t Mr. 186.
Marburg, Sonnabend, 10. August 1878.
XDL Jahrgang.
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uu LH. Dietrich L Co. in gessel und Hannover; Th.
»eigen nimmt entgegen: Expedition d.vlatte», ,ie d.Annoncrn-Bureaux
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? ^.»Kinder ich bin noch nicht fertig. Für Dich, lieber n ver- habe ich eine zweifache Belohnung. Einmal [-0118 Du in die erste Clasfe der Oberförster bezüglich - । Ganges und der Besoldung ein und erhältst den Titel 78. Ivrstrath, — hier ist das Dekret und dann ist hier Ernennung Deine- künftigen Schwiegersohnes zum Ober-
witter Clotilde mit dem neuen Oberförster von WolfS- —' - ^ bekannt zu machen. Du bist doch damit einverstan-
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^achdem die Aufregung sich gelegt hatte, welche durch * unerwartete freudige Nachricht enstanden war, sagte ' Mite:
Grundlage, die wir in Wahrheit der tief durchdachten tik deS Fürsten Biömarck verdanken, läßt sich ein herz- und freundschaftliches Verhältniß zwischen Deutsch- 6 und Oesterreich aufbauen. Beide Reiche haben ver- idte Aufgaben, die sie aber in verschiedenen Richtungen ' lgen müssen, und die eben deswegen zu einem Zwie- r der Meinungen und Interessen nicht führen können, rseits sind sie als die nächsten Nachbarn auf gegen- n Schutz angewiesen.
In Italien hat man diese Wahrheit bereits erkannt, fühlt dort, daß man nicht mehr in die Lage kommen , von deutschen Bäumen Früchte zu schütteln, wie im 1866 und 1870. Durch die neue Lage der Dinge Italien vollständig lahm gelegt, insofern es Lust tragen , die Grenzsteine weiter hinaus zu rücken. Deutsch- toirb einen Angriff auf den heutigen Besitzstand Oester- als einen Angriff auf die Eigene Sicherheit ansehen, es wird Oesterreich in der Vertheidigung seiner Grenzen Gut und Blut behülflich sein. Man hört sogar von t unterrichteter Seite, daß Fürst Bismarck diesen Ge- ftn gegen einen Vertreter Italiens offen und unum- kben ausgesprochen hat. Diese Politik ist volksthümlich b grunddeutsch und verdient den Dank jedes Deutschen. Irlich ist eine nothwendige Folge die, daß sich Italien »Deutschland abwendet und sich neue Bundesgenossen
v-mennung meines runsiigeu wcywiegerivyne« zum <-vrr- in Wolshagen, an die Stelle Deines Bruders An- Ich habe nämlich der verehrten Gesellschaft hier die ?. Noch stattfinden sollende Verlobung meiner lieben
3« Forsthavs.
Novelle von Heinrich Hensler.
(Schluß.)
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Oesterreichs Mission.
Die Art und Weise, mit welcher die österreichischen Gruppen in Bosnien empfangen werden, scheint endlich das jener Cabinet mit jener Energie zu erfüllen, welche us nöthig ist, wenn Oesterreich sein erhabenes Man- , den Frieden und die Kultur nach der Balkanhalbinsel tragen, in AuSfHrung bringen will. Oesterreich ging seine Aufgabe wie ein Phlegmatiker, dem es große Ueber- inbung kostet, die gewohnten Bequemlichkeiten einer sehr nen, großartigen und dankbaren Sache zu opfern. Ist Oesterreich erst „im Zuge", dann wird sicherlich der unserer Nachbarn geeignet sein, Bewunderung zu er- . Nach unserer Ansicht muß die Aufgabe Oesterreichs Ader Hauptsache darin bestehen, die neu erworbenen Ge- theile zu germanisiren. Dadurch würde der Keim ge- zn einer neuen Entwickelung des habsburgischen Kaiser- s, eines neuen mächtigen Oesterreichs, eines Bolles germanischer Kultur im Süden und Osten, wie das deutsche Reich im Norden und Westen sein muß.
sieht daraus, daß Deutschland und Oesterreich wesent- identische Interessen verfolgen. Das Jahr 1866 hat alte, unheilvolle Rivalität zwischen Preußen und Oesterbeseitigt; aber für den damaligen Verlust Oesterreichs erst der Frieden von Berlin Ersatz gefchaffen. Auf
Dann fuhr der Alte fort.
