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ZNarSurg, Donnerstag, 15. August 1878
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gegenseitig gefallen, wie es scheine, und es sei ein ziemlich reger Verkehr entstanden. Ihm (Masella) sei dieser Verkehr recht angenehm gewesen, weil er gerade eine Cur in Kissingen habe gebrauchen müssen. Und da man sich nun gegenseitig besser kennen gelernt habe, als dies vordem der Fall war, da man ferner erkannt habe, daß der beiderseitige Standpunkt durch eine schmalere Kluft getrennt werde, als früherhin angenommen wnrde, da zudem Fürst Bismarck die persönlichen Annäherungen liebe und man sich gegenseitig gefallen zu haben scheine, so könne er (Masella) nicht leugnen, daß allerdings gewisse Anhaltspunkte für einen in Aussicht stehenden Friedensschluß vorhanden seien. Ein großes Ziel sei erreicht, man wisse beiderseits, daß der gegenseitige Standpunkt nicht gar so weit auseinanderliege: Ob aber der Friede wieder that- sächlich hergestellt werden würde, könne er im Augenblick nicht sagen. Er (Masella) sei inzwischen, was ihn persönlich anbelange, über den Verkehr mit dem Fürsten Reichskanzler hoch befriedigt. Er habe in deö Fürsten Familie die herzlichste Aufnahme gefunden und der Fürst selbst sei ein so überaus liebenswürdiger Herr, daß es ihn doppelt gefreut habe, diesen großen und berühmten Mann näher kennen zu lernen. Noch vor wenigen Tagen habe er die Nachricht seiner eigenen Abreise von Kissingen durch eine Anzahl von Zeitungen laufen sehen, während damit mir ein Courier
Schloß Leixlip.
Eine irländische Familien-Sage. Nach dem Englischen von E. P.
(Fortsetzung.)
Anzeigen nimmt entgegen: die Expedition d Blatte-, sowie d. Annoncen-Bureaux von G. L. Daube & Co. in Frankfurt a.M.;Jäger'sche Buchhandlung daselbst;
Hermann'sche Buchhandl. ♦ daselbst; Jnvalidendank in
Berlin; W. Thienes in Elberfeld: C. Schlotte in
Bremen.
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gemeint sein könne, den er selbst nach Rom entsandt habe. Fürst Bismarck sei ja in sich selbst die entscheidende Macht für alle Dinge, die nicht dem Souverän selbst vorgelegt zu werden brauchten; er (Masella) aber ein einfacher Diplomat der römischen Kurie müsse allemal Bericht erstatten und um neue Weisungen einkommen, sobald in seiner Thätigkeit irgend ein Haltepunkt erreicht sei. werde sich behufs Berichterstattung auch des Weiteren schwerlich nach Rom begeben. Das lasse Alles schriftlich eben so gut oder auch noch besser abmachen. Ferner erklärte Masella, daß Anzahl deutscher Zeitungen schlecht unterrichtet gewesen seien, tvenn sie ihm die Hoffnung unterschoben hätten, Kardinal-
Staatssecretär zu werden. Der Tod des Kardinals Franchi der Verlust dieses seines guten und treuen Freundes habe ihn tief geschmerzt, und in diesem Gefühle sei auch nicht der geringste selbstsüchtige Gedanke iu ihm wach geworden. Kardinal Nina der neu ernannte Kardinal-StaatSsecretär, der ebenfalls sein guter Freund sei, werde die Politik seines Vorgängers weiterhin befolgen. Das Wort Politik gebrauche er (Masella) jedoch nur, um sich klar auszudrücken denn die Kurie habe keine Politik, sondern nur Pnncipien.
