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XIII. Jahrgang.

Marburg, Freitag, 2. August 1878

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mmission habe competeuzmäßig nur obgelegen, Material sammeln und die Schuldigen im Allgemeinen er- itteln zu suchen. Sache des Stations-Chefs sei es ge- tjen, über das Ganze der Vorverhandlungen sein Gut- n zu erstatten, welches der Superrevision der Admi- ilät unterlag. Der Chef der Admiralltät habe als Ge- sherr zu entscheiden gehabt, welche Personen vor Kriegs-Gericht zu stellen seien, und die dazu erfor- ichcn Anträge bei dem Kaiser zu stellen. Das Kriegö- icht werde im Laufe der nächsten Woche zusammeu-

um zu sagen, ob aus den Verhandlungen der Frieden her­vorgehen wird. Jndeß hegen wir das Vertrauen, daß Fürst Bismarck, indem er die Verhandlungen aufnahm, von dem Gedanken des allseitig herbeigesehnten Friedens­schlusses mit der Kirche geleitet ward.

Halten Sie ein, verehrtes Fräulein," rief Schalch. >3ch beschwöre Sir bei dem Gedanken an Ihre Client, wollen Sie diese durch Ihren unbesonnenen Widerstand

lanipit* a. ÜH., Berlin, ,y>jig, Cöln ic.; Rudolf

Aus Berlin wird telegraphisch gemeldet: Bis jetzt etwa 50 definitive Wahlen bekannt, welche keine ße Verstärkung der conservativen Partei erwarten en. Dagegen werden die sog. reichsfreundlichen Par- gestärkt im Reichstag erscheinen. Das Socialisten- ist zunächst den Regierungen vertraulich mitgetheilt rben. ,

Schmerz um ihre geliebte Tochter ganz gewiß auf das mkenlager wirft."

O Gott! Meine armen Eltern!" rief Clotilde mit

erneuerten Thränenstrome.Und Sie fürchten sich vor der doppelten und dreifachen Sünde, die Sie

Im Forsthaus.

Novelle von Heinrich Heusler.

(Fortsetzung.)

zeigen nimmt entgegen: jk Expedition d.BlatteS, liSie d.Annoncen-Bureaur Bn Th. Dietrich & Co. in leflel und Hannover; Th. dietrich in Frankfurt a.M.;

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Tagesbericht.

DiePrv. Corr." meldet: die Bestätigung des Berliner ritdensvertrages ist durch den Kronprinzen vollzogen wor- , Die Auswechselung der Ratifikationsurkunden wird Sonnabend in Berlin stattfiuden. DieProv. Corr." reibt in einem Artikel unter der Ueberschriftbeim Ab-

hlücklich machen? Wie wird Ihr Vater so nntröstlich «h so lange er nicht weiß, was aus seinem Lieblinge ge- ^den ist, toe wird Ihre arme, bedauerungswürdige, Art p- tzttnernde Mutter vergeblich die Hände ringen, indem sie

Anzeigen nimmt entgegen: die Expedition d Blattes, sowied. Annoncen-Bureaux von G- L. Daube & Co. in Frankfurt a. M.; Jägerische Buchhandlung daselbst; Hermann'sche Buchhandl. daselbst; Jnvalidendank in

Berlin; W. Thienes in Elberfeld; C. Schlotte in

Bremen.

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.uiiitiii in Sachen desGroßen Kurfürsten" bereits gefällten l.MlsPnheile nur auf Erfindung beruhen könne. Der Havarie-

Deutsches Reich.

