirrt, bann aber fragte sie leise: „Kannst Du bas verantworten, Georg, — vor ihm unb vor Dir selbst?"
„Bist Du in ber Stimmung, Moralpredigten zu halten ? — Dann laß mich, bitte, vorher auSsteigen!"
Sic sprach nicht mehr. Wenn Georg in diesem Tone antwortete, so war ihm nicht bciznkommcn, sie wußte das aus Erfahrung. Er, ber sonst von einem einzigen guten Wort Gefangene, der leicht Gerührte, Erregbare, hatte Stundetr, währenb welcher er ganz in Spott aufging, immer herber, immer schonungsloser, je freundlicher ihm zugesprochcn wurde. Ohne ein weiteres Wort erreichten er und sic die neue Wohnung, wo alles in dem bekannten Chaos der Umziehtage darunter und darüber gestapelt tag. Kein Willkommen, kein Lächeln begrüßte bie so plötzlich veränberte Heimstätte, schweigend begab sich jedoch Georg in bie für ihn bestimmten Räume, um bort Dispositionen zu treffen, unb schweigend, mit verhaltenem Schluchzen, begann die junge Frau zu ordnen und selbst Hand ans Werk zu legen. Aber Eins fiel ihr schwer aufs Herz: Frau Garmers rechnete darauf, sie für die Nacht an ihrer Seite zu haben, eine kurze Notiz war also unerläßlich. Und Mathilde schrieb, während Georg ab und zu ging, einige Zeilen, die sie in ein Couvert schloß und abreffirte. Bis dahin hatte sich der junge Mann anscheinend um die ganze Sache nicht bekümmert, als aber der Brief fertig auf dem Tisch lag, besah er die Aufschrift unb riß in bann ihn kleine Stücke, bic er bem Kamin überlieferte.
„Ich erlaube auch fein inbirecte Verbindung", sagte er eiskalt.
gerung eine eventuelle Wahl anzunehmen, beharre, unb daran bie eventuelle Aufforderung an die nationalen Wähler knüpft, bei der Stichwahl zwischen Reuleanx und dem Grafen Bismarck sich der Wahl zu enthalten.
Heber den schrecklichen Unfall auf der Themse wird Folgendes geschrieben: Die Aufregung über den schrecklichen Eisenbahn-Unfall bei Sittingbomne ist noch nicht vorüber und schon ist eilt neues viel furchtbareres Unglück zu verzeichnen. Gestern früh 10 Uhr verließ die „Princeß Alice," einer ber größten Salonbampser ber Londoner Dampfschiff- Gesellschaft feinen Landungsplatz bei Loudon Bridge, um mit etlichen sechs bis siebcnhnndert glücklichen Menschen an eine Vergnügungsfahrt nach Rosherville, Gravesend und Sheerneß anzutreten. Ein prachtvolles Herbstwetter verlieh dem Ausflug doppelten Reiz; gegen 6 Uhr legte daö Schiff auf feiner Rückkehr in Gravesend an, wo es die daselbst jurücfgebliebenen Passagiere anfnahm; gegen 8 Uhr befand es sich gegenüber dem Königlichen Arsenal in Woolwich, als sich ihm ein großer Schranbeitdampfer, bie „Bywell Castle" in entgegengesetzter Richtung fahrend, näherte. Beide Schisse befanden sich ungefähr in der Mitte des Flusses, gegenüber den Gaswerken in Bcckton, gerade unter dem Nord Woolwich Garbens, auf berfelbeu Stelle, wo vor einigen Jahren ber schreckliche Zusammenstoß zwischen den Schiffen „Metis" und „Wcutworth" stattfand. Ehe noch die Passagiere der „Princeß Alice" an eilte Gefahr denken konnten, war auch der Zusammenstoß erfolgt, bei welchem das Vergnügungsboot von dem schweren Schranbeitdampfer beinahe in zwei Stücke geschnitten wurde. Die hierauf folgende Schreckenssccnc läßt sich kaum beschreiben; an eine Rettung des Schisses war gar nicht zu denken und die unterdessen hereingcbrochcne Nacht machte es auch dem geübten Schwimmer schwer sich zurecht zn finden. Nur Wenige hatten bie Geistesgegenwart sich an Bord ber „Bywell Castle" zu schwingen. In fünf bis sechs Minuten lag bie „Alice" auf bem Grunde der Themse, deren Oberfläche mit Hunde rl eit hülferusenber unb mit beut Tode ringender Menschen bedeckt war. 9lur kurze Zeit dauerte dieses Todesröcheln von ungefähr 500 Menschen, wer nicht schon bei Zeiten den Sprung in das Element gewagt hatte, wurde von bem im wirren Knäuel zusammen geballten Menschenhaufen mit in die Tiefe gezogen. Der „Herzog von Teck", ein anderes Dampfboot der gleichen Gesellschaft, welcher kurz hinter der „Alice" fuhr, rettete eine beträchtliche Anzahl derer, welche sich durch Schwimmeit für eine Zeit lang über Wasser halten konnten. Jtn Ganzen sollen nicht mehr als 150 bis 200 Personen gerettet sein. Der Kapitän der „Alice", welcher noch kurz vor dem Sinken deö Schiffes auf seinem Posten erblickt wurde, ist unter den Verlorenen wie der
„Georg", rief sie heiß erglühend, „Du hättest wcnig- stcliö den Brief lesen sollen!"
„Wozu? Ich trage kein Verlangen, Deine Gedanken kennen zu lernen, es erregt mir an und für sich durchaus kein Interesse, zu erfahren, wem Du schreibst, dennoch müssen gewisse althergebrachte Einrichtungen respectirt werden. Hoffentlich verstehst Du mich."
Damit ging er fort und kam an diesem ganzen Tage nicht wieder. Der Unsegcn war gewissermaßen den jungen Leuten gefolgt und hatte von der neuen Heimath Besitz genommen, noch ehe das erste Salz und Brod genossen worben. Am nächsten Morgen brachten sämmtliche Tagesblätter die Nachricht von der zweiten Firma Hardenberg, die veränderte Adresse deö Chefs und seines gänzlichen Bruches mit bem Vater. Zugleich aber munkelte man von bisher unaufgeklärten Thatsachen, von bem töbtlichen Erkranken des Alten und einem zwischen den Brüdern entftanbeiieii tiefgehenden Zwist. Personalentlaffnugen im Comptoir sollten unmittelbar bc- vorstehcn.
Georg arbeitete rastlos Tag und Nacht, er machte enorme Ankäufe, charterte mehrere Schiffe und cugagirte drei ober vier Commis, kurz, er war wie im Fieber, unb als aus Indien ber Telegraph bie erste gute Botschaft brachte, da glaubte er sich auf dem Gipfel des Gelingens, obgleich zu seinem Glücke immer noch Eins — das Hauptsächlichste — fehlte. Tag um Tag erwartete er vergeblich Daschka's Brief, immer so oft er anklopfte, war ihre Thür verschlossen.
Mit dem Vaterhause hatte er allen und jeden Verkehr abgebrochen, nur einmal, als ihm der Arzt begegnete unb unverhohlen erklärte, daß der Tob nahe hevorstehe, da ging er hin, bis ins Herz erschüttert, gerade weil et mit seinen Unternehmungen Glück hatte. Johannes