Einzelbild herunterladen
 

. Skr. 202.

k» 8

Marburg, Donnerstag, 29. August 1878

XIII. -ahrgmz.

öfter.

der

_[2J

kai

:rb

901.

ent.

1878.

ugusf.

4,80*

8.104

JO,

1'406-

Und der wäre?" fragte Johannes.

i'öOS

ZI,, kew-

> tliL

-in-

Herodias.

Roman von W. Höffer.

(Fortsetzung.)

fünf Tage.

DieNordd. Allg. Ztg." erfährt, daß die Auswechse­lung der vom Sultan ratificirten sechs Exemplare des Ber­liner Vertrages durch den türkischen Geschäftsträger Bagdalivn am 27. ds. Nachmittags im auswärtigen Anite erfolgen werde. Einem Wiener Privat-Telegramm desselben Blattes zufolge wäre Graf Andrassy in dem am Sonnabend statt- zesundenen Ministerrath mit der Nothwendigkeit durchge- drungen, eine Convention mit der Pforte zu unterzeichnen, nach welcher die Souveränetät des Sultans in Bosnien anerkannt, gegenüber dem Ausspruch der Pforte auf eine Zeit Begrenzung der Oceupation aber nur die Bezeichnung der Oceupation alsprovisorisch" zugestanden werde.

Tagesbericht.

DerReichs-Anzeiger" publicirt eine kaiserliche Verord­nung betreffend die Einberufung der elsaß-lothringischen Lezirks- und Kreistage. Erstere werden am 11. November eröffnet und schließen spätestens am 23. November. Die erste Sitzungs-Periode der Kreistage beginnt am 9. Sept., die zweite am 2. December; jede Periode dauert höchstens

itt.lK

Ib.JfrJ

ig

1 für

lit digcm

L M., drück- >nig.)

Wa» t. Ä _[22j

er

und Lotte sind soviel wir ihre Hände. Mylady thut das Gewürz hinzu, wenn Deine Speisen gekocht sind, Sahib, und sie legt selbst das Fleisch auf die Schüssel, sie ordnet den Salat."

Georg entfernte sich.Besser wenigstens, als wenn sie irgend ein imaginäres Talent besäße", dachte er,znm Bei­spiel Malerei oder gar Musik. Bin ich freilich erst einmal Herr über entsprechende Mittel, so wird eine Wirtschafterin genommen und die ridicüle Hausfrauen-Leidenschaft mag als Märtyrerthum heimlich beschlossen werden."

Er sprach mit dem Indier von dieser Angelegeicheit nicht weiter, aber bei Tisch fragte er, weshalb Tippoo aus der Küche venviesen worden sei.

Mathilde antwortete in gleichgültigem Tone und reizte gerade dadurch seine Spottlust.Es ist für die deutsche Hausfrau, überhaupt für das Ansehen des Patrieierhauses uicht passend, wenn neben den Mägden ein Mann am Hecrd steht, nicht wahr, Mathilde? Niemand thut es, also darfst auch Du es unter keiner Bedingung thun ?"

Mathilde nickte.Ganz wie Du sagst, Georg."

Schön!" versctzte er.Wenn wir indessen eine gründ­liche Aenderung der Verhältnisse erlangt haben, so mußt Du mir schon gestatten, das HauSwesen nach meinen Ge­wohnheiten einzurichten, Sklaven kann ich im Lande deS ChristenthumS und der sogenannten Aufklärung nicht halten, aber eine genügende Zahl von Dienstboten soll wenigstens vorhanden sein und genügende Räume auch. Ich kaufe im fashionablen Stadttheil ein Haus und baue für den Som­mer eine Villa, die ganz indische Einrichtung erhält."

Mathilde sah ihn an.Georg, thätest Du nicht besser, zu warten, bis erst einmal der gehoffte Umschwung wirk­lich eingetreten ist? Du rechnest zu früh."