*« Berlin, 31. Juli. Das seit gestern bekannte Er- gebniß der Berliner Wahlen weist zwar die Verdrängung eines Sozialdemokraten in dem sechsten Wahlkreis auf, aber dieser Umstand kann gar nicht ins Gewicht fallen gegen die Thatsache, daß die Zahl der sozialdemokrattschen Stim­men von 30,000 bei den letzten Wahlen auf 50,000 ge­stiegen ist. Wenn ein fortschrittliches Blatt für dieses Wachsthum die Erklärung gibt, daß die Sozialdemokratie von der Regierung zu sehr mit Polizeimaßregeln bekämpft worden sei, so wird es auch wohl Solche geben, welche darin die dringliche Mahnung sehen, einer ungehemmten Aufreizung, wie sie in ähnlicher Weise noch nirgend vor­gekommen, ein Ziel zu setzen. Der Entwurf des Sozialistengesetzes ist, nachdem der Minister des Innern in voriger Woche dem Kronprinzen darüber Bericht erstattet und die Zustimmung desselben erlangt hat, zunächst den Bundesregierungen vertraulich zur Kenntniß gebracht wor­den. Die geschäftliche Vorlage an den Bundesrath wird in Kurzem erfolgen. DieProvinzial-Correspondenz" meldet, daß die Auswechselung der Ratifikationsurkunden zu dem im Vertrage vorgesehenen Termin am nächsten Sonnabend in Berlin erfolgen wirb. Wie wir hören, wer­den dann die vollständigen Protokolle der Conferenz im Reichsanzeiger veröffentlicht werden. Erst nach der Ratifi­kation wird auch die förmliche Unabhängigkeitserklärung der bisher von der Türkei abhängigen Staaten erfolgen.

Kissingeu, 30. Juli. Der päpstliche Nuntius in München, Masella, traf gestern hier ein und hatte eine dreiviertelstündige Unterredung mit dem Fürsten Bismarck. Heute Vormittag empfing derselbe den Gegenbesuch des Reichskanzlers, hatte darauf in des letzteren Wohuung aber­mals eilte einstündige Conferenz mit dem Fürsten und di- nirte auch Mittags bei ihm.

Straszburg t E., 29. Juni. Am Samstag den 27. d. M. gab die Studentenschaft der hiesigen Kaiser-Wil- Helms-Universität Abends in Tivoli einen Abschieds-Com­mers zu Ehren des Professors der Medicin, Herrn Dr. Gusserow, der uns demnächst verlassen wird, um einem ehrenden Rufe nach der Universität Berlin Folge zu leisten, ebenso wird Hr. Dr. Xaver Kraus, Professor der Kunst­geschichte, binnen Kurzem nach Freiburg in Baden über­siedeln. Gustav Bergmann, der bisherige Reichstags, selben ungünstigen Erfolge, weder die Hoffnung auf eine bedeutendere Geldsumme, noch die Furcht vor einer großen Strafe und eben so wenig die Thränen der Gefangenen erschütterten den Entschluß der Frau.

Aber dennoch gab Clotilde die Hoffnung nahender oder doch möglicher, wenn auch entfernter Rettung nicht auf. Die verschiedenartigsteit Pläne, wie dieses glückllche, schu- lichst erwartete Ereigniß sich verwirklichen könne, beschäf­tigten ohne Unterlaß ihre lebhafte Phantasie und wenn sie gleich bei näherem Nachdenken solche kecke Gebilde als allzuunwahrscheinlich oder geradezu unmöglich verwerfen mußte, so traten doch stets wider andere an deren Stelle und gewährten der Verlassenen weuigsteilS mit der Hoff­nung einigen Trost.

Wir haben gesehen, daß Schalch in dem Jägerhause ankam und von der Haushälterin in die Stube geführt wurde, in welcher der alte Werner schlief.

Du lieber Gott," sagte die Frau,da liegt der alte Kerl immer noch und schläft; ich habe ihm in die Ohren geschrien, und habe ihn geschüttelt, er hat sich aber kaum gerührt; man sollte meinen, er hätte den ewigen Schlaf.

Nur ruhig, Susanna!" unterbrach sie Schalch,lassen Sie ihn nur schlafen bis später, wir brauchen ihn jetzt noch nicht. Sagen Sie mir jetzt nur, was das Fräulein macht?"