Von anderer Seite (von der Wes. Ztg. und zwar aus Berlin) wird im Widerspruch zu den Bemerkungen deö Herrn Nuntius bezüglich der Kissinger Verhandlungen
Stuhl in der^Nähe des Kaminfeuers gesetzt, und suchte sich durch öfteres Aufschüren der Flamme wach zu erhalten; allein wie sehr sie sich auch dagegen sträuben mochte, die Müdigkeit überwältigte sie endlich, und sie fing eben an einzufchlummern, als sie durch ein heftiges und ängstliches Geschrei in ihrer Nähe aufgeweckt wurde. Fluggs sprang sie auf, und in Anna's Gemach stürzend, fand sie dieselbe bewußtlos und von heftigen Convulsionen ergriffen. Nur mit Muhe gelang es ihr, sie wieder zu sich zu bringen, und staunend gewahrte sie in deren Hand eine dolchähnliche Waffe von sonderbarer und unbekannter Form, woraus sie schloß, daß ein geisterhaftes Wesen ihre junge Gebieterin besucht haben müsse. Des dringenden Zuredens der Alten ungeachtet wollte Anna sich anfänglich dieser mysteriösen Waffe durchaus nicht entledigen, weil sie dadurch noch näheren Aufschluß über die gehabte Erscheinung zu erhalten hoffte, und nur die Besorgniß, daß der Anblick des Stilets ihr nachtheilige Vermuthungen bei Andern erwecken könnte, vermochte sie endlich, dasselbe aus den Händen und in ein verborgenes Fach ihres Schrankes zu legen. Die Begebenheiten dieser ominösen Nacht bewirkten eine auffallende Veränderung in Anna's Charakter. Sie, die sonst stets heiter und selbst muthwillig gewesen war, wurde auf einmal ernst, zurückhaltend und beinahe trübsinnig; ja selbst gegen ihren sie zärtlich liebenden Vater zeigte sie ein ängstliches und gezwungenes Benehmen; nichts aber war ihr empfindlicher, als eine Berührung der veranlassenden Ursache ihrer plötzlichen Gemüthsänderung.
Einige Tage nach diesem Vorfälle, als Anna eben das Speisezimmer verlassen hatte, woselbst ihr Vater mit dem Kaplan, der ihm gcwöhlich nach dem Mittagsessen einige Abschnitte aus den Legenden der Heiligen vorlas, zurückgeblieben war, hörte sie auf einmal die am äußeren Schloß- thore befindliche Glocke stark und wiederholt läuten. Da
Tagesbericht.
Ans Teplitz wird vom Dienstag-Vormittag gemeldet: 6t Majestät der Kaiser begab sich gestern Nachmittag nach I 4 Uhr mit der großherzoglich badischen Familie im vier- Migen Wagen nach Arbesau, besichtigte dort das preußische und daö österreichische SiegeSdenkmal und nahm den Wer in dem Park hinter dem preußischen SiegeSdenkmal «in. Der Kaiser venveilte daselbst 1 h Stunden und trug in das dort befindliche Gedenkbuch „W. Imperator et Rex“ 1 an Das Befinden Sr. Majestät ist fortdauernd gut. , ta heute ab werden die Handmoorbäder vorläufig aufge- jtfat, weil dieselben bereits eine genügende Wirkung her- llrgebracht haben. — Die Großherzogin von Baden hat Wem die Moorbäderanstalt besucht.
Rach einer Meldung der Kölnischen Zeitung aus Rom titte der Kardinalstaatssekretär Nina, indem er die Mel- Wg feines Amtsantritts zum Anlaß genommen, ein Schrei- ta an den Fürsten Bismarck gerichtet, worin der Wunsch z ich Fortsetzung der Unterhandlungen und die Bcreitwillig- I int, zu einem guten Schlüsse mitzuwirken, ansgedrückt würde.
