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-»zeigen nimmt emgegen: die Expedition d.vlattes, typie d.Annoncen-Bureaux M„ Th. Dietrich & Co. in geffd und Hannover; Th. Dietrich in Franlsurt a.M.; i ßaafenftein & Bögler in

Frankfurt a. M., Berlin. jkip,ig, Köln ic.; Rudolf Stoffe in Berlin, Frank- furt a. M. ic

Jllatöurg, Sonntag, 28 Juli 1878

xni I-hrgltog.

GchrWr ZeitW.

Anzeigen nimmt entgegen: die Expedition d Blattes, sowie d. Annoncen-Bureaux von G- L- Daube & Co. in Frankfurt a. M.; Jäger'sche Buchhandlung daselbst; Hermann'sche Buchhandl. daselbst; Jnvalidendank in Berlin; W. ThieneS in Elberfeld; C. Schlotte in Bremen.

II

grschtint täglich außer an den Werktagen nach Sonn- und Feiertagen. Preis für das Quartal mit der wöchentlichen Beilage „Jllustrirtes Sonntagsblatt" durch die Expedition (Koch'sche Buchdruckerei) bezogen 2i Mart, durch die Postämter des Deutschen Reiches 2 Mark 50 Pf«, (excl. Bestellgebühr). — Jnsertionsgebüdr für die gefpaltene Zeile 10 Pfg.

Kür in der Expedition zu eitbeilenbe Auskunft und Annahme von Adressen werden 25 Pfg. berechnet.

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Politische Wocheu-Ueberficht.

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Novelle von Heinrich Hensler. t Fortsetzung.)

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scheu könne. Das dürste auch der Fall sein, wenn er Nt ganz bis dahin fahre. Ueberdies könne er doch vor _ "tot nächsten Morgen dort nicht beginnen, bis dahin werde . $ aber jedenfalls auch zu Fuß dort sein.

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«ür die Monate August und September O nehmen die Postanstalten (auf dem Lande die Landpostboten) Bestellungen entgegen auf die v Dberhesstsche Zeitung und deren Gratisbeilage

Jllustrirtes Sonntagsblatt.

Die Exped. ». Oberh. Zeitung.

Das Befinden unseres Kaisers hat sich auch in der verflossenen Woche zusehend gebessert; am 20. Juli wurde tk erste Ausfahrt inS Freie, freilich noch im geschlossenen Vagen, unternommen, und dieser folgte schon am folgen- (en Tage eine zweite, welche bis zum Thiergarten ausge- tzehnt wurde. Beide sind dem Kaiser so vorzüglich bekom- uen, daß die Aerzte zu der Uebersiedlung desselben nach Schloß Babelsberg ihre Zustimmung geben konnten. Diese ijt alsdann am 22. Juli erfolgt; die Großherzogin von .......... Baden hat ihren erlauchten Vater nach Babelsberg begleitet scheu z« Md wird denselben auch nicht verlassen, wenn derselbe am nd aui- 31. Juli oder 1. August, wie es in Aussicht genommen [1269 ift, sich zu längerem Curgebrauche nach Teplitz begeben ~ wird. Die Kaiserin ist nach Baden-Baden, von wo sie nach

dem Attentat zu ihrem Gemahl geeilt war, zurückgekehrt. - Die Wahlagitationen sind überall im Gauge, bald mehr, halb weniger lebhaft, ob sie so, wie es die Regierung _ nscht, ausfallen, bleibt dahingestellt. — Die Verordnung »egen des Pferdeausfuhrverbots ist aufgehoben. — Der Mische Landtag ist am Mittwoch vom König in Person Mit einer Thronrede geschlossen worden. — Graf Hatzfeldt, ter bisherige deutsche Gesandte in Madrid, ist als Nach- plger des Prinzen Reuß für den Botschasterpostcn in nstantinopel ausersehen.