Es fehlt ihr nichts, Herr Polizeikommissar," erwiderte die Gefragte.Sie lebt einen Tag wie den andern, ist ruhig und spricht kein Wort mehr, seitdem ich die zwei­tausend Thaler zurückgewiesen habe, die sie mir für ihre Befreiung geben wollte. Wenn ich aber nur Ihren Namen nenne so wird sie gleich außerordentlich heftig und stößt gar böse Beschuldigungen gegen Sie aus, ja vorgestern hat sie mir sogar in strengem Tone befohlen, augenblicklich aus dem

« »r*.. -Schweigen Sie still!" unterbrach ihn Clotilde.Sparen

* jedes Wort,es ist vergebens; was mir seither nicht hnuH »glich war, das ist durch das Verbrechen das Sie an mit ÄabiiS Hangen haben, doppelt unmöglich geworden. Ich schwöre

Musse des Wahlkampfes": so möge denn die bei dem Be- urnjyntt der Bewegung ausgesprochene Hoffnung in Erfüllung , daß die Wahlen Dank dem patriotischen Geiste des ychen Volkes durch Stärkung der staatserhaltenden ente aus conservativen und liberalen Kreisen der Re- MMg eine Mehrheit klar bewußter, entschlossener Männer Reichstage sichern, um sichere Grundlagen für einen en Aufschwung des politischen und wirthschaftlichen Ge- lenS des Volkes zu schaffen.

noch bedeutend größer; in allen Bezirken des dritten Wahl­kreises, aus denen wir das Resultat bis jetzt erfahren konn­ten, schwankt dieselbe zwischen 80 und 90 pCt. Das Er­gebnis der Berliner Wahlen ist folgendes: Gewählt sind 5 Fortschrittler, Hänel, Klotz zweimal, Zimmermann und v. Saucken; zur engeren Wahl kommt es zwischen dem Fortschrittler Zelle und dem Sozialdemokraten Fritzsche. Die Candidaten der Fortschrittspartei haben 81,810, die Sozialdemokraten 54,672, die Falkianer 13,217, die Christ­lich-Sozialen 1425, die Konservativen 5433 Stimmen er­zielt; zu letzteren würden allerdings noch eine große Anzahl von Stimmen kommen, die für den Minister Falk abge­geben worden sind. Interessant sind bei diesen Ergebnissen die Verdrängung des Sozialisten Hasenclever durch den Fortschrittler Klotz und die Nothwendigkeit einer engeren Wahl zwischen Zelle (16,747 St.) und Fritzsche (20,133 St.) Die Sozialdemokratie ist im Verhältnis; noch zu den vorigen Wahlen wieder ungeheuer gewachsen. Hasenclever hatte voriges Mal 9500 St., diesmal über 15,000 Stim­men! Fritzsche erzielte bei der letzten Wahl 11,000 St., diesmal 20,000 Stimmen u. s. w. Bei der Organisation der sozialdemokratischen Partei ist als sicher anzusehen, daß ste ihre damals vorhandenen Anhänger (1877) sämmtlich bei der Wahlurne gehabt hat; die gestrigen Wahlergebnisse zeigen also wieder ein ungeheueres Wachsthum dieser Partei in Berlin an. Und ein Gleiches wird soeben schon auch aus Hamburg gemeldet. In Berlin betrug 1877 die Zahl der abgegebenen sozialdemokratischen Stimmen etwa 30,000, bei der letzten Wahl dagegen 54,672, d. h. die Zahl hat sich fast verdoppelt! Und ein solches Resultat ist mög­lich gewesen nach den Thaten vom 11. Mai und vom 2. Juni d. I.! Wird es denn nun immer noch Leute geben, die sich durch solche Dinge nicht wollen die Augen öffnen lassen?

Der Telegraph bringt die überraschende Kunde, daß der päpstliche Nuntius in München Monsignore Aloise Marella am Dienstag in Kissingeu eingetroffen und von dem Fürsten Bismarck wiederholt empfangen worden sei. Die Verhandlungen der römischen Kurie mit unserer Re­gierung sind somit wieder ausgenommen. ES fragt sich nun auf welchen Grundlagen dieselben geführt werden. Mit der Publikation des krouprinzlichen Schreibens hat unsere Regierung einen unwiderruflichen Schritt gethan, und es ist daher mit Bestimmtheit anzunehmen, daß es sich vorerst nur um die Herstellung eines modus vivendi han­deln wird. Der Abg. Windthorst (Meppen) hat einmal vor nicht langer Zeit gesagt, daß er den Fürsten Bismarck für den richtigen Mann halte, um einen Frieden mit der Kirche in großen Zügen herzustellen. Heute ist es noch zu früh,

Hierauf verließ er das Haus und fuhr wieder nach Kassel.