Er lächelte sorglos.Was man beschreiet, das bleibt

Grs< ^elle Kapitalsanlage handeln, die solche Papiere sich auL- sucht, welche so gut wie gar keinen Kursschwankungen unter­liegen, wie Anleihen ganz sicherer Staaten, Pfandbriefe rc. 68 ist dies eine Art von Kauf fester Rente, die Konjektur lammt hierbei sehr wenig in Betracht. Zweitens wird der Erwerb von Effekten gemacht, um mit dem Kapitale einen Ertrag zu erzielen, der über den landesüblichen Zinsfuß

Anzeigen nimmt entgegen: die Expedition d BlaiteS, sowie d. Annoncen-Bureaux von G- L. Daube & Co. in Frankfurt a.M.;Jäger'sche Buchhandlung daselbst; Hermann'sche Buchhandl. daselbst; Jnvalidendank in

Berlin; W. Thienes in Elberfeld: C. Schlotte in

Bremen.

Bezüglich der Kissinger Verhandlungen schreibt der Courrier d'Jtalie", daß man nur nach dem Vatikan zu gehen und sich mit einigen Prälaten über den Gang der Angelegenheiten zu unterhalten brauche, um sogleich eine reelle und keineswegs verstellte Genugthuung brilliren zu sehen. Man könne daraus schließen, daß die ersten Re­sultate der Zusammenkunft von Kissingen vom Standpunkte des heiligen Stuhles aus befriedigend sind. Das Blatt fährt dann fort:Man kennt auch die allgemeinen Grund­lagen des zu errichtenden Einvernehmens, wie sie der heilige Stuhl durch seinen Nuntius Msgr. Aloisi Masella hat auf­stellen lassen. Wir können wiederholt versichern, daß der heilige Stuhl mit der Hoffnung des Erfolgs auf zwei Punkte besteht: Die Rückkehr zu dem Einvernehmen, welches von den ersten Jahren des Jahrhunderts bis zur Pro­mulgation der bekannten Maigesetze mit Preußen bestanden hat; an zweiter Stelle und als Konsequenz des ersten Punktes die zukünftige Nichtanwendung der Maigesetze, welche nur als lotter Buchstabe fortbestehen sollen, wie zum Exempel in England VerfolgungSgesttze bestehen, an deren Anwendung Niemand denkt. Dieser zweite Punkt bildet den Gegenstand eines förmlichen Versprechens von Seiten des Fürsten Biömarck, und er ist stipulirt unter der Form einer diplomatischen Verpflichtung."

Im telegraphischen Verkehr mit Rußland tritt vom 1. October d.. an der Wort-Tarif in Kraft.

Das Bürean Hirsch bringt folgende Depeschen:

Wien, 26. August, Abends. Den auö Montenegro hier eingetroffenen Nachrichten zufolge, sind die Feindselig­keiten gegen Podgvritza wieder aufgenommen worden. Alle weiteren Maßnahmen deuten darauf hin, daß man in Cet- tinje von dem erneuten Ausbruch eines allgemeincil An­griffs gegen die Türkei überzeugt ist. Auö Italien sind Präcissionswaffen, Munition, Kanonen und Lebensmittel eingetrvffen.

Paris, 26. Aug. Der Schluß der Weltausstellung Wird am 31. Oktober d. I. stattfiuden. Der Tag der Preisvertheilung ist auf den 21. Oktober festgesetzt.

Wien, 26. August. Diplomatische Verhandlungen, welche seitens der hiesigen Regierung in Belgrad stattge- ftinden haben und gegenwärtig in erhöhtem Maße noch stattfinden, deuten entschieden darauf hin, daß Graf An- drassy die aus Belgrad hierher gelaugten friedlichen Ver­sicherungen zwar mit Befriedigung entgegengenommen hat, es aber doch vorziehen würde, wenn Fürst Bismarck un­zweideutige und thatsächliche Beweise einer ehrlich gemeinten Annäherung au Oesterreich-Ungarn geben werde.

'ür den Monat September 6 auf die

Bberhesstsche Zeitung

und deren Gratisbeilage

MustrirteS Sonntagsblatt, werden außerhalb bei allen Postanstalten (auf dem Lande auch von den Landposthoten) sowie in Mar­burg von der Expedition der Oberhessischen Zeitung angenommen.

Die Exped. d. Oberh. Zeitung.

