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Marburg, Mittwoch. 14. August 1878
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Tagesbericht.
tttt Der „Reichsanzeiger" publicirt eine von dem Kron- »w jntjeit im Auftrage des Kaisers erlassene Verordnung, d.
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unter Behandlung einen günstigen HeilungSvcrlaus und eS ist zuversichtlich zu hoffen, daß der hohe Patient in Bälde den vollen Gebrauch seiner Hand und seines Armes erlange."
Obwohl die große Anzahl von Begräbnissen in Folge der Bergung der Leichen der beim Untergange des „Großen Kurfürsten" verunglückten Mannschaften mit großen Kosten verknüpft gewesen ist, wird von der englischen Regierung beabsichtigt, die ganzen Ausgaben aus Staatsfonds zu decken, und von der deutschen Regierung keine Rückzahlung zu acceptiren für die Erfüllung der traurigen Pflicht gegen jene, die an Englands Gestaden ihr Leben unter besonders peinlichen Umständen einbüßten.
Homburg, 9. August, durch welche der Reichstag zum September nach Berlin einberufcn wird.
Schlitz Leixlip.
Eine irländische Familien-Sage. Nach dem Englischen von E. P.
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d a dürften.
Dem Vernehmen nach soll der päpstliche Stuhl be- in Wen haben, die von dem Fürsten Bismarck gemachten m j GlLge anzunehmen. Wie es heißt, sollen die preußi- en Bisthümer bis zur Regelung der Pcrsoncufrage provi- , jsch unter die Jurisdiction des päpstlichen Nuntius in ! imchen gestellt werden.
Die katholischen Blätter bringen über den Nachfolger Cardinals Franchi folgende Notizen: Der Cardinal ist geboren zu Becanali den 12. Mai 1812. Er e von Pius IX unterm 12. März 1877 zum Cardinal- vn creirt mit dem Titel St. Angelo in Pescheria. Sein «gezeichnetes Verwaltungs-Talent hat er erprobt als Prä- della Economia der Congregationen de Propaganda
Er ist Assessor der Congregation des heiligen Officium, iident der Kammer degli Sipogli und Propräfekt der regation der Studien.
Ein medicinisches Fachblatt »The Lane t« in London ibl: „ES wird unsere Leser freuen zu vernehmen, daß Kaiser von Deutschland in erfreulicher Weise der Besteig entgegen schreitet. Das bis jetzt Erreichte ist kem ' gcr Beweis für die gute Constitution des hohen Kranken die Sagarität seiner ärztlichen Berather, die Wunden i Arm waren ernster Natur und bedrohten, wie spatere ichte darthun werden, die Integrität der Blutgefäße und en Eine der ernstesten Erscheinungen war die lheil- ise Zerreißung der Ellenbogenschlagader, mit der Bildung hoematoma und dem Aufhören des Pulsschlags am ten Ende des Blutgefäßes. Beide Verletzungen nehmen
Deutsches Reich.
** Berlin, 12. Aug. Durch Beschluß des Bundesraths vom 4. Juli d. I. betreffend die Tabak-Enquete ist bestimmt worden, daß die Enquete-Commission örtliche Erhebungen durch Vermittlung der Landesbehörden und durch von ihr im Einvernehmen mit den Landesregierungen zu bestellende Commissionen und Commissarien zu veranstalten habe. Dieser Anoronung gemäß sind für Preußen folgende Orte in Aussicht genommen: Danzig, Potsdam, Schwedt a O., Berlin, Breslau, Magdeburg, Erfurt, Minden, Kassel, Altona, Köln und Osnabrück. Ausgabe der Bezirkskommissionen soll es insbesondere auch sein, die ihnen vorzulegenden Fragen soweit nöthig nach vorgängigem Benehmen mit den Vorständen der landwirthschaftlichen und Gewerbevereine und der Handelskammern zu beantwort en. In Betreff der Zusammensetzung der Commissionen soll mit der Leitung der Geschäfte in der Regel ein Landesbeamter beauftragt werden. Die Zahl und Auswahl der übrigen Mitglieder soll so bestimmt werden, daß in der Regel jeder der Hauptverwaltungszweige (Tabaksbau, Tabaksfabrikation und Tabakshandel) durch einen Sachverständigen vertreten fei. Jedoch ist nicht ausgeschlossen, daß einer dieser Erwerbszweige mit Rücksicht auf seine erhebliche Ausdehnung durch zwei, höchstens durch drei Sachverständige repräsentirt wird. Den Mitgliedern der Bezirkökommission ist die Verpflichtung aufzuerlegen, über die bei der Erhebung zu ihrer Kenntniß gelangenden besonderen Verhältnisse einzelner Personen und gewerblichen Anstalten Verschwiegenheit zu beobachten. Seitens der Tabaksenquöte-Commission soll auf eine möglichst schnelle Erledigung der den Bezirkskommissionen zu stellenden Aufgaben und deshalb auf die schleunigste Bildung der Bezirkskommissionen erheblicher Werth gelegt werden. — Die Beantwortung der der Generalsynode zu unterbreitenden Vorlagen, namentlich der in Betreff der Stolgebühren - Entschädigung, werden so viel Zett in An-
ihr mittelst magischer Künste ihren zukünftigen Gatten in körperlicher Gestalt zu zeigen, wenn sie sich zur Verrichtung gewisser bei dem Beschwörungs-Akte nolhwendiger Ceremo- nien verstehen wolle. Anfänglich wies Anna diesen Vorschlag als gottlos und gefährlich zurück; auf wiederholtes Zureden der Alten, und befonders, nachdem diese ihr versprochen, sie bei dem nächtlichen Werke möglichst zu unterstützen, ließ sie sich aber doch endlich dazu bereitwillig finden.
Die Nacht vom 30sten zum Zlsten Oktober, welche damals in Irland für besonders geeignet zum Verkehr mit der Geisterwett gehalten wurde, prar zur Begehung der Mysterien bestimmt. Als die Schloßuhr die cilfte Stunde geschlagen hatte, schlich Anna aus ihrem Gemache und eilte mit der Alten, die ihrer schon harrte, durch mehrere verfallene Gänge nach einem Außenwerke des Schloßes genannt „König Johannes Thurm," nach einer Sage, der zufolge dieser Monarch hier die Huldigungen der irländischen Großen empfangen hatte. Als sie dort angelangt waren, öffnete die Alte mit einem Schlüssel, den sie sich heimlich zu verschaffen gewußt hatte, eine kleine Pforte, die ins Freie hiuausführte, und hieß Anna, welche ihr bisher schweigend und voll banger Erwartung gefolgt war ihre Schritte nunmehr beschleunigen. Diese trat nun auch zu dem Pförlcheu hinaus; allein, gleich einem zaghaften Schwimmer am Ufer eines ihm unbekannten Stromes, wagte sie es nicht, bett Fuß weiter zu setzen, sondern blieb furchtsam und zitternd stehen. Es war eine dunkle, schaurige Herbstnacht; ein kalter Wind heulte durch den nahen Forst und beugte fast die Gipfel der zunächst stehenden Bäume in das durch Regengüsse angeschwollene Bett des unfern am Schloße vorbeifließenden Liffey-Bacheö.
Anna stand jetzt an einem steilen Abhange, der sich von der Burg in das Thal hinabsentte; nur einige wenige
spruch nehmen, daß die Berufung der Generalsynode frühestens Ende Februar erwartet werden kann. — Nachdem durch wiederholte rechtskräftige Urtheile des Königlichen Stadt- und Kreisgerichts zu Magdeburg gegen einzelne Nummern der in Chicago unter dem Namen „der Vorbote" erscheinenden Druckschrift Verurtheilungen erfolgt sind, Hal der Reichskanzler auf Gmnd des § 14 des Gesetzes über die Presse vom 7. Mai 1874 die fernere Verbreitung dieser Druckschrift im deutschen Reiche auf die Dauer von zwei Jahren verboten. — Aus einer zu Zwecken der Erhebung von Zöllen aufgestellten Uebersicht ist zu ersehen, daß Preußen 131 Hauptsteueramtsbezirke hat, und zwar in Ostpreußen 12, in Westpreußen 6, Brandenburg 12, Pommern 9, Posen 7, Schlesien 13, Sachsen 13, Schleswig-Holstein 10, Hannover 14, Westfalen 8, Hessen-Nassau 6, Rheinprovinz 20, Hohenzollern 1. Außerdem stehen unter preußischer Verwaltung die Kaiserlichen Hauptzollämter Lübeck, Hamburg und Bremen.
