Marburg, Sonnabend, 17. August 1878
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Tagesbericht.
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^vrschimmern. Kein lungernder Dienertroß, keine kost-
-tbr^ Statuen und Gemälde, ja nicht einmal Teppiche be- Meten dem Blick, und dennoch war die Firma „Harden-
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*) Nachdruck verboten.
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^8 und Sohn" seit Generationen als die reichste der Stadt ^kannt. Millionen lagerten in den Speichern und Fabrik- ^unen weit hinter dem Hause am Canal. Millionen **tben jährlich umgesetzt und hunderte und und aber- *6btrte von Arbeitern fanden in bett Niederlagen der Mra in Calcutta und Madras sowohl als in den Werk-
ändern kann.
Rathenow. Graf Bredow (cvns.) mit 7101 St. rhlt, gegen Hausmann (Fortschr.) mit 5558 St.
Hamm-Soest. Bockum-Dollfs ist mit großer Ma- itat gewählt.
Der Export deutscher, speziell der westphälischen Kohlen t so erfreuliche Fortschritte, daß auch in Hamburg — Dvmainc der englischen Kohlengruben — die Concur- eine immer fühlbarere wird. Die Einfuhr der west- illschen Kohle im I. Semester d. I. ist gegen den gleichen raum 1877 um 16 pCt. gestiegen, nämlich resp. 153
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hatte einen hübschen Wagen, dessen Gespann zugleich für das Geschäft thätig sein mußte, — aber weder silberbe- schlagenc Equipagen noch faullenzende Domestiken.
Seinen Platz im Herrenhause füllte Georg Hardenberg zur äußersten Rechten gehörend, seit länger als einem Menschenalter aus, und obwohl jetzt ein Greis an den Marken seiner Tage, leitete er dennoch das ganze ausgedehnte Geschäft unverändert selbst. Bor einigen 'Monaten war freilich der älteste Sohn, nach chm Georg genannt, aus Indien zurückgekehrt und in das väterliche Geschäft, dem er dort vorgestandeu, auch hier wieder eingetreten. Er halle eine Cousine geheirathet und bewohnte die erste Etage des großen alten Hauses, aber; bei Licht besehen, erwies sich dies Arrangement als nicht so zufnedenstclleud, wie cs Bater und Sohn gehofft haben mochten.
Zehn Jahre in Indien, die besten zehn sogar, vom achtzehnten bis zum achtundzwanzigsten, das verändert den äußeren und innerlichen Menschen bis zur Unkenntlichkeit, das hat auö dem einst Gewesenen ellvas durchaus Neues gemacht und namentlich fast Alles verwischt, was die ursprüngliche Erziehung für Gegenwart und Zukunft fest bestehend glaubte.
Wir finden an einem windigen Spätherbstmorgen, wo die ersten Schneeflocken das Haus umlanzen und in den alten Kaminen die leisen Winterstimmen singen, die beiden Männer in einem großen Zimmer des Parterres im eifrigsten Gespräch. Dunkle blank polirte Möbel standen an den getäfelten Wänden, braune Damastgardinen schmückten die Fenster und hier und da hingen mehrere werthvolle Gemälde; über dem Allen aber lag der Hauch puritanischen Ernstes, ja sogar einer orthodoxen Richtung, denn die großen Bilder zeigten fast durchweg biblische Scenen oder dem ähnliche, jeden heiteren Eindruck ausschließende Motive.
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Herodias.
Roman von W Höffer. *)
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Deutsches Reich.
** Berlin, 15. August. In der unter Vorsitz des Staatsministers Hofmann gestern abgehalteneu Sitzung des Bundeörathö ist der Gesetzentwurf gegen die gemeingefährlichen Bestrebungen der Sozialoemokratie an den Zustiz- ausschuß verwiesen. Dieser ist heute unter Vorsitz des
Mill. Kilo gegen 95 Mill, im I. Semester 1877. Von ersterer Summe entfallen auf Hamburg 86, auf Schleswig- Holstein 32, auf Lübeck 29 Millionen. In letzteren Häfen ist die englische Kohle nur noch ein unbedeutender Gegenstand der Einfuhr und war 1877 die westphälische Einfuhr um 3 /i Mal größer als erstere.