»Durch meine Pensionirung ist aber bie von mir feite * bekleidete Stelle frei geworden. Unser allergnädigster ^esherr hat geruht, den bisherigen Oberförster erster ^e, Anselm von Wamberg, zum Forstmeister dahier zu 'titnen. Hier lieber Sohn ist Dein Dekret."
»Ich behalte mir doch aus, daß Du mich nicht aus 5 Fvrsthaufe vertreibst, — ich werde mich mit dem be- ^tnfteit Zimmerchen begnügen."
»®ater!" unterbrach ihn der neue Forstmeister, „wenn
—glicht Deine Wohnung geradeso beibehältst, wie Du sie blirles inne gehabt hast, bann ziehe ich in keinem Falle eine« »ein. DaS große Haus hat für uns Beide genügenden
sucht. Glück auf den Weg! Wir wissen, daß wir die Sympathien Italiens nicht besessen haben. Kurz nachdem unsere Siege der italienischen Nation die Lombardei, Venedig und später Rom verschafft hatten, ging Garibaldi nach Frankreich, um uns zu bekämpfen. Die Dienste, welche Italien uns geleistet hat, sind doppelt und dreifach bezahlt, wir haben nicht die geringste Verpflichtung gegen jenes Land. Die „lächerlichen Ansprüche" Italiens (wie Fürst Bismarck sehr richtig sagte) werden von uns nicht unterstützt, und mag uns auch ein Bündniß Italiens mit Frankreich drohen. Wir haben eine solche Eventualität nicht zu befürchten.
Tagesbericht.
Der Ministerial-Director Dr. Förster im Eultus-Ministerium in Berlin ist gestorben. — Der „Reichsanzeiger" enthält eine vom Kronprinzen int Auftrage des Kaisers erlassene, aus Homburg, den 5. August datirte, vom Grafen Stolberg contrasignirte Verordnung, durch welche der Bun- desrath zum 14. August nach Berlin einberufen wird.
DaS eiserne Kreuz berechttgt nicht, wie fast allgemein angenommen wird, znm Bezug der Ehrenzulage von 3 M. monatlich. Nach dem bezüglichen Gesetz vom 2. Juni 1878 erhalten vom 1. April d. I. ab die genannte Zulage alle Inhaber des eisernen Kreuzes erster Klasse, welche dasselbe im Kriege gegen Frankreich 1870 71 in den unteren Chargen bis zum Feldwebel einschließlich erworben haben, und von demselben Zeitpunkt ab auch die Inhaber deS eisernen Kreuzes zweiter Claffe, wenn sie zugleich das preußische Militär-Ehrenzeichen zweiter Claffe oder eine diesem gleichzuachtende mllitärische Dienstauszeichnung besitzen, welche entweder in einem der seit 1866 mit Preußen verbundenen Landestheile vor der Vereinigung oder in einem der anderen Bundesstaaten vor dem Kriege 1870.71 verliehen worden ist. Welche nichtpreußischen DienstauS- zeichnungen dem preußischen Militär-Ehrenzeichen zweiter Claffe gleichzuachten sind, wird noch bekannt gemacht werden. Diese Ehrenzulage wird auf Lebenszeit gewährt und unterliegt nicht der Beschlagnahme.
