Marburg, Sonnabend, 31. August 1878
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Die „Kreuzzeitung" nimmt wiederholt Notiz von dem Ächte, das Herr von Forckenbeck nicht Willens sei, sich
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nichts für ihn sei. Darauf hat er sein Auge auf die Töchter seiner eigenen Familie geworfen. Das „Dagblad" in Haag, ein konservatives Blatt, welches über die Vorgänge am Hof wohl unterrichtet zu sein pflegt, theilte am 22. Juli in verblümten Worten mit, daß die Steife des Königs nach Berlin nicht lediglich durch die Hochzeit seines Bruders veranlaßt sei, sondern auch durch ein gewisses Heiratsprojekt, von dem man bald Näheres hören werde. Wenige Tage später ließ das „Haudclöblad" von Amsterdam, weniger diskret als das verschwisterte Blatt in Haag, die Maske fallen; eS enthüllte, daß es sich um die eigene Nichte des Königs, die Prinzessin Elisabeth von Sachsen-Weimar, dritte Tochter des Großherzogs mit der Prinzessin Sophie der Niederlande (Schwester des Königs! handle. Es wird dazu bemerkt, daß diese Heirat durch die deutsche Kaiserin vorbereitet worden ist, welche als Schwester des Großherzogs, ebenfalls eine Tante der Verlobten ist. — Prinzessin Elisabeth ist 24 Jahre, Wilhelm III. 61 Jahre alt. Es scheint nun, daß ein unvorhergesehenes Hinderniß eingetreten ist, und das ganze Projekt sich zerschlagen hat. Nene Verhandlungen sollen angeknüpft worden sein, welche eine Prinzessin von Waldeck, die Prinzessin Pauline geb. 1855, im Auge haben. Die Familie Waldeck ist übrigens reich au Töchtern; der regierende Fürst besitzt deren fünf, von denen die jüngste im Jahre 1873 das Licht der Welt erblickt hat. Es ist also wahrscheinlich, daß der König dort etwas finden wird, um sich ein Hauswesen einzurichten.
Tracht, — es war Georg, der da redete. Eine schlug über ihr blasses Gesicht, sie zuckte und ’B _fcie Augen, wie um nichts mehr zu sehen. Aber ' Stimme folgte ihr mit schmeichelndem Wohlklang bis in die entlegene Stille des Balkons; er sprach dem alten Glanz der Firma, von Baustein nach Mn, den die Träger derselben im Laus der Zeit hiu-
fl Th. Dietrich & Co. in afiel und Hannover; Th.
»nlfurt a. M., Berlin, tyjig, 66ln ic.; Rudolf |ife in Berlin, Frank-
„Ich habe sie
Deutsches Reich.
** Berlin, 29. Ang. Der Director des Marine- DepartementS Viceadmiral v. Henk begtcbt sich Freitag nach England, um die Taucherarbeiten beim großen Kurfürst zu iuspiciren. Der von dem Viceadmiral erstattete Bericht wird übersehen lassen, welche weiteren Maßregeln zu treffen sein werden. Bei der Abmeldung vom Kronprinzen wurde von Sr. Kaiser!. Hoheit dein Viceadmiral noch der Auftrag zu Theil, nochmals den englischen Behörden und Privatpersonen den wärmsten Dank für die vielfach bewiesene Theiluahnie bei der Katastrophe auszudrücken. — Mit Rücksicht auf das noch ausstehende deutsche Eivilgesetzbuch ist im landwirthschaftlichen Ministerium, wie vor einiger Zeit bereits gemeldet, die Ausarbeitung eines Gesetzes über das Wasserrecht verschoben worden. Das gemeine deutsche Recht und das Landrecht sprechen sich über das Recht der Wasser- länfe in verschiedenem Sinne ans. Es war daher geboten, vor Bearbeitung dieser Materie die einheitliche Norm des neuen Civilgcsctzbuches abzuwarten. Inzwischen sind zur Hebung verschiedener Unzuträglichkeiten auf diesem Gebiete zwei Gesetzentwürfe vorbereitet, der erste betreffend die Bil-
n verschiedenen Zeitungen findet sich die Behauptung, die badische Negierung durch ihren Vertreter im Bun- ath gegen das sogeiiaute Sozialistengesetz.habe stimmen . Dies ist jedoch nicht so, sie hat sich vielmehr, ans en Gründen ist unbekannt, der Abstimmung über jenen urf enthalten. Die Vorlage ist somit einstimmig im
dcsrath zur Annahme gelangt.