Nunmehr versuchte die Haushälterin Clotilden zu trösten und gab sich dann alle erdenkliche Mühe, sie zu bereden, den Werbungen ihres Verführers Gehör zu geben. Clo­tilde blieb aber standhaft und erklärte, sie könne und werde nicht nachgeben, da sie wisse und überzeugt sei, ihre Eltern würden nie und unter keiner Bedingung ihre Einwilligung zu dieser Verbindung geben.

Clotilde hatte auch einigemate den Versuch gemacht, die Haushälterin zu bestechen.Bringen Sie mir Schreib­zeug", sagte sie zu derselben,ich schreibe in Ihrer Gegen­wart einen offenen Brief an meinen Vater, in welchem ich ihn ersuche, dem Ueberbringer tausend Thaler einzuhändigen, mittelst welcher Summe meine Befreiung erkauft werden solle."

Ich will ihm keine Nachricht von meinem Ausenthatte geben, es wäre mir dieses auch nicht möglich, da ich nicht weiß, wo und bei wem ich bin. Mein Vater wird mit Freuden das Geld bergeben, das bin ich überzeugt, ich ver­lange von Ihnen nur das feierliche Versprechen, daß Sie mich, sowie Sie in dem Besitze dieses Geldes sind, auf das Forsthaus bei Steinau oder nur in dessen Nähe bringen. Ich schwöre Ihnen bann, daß ich nie Jemanden sagen werde, wo ich gefangen gewesen bin und ebenso wenig, wer mein Entführer ist."

Die Haushälterin ging jedoch nicht darauf ein.

Es kann nicht sein," sagte sie.Ich habe meine gute Versorgung hier, die würde ich augenblicklich verlieren, wenn ich Sie entfliehen ließ und nicht sorgfälttg bewachte. Meine Tochter ist bei dem Schwager des Herrn Polizei­kommissars in Diensten und mein Sohn hat eine gute Stelle bei der Polizei; wir würden Alle zeitlebens un­glücklich, wenn ich so etwas unternehmen wollte."

Clotilde verdoppelte ihr Anerbieten, aber mit dem-

Erscheint täglich außer an den Werktagen nach Sonn- und Feiertagen. Preis für das Quartal mit der wöchentlichen BeilageJllustrirteS Sonntagsblatt" durch die Expedition (Koch'sche Buchdruckerei) bezogen 2i Mark, durch die Postämter des Deutschen Reiches 2 Mark 50 Psg. (ejcl. Bestellgebühr). Jnsertionsgebühr für die gespaltene Zeile 10 Pfg.

Für in der Expedition zu ertheilende Auskunft und Annahme von Adressen werden 25 Pfg. berechnet.

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EM DerNordd. Allg. Ztg." zufolge ging der Protest des __1 vgs v. Cumberland auch der preußischen Regierung i fc, jedoch nur bis zu den Worten: Herzog von Braun- 01 Mveig und Lüneburg zu führen. DieNordd. Allg.

"20t diese Gewaltthat begehen, indem Sie nicht nur mich, kdcrn auch meine armen Eltern unglücklich machen? toen Sie denn gar kein Gewissen denn von Ehre 114i* 101 Dem nicht die Rede sein, der vor solcher Schänd-, it nicht zurückbebt! Der Himmel wird eine solche Frevel- ;78. nicht ungestraft lasten."

Ich lasse Sie allein, mein Fräulein," unterbrach sie ittlrt? Hglch, Zn einigen Wochen werde ich wieder kommen und Id.»«- * $tn, ob bann vielleicht Ihre Vernunft diese thörichte Lei- ^schaft besiegte."

. Mit diesen Worten eilte er aus dem Zimmer und Mte die Fran hinein, welche bei dem Empfange Clotil- Ms zugegen war.

Die Betheiligung an ben Wahlen Berlins war eine ganz rme, wie sie bisher nie stattgefuuben hat. Bei der vorigen hl erreichte die Betheiligung in Berlin im Durchschnitt aller nltuiDWahlkreise 51 pCt., sie war mit 73 pCt. am höchsten ehr « 3. Wahlkreise wegen beS Kampfes ber Fortschrittspartei n Tif «t ber Sozialbemokratie. Diesmal war bie Behelligung

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