Zur Charakteristik der bosnischen Bewegung wird dem N. W. T. Folgendes mitgetheilt: Hadschi-Loga handelt im Auftrage einer bosnischen Liga und mit stillweigendem Einverständnisse der Pfortenorgane. Die Liga hat drei Oberanführer gewählt: für Serajewo den eben genannten Loja, für Liwno einen gewissen Aziz Stuper, ein wegen seines unbezähmbaren Fanatismus und seiner wilden Verwegenheit allgemein gefürchtetes Jndividium, und für Travnik
Clotilde sah erst den Großvater, bann ihren Vater unb ihre Mutter unb nun wieder den Großvater an, auch sie begegnete überall ernsten Gesichtern aus denen sie nicht klug werben konnte, unb sagte endlich:
„Mache doch keinen Spaß, lieber Großvater; ich meine so Etwas passe gar nicht in diese feierliche Stunde."
„ES ist dieses kein Spaß, liebes Kind," entgegnete der Großvater, „ich gebe Dir mein Wort darauf, daß dies voller Ernst ist, der Familienrath hat diese Angelegenheit reiflich überlegt und einstimmung ohne Bedenken seine Einwilligung gegeben."
„Das ist ja aber gar nicht möglich," sagte Clotilde immer ernster werdend, „ich dächte doch, ich hätte eine Stimme dabei und man hätte mich befragen sollen.
„Du hast bestimmt," fuhr der Großvater fort, „und wenn daö Vaterland wieder frei wäre, würdest Du Dich zu einer Heirath entschließen können, — unb bann mußt Du Dich gegen eine allzu weite Entfernung von Deinen Eltern ausgesprochen. Wir haben bieses in beiben Fällen gebilligt. DaS Vaterlanb ist aber jetzt von seinen Unterbrückern befreit, — Wolshagen ist nur ein paar Stunden von Rothenbühl entfernt, — was willst Du mehr?"
„Um meine Einwilligung will ich befragt fein," er- wiedcrte Clotilde mit aller Entschiedenheit, „ich lasse mich nicht so ohne weiteres verloben und jedenfalls müßte der Bräuttgam mir recht fein."
„Ei, das versteht sich von selbst," sagte der Großvater, „gezwungen sollst Du nicht werden — in keinem Falle — nicht einmal überredet. Du hast ganz freien Willen, deshalb frage ich Dich ja gerade: Der Bräuttgam ist Dir nicht recht, mein Kind?"
„Nein, er ist mir nicht recht," versetzte Clotilde, „gar nicht recht unb ich erkläre hiermit auf bas Allerbestimm- tefte, baß ich ihn unter keiner Bedingung Heiratheu werde."
den bekannten Beg Hadschi-Kulinovics, welcher sich von einer großen Popularität in beiden Lagern erfreute. Während Loja bie sogenannte „Volksvertheidigung" in ber bosnischen Lanbeshauptstabt organifirte, blieben Aziz Stuper unb Hadschi-Kulinovics auch nicht müssig. Der Erstere berief eine Kreis-Volksversammlutlg nach Liwno, bie er mit folgenber Anrebe begrüßte: „Brüder, Freunbe! Der Sultan hat uns im Stich gelassen. Seine Organe sitzen wie gelähmt auf ihren Plätzen. Die VolkSregieruug beschloß, wir sollen uns selbst vertheibigen. Ich als das Haupt von Liwno habe Euch berufen, um kund zu thun, daß der Kampf beginnt. Alle Männer des Kreises haben mir zu gehorchen, bie Waffen zu ergreifen unb ben Fremden entgegen zu ziehen. Morgen Abend müßt Ihr Alle vor Liwno erscheinen. Wer sich feige ober treulos benehmen sollte, würbe beS Tobes sein." Bis jetzt.soll Stuper über mehrere Tausenb Bewaffnete verfügen. Er hat um Liwna herum feste Stellungen eingenommen, währenb bie Harems unb mehrere christliche Familien Zuflucht in ben nahen Gebirgen