Der linke Flügel der österreichischen Occupations-Armee in Bosnien hat einen Echec erlitten. Die 20. Trnppen- Division unter dem Kommando des Feldmarschall-Lieutenant Grafen Szapary ging bei Samac mit der Bestimmung über die Save, der von Bosnisch-Samac über Asic und Gornja-Slatina nach Gradacac führenden Straße zu folgen, die letztgenannte Stadt zu besetzen, darin die österreichische Autorität geltend zu machen und nach Belassung einer angemessenen Besatzung den Vormarsch gegen Süden und Osten des Landes fortzusetzen, um die Städte Graca- nica, Srebrnik, Gornja- nnd Dolnja-Tuzla und später die wichtigen Plätze Bjelina und Zwornik zu besetzen. Die Division hatte also die Aufgabe, den nordöstlichen Theil Bosniens zu besetzen, welche Aufgabe ihr jedoch bisher nicht gelang. Die Ursachen des Mißerfolges sind in den officiellen Berichten deutlich genug angegeben. Der Verpflegung stellten sich unüberwindliche Hindernisse entgegen, und, was jedenfalls noch schwerer in die Wagschale fällt, die Insurgenten waren so zahlreich, daß sie gegen die Division aggressiv vorgingen und dieselbe zu einem Rückzüge unter stetigem Kämpfen zwangen. Zunächst werden erhebliche Verstärkungen an diesen Punkt abgehen und es heißt, daß eine ganze weitere Division dem Fcldmarschall- Lieutenant Szapary zugetheilt werden soll. Vielfach wird gegen Serbien die Anklage erhoben, daß es bei diesem Echec die Hand im Spiele habe und einzelne Blätter behaupten sogar, die Serben schickten sich bereits an, die Drinagrenze zu überschreiten. An offiziellen Stellen ist man bezüglich der Anschuldigung gegen Serben vollkommen schweigsam; man bestätigt nicht, aber man dementirt auch nicht die betreffenden Angaben der Blätter, und so weiß man noch nicht, ob das Gerücht begründet ist, nach welchem sehr scharfe Reklamationen wegen Unterstützung des bosnischen Aufstandes von hier nach Belgrad gerichtet werden sollen.
Georg Hardenberg, der Vater, war ein langer, hagerer, bartloser alter Herr in feiner schwarzer Toilette, mit Lackstiefeln und Manschetten, als ginge es zu einer feierlichen Gesellschaft. So trug er sich immer! selbst seine Kinder erinnerten sich nicht, ihn anders gesehen zu haben, selbst beim ersten Frühstück pünktlich um sechs Uhr Morgens erschien er in dieser Weise gekleidet, wie denn überhaupt die äußerlich wohlanständige Form für ihn als erster und oberster Glaubensartikel daftand. In dem Blick mit welchem er jetzt seinen Sohn ansah, zeigte sich unverkennbar ein leichtes Mißfallen.
Georg lag mit übereinander geschlagenen Knieen int Sessel und hatte einen großen Plaid um seine Schultern geworfen. Das Exterieur des jungen Mannes kennzeichnete vom Scheitel zur Sohle in jeder Weise den eleganten Herrn, vielleicht den Lebemann, das Kind des Augenblicks jeden- falls aber in dieser Stunde Den, der seinem Vater gegenüber auf durchaus festen Füßen dastand. Nicht eben schön, sobald nur von der tobten Form die Rede ist, aber bedeutend, interessant, und geistreich anssehend, hatte er mit ihm wenig ober gar keine Ähnlichkeit, besaß schwarze blitzenbe Augen, einen braunen südlichen Teint und einen kecken Schnurrbart, das ganze Gesicht hatte etwas überwiegend Freundliches, Vertrauenerweckendes.
»Brr, Papa," sagte er, „wie falt! Geh mit mir hinauf und nimm am warmen Kamin eine Hookah, da können wir doch sprechen, ohne zu erstarren."
Hardenberg bewegte die Hand, als weise er diesen Vorschlag zurück. „Wenn Du mich anstatt „Papa" lieber „Vater" nennen wolltest, Georg," bemerkte er. „Das Wort klingt unter Männern lächerlich, schon weit es eine Art Nachahmung französischer Sitten ist."