Elberfeld, 12. August. Die „Elberf. Ztg." meldet: Das sreisprechende Erkenntniß des Zuchtpolizei - Gerichts gegen den auf Grund des § 130 des Strafgesetzbuches angeklagten Hasselmann ist von der correctionellen Appellkammer des Landgerichtes heute bestätig worden. Vom Oberprocurator ist Cassationsrccurö angemeldet und Hasselmann in Haft behalten worden. Zwei andere Sozialdemokraten sind zu 10 und 12 Monaten Gefängniß ver- uttheilt.
Siege», 10. Aug. Die chinesische Gesandtschaft in Berün unternimmt gegenwärtig Reisen durch Deutschland, um von der Lage und den Erzeugnissen der heimischen Industrie Einsicht zu nehmen. Unter den hiesigen Industriellen bildete sich ein Comits, das durch Vermittelung des Reichskanzleramtes erwähnte Gesandtschaft einlud, auch unserer industriereichen Gegend einen Besuch abzustatten. In Folge dessen traf denn heute Nachmittag um 1 ^5 Uhr die Gesandtschaft, bestehend aus 5 Personen, von Essen kommend hier ein. Zahlreiche Neugierige erwarteten am Bahnhofe ihre Ankunft. In dem Hotel Etscheid war schon auf telegraphischem Wege Quartier für sie gemacht. Das Comits hat Alles aufgeboten, um der Gesandtschaft den Aufenthalt hierseibst so angenehm wie möglich zu gestalten. In dem großen, prachtvoll bccorirten Saale ber Erholung ist eine Ausstellung von ben industriellen Erzeugnissen unseres Kreises, vom Rohmaterial bis zu dessen vollendetster Verarbeitung, arrangirt. Trotz der nur kurz bemessenen Zeit ist es, Dank dem unermüdlichen Fleiße der Veranstalter, gelungen, die Ausstellung recht reichhalttg auszustatten. Einzig in ihrer Art steht sie da und wird jeder Besucher derselben, sei er Einheimischer oder Fremder, befriedigt die Ausstellungsräume verlassen. Später soll dem Publikum
Lichter schimmerten noch zerstreut in dem kleinen Dorfe Leixlip, und auch diese erloschen jetzt nach und nach. Noch immer zögerte Anna.
„Und muß ich denn durchaus allein den Pfad hinunter- < gehen?" fragte sie.
„Du mußt, mein Kind." erwiederte die Alte, indem sie das in ber Hanb haltende Binsenlicht, welches kaum auf sechs Schritte weit einen schwachen Schatten von sich warf, ihr leuchtend vvrhielt: — „Du mußt, oder Alles ist vergeblich! ich werde hier Deine Rückkunft erwarten, und bann feheit, was Du zu thuu hast." Aber auch nach diesen Worten fühlte das zagende Mädchen sich nicht stark genug, weiter zu gehen.
„O! Mutter Dease, liebe Mutter Dease, wenn Du doch mit mir kommen wolltest! O! laß Dich doch erbitten! — nur bis zum Fuße des Hügels!"
„Wenn ich Dich begleitete, liebes Kind, so würden wir nicht _ lebendig wieder heraufkommen; feindliche Gestalten würden uns den Weg versperren und uns beide tobten."
„O! Mutter Dease, laß mich bann nach meinem Gemache zurückkehren; ich bin schon zu weit gegangen unb habe zu viel gewagt."
„Das hast Du auch, mein Kind, unb eben beshalb mußt Du weiter gehen, unb noch mehr thuu; wo nicht so würbest Du, bei ber Rückkehr in Dein Scklafgcmach, bas Bllb eines gewissen Jemanb, statt eines schmucken Bräutigams erblicken."
Mit vor Furcht unb Hoffnung klopfendem Herzen schaute Ania rings umher; dann plötzlich, wie von übernatürlichem Muthe beseelt, flog sie einem Pfeile gleich, die Terrasse beö Schlosses hinunter. Einige Augenblicke noch war baS Flattern ihres weißen Gewaubes sichtbar, und dann ihre Spur im nächtlichen Dunkel verschwunden. Die
Anzeigen nimmt entgegen: die Expedition d. BlalteS, sowie b. Annoncen-Bureaux von G- L. Daube & Co. in Frankfurt a. M.; Jäger'sche Buchhandlung daselbst; Hermann'sche Buchhandl. ♦ daselbst; Jnvalidendank in Berlin; W. Thienes in Elberfeld; C. Schlotte in Bremen.