11 RuntinS Masella, der noch immer in Kissingen weilt, fü sich einem Korrespondenten der Kölnischen Zeitung Wnüber betreffs seiner Verhandlungen mit dem Fürsten Wmarck in folgender Weise ausgesprochen:
Gang, Stand und Endziel seiner Unterredungen mit dem äfften Bismarck schon jetzt zu veröffentlichen, sagte er, sei «möglich. Er würde ein schlechter Diplomat sein, wenn l tr sich durch irgend welche Beweggründe zu einem solchen Ährilt verleiten ließe. ES seien zahlreiche Geistliche aus y im mtlegeutsten Theilen Deutschlands angckommen, um zu ] sichren, ob endlich Aussicht auf eine Beilegung des Kirchen- Ms vorhanden. Alle diese habe er empfangen, ohne kn von diesen zufriedenstellen zu können. Wenn daher °ch ein Bischof vor ihm säße — eS sei dies noch neulich t Fall gewesen — so würde er doch weder diesem noch ttm Majunke von der Germania gegenüber weniger fweigsam sein. Es stehe ja indessen bald sowohl seine । iznie wie des Fürsten Bismarck Abreise von Kissingen 1 »ot und alsdann werde seiner Ansicht zufolge wahrschein-
Eine Stunde mochte beinahe verflossen sein, als Anna 9Q94: «bet zurück kehrte.- Mit bleichem Antlitz und todesstarren 1 licken, ein triefendes Gewand als Zeichen des vollzogene» ; vcv ffteriösen Aktes in den Händen haltend, stürzte sie in den turnt hinein, warf däffclbe der Alten zu, und wild um 215$ f herblickend, stand sie wie bewußtlos da. Bei diesem 1 «blicke konnte die Alte selbst sich eines gewissen Schauers 40«! dht erwehren, und säumte nun nicht, ihre junge Herrin Fra» «b ihrem Gemache zurückzuführen. Allein hier erneuerte bv H Anna's Entsetzen bei dem Anblicke der Vorrichtungen i vtr ’ben noch übrigen Beschwörung®-Ceremonien; sie schau- 211® tii davor zurück, bedeckte ihr Gesicht mit beiden Händen «i> blieb regungslos, einer Bildsäule ähnlich, in der Mitte :: 6 Zimmers stehen. Jetzt bedurfte es der ganzen Ueber- is i»; ^»ngskunst der Alten, in Verbindung mit dem zurückkeh- unttf ^en Bewußtsein und der wiedererwachenden Neugier des rite# ^nt Mädchens, um dasselbe zur Vollbringung der noch
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t Grund mehr vorliegeu, den Gegenstand ihrer Un- kttdnngen zu verheimliche». Dian möge indessen im , ublifum die Thatsache sesthalten, daß officielle Verhand- B «gen in Kissingen gar nicht Statt gefunden hätten. Fürst [2*7 Smarck habe den Wunsch zu erkennen gegeben, mit einem «tretet der Curie, er habe vielleicht besonders den Wunsch ’ i erkennen gegeben, mit ihm, Masella in Verbindung zu 1 kn; so habe man sich gegenseitig besucht, man habe sich
"i ‘ Mpjig, Cöln jc.; Rubel, TS Affe in Berlin, Frank- furt «. M. ic.
verlautet, daß der päpstliche Stuhl die Jnitative zu Verhandlungen über einen modus vivendi ergriffen, und nachdem Fürst Bismarck sich bereit erklärte, darauf einzugehen den Münchener Nuntius behufs Einleitung derselben nach Kissingen geschickt hat.
In einer Korrespondenz der „Germania" ans Rom werden die verschiedenen Empfindungen aufgezählt, welche die Nachricht über die mit dem Fürsten Bismarck eingeleiteten Friedensverhandlnngen bei den dentschen Katholiken erregt haben, bann heißt es in der Korrespondenz u. A.: „Kann Rom mit Rußland und der Türkei verhandeln, die doch gewiß auch naturgemäß Feinde der katholischen Kirche sind, warum sollte es nicht auch mit Preußen einen Modus vivendi anzubahnen versuchen, zumal wenn die inneren Verhältnisse daselbst danach angethan sind, daß auch die Regierung ihrerseits dringendst einen Ausgleich wünschen muß? Die preußische Geschichte weist uns mehr als eine Periode auf, wo seine Kurfürsten und Könige durch härtere Gesetze, als die gegenwärtigen, die Katholiken zu unterdrücken suchten; trotzdem hat Rom immer wieder von Neuem einen Frieden, ober wenn man lieber will, einen Waffenstillstand einzuleiten versucht: war das in der Vergangenheit gut und recht und segensreich, warum soll es das jetzt nicht sein? . . . Wollte der hl. Stuhl einfach und rundweg erklären: „Hebt Eure gesammten Kirchengesetze