ns dem Haag wird geschrieben: Am niederländischen scheint jetzt keine andere Frage zu herrschen, als kö- che Heiraten. Zuerst hieß es, daß unser Monarch da- denke, die Exkaiserin Eugenie zu seiner Gattin zu n. Aber dieses Projett theilte das Schicksal der Rosen, bte nur einen Tag. Dem Vernehmen nach erkannte
len. Eine Versammlung nationalliberaler Wähler des berliner Wahlkreises beschloß gestern mit 165 gegen i Stimmen, ein Compromiß mit der Fortschrittspartei t einzugeheu, sondern selbstständig einen Eandidaten
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Zugefügt, und von der Pflicht der Enkel, in neuem weiteren Umkreis zu vollenden, was die Vorfahren begonnen.
Ein fröhliches Lebehoch schloß den Satz, die Gläser klangen und unwillkürlich horchte die junge Frau, ob nicht ihr Name genannt werden würde. Ja doch, ja eine Stimme fragte: „Wo ist Mathilde?" — Aber nicht Georg hatte die Worte gesprochen, sondern ” ~~ und eines der jungen Mädchen antwortete: in diesem Augenblick noch gesehen."
Sie regte kein Glied. Unverwandt in
Mierhessischc Zeitung
und deren Gratisbeilage
! llnstrirtes Sonntagsblatt.
f erden außerhalb bei allen Postanstalten (auf dem mde auch von den Landpostboten) sowie in Mar- irg von der Expedition der Oberhessischen Zeitung
Wieder war es ihr, als höre sie jene halben, abgebrochenen Worte: „Soll ich Dir erzählen von der indischen Fürstin, welche
Warum hatte sie herrisch die weitere Fortsetzung des Satzes verboten? — Er verfolgte sie seitdem.
Nun war die Sonne versunken, tiefe Schatten lagen auf den Thäleni, ein kühler Hauch wehte vom Walde herüber. Fort — fort von hier; fast wie ein Krampf nahm der Gedanke ihre Seele gefangen.
Da berührte eine Hand das leise knisternde Kleid. „Mathilde!"
Alles Blut drängte zum Herzen empor. Wenn es Georg war? —
Anzeigen nimmt entgegen: die Expedition b. Blattes, sowie d. Annoncen-Bureaux von G. L. Daube & Co. in Frankfurt a. M.; Jäger'sche Buchhandlung daselbst; Hermann'sche Buchhandl. ♦ daselbst; Jnvalidendank in
Berlin; W. Thienes in Elberfeld; C. Schlotte in Bremen.
... den glühend- rolhen uittergehenden L>onnenball blickend, gab sich ihre Seele mehr und mehr dem beherrschenden Eindruck hin. Jetzt plötzlich von dieser Stelle, vom Erdboden überhaupt verschwinden zu können, weit fort und nie wiederkehren zu müssen, wie herrlich wäre das gewesen!
Niemand als die alte Mutter würde sie vermißt haben, am wenigsten Georg, sonst wäre er doch wohl jetzt vom Tisch aufgestanden und hätte nach ihr gefragt, sie gesucht hätte das Bild der Gattin mit hineingezoge» in den Kreis seiner Zukuuftsideen.
genommen.
Die Ex-ed. V. Oberh. Zeitung.
Herodias.
Roman von W. Höffer.
(Fortsetzung.)