J Dr. R. Friedberg giebt in denJahrbüchern für Na- l Kaff öoualökonomie und Statistik", eine wissenschaftliche Begrün- 1.18<! bung der Börsensteuer, der Wir Folgendes entnehmen:

bt £ Man kann den Erwerb von Effekten auf drei verschie- bene Motive zurückführen. Erstens kann es sich um eine

Erscheint täglich außer an den Werktagen nach Sonn- und Feiertagen. Preis für das Quartal mit der wöchentlichen BeilageIlustrirteü SonuiaaSblatt" durch die Ervedition (Kock'fcke Buchdruckerei) bezogen Mark, durch die Postämter des Deutschen Reiches 2 Mark 50 Wb (erd.WaA'* - Ätionlflebüb für b" gespattene Zelle 10 Pfa * Für ui der Expedition zu ertheilende Auskunft und Annahme von Adressen werden 25 Pfg. berechnet.

Die nächsten Tage verliefen, ohne zwischen Vater und g.A?vhn ein neues Privatgespräch zu bringen. Der Alte dachte S lbb Uftuxer mir Eines:Ob er wohl daS Mandat annimmt ?" 2'501 Seül Stolz war viel zu groß, um jemals darnach 47,50 S fragen, aber als' er das Zeilungöblatt, welches die 9,-tJ Nachricht vom Wahlresultat bringen mußte, auseinander 0^ Wug, da knisterte es zwischen seinen Fingern. Neins!

_____ , Nein! Georg hatte abgelehnt. Das zeigte denn doch 3^90Ü bie schuldige Achtung gegen den Vater, das schrieb er ihm Adi* mvilich gut, obgleich die Sache ganz todtgeschwiegen würbe, u.--j als bald darauf ein Wechsel eüilief, der wieder Georgs N» j£n ^ug, da gab er dem Boten eine Anweisung für Geschästökasse und sprach dann mit seinem jüngeren 5'Ü ^hne längere Zeit hindurch bei verschlossenen Thüren. '0* geht so nicht länger," seufzte er,zu diesem oder totm Ende müssen die Dinge herauskommen. Soll er bchsändet und znm ConcurS getrieben werden? Tvllkopf, ag'Äb er ist, würde er mir des halben Versprechens wegen, 31'906 Elches ich ihm gab, die Gläubiger auf den Hals Hetzen; ;,50^ sehe nur einen einzigen Ausweg."

hiilanSgeht. Da die Rente ja auch für den Preis des Effektes bestimmend ist, so ist damit gewöhnlich die Absicht verbunden, das betreffende Papier bei gestiegenen Kursen wieder zu veräußern, d. h. einen Konjnnkturen-Gewinu zu erzielen. Gegenstand des Effektenhandels bilden hier haupt­sächlich die Industrie- und Eisenbahnpapiere, sowie die An- leihen nicht sehr sicherer Staaten uitd Kommunen. Drittens endlich dient der Effektenverkehr zur Befriedigung deö Bör­senspiels, indem er wenige, Knrsschwanknilgen besonders stark unterworfene Effekten, die sogenanntenleitenden" oder Spielpapiere", zu seinem Gegenstände und das Zeit- oder Differenzgeschäft zu seiner Form wählt. Hier wird die Schwankung der Konjunktur nicht mehr der Spekulation, sondern dem Spiele dienstbar. Die Spekulation hat ja eine wichtige wirthschaftliche Aufgabe zu erfüllen, namentlich, wenn sie sich mit unentbehrlichen Bedarfsartikeln beschäftigt. Das Börsenspiel dagegen in Differenzen vonKredit, Lom­barden und Franzosen" entspricht gar keinem gesellschaft­lichen Bedürfniß, wenn man nicht Spielwuth und Scheu vor reeller Arbeit als ein solches auffassen will. Es charak- terisirt sich also der Effektenhandel, mit Ausnahme des­jenigen in ganz sicheren Papieren, als eine Reihe von Trans­aktionen, bei denen sich zuletzt um die Erzielung eines Konjunkturen-Gewinnes handelt. Darin liegt vor Allem ein Rechtfertigungsgi-und seiner Besteuerung, ganz abgesehen davon, daß, so lange wir noch Immobiliarbesitz -Wechsel- fteuent haben, die nicht nach dem erzielten Gewinn bemessen werden, sonderu sich nur an die Thalsache der Uebertra- gung halten, es die Gerechtigkeit erfordert, auch den Besitz­wechsel der künstlich mobilisirten Immobilien zu besteuern. Das Mißliche ist auch hier, daß die Besteuerung an die Thatsache der Uebertragnng anknüpfen muß, ohne darauf Rücksicht nehmen zu köniieu, ob der gehoffte Gewinn wirklich erzielt ist oder nicht. Bei den schnellen Umsätzen unseres Börsenverkehrs wird ein ReclamationS-Verfahren nur schwer durchftihrbar sein, obwohl es nicht gerade unmöglich wäre, de» Steuerbetrag bei der Behörde unter Vorlegung der Schlußzettel über Kauf und Verkauf zu reklamiren. Eine weitere Härte liegt darin, daß die reelle Kapitalsanlage und die Spekulation in gleicher Weise von der Steuer ge­troffen werden. Gemildert kann dieö dadurch werden, daß diejenigen Effektenkäufe, welche sich als reine Kapitalsan­lage erkennen lassen, wie namentlich nationale oder commu- nale Anleihen, Pfandbriefe rc. entweder von der Besteuerung ausgenommen oder doch mit niedrigerem Steuersuße ge­troffen werden, daß dann die Uebertragungen von Jndustrie- Eisenbahnpapieren re. einen höheren Steuerfuß erhalten, und daß drittens endlich für diejenigen Börsengeschäfte, welche die Form des Zeitgeschäftes haben, ein höchster Procentsatz aufgrstellt wird.

