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xui. Jahrgang

Marburg, Donnerstag. 1. August 1878

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Tagesbericht.

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*nn das Gras war, ehe ich mick hierher setzte, noch sehr M Oder habt Ihr in Eurem Castell da ein Plätzchen,

Im Forsthaus.

Novelle von Heinrich Hensler.

(Fortsetzung.)

denjenigen Angelegenheiten, deren Geheimhaltung ihrer Natur nach erforderlich ist, sowohl alle solche dienstliche Vorkomm­nisse im Betriebe des Post- und Telegraphenwesens gehören aus deren weiterer Mittheilung für die Verwaltung oder für einzelne Personen Nachtheile entstehen können, als auch Thatsachen dieser Art, welche sich auf den Postversendungs- und Depeschenverkehr beziehen. Der Beamte muß über die ankommenden und abgehenden Postsendungen und Te- legrannne die strengste Verschwiegenheit beobachten und mit wem jemand Briefe oder Telegramme wechsele, keinem an­deren offenbaren.Als Angelegenheiten, bereit Geheim­haltung dem Beamten von seinem Vorgesetzten vorgeschrieben ist, haben für den Post- und Telegraphenbeamten alle amtlichen Verfügungen und dienstlichen Anordnungen zu gelten, deren Veröffentlichung oder weitere mündliche oder schriftliche Mittheilung an andere Personen einschließlich anderer Beamten der eigenen Verwaltung, vom Vorgesetzten nicht ausdrücklich angeordnet oder gestattet worden ist."

Bezüglich des auf Wunsch des Kaisers in Babelsberg folgten vorgestrigen Empfanges der Minister und des Präsidenten des evangelischen Oberkirchenraths wird der . Jiorbb. Allg. Ztg." bestätigt, daß der Kaiser sich sehr ---- mlich und ergreifend gegen die Minister ausgesprochen 1 tt sowohl bezüglich der traurigen Veranlassung seines h d vdms wie bezüglich der zu erhoffenden Genesung.

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..Ich danke Euch für diesen wahrhaft christlichen Wunsch Stber Freund!" sagte Ferdinand das Glas abermals füllend «Leiß Gott, Ihr.gefallt mir und wenn ich die nächste ^»che wieder zurückreise, so zieh ich nur diese Straße nab suche Euer Haus auf und da bringe ich eine ganze ^uteille von diesem Licfueure da mit, die ich Euch verehre iitb meine Flasche da soll auch wieder gefüllt fein, die tir dann zum Abschiede mit einander leeren wollen. Ist 8 recht so Atter?"Topp! es bleibt dabei!" schrie der fite Invalide.Ich könnte mich ganz mit dem langwei­len Aufenthalte hier versöhnen, wenn nur jede Woche Ä- oder zweimal ein so fideler Bruder Studio mich be­uchen würde."

.Jetzt muß ich aber fort", sagte Ferdinand, bojr

Deutsches Reich.

** Berlin, 30. Juli. Aus einer Aeußerung derNordd. Allgem. Ztg." geht hervor, daß der Text des Protestes, welchen der Herzog von Cumberland am 11. Juli an sämmtliche europäische Regierungen gerichtet hat, von der Germania" unrichtig mitgctheilt ist. Der Protest ist auch bei der Königlich preußischen Regierung eingegangen und auch hier reicht der Text nur bis zu den Worten:Herzog von Braunschweig und Lüneburg zu führen." Ob die weiteren Aeußerungen, welche nach der Mittheilung der Germania noch folgen, dem Text wirklich für eine näher befieundete Regierung beigefügt waren, ober ob derselbe für den örtlichen Gebrauch hergestellt ist, ist ungewiß. Eine dritte Möglichkeit ist, daß die Germania das Proteftschreiben kombinirt hat mit einem für die welfischen Parteigänger bestimmten Schriftstück. Den mancherlei widersprechenden Nachrichten gegenüber muß wiederholt betont werden, daß in Sachen desGroßer Kurfürst" noch kein Urtheil ge­sprochen ist. Die Havariekommission konnte innerhalb ihrer Competenzen nur die Thatsachen feststellen. Hiernach ist es Sache des Stationschefs über das Ganze ein Gutachten auszuarbeiten, welches dann in der Admiralität einer Super- revision unterzogen wird. Der Chef der Admiralität hat demnächst die Entscheidung über die weiteren Anordnungen zu treffen. DaS Kriegsgericht über diesen Fall wird in der nächsten Woche zusammentreten. Das Panzerschiff Friedrich der Große" ist bereits im Dock zu Kiel trocken gelegt. Der Vice - Admiral v. Henk wird in den nächsten Tagen die Beschädigung der Fregatte in Augenschein nehmen und über die Reparatur Bestimmungen treffen. Der