suchten, unb zwar, wie es scheint, mehr vor ben Vertheibigern, als ben Angreifern beö bosnischen Vater- lanbes. Die Wehrmacht, welche ber Beg Kulinovics orga- nisirt hat, soll eine viel beträchtlichere sein. Der etwas prahlerische bosnische Feudalherr soll seine „Hausmacht" auf 30,000 bewaffneter rüstiger Männer angeben — eine Ziffer, bie entschieden sehr übertrieben fein dürfte. Immerhin ist Kulinovics in der Lage, den Okkupationstruppen beträchtliche Schwierigkeiten zu bereiten. In seinem Lager sieht man auch viele Griechisch-Katholiken. In einigen Orten benutzen dagegen die Mohamedaner die Zeit des „Interregnums", um Gränelthaten zu verüben, die an die Blutscenen von Tatar-Basardschik erinnern. So wird aus Gornje unb Dolnje-Zwetschnitz von einem wahren Blutbab berichtet, bas mohamedanischer Pöbel unter ben Christen anrichtete. Nur wenige Christen konnten sich über die österreichische Grenze retten. Die Kreise von Nevesinje unb Gatschko, soweit blefer letztere nicht von Montene- grinem besetzt ist, sollen ein förmliches Kriegslager barstellen, Man giebt bie Zahl ber bortigen Insurgenten auf 8000 Mann an. Was aber mehr als bie Zahl, bereit Nichtigkeit natürlich vorausgesetzt, bebeutet, ist bie Thatsache, daß sie über vorzügliche Hcnri-Marttni-Gewehre unb eine ganze Batterie Geschütze verfügen, lieber bie Provenienz dieser Waffen wirb Allerlei berichtet; Manche wollen wissen, baß biefelbeit aus Italien auf großen Umwegen dorthin geschafft wurden; indessen erscheint die Version, welche ben Ursprung ber Waffen nach Cettinje versetzt, auch nicht aller Begrünbung bar.
„3a, bas ist ganz was anders," antwortete ber Großvater unb so mag ber neue Herr Oberförster sich sonst eine Braut suchen unb Du, liebe Clotilde, mußt eben noch eine Zeit lang lebig bleiben. — Aber Sie sind ja ganz still, lieber Ferdinand! — Was sagen Sie beim dazu?"
Mit diesen Worten wendete sich der Forstmeister plötzlich an ben jungen Mann, ber in athemloser Spannung dieser Unterhaltung zugehört hatte, bei biefer unerwarteten unb überraschenden Frage aber bald blaß, bald roth werdend, stotternd envieberte:
-Ich — Herr Forstmeister — ich — ich weiß wirklich nicht, — ich finde in ber Thal —"
«Wo haben Sie beim Ihr Dekret", fragte ber Forstmeister, „geben Sie es doch einmal her — ich will es der Gesellschaft vorlesen."
„Du hast es ihm ja noch gar nicht gegeben, lieber Vater," sagte Casimir. — „Du hast ja unfern jungen Freunde »och gar nichts von feiner Ernennung gesagt."
„Warum nicht gar," envieberte ber Forstmeister, „ich werbe so etwas vergessen, er hat ja doch das Dekret —'
„Nein, nein, Vater!" versicherte Casimir, „es ist, wie ich sage unb Du irrst Dich, bas Dekret liegt ja noch hier auf bem Tische."
„So muß bie Freude mich alten Mann verwirrt gemacht haben", sagte der Forstmeister. „Nun, dieser Schaden ist schnell wieder gut zu machen. — Also, lieber Ferdinand, ich überreiche Ihnen hiermit Ihre Ernennung zum Oberförster in Wolshagen, an meines Sohnes, des jetzigen Forstmeisters Stelle."
Man kann sich des jungen Mannes ungemeine lieber« rafchung denken.
«Ich gratnlire Ihnen von ganzem Herzen zu Ihrem neuen Amte," fetzte ber Forstmeister hinzu, ihm die Hand kräftig schüttelnd und ihn wiederholt küssend. „Ich hatte,