In Rom fand am 21. Juli eine große Volksversamm- g im Politcama-Theatcr statt, die von der republikanischen artet berufen war und worin Menottr Garibaldi den ersitz führte. Sie betraf den Berliner Vertrag, die Occu- atiou von Bosnien und der Herzegowina durch Oesterreich d den Schmerzensschrei der Italia irredenta, d. h. das Erlangen nach österreichisch-italienischen Gebieten, dem rentino und Triest. ES wurde unsinnig geredet gegen erreich, gegen den Congreß und die Bevollmächtigten f demselben, gegen die italienische Regierung und gegen Monarchie überhaupt, und endlich erfolgte eine sinnlose esvlution. Im Uebrigen verlief die Versammlung aber in er Ordnung. In vielen andern italienischen Städten

„Sie sind ein wackerer junger Mann," sagte der Forst- ister Jenem die Hand schüttelnd. „Ich glaube wirklich, daß Sie die rechte Spur aufgefunden haben, und will Ihnen huUll Xttr sagen, daß der Friedensrichter Zöller und der Ober- , 2 $ ftzrfter Zöller, Konrads früherer Dienstherr, Brüder sind f sogl- -Ich will Sie nicht weiter aneifern, das ist bei Ihnen, [18 Äe ich sehe, durchaus nicht nöthig; eher müßte man zur Erficht und Mäßigung rathen. Aber auch das halte ich " für nnnöthig. Sie werden so gut wie ich vermulhcn und befürchten, daß der Faden, den Sie gefunden haben, über Mienstein hinausführt, und wahrscheinlich an einem Orte «idigt, der die höchste Gefahr für Jeden birgt, der eine __scher geglaubte Beute wieder zu entführen unternommen ist » h»t. Gehen Sie mit Gott, und fahren Sie fort, wie Sie auf 8 Wonnen, das Weitere wird sich gewiß bald finden." — [18 . Eine milde klare Sommernacht folgt; diesem Tage; der " Mge Stellmann hatte baS dringend wiederholte Anerbieten - »ti Forstmeisters ihn in seiner Chaise nach Freienstein, wenigstens bis in die Gegend dahin fahre» zu lassen, ent- Lpr^ schieden und beharrlich abgelehnt, weil jedes Aufsehen sofg- Mgst vennieden werden müsse, wenn sein Vorhaben ge- :. [14J Wen solle. Nur als einfacher bescheidener Fußreisender ---- ßnne er unbemerkt, wenigstens unberücksichtigt die erfor- Michen Beobachtungen anstellen, wogegen er in einem £ kleinen Orte wie Freienstcin, wenn er zu Wagen an»

haben eben solche Versammlungen stattgefunden, welche die­selben Beschlüsse faßten. In Rom fand eine abendliche Demonstration vor den Palästen beS österreichischen Ge­sandten am päpstlichen und königlichen Hofe statt, die aber von der Polizei sofort gehemmt wurde. Eigentliche Ruhe­störungen sind aber nirgendwo vorgekommen.

Der Präsident der französischen Republik ratificirte am 22. Juli im Ministerrathe den Berliner Vertrag. Minder beruhigend als die letzten Nachwahlen für die Republik laute» die HiobSposten über die Arbeitseinstel­lungen. Die der Grubenarbeiter im Nord nahm einen bedenklichen Umfang an, wurde jedoch durch militärische und polizeiliche Mittel bis jetzt auf dieses eine Departement be­schränkt; der Ausgleich zwischen den Gesellschaften und Ar- beiteni wollte bisher nicht gelingen. Auch in Paris wurde in der Bouillonanstalt Duval, in Bordeaux von den Bäcker­gesellen, in St. Etienne und St. Chamond von den Fär­bern und Seidenarbeitern die Arbeit eingestellt. In der orientalischen Politik neigt die französische Regierung mehr und mehr zu einem herzlichen Einvernehmen mit England, zu der nunmehr auch Gambetta sich bekennt.