„Die demnach sämmtlich zu verwerfen wären, Vater?" lächelte der Sohn. „Aber Du hast mich schwerlich
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Staatssekretärs Dr Friedberg Mittags 12 Uhr zur Be- rathung dieses Gesetzentwurfs zu einer Sitzung zusammengetreten. — In einem Erlaß vom 9. August erklärt der Handelsminister, daß für diejenigen Kategorien von Dienststellen, welche eine besondere seemännische Kenntnis; oder Ausbildung erfordern, also für die Stellen des See-, Küsten- und Seehafendienstes die vorzugsweise Berücksichtigung der Marine-Anwärter zu erfolgen, im klebrigen aber und namentlich der Regel nach auch für die Stellen des Strom- und des Binnenhafendienstes die freie Concurrenz der Marine-Anwärter mit denjenigen der Landarmee zu walten hat. In Bezug der Dünenwärter erklärt der Minister, daß bei diesen die vorzugsweise Berücksichtigung der Marine-Anwärter keine praktische Geltung finden könne. — Nach dm gemachten Erfahrungen sind die Baumaterialien, wie Werksteine zu Fayaden, Schiefer zu Dachdeckungen rc., deutschen Ursprungs vollständig zweckentsprechend befunden worden. Da jedoch in mehreren Fällen bei Ausführung von Post- und Telegraphenbauten eine theilweise Verwendung von ausländischen Materialien von den Ober - Postdirectoren in Vorschlag gebracht worden ist, hat der General-Postmeister Veranlassung genommen, die Ober-Postdirectoren mit Anweisung zu versehen, daß zu den bezeichneten Bauten fortan lediglich deutsches Material verwendet werden, falls nicht ganz besondere Verhältnisse eine Ausnahme erfordern.
A»s Schleswig-Holstein, 13. Ang. Die „Kiel. Ztg." schreibt: An sämmttiche Schulbehörden der Provinz soll in diesen Tagen ein Regierungsschreiben ergangen sein, in welchem das Verhalten einiger Lehrer bei Gelegenheit der letzten Reichstagswahlen einer scharfen Kritik unterzogen Wirb. ES sei von Seiten der Negierung, soll es in jenem Schreiben heißen, die Wahrnehinuitg gemacht worben, daß bei der Förderung der Wahl regierungsfeindlicher Candi- baten nicht selten Lehrer es gewesen, welche Wählcrvcr- fammlungen berufen und geleitet, Wahlaufrufe unterschrieben und theilweise auch eine kräftige Agitation für solche Kandidaten iu's Werk gesetzt hätten. Ein solches Verfahren könne mit den Pflichten eines mittelbaren Staatsbeamten nicht in Einklang gebracht werden und würben daher sämmt- liche Schulbehörden angewiesen, diejenigen Lehrer, welche in oben angegebener Weise die Wahl regierungsfeindlicher Candidaten zu fördern gesucht, darauf aufmerksam zu machen fein, daß die Regierung ein solches Vorgehen nicht dulden, son- bern im Wiederholungsfälle das Disciplinarvei fahren gegen solche Lehrer einleiten werde.
Eobnrg, 14. Ang. Der Herzog von Edinburg ist hier eingetroffen.
Koustauz, 14. Ang. Die Ex-Kaiserin Eugenik ist gestern mit dem Dampsboot, von Lindau kommend, ohne hier anzulegen nach ihrem romantischen Landsitz Arenen-
Anzeigen nimmt entgegen: die Expedition d Blattes, sowie d. Annoncen-Bureaux von G. L. Daube & Co. in Frankfurt a. M.; Jäger'sche Buchhandlung daselbst; Hermann'sche Buchhandl. ♦ daselbst; Jnvalidendank in Berlin; W. Thienes in Elberfeld: C. Schlotte in Bremen.
