Einzelbild herunterladen
 

xni. MrglNg

Marburg, Sonnabend, 27. Juli 1878

k. 171

daß

MttljHDc Jcitmio

bilea

Tagesbericht.

erlei

derA

irch

m

erringen.

1

m

ittft

weil uns igen

ergi*

itfnW

ir, [191 rnco.

)ur

bitte [IS

urg

1526

laschj» Mitt,

-Bat«

. W«

[IS

ann- rt, ; in

en, rten, jigen ler

Der bereits gemeldeten Räumung Schumlas seitens der Türkei wird, wie es heißt, die Räumung Varnas in Kur­zem folgen, und dann werden, wie nach auswärts telegra- phirt wird, die russischen Truppen, die sich jetzt noch in unmittelbarer Nähe von Konstantinopel befinden, sich voraus­sichtlich zur See zurückziehen, vorausgesetzt, daß auch Eng­land sich bereit erklärt, seine Flotte aus dem Marmara- Meere zurückzurufen.

DieSüddeutsche Presse" stellt in Folgendem die durch den Vertrag von Berlin geschaffenen Gebietsverän­derungen zusammen;Die europäische Türkei hat große Verluste erlitten und ist von ihren 6517 Quadratmeilen auf 3867, von 10 Millionen Einwohner auf 61/2 Mil­lionen herabgesunken. Dabei ist das künftig unter einem christlichen Statthalter autonome Ost-Rumelien mit 630 Quadratmeilen und 1 Million Einwohnern der Türkei zugerechliet, der Verlust der Oberhoheit über Rumänien uiib Serbien nicht in Anschlag gebracht worden. Das Fürstenthum Bulgarien darf trotz «-der Unterstellung unter den Sultan der eigentlichen Türkei nicht mehr zugerechnet werden; es umfaßt 1150 Quatdratmeilen mit 1,700,000 Einwohnern. Unter den Letzteren befinden sich nicht we­niger als 680,000, also 40 pCt. Mohamedaner. Geringer ist die mohamedanische Minorität in dem 1 Million zäh­lenden Ost-Rumelien mit circa 270,000 Glaubensangehö­rigen. Rumänien ist souverain geworden und von 2201 Quadratmeilen mit 5,073000 Einwohnern vergrößert worden. Es hat Bessarabien mit 150 Quadratmeilen und mit ca. 135,000 Einwohnern abgegeben und dafür die Dvbrudscha mit ca. 240 Quadratmeilen und 175,000 Einwohnern be­kommen. Besser ist Serbien davongekommen; es hatte bis zum Kriege 873 Quadratmeilen mit 1,360,000 Ein­wohnern und kommt jetzt auf 993 Quadratmeilen mit ca. 1,640,000 Einwohnern, hat also 56 Quadratmeilen und 54,000 Einwohner mehr bekommen als ,ihm der Frieden von San Stefano zuwies. Endlich Montenegro ist von 78Quatratmeilen auf 158 Quadratmeilen und von 170,000 Einwohnern auf 220,000 Einwohnern gekommen. Oester­reich oKupirt in dem nicht an Montenegro abgetretenen Theile von Bosnien und der Herzegowina 970 Quadrat­meilen mit 1,250,000 Einwohnern; unter der Bevölkerung sind 750,000 griechische, ca. 120,000 römische Katholiken und der Rest Mohamedaner. Griechenland hätte nach den Bestimmungen des Berliner Congresses ca. 200 Quadratmeilen mit etwa 300,000 Einwohnern bekommen sollen; die Angelegenheit befindet sich jedoch bekanntlich noch in der Schwebe. Rußland erhält in Asien etwa 600 Quadratmeilen und 800,000 Einwohner, außerdem in Europa Bessarabien mit den bekannten geographischen und

Im Forsthaus.

Novelle von Heinrich Heusler.

lFortsetzung.)

d.

1 die wird

Bevölkerungsziffern. Endlich England bekommt Cypern mit 173 Quadratmeilen und 150,000 Einwohnern."

Deutsche- Reich.