der Alte schon in einem Lehnsessel in einer Ecke der Stube und es hatte allen Anschein, daß er eher schlafen werde, als sein Gast und um so mehr als dieser entfernt nicht daran dachte, sich einer solchen Erholung hinzugeben, viel­mehr hatten die dem Invaliden entlockten, seine Vermuthun- gen bestättgende Nachrichten, sowie der Umstand, daß er seinem Ziele so nahe war, ihn im höchsten Grabe aufge- ' regt. Um aber ben Schein zu wahren, legte er sich auf bas Bett bis er sah unb hörte, baß ber Alte fest schlief. Nun kam er leise hervor unb sah sich überall um er konnte aber in ber Stube nichts besonderes bemerken. Er lauschte nun an der Thüre.

Lange war nichts zu hören, endlich wurden Thüren auf und zu gemacht und leichte schritte bewegten sich in dem Hausgange hin und her.Das wird die Haushälterin fein", dachte er,die wird das Fräulein besuchen, vielleicht daö Frühstück besorgen."

Dann wurde es wieder still, er ging an das mit Eisenstäbm verwahrte Fenster und sah ins Freie hinaus unb überlegte, was er thuu solle. Er konnte nicht zwei­feln, baß ber Vater Clothilbens, wenn ihm teilt Unglück zustoße, noch am Vormittage eintreffen werbe. Diesem Einlaß zu verschaffen war vor ber Hanb feine alleinige Aufgabe unb es war eben so gewiß, daß, weil bas Fräu­lein nur von bent alten Invaliden unb von ber Haus­hälterin bewacht würbe bie Befreiung ohne bie geringste Gewalt gelingen werbe.

Mit fieberhafter steigernber Ungebulb erwartete er bie Ankunft des Oberförsters, unb ging bald an bie Thüre um zu hören, was etwa int Hause vorgehe, halb triebet an daö Fenster, nm zu sehen, ob bie Chaise halb komme.

So mochte etwa eine halbe Stunde vergangen sein, es war zehn Uhr geworben, ba sah Ferdinand endlich eine Chaise aus dem Walde hervorkommen. Das wird sie fein,

Anzeigen nimmt entgegen: die Expedition b. BlaiteS, sowied. Annoncen-Bureanx von G. L- Daube & Co. in Frankfurt a. M.; Jäger'sche Buchhandlung daselbst; Hermann'sche Buchhandl. daselbst; Jnvalidendank in Berlin; W. Thienes in Elberfeld; C. Schlotte in Bremen.

^opr, Mt.'int tüalick auker an den Werktagen nach Sonn» und Feiertagen. Preis für das Quartal mit der wöchentlichen BeilageJllustrirteS Sonntagsblatt" durch die Expedition (Koch'fche OTa' Buchdruckerei) bezogen 2i Mark, durch die Postämter des Deutschen Reiches 2 Mark 50 Psg. (erd. Bestellgebühr». Jnsertionsgebühr für bie gespaltene Zeile 10 Psg.

flr g| k Für in der Expedition zu ertheilende Auskunft und Annahme von Adressen werden 25 Psg. berechnet.

- dH, daß er feine Absicht erreicht hatte.Die Augen fallen r sE *ir zu vor Schlaf, fceffen ich mich nicht mehr erwehren

Locs- %nn denke, die Sonne hat jetzt den Thau aufgeleckt hen zu Niut das Gras war, ehe ich mick hierher setzte, noch sehr ' UNN tzß Ober habt Ihr in Eurem Castell ba ein Plätzchen, Ditv tu H ein ^ar Stunden schlagen könnte? Etwa auf bent [293-

