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l U.Lieiaen nimmt entgegen: "sxpeditton b.Blatte», Wlk ,ieb.ännoncen-®ureaui

B D,. Dietrich & Co. in > Qra .ff«! und Hannover; Th. 4" S» in 3rantfutta.il«..;

u(enftein L Vogler m

-gtfurt a. M., Berlin,

Sijig, Cöln rc.; Rudolf thnt taffe in Berlin, Frank- furt a. Dl. ic.______

JRatßurg, Freitag, 6. September 1878

xnr Jahrgang.

AnWHk Jcitiiiiii.

Anzeigen nimmt entgegen: die Expedition d. Blatte», sowie d. Annoncen-Bureaux von G-L. Daube L Co. in Frankfurt a-M; Jäger'sche Buchhandlung daselbst; Hermann'sche Buchhandl. daselbst; Jnvalidendank in Berlin; W. Thienes in Elberfeld: C. Schlotte in Bremen.

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ßrfdieint täglich außer an den Werktagen nach Sonn- und Feiertagen. Preis für das Quartal mit der wöchentlichen BeilageJllustrlrtes Sonntagsblatt" durch die Expedition (Koch'sche Buchdruckerei) bezogen 2i Mark, durch die Postämter des Deutschen Reiches 2 Mark 50 Pfg. (excl. Bestellgebühr). JnsertionSgebühr für die gespaltene Zeile 10 Pfg.

Für in der Expedition zu ertheilcnde Auskunft und Annahme von Adressen werden 25 Pfg. berechnet.

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aercn,Die außerordentliche Session des Reichstags" Helten Artikel die sozialdemokratische Lehre, die sozial-

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Die Eisenbahnfrage im Reich und in Preußen wird der nächsten Zukunft wieder eine wichtige Rolle spielen, züglich des Reichseisenbahnprojects spricht man von dem urf neuer Pläne, die im preußischen Handelsministerium anden sind und denm der jetzige Chef desselben wohl nach Abtrennung des Departements für Handel und erbe von dem jetzigen Ressort näher treten wird. Den g, vorher durch eine Specialcommission zu Feststellungen gelangen, den man bisher zwei Mal vergeblich cistge- agcn hat, wird man schwerlich wieder beschreiten wollen, dern es vorziehcn, mit directen Anträgen an den Bun- ath zu gehen. Wahrscheinlich werden wir schon im ichsten Herbst Näheres darüber erfahren. In Preußen tb die Frage von sehr großer Tragweite werden für

Kreise unserer mit dem Eisenbahnbau im Zusammen-

kratische Agitation, den dem Reichstage vorzulegenden entwurf gegen die Sozialdemokratie und die wider letzteren geltend gemachten Gesichtspunkte, daß Aus- msgesetze überhaupt unstatthaft und daß durch die über Zweck der Verleihung hinausgehende Ausbeutung der gerord entliehen Vollmachten eine Reaction zu befürchten Der Artikel schließt: Möge der Reichstag die freieste ifung des Gesetzvorschlags unternehmen, aber der innerste ille, daö wahre Gewissen der Nation erwartet, daß er eher die Anwendung des vorgeschlagenen Mittels ge- dmige oder ein besseres darbiete. Die Vaterlandsliebe die Einsicht, welche viele Reichstagsmitglieder in einem gen östcntlichen Leben bewährt haben, begründen die erficht, daß der Reichstag weder sich selbst und der ion das Zeugniß der Rathlosigkcit ausstellt, noch we- aber die Nation in eine Hülflosigkeit versetzt, die sich ohnmächtigen Scheinmitteln vergebens zu verbergen t. DieProv.-Corresp." bestätigt, daß Graf Stol- die Eröffnung des Reichstags vollzieht.

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'srld|mg stehenden Industrie. Gegenwärtig sind noch 1287 , ] ilometer mit einer Abschlagsumme von 395 Millionen im au. Im 10jährigen Durchschnitt von 1866 bis 1876 | to jährlich 306 Millionen Mark für diese Zwecke ver- M mbet worden. Mit dem Jahre 1880 hören diese Bauten __- in aber auf, weil die Staatsbahnstrecken dann mit Aus-

TageSbericht.