Es wurde ihr im Saal zu heiß. Der Novembertag k sich milde und windstill zum Abend geneigt, ein gol- x Abschiedsblick ' der Sonne lag noch auf den letzten braunen Blättern des Waldes, der Rauch der Köhler- stieg kerzengrade' zum Himmel empor und über 'Allem schwebte ein Feiertagshauch, der gewissermaßen ^rzugehen schien aus der Stille unten im Thale. öt verstummte jede Arbeit, heute war Sonntag in jeder Bt.
Mathilde stützte den Kopf auf das Geländer des Bal- ?• Ihr Mädchenzimmer war noch unbewohnt geblie- i alles lag und stand wie früher, Mama hatte nichts Ändert und so konnte sich die junge Frau ungestört senken in vergangene Tage. So friedlich und un- $bt ihre Jugend, so glücklich sie selbst, unter allen lebensfrohen heiteren Gespielinnen die heiterste, — ? jetzt?
1 kennte nicht noch Alles gut werden? Warum gleich ? Schlimmste fürchten und sich dem beklemmenden Ein-
Ub e» neige" nimmt entgegen: ^Expedition d.vtattes, ,je d.Annoncen-Bureaux
düng von Genossenschaften zur Regelung der Wasserläufe, der zweite betreffend die Bildung von LandeSkulturrcnten- banken. — Die Meldung, daß der Kronprinz heute zu den Kavalleriemanövem nach Marienwerder gereist ist, beruht auf einem Jrrthum. Derselbe beabsichtigt, erst Freitag sich dorthin zu begeben und Sonntag hierher zurückzukehren.
Hannover, 28. August. Der „Deutschen Volks-Zeitung", welche den Verlauf des Straßentumults in Harburg vom 17. d. M. in durchaus wahrheitswidriger Weise geschildert hat, geht, wie der „H. K." schreibt, von der Harburger Polizeidirection, gez. Schorcht, eine Brichtigung zu, welche die amtlich ermittelten Thatsachen wiedergiebt, und dadurch besonderes Interesse verdient. Sie lautet: „Nachdem, am 17. d. M., Abends gegen 9 Uhr, die Stichwahl hier beendet, begab sich eine große und erregte Menschenmenge zunächst vor das Stadthaus (daß Steine von dessen Dach in den Menschenhaufen gefallen, wie die „D. V.-Ztg." augab, ist unwahr), hier trotz der polizeilichen Abmahnungeil ein Fenster eiuwerfeud, und daun vor die Expedition des „Courier au der Unterelbe", das sogenannte Hanuoveraner- lied und das Lied „Freiheit die ich meine" singend, und Lebehochs auf den Prinzen Ernst August und den Grafen Grote auöbringeud. Von hier verfügte sich die stetig anwachsende Menge vor das Haus des Redakteurs der „Harburger Anzeigen und Nachrichten" und begann unter ähnlichen Kundgebungen mit Steinen die Fenster des Hauses zu bewerfen. Die — elf — Polizei-Executivbearnten, welche vergeblich die Menge aufgefordert, sich zu zerstreuen, wurden verhöhnt, geworfen und angegriffen. — Das inzwischen auf Requisition erschienene Detachement Soldaten — ein Sergeant und zehn Mann postirte sich mit der Polizeimannschaft in der Nähe des Stadthauses. Auch hier wurde mit ©teilten auf Militär- und Polizeibeamte geworfen. Als nun inmittelft die auf meine Ordre alarmirte Feuerwehr schon vor und bei der Sammlung thättich angegriffen, aus dem Platze erschien, wurde, nachdem die aus mehreren Tausenden bestehende tumultirenbe Menge vielfach erfolglos zum Verlassen des Platzes aufgefordert und der Versuch fehlgeschlagen, die Masse mittelst des Strahls einer Feuerspritze zu vertreiben, die Räumung des Platzes durch gleichzeitiges Vorgehen der Feuerwehr, des Militärs und der durch einen Gendarm verstärkten Polizeimannschaft versucht. Dieser Versuch würde voraussichtlich ohne Blutvergießen gelungen sein, wen nicht Militär und Feuerwehr aus einer vom Platz abzweigenden Straße bis wohin sie vorgerückt, durch Werfen mit Mauersteinen, von denen große Haufen dort lagen, angegriffen worden. In Folge dieses Angriffes hat das Militär auf Kommando des Sergeanten von der Feuerwaffe Gebrauch gemacht. Es gelang jetzt bald den vereinten Anstrengungen, den Platz zu säubern
Sie wandte erglühend den Kopf, halb trotzig abweisend, halb verwirrt, zitternd. —
Hinter ihr stand Johannes. Seine Blicke verschlangen das schöne erschreckte Frauenbild, seine Hand streckte sich bittend aus und mit unsicherer, vibrirender Stimme sagte er: „Mathilde, o, Mathilde, Du hast geweint!"