steltt. Im Herrenhause wirb im ersten Stock für Se. Majestät eine Babestube extra eingerichtet, besten Bassin mit Porzellanplatten ausgelegt wirb. Das Thermalwaster wirb burch ein Pumpwerk dahin geleitet. Im Wohnzimmer Sr. Majestät werden alle Portraits jener hohen Persön­lichkeiten, welche sich int Jahre 1833 hier trafen und unter welchen sich auch Se. Majestät befanden, angebracht. Mit dem Kaiser werden vom Gefolge unb Dienstpersonal an siebenzig bis 80 Personen eintreffen, betten sich ein ans zwölf Wagen bestehenber Wagenpark nebst vielen Pferben, welche in ben fürstlich Clary'schen Stallungen untergebracht werben, anreiht. Die kaiserliche Küche wirb in bent neuen Anbaue neben bent Herrenhause untergebracht. Zum Besuche bes Kaisers Wilhelm stnb bereits für bie nächste Woche, Sonnabend, bie Großherzoge von Baden, Mecklen­burg-Schwerin, ber Herzog von Meiningen u. A. ange­meldet. Auch Seine Majestät unser Kaiser, sowie auch Seine kaiserliche Hoheit ber Kronprinz Rudolf werben zum Besuche hier erwartet unb bürsten ihr Absteigequartier int Schlosse Seiner Durchlaucht bes Fürsten Clary nehmen. Der Ankunft Ihrer Majestäten bes Königs unb ber Kö­nigin von Sachsen wirb ebenfalls in ben nächsten Tagen entgegeugesehen. Gleich nach Anlangen bet Nachricht von ber Hierherkunft Seiner Majestät bes Deutschen Kai­sers würben unter ber Leitung eines hiesigen bafüt bestell­ten Beamten bie Arbeiten begonnen, um bie Telegraphen­leitung in bie Gemächer Sr. Majestät int Herrenhause zu legen. Küche, Kellerei, mit Ausschluß ber Konditorei, führt Se. Majestät mit sich. Die Hoftafel wird 25 Personen umfassen. Die Mittheilung, daß Se. Majestät der Kaiser in Teplitz bie von seinem Vater benutzten Zim­mer bewohnen werbe, ist, laut Mittheilung ber Norbb. Allg. Ztg., unrichtig. König Ftiebrich Wilhelm III. pflegte int Herrenhause nur zu haben. Die für Se. Majestät be­stimmten Zimmer stnb sehr einfach hergerichtet, so gut ,es eben in ber Eile ber wenigen Tage geschehen konnte, seit bie Reise des Kaisers nach Teplitz endgültig beschlossen worben. Gegenüber bent Wohnzimmer Sr. Majestät ist ber Eingang in bie für ben Kaiser int 1. Stock eingerich­tete Babezelle.

Die Wahrung beS Amtsgeheimnisses ist ben Beamten ber Reichspost- unb Telegraphenverwaltung neuerdings in ber allgemeinen Anweisung zur befonberen Pflicht gemacht worben. Nach bent gegebenen Beamtengesetze hat ber Be­amte über bie vermöge seines Amts ihm bekannt gewor­benen Angelegenheiten, beten Geheimhaltung ihrer Natur nach erforberlich ober von seinem Vorgesetzten vorgeschrieben ist, Verschwiegenheit zu beobachten, auch nachdem bas Amts- verhältniß gelöst ist. Dazu ist nun hinzugesetzt, baß zu

Kammer, ba finbet Ihr ein reinliches Bett, auf bas Ihr Euch legen könnt unb wenn Ihr auch ein beffereS Lager gewöhnt fein werdet, so ist es doch bester als ein Bund Stroh oder Schütte Heu."

Das ist mir schon recht und ich nehme es mit Dank an", erwiderte Ferdinand,ich hätte Euch sogar darum gebeten, doch fürchtete ich, es möchte Jemand da wohnen, den es genirt, wenn ein Fremder"

Was geniren!" unterbrach ihn der Invalide,ein ganz junges Mädchen, das seine Stube nicht verläßt und das ich noch nicht zu Gesicht bekam und eine alte Haus­hälterin bilden mit mir die ganze Besatzung und die werden Euch nicht einmal sehen: UeberdieS führe ich das Com- mando hier und thue, was ich will."

Wohnt Ihr denn das ganze Jahr in dieser menschen­leeren Einöde?" fragte Ferdinand, indem Beide miteinander in das Haus gingen.

Im Sommer ließ ich es mir schon ein paar Wochen da gefallen, im Winter muß aber der Aufenthalt gar traurig und unangenehm sein."

Das fehlte mir noch", erwiederte der Alte.Ich bin auf vier Wochen zu dem Wachendienst hierher commandirt, ich glaube aber nicht, daß ich es aushalte und wenn sie daö Fräulein nicht fort thuu oder mich ablösen lasten, so packe ich meinen Tornister und raujionire mich, ehe sie eS sich versehen."