In ber ersten Hälfte bcS siebzehnten Jahrhunderts cte auf bem Schlosse Leixlip, im nördlichen Irland, ber strvnet Redmond; Blaney ein Mann von biederem aber K-ermüthigen Charakter, ber sich nach feiner Gattin Zeitigem Tode mit einer von mehreren Kindern ihm lein übrig gebliebenen Tochter nach diesem in wildro- «Ätischer Einsamkeit belegencn Schlosse zurückgezogen hatte, «na, so hieß diese Tochter, welche nach der damaligen ^ziehungSweise, d. h. auf eine sehr klösterliche Art erzogen tob, hielt sich häufig im Kreise der weiblichen Diener- folt auf, wo sie den Märchen und abenteuerlichen Erzäh-
, toagen — den beliebtesten Gegenständen der Abend nuter- «Äugen — mit gespannter Aufmerksamkeit zuhörte, und . «durch, bei ihrer von Natur sehr lebhaften Einbildungs- pj-y ch ein ungemeines Interesse für alles Wunderbare und L Übernatürliche faßte. Brigitta Dease, eilte alte Frau von —' Ottern Aeußern, welche einst Amme bei Anna s Groß- 1«ttter gewesen war, und jetzt im Schloße das Gnaden- i Wb genoß, zeichnete sich vor allen anderen durch einen «erschöpflichen Reichthum <iU Legenden und grausenhaften l ' '^nchichten, sowie durch eine gewisse natürliche Beredsam- aus, wodurch sie sich bei der übrigen Dienerschaft »7 71 ${ gewisse Achtung verschaffte, in Annas Augen aber ^«lählig das Ansehen eines fast übermenschlichen Wesens «üann. Mit Vergnügen gewahrte die Alte den Eindruck *tyen sie auf die Tochter ihres Gebieters gemacht hatte, «b bemühte sich, solchen noch mehr zu verstärken, was jlaf1 !t -nch so gut gelang, daß Anna bald nichts mehr that ___$ beschloß, ohne sie vorher um Rath zu fragen. Als i ««4 zur Jungfrau herangereist war, verhieß die Alte,
ffirlAeint täglich außer an den Weltlagen nach Sonn- und Feiertagen. Preis für das Quartal mit der wöchentlichen Beilage „Jllustrirtrs Lonntagsblatt' durch die Expedition (Koch'sche Buchdruckerei) bezogen 2', Mark, durch die Postämter des Deutschen Reiches 2 Mark 50 Pf«, (excl. Bestellgebühr). — Jnsertionsgebühr sür tue gespaltene Zeile 10 Pfg.
Für in der Expedition zu ertbeilende Auskunft und Annahme von Abreffen werden 25 Pfg. berechnet.
„eigen nimmt emgegen: Upedttiond.Btatte», „ledAnnoncen-Bureaux Cl e’ in Tb- Dietrich & Co. in
,«ei unb Hannover; Th. rach Frankfurt a.M.;
tojenftem i Bögler in mutfurt a. M., Berlin, 1C|1 S, Cöln k. ; Rudolf in. Um Berlin, Frank- --- surt a. M- ic.
.2.- Wie verlautet, werden die in Gemäßheit des Berliner 1.- mmges einzusetzenden europäischen Kommissionen gegen« -.51 ich gebildet. Die erste derselben hat sich mit den An- Htnheiteu Bulgariens, die zweite mit denen Ostrumeliens . i Gemäßheit der Bestimmungen des Vertrages zu be- chn. Letzterer untersteht auch die Prüfung der von der orte für Kreta und die anderen christlichen Provinzen Illi t erlassenden organischen Reglements. Deutscherseits wer- ---- n in diese Kommissionen zunächst solche Beamte berufen eben, welche durch ihre Kenntniß der türkischen Verhält- j sse für die betreffenden Arbeiten von wirklichem Nutzen