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Mn Th. Dietrich &. Co. in Mel und Hannover; Th. x,elrich in Frantfurt a M.; ßaafeuftein L Segler in yntfurt o. M., Berlin, itpiig, Cöla Rudolf ieffe in Berlin, Frank­furt a. M- ic.

JHarßurg, Mittwoch, 28. August 1878

xni. Mrgang.

Anzeigen nimmt entgegen: die Expedition d Blatte», f otoie d. Annoncen-Bureaux von G- L- Daube & Co. in Frankfurt a. M.; Jüger'sche Buchhandlung daselbst; Hermann'sche Buchhand!, daselbst; Jnvalidendank in Berlin; W. Thienes in Elberfeld; C. Schlotte iu Bremen-

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lassen der Fabrik-Angestellten unter sich errichtet wor- »nd für jede hatte Georg eine hübsche Summe gezeichnet, Namens der Finna natürlich, ja, als einmal die goldene

Schamatz, d. h. in einer Linie von 25 Meilen Länge. Und statt nun wenigstens rasch vorzngehen, um den emporflam­menden Aufstand zu ersticken, legt daö Gros in drei Tagen nur ebenso viele Meilen zurück, dagegen wird eine einzige Husarenschwadron zehn Meilen weit in das feindliche Land vorgeschickt und bei Maglai in die Pfanne gehauen. Der rechte Flügel, die 7. Division, würgt sich unter fortwähren­den verlustreichen Kämpfen bis Jaica durch: 6 Tobte nur, rühmt bas erste Bülletin, haben uns biese glorreichen Kämpfe gekostet, bagegen sprechen anbere Wiener Nachrichten von einem Verlust von allein 100 Offizieren bei diesem Truppen- theil. Ebenso sollen sogar Geschütze verloren gegangen und sollten die Truppen fast bis an die Grenze von den nachdrängenden Jnsurgenten-Schaaren zurückgeworfen sein. Geradezu empörend klingt es, daß die Truppeli Mangel an Munition haben; schon wenige Tage nach Ueberschreitung der Grenze häufen sich die Klagen, daß die Soldaten nicht einmal Brod haben. Dem entsprechend mühsam und ver­lustreich war der Vormarsch im Centrum, bei der 6. Divi­sion, bei welcher sich der vielgerühmte Oberkommandant „Feldzeugineister" v. Philippovich persönlich befand. Am fchlimmsten geht eS bei dem völlig in der Luft schwebenden linken Flügel des Occupations-Heeres, der 20. Division. Dieser erlitt in 5 Tagen ebenso viele Niederlagen nach den verschiedensten Richtungen hin. Die dermaligen Leistungen Oesterreich-Ungarns sind keineswegs den Anforderungen, die man an eine starke Großmacht zur Erfüllung ihrer Auf­gaben zu stellen berechtigt ist, entsprechend.

Hier in Bosnien und der Herzegowina hätte der auf m italienischen und böhmischen Schlachtfeldern feit zwanzig ren compromittirte Waffenruhm der Oesterreicher die egenheit gehabt und die nicht allzu schwere Aufgabe, sich den Augen der Welt zu rehabilitiren. Führung und altung deS Kaiserlich-Königlichen Heenvesenö mußten Aeußerstes daran fetzen, diese Expedition zu einem Muster­zuge zu gestalten. Hier mußte eine Präcision und Ele- ii$ in strategischer und taktischer, eine stramme Prompt- ' in administrativer Beziehung sich zeigen, daß es nicht t die alten Oesterreicher sind, welche inS Feld ziehen, man feit 1866 etwas Gründliches und Tüchtiges ge- t hatj

Statt dessen gewahren wir lediglich die Wiederholung schlimmen Fehler, die in der österreichischen Kriegführung bezu trabitionell sind: lange dünne Linien, schwache 9te= n, Verzettelung der Streitkräfte, mangelnder Zufammen- unter den einzelnen operirenben Corps, schlechte Ver- nng, unwahre Berichterstattuilg. Zunächst mußte man sagen, daß vier schwache Divisionen zur Besitznahme weiten, an Terrainschwierigkeiten überreichen, von einer seligen, fanatisch erregten Bevölkerung bewohnten Landes crlich genügen konnten. Von diesen vier Divisionen '.rt die eine, die 18., ganz abgesondert in der Herze- tiina, jetzt nach scheinbaren ersten Erfolgen in einer sehr

Iren Lage. Die anbereit drei Divisionen, die 7., 6.