Sir Gamet Wolseley, der Lordeommissar von Cypern, hat mit nahezu 10,000 Mann Malta verlassen und ist bereits mit einem Theil dieser Truppen in Cypern einge- troffen, dessen Besitzergreifung bereits durch den Admiral Hay ohne den geringsten Widerstand vollzogen war. Die Bevölkerung fügt sich offenbar gern der englischen Verwal­tung und man rechnet ans das Zuströmen einer großen Anzahl von Einwanderern aus Malta, Aegypten und Eng­land. Earl Beaconsfield und Marquis von Salisbury sind von her Königin durch Verleihung des Hosenbandor­dens ausgezeichnet worden. Im Parlament haben beide bereits baS Wort ergriffen, um die vom Cabinet während der letzten Zeit befolgte Politik zu vertreten und näher zu erläutern. Obwohl die große Mehrheit des Parlaments auf ihrer Seite steht, so ist doch auch die Opposition nicht unthätig geblieben und zum Angriff übergegangcn. Nach­dem Forster und Gladstone in öffentlichen Versammlungen die Politik des CabinctS in heftigster Weise bekämpft haben, hat nun auch der Marquis von Hartington ein Tadels­votum eingebracht, welches am Montag zur Verhandlung kommen und voraussichtlich eine lange und gereizte Be­sprechung Hervorrufen wird. Man rechnet, daß das Mi­nisterium unter allen Umständen eine bedeutende Mehrheit erhält.

Die außerordentliche Session der belgischen Kammer ist am 23. ohne Thronrede eröffnet worden.

Die Verhandlungen der Türkei mit Oesterreich wegen der Besetzung Bosniens und der Herzegowina haben noch immer nicht zum Abschluß einer Convention geführt; Oester­

reich wird zwar schließlich auch ohne eine Vereinbarung mit der türkischen Regierung seinen Einmarsch bewerkstelligen, aber offenbar liegt ihm sehr viel daran, dies int Einver- ständniß mit der Pforte Ihn» zu können, einerseits, um nicht der immer stärker hervortretenden Opposition im eigenen Lande eine Waffe in die Hand zu geben, anderer­seits, um nicht gezwungen zu fein, einen bewaffneten Wider­stand der Mohamedaner blutig niederzuwerfen. Der Auf­marsch der österreichischen Armee unter General Philipp ovich ist soweit beendet, daß das Ueberschreiten der Grenze er­folgen kann, sobald aus Wieu der Befehl dazu eintrifft. Man glaubt dort, daß dies am 28. oder 29. Juli erfolgen soll. Schwieriger noch als mit Oesterreich gestalten sich die Verhandlungen mit Griechenland. Da dieser Staat nicht die Macht hat, eine Grenzberichtigung zu seinen Gunsten gewaltsam erzwingen zu können, so wollte die Pforte ihm anscheinend zuerst gar nichts geben, sondern schickte Truppen nach der griechischen Grenze, um durch diese Drohung Grie­chenland von jedem angriffsweisen Vorgehen abznschrecken. Doch als sich die Vertreter der Mächte ins Mittel legten, unterblieb die Absendung weiterer Truppen und die Pforte scheint sich mit dem Gedanken einer Gebietsabtretung ver­traut zu machen.

Tagesbericht.

Dem Vernehmen nach gedenkt Se. Maj. der Kaiser Ende dieser oder Anfang der nächsten Woche nach Teplitz abzureisen; die Entscheidung hängt von der fortschreitenden Kräftigung Sr. Majestät und der Witterung ab. Nach der Abreise beS Kaisers begibt sich der Kronprinz nach Homburg, wohin das Civil- und das Mlllitär-Cabinet folgen.

Der „Reichsanzeiger" meldet: anläßlich der bei dem Untergange des „Großen Kurfürsten" seitens der engli­schen Behörden gewährten Hülfe und bewiesenen Theilnahme ist kürzlich der englischen Regierung auf Allerhöchsten Be­fehl der besondere Dank des Kaisers durch den Grafen Münster übermittelt worden. Der Kronprinz hat aus dem gleichen Anlaß am 13. Juli ein officielleS Dankschrei­ben an die Königin Victoiia gerichtet (welches der „Reichö- anzeicher" publicirt.)

Die „Nordd. Allg. Ztg. bestätigt, daß die Havarie- Commission in Kiel die Mannschaften am Ruder des Schiffs „König Wilhelm„ freigesprochen hat. Seitens der Admiralität wird nunmehr auf Grund der Vorunter­suchungen gegen den Geschwaderchef, den Commandanten und die beteiligten Officiere die förmliche Anklage erhoben. Das Kriegsgericht wird, da ein Admiral dabei beteiligt und fämmtliche anderen Admirale entweder als Sachver-

Während der Vollmond am wolkenlosen Himmel he­raufzog und seinen Weg belenchtete, überließ sich der ein­same Wanderer ungestört seinen Gedanken, die sich natür­lich nur mit dem Gegenstände beschäftigten, den er mit so großem Eifer und voller Hingebung verfolgte.

