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Jllntfturg, Freitag, 30. August 1878

XIII.

,-zeigen nimmt entgegen:

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Er führte sie vor den Spiegel und stand in dieser

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Herodias.

Roman von W. Höffer.

(Fortsetzung.)

Anzeigen nimmt entgegen: die Expedition d Blattes, s owie d. Annoncen-Burcaux von G. L. Daube & Co. in Frankfurt a. M.; Jäger'sche Buchhandlung daselbst; Hermann'sche Puchhandl. daselbst; Jnvalidendank in Berlin; W. Thienes in Elberfeld: C. Schlotte in Bremen.

* ost er die duftenden Lotosblätter gleich einem Regen *t die schwarze entfesselte Muth dahin gegossen.

Die junge Frau athmete auf, als nach kurzer Fahrt [ Elternhaus erreicht war. Kaum eine Stunde vor der Etlichen Stadt belegen, erhob sich diese andere Harden- '8'iche Besitzung beinahe aus der angrenzenden Waldung k»us. Hier wurden von Bergleuten die Schätze des Er- Schoßes unablässig ans Tageslicht befördert, hier glühten Höfen und dröhnte in den Hammerwerken der schwere

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Der Soeialismus und das Landvolk.

In der letzten Sitzung deS demokratischen Vereins zu »nkfurt a. M. vom 20. d. M. wurde von einem als st anwesenden Svcialdemokraten die bemerkenSwerthe ärung abgegebeir,die Socialdemokratie sei in ihrer rtigkeit bereits so sehr eingeschränkt, daß sie bei dem en (Socialisten-) Gesetz nicht viel mehr zu verlieren e. Sie werde ihre Ideen privatim verbreiten, beson- s würde sie auf die Aufklärung des Landvolks hin- irten."

An sich sind nun die politisch socialen Tendenzen des ialistischen Arbeiters und die des Bauern einander ent- eugefetzt.

Der Socialist verlangt Collectiv- statt Pnvatbesitz an en Produktionsmitteln, also auch am Grundbesitz. Der lauer liebt nichts mehr, als seinen Grund und Boden, ine social-politische Denkweise dreht sich nm seine Grund- itfe; diese frei zu machen, aller Fessel zu entledigen, ist

Ziel. Er hält die Regierung für die beste, welche am wenigsten scheert, seine Grundstücke am wenigsten tastet und ihn in der freien Ausnutzung und Benutzung les Grundeigenthums am meisten unterstützt. Der So­list erstrebt den Rormalarbeitstag, der Bauer hängt bei hier Arbeit so sehr von Jahreszeit, vom Wetter und nbert anderen äußeren Umständen ab, daß ihm eine lich genau vorgeschricbcnc Arbeitszeit als der größte »sinn erscheinen muß. Der Soeialismus will eine bis '8 innerste Erwerbsleben eingreifende, omnipotente Staats- lt, dadie Organisation des socialistischen ZukunftS- Ms die Aufbietung aller collectiven Kräfte erfordert/

Bauer steht im Staat nichts anderes, als ein, wenn nothwendiges Uebel. Ihm ist die Gemeinde die »uptsache, in seiner Gemeinde findet er gleiche Genossen gleichem Interesse, mit gleichem Recht. Der Staat

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und deren Gratisbeilage gllustrirtes Sorrntagsblatt. gerben außerhalb bei allen Posta,lstalten (auf dem Lande auch von den Landpostboten) sowie in Mar- rg von der Expedition der Oberhessischen Zeitung genommen.

Die Exped. d. Oberh. Zeitung.