20., überschreiten die Save zwischen GradiSka und

Herodias.

Roman von W. Höffer.

(Fortsetzung.)

In den Fabrikrämnen herrschte während dieser heim- fil Zerwürfnisse int Herrenhanse ein besserer und freierer als jemals. Hardenberg und Sohn hatten immer die schlechtesten Zahler und strengsteit Gebieter gegolten, aber war bas allmählich attbers geworben; ans bem teteu, Ueberlebten entstaub unter Georgs Händen bas e, überall ließ er ans bett Ruinen des früher Ge­eit daS Neue erblühen und brachte mit dem Licht ber­eit Menschenliebe in die »erfuiftertften Sitten und ver- ttsten Menschenherzen bett Sonnenschein zurück.

Noch beftanben für die Säumigen, welche früh Morgens M in die Arbeitssäle kamen, jene althergebrachten Straf- en, aber der Betrag floß nicht mehr, wie früher, in Kasse der Chefs, sondern er bildete die Grundlage zu r Summe, auS welcher späterhin altgeivordette Arbeiter tützt werden sollten. Ebenso waren Kranken- und

Oesterreich in Bosnien.

Obgleich eS nun bett österreichischen Truppen gelungen

<it,d’einLflä6et an?,n atie»llafl;un n,odLe5n": u’!b 3eierl°aen; Preis für das Quartal mit der wöchentlichen Beilage „JllustrirteS Sonntags»,att" durch die Expedition (Koch'sche Buchdruckern,> bezogen 2', «kart, durch die Postämter des Deutschen Reiches 2 Mark 50 Psg. (excl. Bestellgebühr). - JnsertionSgebühr für die gespaltene Zeile 10 «fa

Für in der Expedition zu ertheilende Auskunft und Annahme von Adressen werden 25 Psg. berechnet. 1

, Serajetoo den Insurgenten in Bosnien abzunehmcn, so nöe°e krf doch nicht verhehlt werden, daß die österreichische Ar-

jj ^jkit eines der ältesten Arbeiter gefeiert und von bem jJ Personal ihm zu Ehren ein Ball gegeben wurde, ib.« t *ar Georg mit seiner jungen Frau zur Eröffnung deS- - erschienen, und an einem sehr anständigen Geschenk es selbstredend auch nicht gefehlt.

Niles das aber galt in bett Augen deS Alten als Ver­ben. Diejenigen Spenden und Vergünstigungen, welche let S« bewilligt, wieder zutückzunehmen, war Anstands unmöglich, auch die Lohnerhöhung mußte durchgehen, —** als dann der Sohn eines Tages felbstsläudtg eine

bRk bis jetzt eigentlich noch wenig Lorbeeren gepflückt hat, .2™ mn die Wiener Telegramme in ihren Kriegsberichten auch 3 au* toon strotzen.

MustrivteS SonntagSblntt. gerben außerhalb bei allen Postanstalten (aus dem sande auch von den Landpostboten) sowie in Mar- urg von der Expedition der Oberhessischen Zeitung «genommen.

Die <Kxped. d. Oberh. Zeitung.

bürget Tumults, woraus, da das Uebrige meist bekannt, hervorzuheben ist, daß als die Feuerwehr, die Polizei und daS Militär mit blanker Waffe und gefälltem Bajonet ge­gen die Menge vorrückten, die beiden letzteren aus einer Querstraße mit Steinwürfen empfangen wurden, worauf das angegriffene Militär zunächst hoch und dann scharf Feuer gab. Einige Mitglieder der Feuerwehr, einige Po­lizeibeamte und ein Gensbarm würbe durch Steinwürfe contusionirt. Von beit Tumultuanten wurde ein Arbeiter gelobtet unb zwei Arbeiter finb am folgenbeit Tage an ihren Verletzungen gestorben. 19 Personen würben mehr ober weniger schwer verwundet. Viele Verhaftungen haben ftattgefunben unb ist bie Untersuchung im Gange.