Dabei fiel, ihm das Gespräch ein, welche« seine Mutter am Morgen dieses Tages nist ihm geführt, und das so reizende Sceneu einer leider nur allzu unwahrscheinlicheu Wirklichkeit ihm vorgezaubert halte. Wie gerne würde er den Wunsch der guten Frau erfüllt haben, wenn das in feinen Kräften gestanden hätte. Sie halte nicht nöthig, ihn daran zu erinnern, was Clotilde für ein schönes, lie­benswürdiges Mädchen sei, und welche unendliche Vorzüge sie in jeder Hinsicht besitze; — daS reizende, liebliche Diäb» chen war ihm, seidem er zum ersten Male von dem uner­warteten Anblicke höchlich überrascht, es gesehen hatte, nicht mehr aus dem Sinne gekommen. Ihr Anblick, als sie von dem Krankenbette seiner Mutter umwendend, und nach dem Fenster gehend, ihm gegenüber gestanden, war ihm unver­geßlich, ebenso die wenigen Minuten, die er in dem Nachen ihr gegenüber gesessen. Es war ihm dabei keineswegs ent­gangen, wie die Aufmerksamkeit deS Mädchens in jenem ernsten Momente zwischen dem Knaben, den er aus den Fluchen gerettet, und der dann wie Tod auf dem Rasen lag, und ihm getheilt war, und jedesmal, wenn der Blick ihres schönen Auges dem seinigen begegnete, drang dieser Blick tief in fein Inneres und durchzuckte ihn so lebhaft, daß er nur mühsam und mit verdoppelter Anstrengung das Ruder halten konnte, und fast nicht im Stande war, den Nachen nach dem nahen Ufer zu lenken. Und als er mdlich den Knaben nach dem nahen Forsthanse getragen hatte, wie freundlich war da der Blick, dieser stumme und doch fo beredte Dank für diesen Liebesdienst! Ach, wie oft halte er sich diese« Alle« so recht lebhaft vergegenwärtigt,

und immer wieder malte er sich diese Scene» bi« auf den kleinsten unbebeutenfteii Gegenstand au«, und schwelgte in der Einnerung, bis der Gedanke an die Gegenwart ihn aufschreckte ans diesen wachen Träumereien.

Gerechter Himmel' Was war mit diesem reizenden, engelhaften, kaum zur Jungfrau erblühten Mädchen vor­gegangen, — wo war es — in welche Hände war es ge­fallen, welchen Gefahren war es ausgesetzt, — was hatte es vielleicht Alles schon in diesen Wenigen Tage» erdulden müssen! Die Gedanken konnten ihn wahnsinnig machen. Er verdoppelte unwillkürlich seine Schritte, als ob er die arme Gefangene dadurch schneller befreien könne, bis er nach und nach wieder zu rnhiger Ueberkgung kam, und die begonnene Ausführung seines Vorhabens seinem Denken ein anderes Ziel gab.

Wenn cS ihm nun gelang, dieses holde Wesen ans jedenfalls höchst gefahrvoller Lage zu retten und den sehn­süchtig harrenden Eltern zu bringen, — was konnte dieses für einen Einfluß auf seine Zukunft und in Beziehung auf seine Wünsche haben? Leider konnte er nicht daS mindeste Ersprießliche davon erwarten. Wie ein Verbrecher hatte er sich in sein Vaterland geschlichen, keine Minute sicher, daß er nicht wieder arretirt, dann vor ein Kriegsgericht gestellt und nachträglich noch erschossen würde.

Im glücklichsten Falle, wenn ihm die Befreiung Clo- tildens bald gelang, mußte er seine Person wieder in fer­ner Gegend in Sicherheit zu bringen suchen, — er wollte nach England gehen, wo der Oberförster Anselm von Warnberg Ihn erwartete und ihm eine Freistätte angeboten hatte. Da mußte er von den Unterstützungen, von der Gnade Anderer leben, und nicht die geringste Aussicht bot sich ihm bar, ein Unterkommen zu finden, das ihnr Selbst­ständigkeit gewähren würde. Nicht eher hatte er diese zu erwarten, bi« die Unterdrücker aus dem Vaterlande gejagt