Erscheint täglich außer an den Werktagen nach -Lonn- und Feiertagen. Preis für das Quartal mit der wöchentlichen BeilageJllustrtrteS Sonntaaöblütt" durch die Ervedition Buchdruckere,, bezogen 2', Mark, durch die Postämter des Deutschen Reiches 2 Mark 50 Psg. (excl. Bestellgebühr). -Insertionsgebühr für die gefpahene Zelle 10 Mu Für in der Expedition zu ertheilende Auskunft und Annahme von Adressen werden 25 Psg. berechnet. *

ist ihm die Verkörperte Ungleichheit. Fremdartige, ja feind­liche Jnteresseil treten ihm darin in den anderen Gescllschafts- grnppen entgegen, die er mit seinen Steuern nothgedrungcn und widerwillig unterstützen zu müssen sich gezwungen glaubt. Der _ Socialist will durch Progressivstcuern die Eapitalien auf den Staat übergehen lassen. Der Bauer wünscht alle und jede Steuer zum Tempel hinaus und kennt kein größeres Vergnügen, alö heimlich Schätze zu sammeln, wenn sein Grundbesitz schon groß genug ist.

Schon in diesen wenigen Grundanschauungcn liegt eine so tiefe Antagonie zwischen socialistischer und bäuerlicher Denkweise, daß man zu glauben sich versucht fühlen sollte, jede weitere Aufklärung des Landvolks durch die So­cialisten über ihre Ziele müsse die Kluft zwischen beiden erweitern.

Die socialistischen Führer sind klug genug, dies zu begreifen. Der Köder, mit welchem der besitzlose Arbeiter eingefangen wird lockt den Bauer nicht. Also muß der Bauer mit etwas Anderem gelockt werden.

Lassen wir die socialistischeZukunft" selbst darüber Auskunft geben. Im Januarheft dieses Jahres heißt es wörtlich:

Die zündenden Gedanken der (Collectiv-) Association und des Staates prallen machtlos an der eisernen Brust des bäuerlichen Individualismus ab. Der Soeialismus muß sich, um dieses harte Herz zu rühren, nach anderen Waffen umschen. Giebt es solche Waffen, und wenn es solche giebt, sind sie schneidig genug, um bis in's Herz des Landvolks einzudringen?"

Ja es gibt solche Waffen, und diese Waffen sind schneidig genug, um, wenn sic richtig geführt werden, in Kurzem eine Bewegung unter dem Landvolk in'S Leben zu rufen, von der sich die kühnsten Hoffnungen bis jetzt nichts träumen ließen. In socialer Beziehung ist die Pacht und die Hypothek, in politllcher Beziehung ist die Steuer und die Selbstverwaltung der Gemeinde."

Der Verfasser führt nun leider nur die Pacht und Hypothekenfrage und diese beiden nur sehr kurz aus. Der Bauer hasse die Pacht, wie der Arbeiter die capitalistische Lohnarbeit. Eine Politik, welche die Umwandlung von Pächtern in freie Besitzer begünstige, brauche auf Entge- gcgenkommen vom Bauer nicht zu warten. Der hypothe­karische Zinsfuß von 5 bis 6 pCt. müfse bei einer Grund­rente von höchstens 3 pCt. den Bankerott zur Naturnvth- wendigkcit machen.Eine Politik, welche den Credit so- cialistisch organisiren, so daß derselbe sofort auf 21 pEt. sinkt, um sich immer mehr der Unentgeltlichkeit, d. h. den bloße Betriebskosten zu nähern, heißt der Bauer von Herzen willkommen."

Der Artikel schließt mit dem gleichen Gedanken, welchen

Schlag, unter welchem sich das Metall in erste Formen bog. Köhlerhütten rauchten hier und da, Glockensignale regulirten die Arbeiten, hohe Schuppen und Gebäude lagen zur Seite.

Auch der jüngere Zweig der Familie erfreute sich eines colosfalen ReichthumS eben daher galt es ja gerade seit Menschengedenke» als oberste Pflicht der Kinder dieses Hauses, nur unter einander zu hcirathcn, um von dem Eigenthum der Väter nichts in fremde Hände übergehen zu lasst n. Es war nie vorgekonuueu, daß sich Eines ge­weigert hätte.

Georg und Mathilde fanden eine«ziemlich zahlreiche Gesellschaft versammelt, auch Johannes und Papa trafen später noch ein und auf allen Stirnen thronte die Heiter­keit des fröhlichen Festes.Wie köstlich, daß Du nun Frau bist!" hauen die jungen Mädchen neckend in Mathil­dens Ohr geflüstert.Eine Respectsperson, eine Hausfrau, übers Jahr vielleicht Mama. Liebst Du Deinen Mann?" fragte Eine.Er steht beinahe aus wie ein Indianer."