* Berlin, 25. Juli. Die Reise des Kaisers nach Teplitz wird nach der guten Wirkung der Luft in Babels­berg nunmehr wahrscheinlich einige Tage früher stattfinden, als man erwartet hatte, man spricht von Ende dieser oder Anfang nächster Woche. Der Kronprinz wird sich dann nach Homburg begeben, wohin ihm das Militär- und Civil- Cabinet folgen soll. Die Frage über Vollziehung des TodeSurtheils gegen Hödel ist zunächst Gegenstand der Berichterstattung des Staatsministeriums an den Kronprinzen. In derGermania" ist die Veröffentlichung des Briefes des Kronprinzen an dm Papst vielfach als ein Wahl­manöver bezeichnet worden. Die Germania wird nicht in der Lage sein, ein einziges Beispiel anzuführen, daß im ganzen Verlauf der Wahlbewegung von gouvernementaler Seite ein einziger Versuch gemacht sei, die Correspondenz mit Rom zu verwerthen. DieN. L. C." behauptet heute, eS sei keinem nationalliberalen Blatte eingefallen, dem Fürsten BiSmarck die Befähigung zur inneren Polittk überhaupt abzusprechen. Die Correspondenz scheint demnach im eigenen Lager wenig Bescheid zu wissm, eS liegen in der Magdeb. Ztg., in der Schlesischen Presse, in der Weser- Zeitung, in einer Reihe nattonalliberaler Flugblätter die unumwundensten Aeußerungen über die schlechte innere Po­litik des Fürsten im Gegensatz zu seiner äußeren Polittk vor. Eine Sammlung der verschiedenen Auslassungm in den letztm 6 Wochen aus der nationalliberalen Presse würde allerdings ein charakteristtsches Bild für die behauptete Uebereinstimmung der Partei geben. Bei der Consti- tuirung der Provinz Schleswig-Holstein wurde bekanntlich nur eine Regiemng zu Schleswig eingesetzt, während der Sitz des Oberpräsidiums einstweilen in Kiel gelassen wurde, unter Anderem auch wegen der lokalen Schwierigkeiten der Unterbringung. Nachdem inzwischen ausreichende Bautm für die Regierung sowohl als für das Oberprästdium in Schles­wig ausgeführt sind, ist die Frage der Verlegung des letz­teren erneut in Erwägung gekommen und dürfte zu einer baldigen Entscheidung gelangen. Der Oberkirchenrath wird in den nächstm Tagen in Sachen des Predigers Kalthoff sein Urtheil fällen. Zur Zeit sind in Königsberg und Magdeburg zwei Consistorialrathstcllm frei, die mit Juristen zu besetzen find. Die Geschäfte bei den Consistorien vermehren sich derart, daß noch mehrere Assessorenstellen zu errichten sein werdm.

Hannover, 23. Juli. Die hiesigeVolkszeitung" ist in den Stand gesetzt, die Mittheilung zu machen, daß der

tag Früh schickte ich ihn nach Steinau, weil ich wußte, Leide­mann werde auf seiner Reise nach Reidelbach durchpassiren und ließ ihn fragen, ob er auf seiner Rückreise die Kinder mitnehmen wolle; am folgenden Tage wollte Kollmann sie nach Steinau begleiten, da aber der Ihnen bekannte Unfall sich ereignete, so konnte Kollmann meinen Auftrag nicht weiter vollziehen uud ich schickte dann den Konrad mit Clotilden hinüber."

Sonach ist mir außer Zweifel," sagte Ferdinand, daß dieser Konrad eine Hauptrolle bei dem Ereignisse spielte, indem er entweder unmittelbar dem Räuber die nöthige Nachricht zukommen ließ oder unvorsichtiger Weise seinen Auftrag Jemanden erzählte, der dann der eigentliche Verräther ist.

Sie sind wohl so güttg, Herr Forstmeister, mir einiges Nähere über diesen Menschen und sein früheres Leben ge­fälligst mitzutheilen?"

Er ist vor einigen Monaten als Jägerbursche bei mir eingetteten," antwortete der Forstmeister,und war in solcher Eigenschaft früher bei dem Oberförster Zöller in Freien­stein, von dem er ein sehr gutes Dienstzeugniß beibrachte. Er ist recht brauchbar und willig, so daß ich bisher mit ihm ganz zuftieden war. Von seinem früheren Leben ist mir nichts bekannt."

Hat derselbe keine Verbindung mit irgend Jemanden außerhalb, Kollmann? fragte Ferdinand.