der letzten Jahre von A bis Z auf, sonst kann ich mit Euch Preußen kein Wort reden", so würde damit von vornherein jede Verhandlung abgebrochen sein. Allein unsere Bischöfe habe» ja von Anfang an erklärt, es gebe gewisse Punkte, in denen die Kirche nachgeben könne und werde; nur solle die Regierung darüber mit Rom sich in'S Einvernehmen setzen. Vor einigen Wochen hatte Schreiber dieses die Ehre, vom hl. Vater in Privataudienz empfangen zu werden, und da kam auch die Rede auf unsere deutschen Verhältnisse. Hierbei erklärte der Papst: „Ich habe aus Deutschland Briefe erhalten, in welchen sich die Besorgniß ausspricht, der hl. Stuhl möge zu weite Concessionen machen. Man möge nur überzeugt sein und keinen Augenblick zweifeln, daß Wir im Einverständniß mit Ihren Bischöfen einzig das Heil des katholischen Volkes in Deutschland im Auge behalten und daß Wir nicht das Geringste zugeben werden, was mit der Freiheit der Kirche in Deutschland unvereinbar wäre." Dieselben Befürchtungen wurden persönlich dem Cardinal Franchi gegenüber ausgesprochen und ich kann sagen, mit Indignation wies er den Gedanken zurück, als ob er auch nur um eines Haares Breite weiter nachgeben werde, als er dürfe. Nun ist sich aber Se. Heiligkeit vollkommen klar, was er speziell für Deutschland coucediren darf und was er von der Regierung verlangen und die wenigen Personen, welche im Schloße Zutritt erhielten, bekannt mit dem melancholischen Charakter des Grafen Blaney, still und geräuschlos erschieuen und sich ebenso wieder entfernten, so mußte dieses ungestüme Glockenläuten, als etwas ganz Ungewöhnliches, für alle Schloßbewohner sehr überraschend sein. Anna, dadurch am meisten bewegt, und wie von einem geheimen Vorgefühl ergriffen, eilte nach der Zinne des Wartthurmes, und erblickte von dort aus mehrere Reiter, einen stattlich gekleideten Ritter von hohem Wüchse an ihrer Spitze, den nach dem Schlöffe führenden Baumgang heraufkommen, und nach kurzem Verweilen an der äußeren Pforte, in die Burg einziehen. Sinnend über diesen sonderbaren Besuch kehrte sie zurück und hörte noch, wie ihr Vater Befehle zur Aufnahme des Fremden und seines Gefolges ertheilte, wodurch in den sonst so stillen Hallen des Schlosses ein lebhaftes Getümmel und Geräusch entstand, welches erst nach längerer Zeit sich in die gewohnte Ruhe wieder verlor. Ungefähr zwei Stunden darauf erschien in Anna's Gemach ein Diener ihres Vaters, welcher ihr den Befehl überbrachte, für ein gutes Abendessen zur Bewirthung des Fremden zu sorgen. Anna säumte nicht, das nöthige dieserhalb aiizuordnen, und als die Stunde des Abendessens gekommen war, begab sie sich, der Einladung ihres Vaters gemäß, nach dem Speisesaale. Als sie das Vorzimmer durchschritt, wo sich die aufwartende Dienerschaft befand, fühlte sie sich plötzlich am Aermel gezupft, und als sie, darüber befremdet, sich umsah, erblickte sie die alte Brigitte, welche ihr mit einem grinsenden Lächeln ins Ohr raunte: „Hab' ich eö Dir nicht gesagt, mein Kind, daß er als Dein Bräutigam — kommen würde!" Anna fühlte bei diesen Worten daö Blut in ihren Adem erstarren, inzwischen ernannte sie sich doch, trat in den Speisesaal, verneigte sich gegen ihren Vater und den Fremden und setzte sich dann still an die Tafel. Die ängst-
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°rize» Mvstericn zu vermögen. Endlich stieß Anna, wie 'Verzweiflung, die Worte aus: „Nun dann, es sei, ich es vollbringen; aber weile Du im nächsten Zimmer, 2150 «b loenn Du dies silberne Glöckchen hier erklingen hörst, —— 1 ffle schnell, wenn anders Dir mein Leben werth ist, zu Unterstützung herbei." Die Alte versprach, dies zu J **n, gab ihr noch einige Anweisungen, wie sie sich bei ,3j ^nächtlichen Werke zu verhalten habe, und begab fich 8b,'r ”tn in ihre, an Anna's Schlafgemach stoßende Kammer.
4. Mitternacht war längst vorüber und eine tiefe Stille Mte durch das ganze Schloß. Die Alte, in Erwartung, '' F® Anna ihrer bald bedürfen würee, halte sich auf einen