Es bestätigt sich, baß bet Justizausschuß beö Bundeö- raths bas Sozialistengesetz in verschiedenen Punkten geän­dert habe. Insbesondere ist es richtig, baß das ReichSamt für Vereiitswesen nicht ben Beifall der Mehrheit gesunden hat. — Es ist uns nur ein wichtiger Fall bekannt, in wel­chem das Plenum des Bundesraths Beschlüsse faßte, welche von den Vorschlägen des Ausschusses abwichen. Das war die Frage über den «sitz des Reichsgerichts; damals war aber bie Sachlage gerade umgekehrt. ES ist nicht zu zwei­feln, daß in dem vorliegenden Falle, der Antrag des Aus­schusses bie Billigung des BunbeörathS fiubet. (Siehe auch unten Artikel ** Berlin).

Ein Telegramm der „Nordd. Allgem. Ztg." ans Wien erklärt die Gerüchte, welche aus Anlaß der österreichisch- türkischen Conventionsfrage von einem ernsten Zwiespalt in den RegiernugSkreisen und der angeblich erschütterten Stellung des Grafen Anbrassy wissen wollen, für voll­ständig unbegründet.

Wie der römische Correspondent des „Standard" wissen will, würden bie Verhandlungen zwischen Preußen unb dem römischen Stuhl auf einer neuen Basis geführt, da aus einigen Vorschlägen des verstorbenen Cardinals Franchi Schwierigkeiten erwachsen seien. Fürst Bismarck und Car­dinal Nina sollen in direkter Verbindung stehen und fast täglich Briefe wechseln. (?)

Wie das „Memorial diplomatique" meldet, ist das Ge­rücht, daß die Pforte jede Griechenland zu machende Con­fessio» zurückweise, vollständig unbegründet. Die Differenz besteht nicht im Princip, sondern im Umfang der Gebiets­abtretungen. Daö Blatt fährt dann wörtlich fort: Die Pforte legt einen großen Werth auf bie Freundschaft Grie­chenlands und wie man hört, ist sie zu Opfern bereit. An der griechischen Regierung ist es, sich gefällig zu zeigen, um nach menschlicher Berechnung für ihn das letzte Mal fein werde, wo man ihn in bie städtische Commission wählen könne, er hatte sich wie immer bei solchen Gelegenheiten den Zeitungsreportern in Erinnerung gebracht unb — dann wurde für die tiacante Stellung sein Sohn Georg einhellig gewählt, auf ihn selbst war auch nicht eine einzige Stimme gefallen.

Am Abend dieses Tages war es, wo sich die jungen Leute im Comptoir bedeutsam ausaheit. „Es geht mit dem Alten zu Ende!" stand in ihren Blicken geschrieben.

Georg suchte ihn auf und fragte gutmütig, ob denn die „verfluchte Geschichte", an der er ganz unschuldig fei, den Vater so sehr geärgert habe. „Ich lehne die Wahl ab!" rief er, „noch heute trommle ich die Kerle zusammen und will schon durchsetzen, daß sie Dir ihre Stimmen geben.“

Hardenberg lächelte kalt. „Ich lasse mir nichts schenken," versetzte er, „am allerwenigsten aber von Dir. Du thätest besser, Dich um Deine eigenen Angelegenheiten zu beküm- mern und nicht zu vergessen, daß Du zwar der Kronprinz bist, — ich aber der König."

Georg unterdrückte die aufwallende Heftigkeit. „Ich habe ünmer geglaubt, daß wir zuerst und zunächst Baier und Dohn wären!" antwortete er.