ES ist mir nichts der Art bekannt," antwortete Koll­mann.Sonntag Nachmittags, wenn er keinen Dienst hat, geht er nach Steinau in den Adler. Von einer Bekannt­schaft desselben weiß ich nichts."

Ist Konrad eben zu Hause?"

Nein, er ist in dem Walde."

Wann kommt er wieder nach Hause?"

Erst um die Mittagsstunde."

prech^ )kach^

re.

>.86 sl'

Ich sehe ein," antwortete dieser,daß es allerdings so sein wird, ich wüßte aber Niemand, auf den ich gleich deßhalb Verdacht werfen sollte."

Dies wäre sorgfältig zu überlegen," unterbrach ihn der Forstmeister,übrigens will es mir gar nicht in den Kops, daß wir Alle so befangen waren, an so Etwas, was doch so natürlich und klar wie das Licht der Sonne ist, nicht einmal zu denken. Ich hielt eine solche Untreue ge­radezu für unmöglich. Gewiß müssen solche Erwägungen auf den rechten Weg führen."

Man muß sich übrigens nicht darauf besinnen, wer wohl untreu gewesen sein könne," sagte Ferdinand,man muß vielmehr nachforschen, wer solche Nachrichten Über­bringen konnte und so wird man bald die Untreue ermit­telt haben."

Ich gehe jetzt in meinen Schlüffen weiter. Wenn eS also natürlich und unzweifelhaft ist, daß ein Verräther hier den Mittelsmann und Zuträger gemacht hat, so kann eS ebenso selbstverständlich nur Jemand sein, der es um Lohn gethan hat und in dieser Beziehung wirst Du Dich besinnen, lieber Kollmann, ob nicht Einer der Leute, welche sich in dem Forsthause aufhalten oder oft Herkommen und gewöhn­lich Zutritt haben, in den letzten Tagen mehr Geld wie gewöhnlich ausgegeben hat oder blicken ließ oder ob Jemand da ist, dem etwa eine solche Handlung zugetraut werden kann."

Ich erinnere mich deffen nicht," antwortete Kollmann, doch habe ich auch nicht daraus Acht gegeben; ich will es aber jetzt thun."

ES wird nöthig sein, Dir auf den rechten Weg zu helfen," sagte Ferdinand.Herr Forstmeister!" Wen haben Sie mit der fraglichen Botschaft an den Herrn Forstrath Leidemann geschickt?"

Den Jägerburschen Konrad," antwortete dieser.Mvn-

Nun, lasten wir das für jetzt gut sein, alter Freund," etzte Ferdinand,setze Dich einmal her zu un8 und j mit Ueberlegung an, was ich sage und was ich frage, ienn es ist eine sehr wichtige Sache. Sehe mich gleichsam tis den Untersuchungsrichter an, der das an Fräulein Klotilde begangene Verbrechen entdecken will. Nach llttm, was ich gehört habe, kann ich nicht bezweifeln, viel- *chr muß es unbedingt feststchen, daß der Bediente, welcher tie Entführung ins Werk setzte, von Allem, was hier in feem Forsthause an jenem Morgen in Bezug auf die Ab- Mst deS Fräulein vorging, sehr genau unterrichtet war. Er mußte wisten, daß der Herr Forstmeister den Forstrath Nbemnan gebeten hatte, das Fräulein mitzunehmen und M die Abreise an jenem Tage vor sich gehen sollte. Will tan nun nicht annehmen, daß der Bediente mit der Chaise tage oder Wochen lang in Steinau auf eine günstige Alegenheit gewartet hat, was doch ganz gewiß nicht der «E war oder will man nicht glauben, daß die Chaise ge-

bluten brauchen. Jeder, der sich mit den ersten Grund- ner Wn der Volköwirthschaft bekannt gemacht hat, wird zu- "-A geben, daß nicht der Schutzzoll, sondern die Geldcirculation en Wh der Geldvorrath den Preis der Maaren regelt. Wir Kellm nsnmireu unS dahin, daß wir den Schutzzoll als einen Sk ft Zwang, in erster Linie vom Jnlande zu kaufen, betrachten, 1 «ls einen Zwang, der bei der deutsche Vorliebe für fremde } M-H Waaren nur wohlthätig wirken kann. In diesem Sinne tau aber auch der Schutzzoll die Taxe ersetzen, mit der früher gewisse Verbrauchsgegenstände belegt waren. Dann nen wir noch sagen, daß der Schutzzoll das einzige ittel ist, um zu freihändlerischen Zuständen (wir sagen t, zum absoluten schrankenlosen Freihandel) zu gelangen, Dell wir nur mit Hülfe des Schutzzoll-Regimes in der e sind, von den benachbarten Nattonen Zugeständnisse