'awi Heute, Donnerstag, Nachmittag 2 Uhr findet eine Ple- ° Atzung des Bundcsraths statt, wobei unter Anderem die ßmmnung von Commissarien für die Vertretung des So- plisten - Gesetzentwurfes bei der Berathung im Reichstage

[folgen wird. DieProv.-Corr." bespricht in einem

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Herodias.

Roman von W. Höffer.

(Fortsetzung.)

f Lüge, alles nur Marionette im großen Schaukasten, S)» r* eine Hälfte die, welche die Prügel auStheilt, und die - N ^>ere die, welche sie empfängt. Fern in Indien war einst " dreijährige Kind dem greisen Fürsten verlobt worden, hier im Norden, im hochgebildeten Deutschland hatte

0» Er schloß die Augen, er verbarg die Stirn m dm Han- -fr'«. Wahnwitz, Wahnwitz das ganze Leben, wo der Bnch-

«be die Seelen knechtet und wo tobte Satzungen wie ^5 b ^chlangenglieder die Freiheit erdrücken, wo alle^ Betrug ist

V Daschka erwartete ihn.

,-tb Er hatte sich also doch damals nicht getäuscht, sie war A E gewesen, die zu ihm herüber sah! aber weshalb doch ^ichka über acht Tage lang beharrlich schwieg?

Ein Grauen schüttelte ihn.Ob sie Alles wußte?" Er schloß die Augen, er verbarg die Stirn in dm Hän-

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Indische Schriftzüge reihten sich vor seinen Blicken, wie trlcn lagen die Zeilen auf dem blauen Papier und da- .,20» jiniter stand der Name, welcher ihm alles Blut siedend zum Herzen trieb Daschka.

"jolDenkst Du des Treuschwures, Sahib? hast Du Wort ,0 i Halten auch in der Feme? Komm nicht mit einem an- .-6 »treu Bilde int Herzen zu mir; lüge nicht Sahib, ich würde tid) verachten, thütest Du es. Akbar-Selim ist tobt unb fttschka frei! hat sich zwischen sie unb das Ziel ihres §egeS kein andere» Hinderniß gestellt? Ich erwarte Dich ^ahib! meine Augen spähen nach dem Blick der Deinen, >0'.fr Nein Ohr lauscht auf Deinen Schritt. Ich erwarte Dich!" Unter diesen Zeilen stand oie Adresse, und immer noch Mrömte dem Blatte jener seine Wohlgernch. Georg dachte

nähme der Berliner Stadtbahn fertig sein werden; die Thätigkeit der Regierung wird sich bann auf ben Ausbau unseres Eisenbahnnetzes in kleineren Strecken richten müssen. So tritt denn hier die Frage ber Secunbärbahnen wieber in ben Vordergrund, der Bahnen minderer Ordnung, welche weder in ihrer Anlage noch in ihrem Betriebe einen so großen Kostenaufwand erfordem. Der jetzige Handels- minister Maybach, so wie sein Vortragender Rath v. Weber sind diesen Secunbärbahnen sehr geneigt und sollen dabei sein, für den Landtag eine diese Frage betreffende Vorlage auszuarbeiten.

Zur orientalischen Frage ist zu registriren: Die öster­reichische Aime in Bosnien steht still, die Verhandlungen in Wien über eine Convention mit der Türkei stehen still, nur die Aufständischen stehen nicht still, sondern benutzen diese Pause, um ihren Widerstand weiter zu organisircn. Die bisher zerstreut kämpfenden Jnsurgentenbanden haben sich unweit Doboj gesammelt unb beherrschen theilweise sogar baS Bosuathal, insbesonbere zwischen Doboj unb Stanica. Auf ben Höhen würben Verschanzungen angelegt unb mit 8 Geschützen ausgerüstet. Auch an ber Spreza haben bie Aufständischen, deren Zahl man aus 20,000 Mann schätzt, Befestigungen angelegt. Die Aufgabe des FML. Zzapary wird dadurch wesentlich erschwert, und so rächt sich der Fehler, daß man die Occupatiou mit unzu­länglichen Streitkräften unternahm. Auch im westlichen Bosnien finden starke Ansammlungen von Insurgenten statt: Ihre Hauptmacht, etwa 8000 Mann, steht in der iltähe von Banjaluka. In Thessalien und Macedonien scheint sich inzwischen die griechische Frage anzuspinnen. Die Al­banesen kommen in Bewegung, die Grenzverhältnisse nach Griechenland hin drohen täglich zum Ausbruch von Ge- waltlhätigkeiteu zu führen. Welche Entschlüsse in Athen zu allerletzt werden gefaßt werden, ist um so weniger voraus zu sehen, als König Georg nicht immer nach dem politischen Herzen der Griechen zu handeln Pflegt. Die Wünsche der Griechen gehen ohne Zweifel auf eine gewaltsame Lösung hin. Aber die Macht ber Pforte ist immer noch groß genug, um Griechenlanb zu erbrücken, während die Aussicht auf Unterstützung von Seiten einer europäischen Macht eine sehr geringe bleibt. Dennoch aber wünscht man in der Hoffnung, daß Europa einen Untergang Griechenlands nicht dulden unb sich zuletzt eine Einmischung finben werbe, bie den Ansprüchen über den Berliner Vertrag hinaus gerecht werden müsse. Der Sultan soll sich entschlossen haben, Midhat Pascha nach Konstantinopel zurückzuberufen, um chn bei den bevorstehen­den ReorganisatiouSarbeiten zu verwenden.