„Geh'!" versetzte sie fast rauh, „geh', was willst Du?" „Dich Deiner eigenen Gesellschaft entziehen, Tillie, Dich vor Dir selbst retten! Du bist unglücklich, Du weißt, daß Dich die Brandung, in der Du versinken mußt, nahe und näher umfluthet, aber trotzdem verschmähst Du beharrlich die einzige Hand, welche Dir Rettung bietet!"
„Geh'!" wiederholte sie, „ich bin glücklich, ich bedarf Deines Beistandes nicht."
„Weshalb weintest Du beim, Tillie?" flüsterte er. „Glaubst Du, mich täuschen zu können? Glaubst Du, daß ich nicht Alles wüßte?"
Es war ihr unutöglich, die Aufregung, in welcher sie sich befand, seinen Blicken ganz zu verbergen, um desto mehr aber wuchs ihre Verstimmung. „Du handelst nicht ehrenhaft, nicht männlich, Johannes", antwortete sie langsam, betonend. „Wenn mir irgend Etwas Kummer verursacht, so überlasse mich meinen eigenen Entschlüssen, bis ich von Dir Hülfe begehre. Kein Mann sollte seine Neigung einer Dame gewaltsam aufdräiigen, kein Manu sollte der Frau eines Anderen werbend nahen!"
Johannes erbleichte bis in die Lippen. „Du liebst ihn also!" preßte er hervor. „Du bist wahnsinnig genug, da Dein Herz, Deine Seele hinzugeben, wo Niemand ihrer begehrt, — Du willst geflissentlich nicht sehen, daß Du ihm gleichgültig bist, wie der Schnee vom vorigen Winter! — Hüte Dich, Tillie, hüte Dich!"
„Vor Deiner Stäche?" fragte sie, heimlich schaudernd.
»gsEwiderstandSloS hingeben?
^T^hräne um Thräne fiel herab auf die stützende v W- Drinnen im Saal wurde gesprochen, ein Toast
Erscheint täglich außer an den Werktagen nach Sann- und Feiertagen. Preis für das Quartal mit der wöchentlichen Beilage „JllustrirteS S-untagSblatt" durch die Expedition (Koch'sche Buchdruckerer) bezogen 2', Mark, durch die Postämter des Deutschen Reiches 2 Mark 50 Pfg. (epi. Bestellgebühr). - Jnsertionsgebühr für die gespaltene Zeile 10 Vf«
Für in der Expedition zu ertheilende Auskunft und Annahme von Adressen werden 25 Pfg. berechnet.
Präsidenten des künftigen Reichstags wählen zu lassen. $ i8 Blatt erkennt an, daß damit der Reichstag gleich bei j er Constituirung vor recht schwierige Entscheidungen ge-
Se» Tagesbericht.
is «i -Die Reichsbank hat ihren DiScont auf 5 und ihren mbardzinsfuß auf 6 pCt. erhöht. — Die Nationallibe- tu des 1. Berliner Wahlkreises beschlossen gestern, v. huffctiberg als Eandidaten aufzustellen. Die Fortschritts- rtei desselben Wahlkreises beschloß, Ludwig Löwe atifzu-