Nie habe ich eine so distinguirle Eischeinung ge­kannt!" meinte die Andere.Aber ist Georg ein guter Junge, der Dir immer die Cour macht und nie einen anderen Willen hat als den Deinigen? Hm, hm, da hapert, nicht wahr? Beichte! Beichte! Wie lebt Ihr? Wie nennt Ihr Euch en deux, wenn nur die taubstummen Wände zugegen sind?"

Solche Worte bestehen immer aus einzelnen Silben und auf vernünftigen Sinn machen sie weiter keinen An­spruch," bemerkte trocken eine Stimme.

Die klebrigen lachten, dennoch aber gab es unter der heiteren Schaar mehr als Eine, die seit dieser Stunde an Mathildens jungeiil Glück zu zweifeln begann. Eine so töolliche Blässe lagert auf dem Menschcn-Antlitz nur dann, wenn es genöthigt ist, durch scheinbares, erkünsteltes Lächeln

der socialistische Redner in der erwähnten Versammlung des demokratischen Vereins ausgesprochen hat:

Der Socialismnö sollte seine Anhänger auffordern, das Landvolk nach seinen Klagen und Wünschen zu fragen, persönliche und politische Verbindungen mit ihm anznbahneu und so eine immer einheitlichere Bewegung vorzubereiten, die allein ein sicheres Unterpfand des Sieges bilden kann."

Der Verfasser hat sich glücklicherweise offen über die Mittel in der von ihm vorgeschlagenen Agitation ausge­sprochen. sind dieselben Punkte, welche die Conserva- tiven ebenfalls als reformbedürftig bezeichnen. Während letztere dies mit voller kleberzeugung von ihrem guten Recht und Willen gethan haben, und auf alte deutsche Gewohn­heit und altes deutsches Recht sich berufen können, welches vom fremden unsympathischen römischen Stecht verdrängt ist, muß der Socialdemokrat, um diese Hebel ansetzen zu können, zunächst die Grundprinzipien verläugnen, aus wel- chen er seine Erleichterltngcn des Landvolkes in Pacht und Hypothekenzins und Steuerlast herleitet. Die Verwirklichung derselben setzt aber eine totale Umwälzung unserer wirth- schaftlichen und socialen Verhältnisse voraus. Der socia- listische ZukuuftLstaat, daö Gemeinwesen als solches, wäre Generaleigenthümer aller Grundstücke, aller Wohnungen, Fabrikgebäude, Arbeitsgeräthe, Maschinen, alles Viehs, kttrz, alles dessen, womit Menschen er- und unterhalten werden. Jedes Gesellschaftsmitglied arbeitet zunächst für die Ge- sammtheit, und erwirbt dadurch einen Anspruch auf Unter­halt durch die Gesammthcit. Geld als Werthmesser würde es nicht mehr geben. Die Tagesarbeitsleistung des Ein­zelnen, der Werth des 'Normalarbeitstages, tritt au dessen stelle. Der Handel würde aufhören, öffentliche Taxen an die Stelle der freien Uebereinkimft treten.

Es ist richtig, daß wenn ein Sondercigenthum an den Productionsmitteln nicht mehr existirt, wenn an die Stelle der durch freie Concurrenz geregelten privaten Productions- weise die auf Grund collektiven Eigcnthunis der Gesarnint- heit aller Mitglieder der Gesellschaft an den Productions­mitteln organisirte Nationalarbeit treten würde, weder Pacht noch Hypotheken noch Steuern noch Zinsen bezahlt zu wer­den brauchten, und an die Stelle der politischen Gemeinde ein fainilienhaft organisirter Arbeiterverband treten würde, aber cs würde auch keinen Bauer mehr geben, der von Kind zu Kindcskind auf eigener Scholle sitzend das feste Funda­ment unseres jetzigen Staates bildet, aus dem Bauer würde der socialistische ländliche Arbeiter geworden sein, der au das Land gefesselt für den Arbeiter in der Stadt sich ab­mühen müßte, ohne die Früchte seiner Arbeit dafür voll genießen zu können.