Neueste Orient - Nachrichten:

Wien, 4. Septbr. DiePolit. Corr." meldet aus Konstantinopel von heute: Die britische Flotte soll die Prinzeu-Jnseln verlassen unb bei Liman Pascha im Mar- rnara-Meer Station nehmen. Dieselbe Korrespondenz metbet aus Belgrad von heute: In Folge eines Beschlusses des Ministerraths hat Fürst Milan für sich unb bie Mit­glieder feines Hauses den TitelHoheit" angenommen.

Wien, 4. Sept. DiePolit. Corr." meldet aus Kon­stantinopel von heute, daß der nächstens eintreffende fran­zösische Botschafter, Fournier, beauftragt sei, der Pforte zu erklären, Frankreich würde im Falle eines griechisch - türki­schen Conflikts einen Angriff auf die griechische Küste ober eine Blokabe bet griechischen Häfen nicht zulassen.

London, 4. Septbr. Einer Meldung von Reuters Bureau aus Konstantinopel zufolge brachte die französische Regierung der Pforte zur Kenntniß, sie werde im Falle eines Conflikts ber Türkei mit Griechenland einen Angriff von ber Seeseite als unzulässig betrachten. Der Minister­rath hat gestern Abänderungen der österreichischen Conven­tion berathen. Die Ansichten ber Minister waren getheilt. Die Berathung soll morgen fortgesetzt werden. Dasselbe Bureau meldet ferner, daß die Pforte beschlossen habe, die russischen Linien von den Positionen der Rhodope-Insur­genten durch einen türkischen Truppencordon zu trennen.

Galata, 3. Sept. Es wurden bereits 28,000 Mann Russen eingeschifst.

Konstantinopel, 3. L-eptbr. Prinz Halim wurde gestern neuerdings in das Palais berufen unb nach einer längeren Unterrcbung mit bem Sultan zum Diner gezogen. Die Pforte ist mit ber Ausarbeitung ber Organisations­pläne für Ostrumelien beschäftigt.

Deutsches Reich.

»« Berlin» 4. Septbr. Morgen Nachmittag 2 Uhr finbet im Reichskanzleramte eine Sitzung bes Bunbesraths statt. Auf ber Tagesorbinmg befinden sich u. A. der Be­richt des Justizausschusses über die strafrechtliche Verfol­gung von Beleidigungen des Bundesraths und die Ernen­nung von Commissarien für bie Vertretung des Gesetzent­wurfs gegen die gemeingefährlichen Bestrebungen ber Social- demokratie bei ber Berathung desselben im Reichstage. Da­gegen zeigt bie Tagesorbnung noch nicht bie Feststellung ber Motive zu biesern Entwürfe burch ben Bundesrath an. Die heutige'Prov.-Corr." weist in zwei Leitartikeln mit Nachdruck, aber in sehr versöhnlichem Tone auf die Ncithweubigkeit geuicinschaftlichen Handelns der vaterlands­treuen unb staatserhaltenden Elemente hin. Der König hat bem Kunstverein zu Leipzig gestattet, zu einer Lotterie,

mau basselbe gethan, schon ehe die Kinder ber beiben Brüder überhaupt lebten. Die Tochter des Einen mußte ben Sohn bes Anderen heirathen, das war seit vielen Decennien so gehalten worden, bas nannte man heilig unb brachte ihm bie perfönlichTFreiheit ber jungen Herzen schonungslos zum Opfer.