Johannes antwortete nicht, aber der Alte war daran gewöhnt, seinen jüngeren Sohn immer sehr schweigsam zu finden, er hielt die Sache für abgemacht und freute sich des endlichen Entschlusses. Besser ein geringer Schaden als ein großer, was wurden die Leute sagen, wenn Georg Concurö machen müßte? Er hatte ja nicht geahnt, daß schon gar kein daares Geld mehr vorhanden war, er hatte sich entsetzt, als er sah, wie vollständig die Arbeiter aus seines Sohnes Seite standen.

Nein, nein, besser der kleinere Schaden.

viertes Kapitel.'

Tippoo, was machst Du da, Schlingel?

Georg lachte, als er sah, wie sich das Hausmädchen mtd der Hindu pantomimisch aitgelegentlich unterhielten. Sie stützte kokett den runden Arm auf den Kammerbesen und er drückte an halbes Dutzend Messer und Gabeln, welche ihm zum schleifen übergeben worben waren, zärtlich bedeutsam ans Heiz, teilte Stellung sagte:Wie ich Dich liebe!" und ihre:Ja, wenn man Dir trauen könnte!"

Georg kam pfeisend die Treppen herauf.Ich denke daß Du um diese Zeit kochst!" fügte er bei.Deine Ge­richte werben täglich wohlschmeckender und reichhaltiger, wann bereitest Du sie junger Schlingel?"

Der Indier schien sehr verwirrt.Sahib," antwortete er,ich darf nicht in die Küche kommen.Seit Mylady einmal gesehen, wie ich machte, kocht sie die Speisen selbst."

Georg runzelte die Stirn.Schmückt sich Mylady am Vormittag mit einer großen Schürze und schält sie per­sönlich das Gemüse?" fragte er.

Der Hindu schüttelte den Kopf.Sie weiß Alles," sagte er,und steht Alles, sie ist die Seele und Doris

io2&6 üt "Wenn ich nochmals seine Schulden bezahle, ihm das "gliche Einkommen verdoppele und dann eine Probezeit jg'gol tbsetze. Bessert er sich, so wird er Compagnon, Du L ^fängst selbstredend zugleich mit ihm einen höheren Ge- 13,60 wt und so kommt, gefällt's Gott, die Sache endlich ins Schlägt Alles fehl, bann trittst Du definitiv am Mül, Mai nächsten Jahres in die Firma und ihn fpcdiren »ach Calcutta zurück."

MObcWHk jfitimii

Ecickkint täalick außer an den Werktaaen nach Sonn- und Feiertaaen. Breis für do« Quartal mit d»r mBAentli*#« OUii«»

I

>n

In.

tudt«