Ob dies die Vereinigungspunkte sind, welche denun­leugbar vorgeschrittenen" socialistischen städtischen Arbeiter, die Wunde des blutenden, schmcrzzerrissenen Herzens zu ver­hüllen; eine so ruhige Haltung bewahrt nur Der, welcher weiß, daß ihn spähende Blicke umgeben und dem doch sein Geheimniß ein Heiligthum ist, ein theures Gut, das er profanen Zeugen entziehen will um jeden Preis. Die junge Frau verweigerte kopfschüttelnd jede Auskunft.Ihr werdet ^S eines Tages selbst erleben, antwortete sie,werdet Eure ^chmeichelnarnen bekommen und en deux flüstern. Ich verrathe nichts."

_ Dann aber entzog sie sich dem Kreise ihrer ehemaligen -Lchulgefährtinnen und späteren Freundinnen. Schon bei der Begrüßung hatte Mama unter vier Augen im Schlaf­zimmer ihr schönes blasses Kind gefragt:Bist Du glück­lich, Tillie, mcütjfiebling?" schon damals hatte sie all die rebellischen Stimmen des eigenen Herzens gewaltsam zur Ruhe zwingen und antworten müssen:Ich bin cs, Mama; Georg trägt mich auf Händen!" aber das kostete Opfer, sie konnte es nicht ohne Kampf.

Wenn ein fremdes Auge hinter den Vorhang gesehen hätte!

»still, still, sie wußte sich frei von aller Schuld, sie wollte stark sein und fest vertrauen, daß nichts, nichts ihre Kräfte erlahmen und ihren Muth zerstören könne. Sie war sein Weib geworden, hatte sein Schicksal auf sich genommen, kein dritter sollte sehen, was zwischen ihm und ihr vorging. Mochte es ein Abgrund sein, der sie trennte, mochte das Leben wie Bergeslast auf ihren Schultern ruhen, gerade seinetwegen, das durste 'Niemand er­fahren.

Aber unsere Wunden bluten nie stärker, als wenn rings umher die Freude ihre 9to|en streut. Georg war wie im­mer, wohin er kam, der Mittelpunkt der Gesellschaft, er entzückte durch die in den feineren Kreisen ungewohnte 'Nonchalance dcö Auftretens sowohl, alö auch durch oen blen­denden Witz, der ihm zu Gebote stand und dessen Schärfe

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Mfe hart neben ihr. Sein rechter Arm noch mit den 5,251 Pitzen beschäftigt, umfaßte leicht ihre Schultern. So sah ,10» 1 ihn und sich selbst in einer gewissermaßen vertraulichen

Alnng, ein einziger Schritt brachte sie auü dem Be- iih des verrätherischcn Glases sowohl als seines Armes. 1,75t Ittte nicht Johannes damals gesagt:Soll ich Dir er- 60» ^kii von der indischen Fürstin, welche"

jtaffel und Hannover; Th. Mrich in Frankfurt a.M.; pa-jenftein & Vogler in fcantfurt a- M., Berlin, Jdpjig, Cvln k. ; Rudolf jHeffe in Berlin, Frank­furt a. M. 2C.

" .Auch Dein Haar ist zu einfach," fuhr er fort. Ich 50 köchte eilte Blume darin sehen, am liebsten einen ganzen «anz. Drüben bei mir blüht ein Hibiscus ich hole sie."

_2ii Ihre bebende Hand hielt ihn zurück.Georg, das geht j,5ü» «hl. Eine indische Blume Du quälst mich!"

Er zuckte, gleich verletzt wie immer, die Achseln.Bitte, he, meine armen Blumen sollen Dir keineswegs lästig ^Wkden. Wo ist Dein Mantel?"

,'7L Seine Hand legte die wärmende Hülle um ihre Schul- ' er sah nicht, wie Mathilde plötzlich so ganz blaß ge­ben war, wie sie mechanisch an seiner Seite zum Wagen I- Vielleicht dachte er an Daschka's Lockengewirre und