In seiner Seele glühte das Gelüst, auf und davon zu gehen. Daschka hatte die Ketten zerbrochen, warum konnte er nicht das Gleiche thun, warum ließ er sich überhaupt jemals in die Fessel einer Ehe ohne Neigung hineindrängen? Ob er ber Geliebten an diesem Abend alles gestand und ob er bann mit ihr über das Weltmeer schiffte, über ben Strom ber Vergessenheit, seligen ewig grünen Gestaden zu? Wäre nicht selbst Mathilden wohler dadurch geworden? ...

Es rüttelte mächtig an ihm, es brannte wie ein un­stillbares Sehnen in den tiefsten Tiefen seiner Seele, aber seltsam cs war Mathildens sanftes und doch so ruhig- stolzes Antlitz, das ihn aus diesem Chaos mahnend ansah. Er hatte sie nie betrogen, kein Wort, kein Lächeln log ihr jemals Liebe, kein Kuß bewillkommnete die junge Brant in dem Hause ihres Gatten, ja nicht einmal Freundlichkeit, Theilnahme hatte er ihr gezeigt, im Gegentheil, sie war ein­sam vom Morgen bis zum Abend, sie hörte oft tagelang nichts von ihm, mußte seine schlimmsten Lannen er­tragen und sah, baß sie ihm gleichgültig, ganz gleichgülttg war.

Weshalb trat ihm jetzt ihr stilles, weiblich-milbeS Bilb vor die Seele?

Immer geduldig und klagelos, immer heiter hatte er sie gesehen, trotz aller Unbill, die ihr widerfahren. Mathilde pflegte in feiner Abwesenheit die indischen Blumen in seinen Zimmern, welche sonst ihr Fuß niemals betrat; Tippoo, der die sanfte Mylady wie eine Heilige verehrte, Tippoo hatte verrathen!

Kvmtte er jetzt das junge Wesen, fein Opfer, verlassen

unb bem Erbarmen Anderer preisgeben? Seine Fäuste ballten sich, eine Art von Verzweiflung durchströmte ihn bei dem Andenken ber Fessel, welche er selbst geschmiedet, aber doch wußte er, baß es ihm unmöglich war, von hier fortzugehen, heimlich wie ein Betrüger, ein Dieb, ber bie Strafe fürchtet. Er konnte es nicht, aber er konnte auch bie schöne Hindu nicht lassen; ber Boden brannte ihm unter den Füßen, all der alte Zwiespalt jener letzten Tage in Calcutta kam mit voller Macht wieder über feine aufgeregte Seele. Er schloß geistig bie Augen vielleicht wußte Dasckka nichts, vielleicht

Er bachte nicht weiter. Fieber brannte in allen seinen Abern. Vor wenigen Stuilben hatte Mathilbe gefragt, ob es ihm lieber fei, wenn sie zu ihren Eltern zurück ginge, unb er antwortete selbst mittelst einer Verneinung, er hielt sie, als ihm bie Freiheit winkte. War er beim wahn­sinnig geworben?

Das bleiche Gesicht seines Brubers schien ihn anzu­sehen. Glaubte er wirklich, daß Mathilde zu diesem in einem unerlaubten Verhältniß stand ? wenigstens klam­merte er sich jetzt an den unseligen Gedanken. Alles Co- mödie, nur Comödie, ob Einer der Possenreißer der Gesell­schaft ist oder der tragische Heio, ob er auf das Zwerchfell ober bie Thränenbrüfen erschütternd einwirkt!Tippoo, ich gehe aus, gieb mir ben schlüssel!"

Er orbnete vor bem Spiegel das Haar unb erschrack übet sein eigenes blasse» Gesicht. Zum ersten, allerersten Male im Leben war jetzt er im Begriff, ein bewußtes Un­recht zu begehen, unb sonderbar, so lange er bie Verlorene überall umsonst gesucht, hatte er daran nicht einen Augen­blick gedacht, erst nachdem sie gefunden, erschütterte es ihn.

Und so schlich er fort aus dem Hause, heimlich fast, mit klopfendem Herzen so vermied er es, irgend Einen der Begegnenden anznsehen. Hüben und drüben die ge-