Sie waren nun in das Haus getreten, ber Alte ver­schloß bie Thüre unb führte seinen Gast in eine unmittel­bar neben betreiben gelegene Stube unb sagte zu ihm:

Hier ist mein Quartier, macht es Euch bequem, ich stehe bafür, baß Euch Niemanb stört; ich werbe Euch bewachen."

Noch ehe Ferdinand Miene gemacht hatte, sich auf bas 1 mit einem großen Vorhänge umgebene Bett zu legen, saß

>a%! Heber bie Reise Sr. Majestät bes Kaisers von Babels- " ,0* tr« nach Teplitz stellen wir folgenbe Mittheilungen zu- tomt Mn. In Schloß Babelsberg waren nach berN. Pr.

w ta" zur Verabschiedung anwesend ber Kronprinz, Prinz art unb Prinz Friedrich Karl, Minister bes königlichen «uses Freiherr v. Schleinitz, Chef bes Militärkabinets tocral v. Albedyll, Kommandant von Potsdam, General Bronsart, Polizeipräsident von Potsdam v. Engelken, die tere vom Dienst, Hauptmann v. Natzmer, Lieutenant Köckritz, Lieutenant v. Meibom. Der Kaiser im Mititär- .ock, Mütze und Mantel, fuhr mit der Großherzogin Baden im offenen vierspännigen Wagen, in einem zweiten ten der Leibarzt Dr v. Lauer und der Flügeladjutant jor Graf Arnim, in einem dritten der Kronprinz mit er Königlichen Hoheit der Prinzessin Victoria von Baden. Neubabelsberg verabschiedete sich der Kronprinz, um Mittags nach Berlin und von da mit der Lerther Bahn Hannover und weiter nach Homburg zu reifen. Die rt des Kaisers zu Wagen ging über Jagdschloß Stern Großbeeren. Hier wartete ber Extrazug. Nach kurzem fenthalte daselbst erfolgte die Abreise gegen 12 Uhr 30 muten. Der Teplitz-Schönauer Anzeiger berichtet über Bemühungen, bem Kaiser seinen Teplitzer Aufenthalt angenehm wie möglich zu machen:

l Wegen des bevorstehenden Aufenthaltes Sr. Mafestat Kaisers von Deutschland in unserer Babestadt werden regstem Eifer alle Vorkehrungen getroffen, um jede örung der Kur hintanzuhalten. Anläßlich bet Anwesen­des Kaisers' wird eine Ehrenbürgerwache gebildet, fahrend die amtlichen Organe für die öffentliche Ruhe b Sicherheit zu sorgen haben. Der Herr Bürgermeister ieß ferner eine Kundmachung, wonach auf der Strecke Kursalon an bis zum Schloßplatze Tags über nur Schritt, des Nachts, das ist von 10 Uhr Abeudö bis B'llhr früh, aber biS auf Weiteres gar nicht gefahren Kl Serben darf. Betreffs der Straßen- und Kanalreinigung fl, Mb bie umfassendsten Vorkehrungen getroffen worden. Der dtadtrath ist permanent thätig, um Alles zu verfügen, iang; bas sich im Interesse der Annehmlichkeiten des-Aufenthal- J 6» in Teplitz als nothwendig und wünschenswerth heraus-

«jeigen nimmt tmgtgen: Wpedltiond.lvlatte«, «iediAnnoncen-Bureaux in Th. Dietrich & Co. in .siel und Hannover; Th. jeirich in Frankfurt o.üJL; ..lenstein & Vogler tn tanlfurt a. M., Berlin, Mtia, Cvln tc.; Rudolf lt", f jgfle in Berlin, Frank- ' " furt a. M. rc.

Heuboden? Ich bin nicht wählerisch unb begnüge mich mit Äkin Eckchen im Stalle. Da, trinkt noch einmal zum - ^schiede."

Das wäre mir ein schöner Spaß", sagte ber Alte t\3> ^willig,am Ende würdet Ihr in die Hundehütte schlüpfen. 78 W glaubt Ihr vielleicht, der alte Werner hätte fo. wenig ^bensart, daß er einem so feinen Herrn, ber einen so ^ttrefflichen Trank mit sich führt unb so gerne spendet, bem Heuboden einquartirt? Ihr geht mit mir in meine