„Privatim ja!" rief energisch der Alte, „in unseren Familienbeziehungen und überall da, wo es weder das Geschäft noch bas öffentliche Leben gilt. Hier aber giebt eö keine Verwandle, soubern nur Männer, die einander entweder als Parteigenossen ober als Gegner gegenüber stehen."

Georg sah stumm auS bem Fenster. Wo steckte bei feinem Vater bas Herz? Er hatte es nie finden können und er wußte auch, daß es die verstorbene Mutter nicht gesunden. Wie ein Schatten glitt an der Erinnerung des

t I»! 'tilget! lire.

Tagesbericht.

Die „Nordd. Allgem. Zeitg." bringt eine Reihe von Mittheilnngen ans ben letzten Tagen bes Aufenthaltes bes Kaisers in Teplitz. Denselben zufolge vermochte ber Kai­ser bei bem Abschiedsdiner am 23. d. welches zürn ersten Male wieder in Gesellschaft eingenommen würbe unb wo­bei der Kaiser sehr heiterer Laune war, beide Hände ganz gut zu gebrauchen. An die Mannschaften des preussisch- sächsifchen Militärcnrhauses, welche der Kaiser am Abreise­tag sich vorstellen ließ,richtete der Kaiser, nachdem er an jeben einzelnen Fragen gestellt, eine Ansprache: „Ich wünsche, baß es Euch halb gut bekommt, Mir ist es sehr gut be­kommen. Ich war zwar noch nicht ganz fertig; mein Arm ist noch etwas steif. Ich reife heute wieber ab. Es ist ein schweres Mißgeschick, was Mich betroffen. Wenn es noch vor bem Feinde geschehen wäre. Aber von einem Unterthau im eigenen Laube getroffen zu werden, das ist doch recht hart."

Der „Reichsanzeiger“ bringt eine Darstellung des Har- neue Maschine kaufte und aufftcUen ließ, da stieg dem Vater daS Blut zum Kopf und ein erster schwerer Schlag traf Georgs Haupt. Obwohl alle Fachkenner übereinstim­mend versicherten, daß die Maschine eine bedeutende Zeit- ersparniß bringen unb sich hundertfältig verzinsen könne, würbe sie doch ans der Fabrik entfernt und allen Angestell­ten bekannt gegeben, daß fernerhin das, was Herr Georg Hardenberg junior allein versprechen ober unterschreiben werbe, für bie Firma keine Verbindlichkeit haben könne.

Georg erhielt an diesem Tage, als er sich in ber Fabrik zeigte, von den Arbeitern ein Hoch, Johannes dagegen mußte mehrfach Worte wie „Fudaö" oder noch weit deut­lichere Ausdrücke flüstern hören, und wurde dann, wenn er sich umsah, spöttisch gefragt: „Was beliebt, Herr Harden­berg?"

Aber, auch eine ernste, höchst empfindliche Züchtigung folgte für den Chef deS Hauses aus ber unüberlegten Maßregel, mit welcher er feinen Sohu beleidigt und sich selbst in ben Augen der Leute eine Blöße gegeben hatte.

Die Wahl eines städtischen Ehrenamtes, das er seit länger als einem Vierteljahrhundert bekleidet, stand jetzt unmittelbar bevor und für den Tag der Neuernennuiig waren bereits heimlich Vorbereitungen verschiedener Siri ge­troffen worben. DaS große Arbeiterpersonal, daö Ansehen, welches dem Reichthum nie verweigert wirb, sicherten ihm die Auszeichnung, auf welche bet alte Herr sehr eitel war. Ohne das einzugestehen, würde er im Innersten seines Herzens lieber eine Million als den Sitz in irgend einer Commission, einer behördlichen Versammlung eingebaut haben.

Der Tag kam, in den Sälen wurde nicht gearbeitet, wohl aber eine geziemende Anrede und die entsprechende Zahl von Weinflaschen in Bereitschaft gehalten; der alte Herr sprach in salbungsvollem Tone davon, daß es nun

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