DaS gewöhnlichste Argument, welches zu Gunsten des ►♦♦♦ Freihandels angeführt wird, ist das: daß nach Einführung bei Schutzzolls alle Bedürfnisse thenrer werden müsten. Mr sind diesem Argument (das wohl ad hominem ge­richtet ist) erst dieser Tage in einer Wahlrede des frühren Wg. Karsten begegnet. Nun kann aber doch wohl nicht damol geleugnet werden, daß die Erhebung eines Zolles die ein-

tabe zufällig auf jenem Platze vorüber kam, wo die That . fkttfand, so kann eS gar nicht anders sein, als daß ent- . Siebet von hier anS die betreffende Nachricht von der bevor- r Gehenden Abreise mit Angabe der Stunde und der Art

tab Weise unmittelbar an den Führer abging oder daß, tahdem die Anfrage an den Forstrath Leidemann gestellt Sm, von dort aus die Nachricht gegeben wurde. Das ; «tztere ist wohl möglich, aber nach den bestehenden Ver-

Mtnissen sehr wahrscheinlich, dagegen ist daö Erstere mehr Sls wahrscheinlich, fast gewiß. Hiernach ist ein Spion oder ta ungetreuer Dienstbote hier in dem Forsthause zu suchen, kannst Du Dir so Jemand denken, Kollmann?"

eigen nimmt entgegen: it wfliebltion b.Blattel, «ied-Annoncen-Bureaux ,n Th. Dietrich & Co. in -fiel und Hannover; Th. lietrich in Frankfurt a.M.; mafenftein & Vogler in tontfurt a. M., Berlin, etojig, Cvln ic.; Rudolf >>ffe in Berlin, Frank»

furt a. M. k.______

Anzeigen nimmt entgegen: die Expedition d Blatte-, sowie d. Annoncen-Bureaux von G- L. Daube & Co. in Frankfurt a. M.; Jäger'sche Buchhandlung daselbst; Hermaun'sche Buchhandl. daselbst; Jnvalidendank in Berlin; W. Thienes in Elberfeld; C. Schlotte in Bremen.

gür die Monate August und September nehmen die Postanstalten (auf dem Lande die

Landpostboten) Bestellungen entgegen auf die

Dberhkssische Zeitung

und deren Gratisbeilage

ZllustrirteS Sonntagsblatt.

Die Ex-ed. d. Oberh. Zeitung.

arlckeint täglich außer an den Werktagen nach Sonn- und Feiertagen. Preis für das Quartal mit der wöchentlichen BeilageJllustrirteS SonntagSblatt" durch die Expedition (Koch'sche 8 W Buchdruckerei) bezogen 3b Mark, durch die Postämter des Deutschen Reiches 3 Mark 50 Psg. (epi. Bestellgebühr). Jnsertionsgebühr für die gespaltene Zeile 10 Pf,.

Für in der Expedition zu ertheilende Auskunft und Annahme von Adressen werden 35 Pf,, berechnet.

»NU i heimische Industrie nur dann schützt, wenn sie sie mit dem erleriWslande gleichen Schritt hält. Sobald die Preise der ; Wil «ländischen Produkte steigen, verbessern sich die Chancen bttrii bet auswärtigen Industrie. Es liegt also im Interesse Schift kt deutschen Jntustrie selbst, die Bedürfnisse nicht thenrer [2O0i Herben zu lassen. Der Zoll schützt nur in sofern, als er ber einheimischen Betriebsamkeit auf allen deutschen Märkten ben Vorzug gewährt. Sollten wirklich einmal anö äußeren lrch K Gründen (schlechte Ernten u. bergt.) die Bedürfnisse ver- Wiei feuert werden, so haben wir doch immer den Vortheil, LI« daß das Geld im Jnlande bleibt, und das ist ein so hoher Lortheil für den Wohlstand des ganzen Volkes, daß wir bt nWfchkn nm deßwillen eine kleine Preissteigerung nicht zu / *. _____ f chaVm* kor mif hott pvfion ßtrinihs