Men hier am Orte Jahr ans Jahr ein ihr Brod. Aber £ alte Herr liebte die Sparsamkeit vielleicht allzu sehr, ^>ohl auf jedem Subscriptionsbogeu sein Name neben M ansehnlichen Betrage verzeichnet stand und er als Aster eines Geschäftsmannes überall genannt wurde; er
r2l. Die „Weserzeituug" hat die Meldung gebracht, baß LZ1‘ ta Minister des Innern Graf zu Eulenburg, nach Teplitz jereift sei, um Seiner Majestät bem Kaiser über verschie- ta wichtige Angelegenheiten Bericht zu erstatten. Der Minister des Innern hat jeboch Berlin nicht verlassen. Der Graf zu Eulenburg, welcher bieser Tage in Tetzlitz
e ™ «laut ist der gewesene Minister bes Innern.
laieifltn nimmt entgegen: die Expedition d.Blattes, fgvie d.Annoncen-Bureaux gl)n Th. Dietrich & Co. in Mel und Hannover; Th. Dietrich in Frankfurt a.M.; naafenftein & Bögler in fcanlfurt a. M., Berlin, Jdpjig, Cdln re.; Rudolf «Uffe in Berlin, Frank- furt a. M. ic.
tzK : Etwa« vor ben Thoren ber Stadt erhob sich ein schloß- :6 Gebäude von unverkennbar hohem Alter und mit
Nach zuverlässigen Mittheiluugen sind alle, auch die neuesten Angaben ber Zeitungen, auch ber „Kölnischen Zeitung", über die Kissinger Verhandlungen Eifiudungen jraiJ -hi» tatsächlichen Anhalt.
Stichwahlen.
Pforzheim-Durlach-GernSbach. Gewählt (eons.) 9724, Stößer (nat.-lib.) 8110 St.
. Glogau. Braun (nat.-lib.) gewählt mit 5710 St.
Yen Schlabrendvrf, welcher 4390 St. erhielt. Es fehlen 18 kleine Wahlorte, deren Ergebniß das Resultat
.uj eine» GelHLslvMLNnes uocrau gcnuiuu wuue, u ffugsj Ak kein eigene- Comptoir für seine Angestellten, sondern suchte dazu das weitläufige Parterre des Hauses, er hielt eitel.! Dienstboten, so viele wirklich nothwendig waren, und
Erscheint täglich außer an den Werktagen nach Sonn- und Feiertagen. Preis für das Quartal mit der wöchentlichen Beilage „JlluftrirteS Sonntagsblatt" durch die Expedition (Koch'sche Buchdruckerei) bezogen 3', Mark, durch die Postämter des Deutschen Reiches 2 Mark 50 Pfg. (ejcl. Bestellgebühr». — Hnsertivnsgebühr für die gespaltene Zeile 10 Pfg.
Für in der Expedition zu ertbeilende Auskunft und Annahme von Adressen werden 25 Pfg. berechnet.
c» Attributen des Reichthums geschmückt, ein echtes Pa- -sterhaus, dessen Grundstein im vorigen Jahrhundert hjti wurde, das immer nur wenige Bewohner zählte * 1*® zu den begütertsten der ganzen Umgebung gerechnet n durste. Breite, Treppen führten in das Hvchpar- hinauf, die Fenster waren groß nnd die Vorhalle ge- mig genug für einen mäßigen Ballsaal. Gelangte man t bis hierher, so zeigte sich der Charakter deS Haus- in jedem einzelnen Stück, so sah man bett Geist ^crlicher, ja pebanlischer Orbnung ans allen Winkeln
lieber bas Parteileben in Deutschland sagt die „Niga'sche Zeitung": „Wenn ein Geschichtsschreiber die letzten beiden Sonate zum Gegenstand seiner Studien machen wollte, er Bunte ein wahrhaft trauriges Bild des deutschen Volks- zcistes, soweit er sich in vielen Blättern repräsentirt, ent- Merfen. Gestatten Sie mir nur ein Beispiel von hundert Wich edatauten anzuführen. Die heutigen „Wespen", das Humoristische Beiblatt der „Tribüne", stellen auf der ersten Weite Falk auf einem Krebs reitend bar, wie er in eine Anzahl Bücher hineinsticht, unb barunter steht: „Der Cultur- impf ist zu Enbe, ber Kampf gegen bie Cultur geht an!" Wenige Wochen ist es her, baß Falk als ber liberalste Mi- ifter gepriesen würbe. Seitdem hat er gar nichts gethan, 0er wie der Neger seinen Fetisch zertrümmert, wenn er hn nicht mehr gefällt, so macht es die radikale Partei mit M Personen, welche sie aus's Schild hebt."