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futigen nimmt entgegen: He Expedition d.Maltes, (»eie d-Annoncen-Bureaur tt« u »n Th. Dietrich & Co. in J staffel und Hannover; Th. [1944 Dietrich in Frankfurt a.M.;

haafenftein L Logier in rrwlkfurt a. M., Berlin, Leipzig, Cvln ic.; Rudolf -- flösse in Berlin, Frank­furt a. M. ic.

Marburg, Donnerstag, 25. Juli 1878

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ObnIskUchk Zckm.

Anzeigen nimmt entgegen: die Expedition d. Blatte«, sowie d- Annoncen-Bureaux von G- L- Daube & Co. in Frankfurt a. M.; Jüger'sche Buchhandlung daselbst; Hennann'sche Buchhandl. daselbst; Jnvalidendank in Berlin; W. Thienes in Elberfeld; C. Schlotte in Bremen.

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Erscheint täglich außer an den Werktagen nach Sonn- und Feiertagen. Preis für das Quartal mit der wöchentlichen BeilageJllustrirteS Sonntagsblatt" durch die Expedition (Koch'sche Buchdruckerei) bezogen 2*4 Mark, durch die Postämter des Deutschen Reiches 2 Mark 50 Pfg. (epi. Bestellgebühr). Jnsertionsgebühr für die gespaltene Zeile 10 Pf». Für in der Expedition zu ertheilende Auskunft und Annahme von Adresien werden 25 Pfg. berechnet.

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Wie ein Berliner Malt wissen will, sei es die Absicht einflußreicher Kreise von dem Erlös der WilhelmSspeude d«S dem AktienbauvereinUnter den Linden" gehörige Haus 18 Unter den Linden, in welchem der Hochverräther Rvbiling zuletzt gewohnt hat, anzukaufen und darin ein Kaiserstift zur Erziehung von Kindern aller Konfessionen anzulegen. Diese Meldung beruht auf einer ganz gewöhn­lichen Börsenspekulation und findet selbst in den interissirten Börsenkreisen wenig Glauben. Der Conrö der Aktien des BauvereinSUnter den Linden" (der nebenbei bemerkt, in Eben 6 Jahren seines Bestehens niemals ein Haus gebaut hat) ist jedenfalls unverändert geblieben. Das fragliche Projekt ist nur einmal öffentlich zur Sprache gekommen md zwar in einer Versammlung, welcher Herr Dr. LaSker präsidirte. In einflußreichen Kreisen besteht, so viel wir Ässen, keine Absicht, der schlechtesten Gründung, die in Berlin verübt worden ist, zu Hilfe zu kommen.

M DerCourrier d'Jtalie" erwähnt dm Umstand, daß der englische Minister Croß im Unterhause das Gerücht, betreffend die Aufnahme der Niederlande in den Verband de« deutschen Reiches nicht dementirt, sondern nur erklärt habe, er wisse nichts darüber. Das italienische Blatt be-

«erkt dazu:

Diese Antwort ist vielseitig als eine Bestätigung der Annexion auögelegt worden. Wir wiffen nicht, ob diese iditcrstellung begründet ist, aber wir sind in der Lage, be- stätigen zu können, daß Fürst Bismarck zu diesem Zweck seit mehr als einem Jahre Verhandlungm mit der nieder­ländischen Regierung eingeleitet hat. Diese Vorschläge haben richt den Widerstand gefunden, welchm man von einem unabhängigen Staate erwarten konnte. Rach denselben Hille Holland jene Privilegien erhalten, deren sich Baiern erfreut, das Eigenthum der Colonim und deren Einkünfte Bfire Holland erhalten geblieben, jedoch ausgenommen einen iestächtlichen Antheil an diesen Revenuen, als Compensation

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Girier beträchtlichen Antherl an diesen Revenuen, als iLompenMon [,188t isr den Schutz, welchm das Reich durch seine Flotte auS-

Tagesbericht.

Wie verlautet, ist der Aufenthalt deS Kaisers in Ba- j | belsberg auf 810 Tage bemessen. DieNordd. Allg. Ztg " schreibt: Die Nachricht, der preußische Gesandte in l» München, Graf Werthern, sei für den Botschafterposten in Konstantinopel ausersehen, bestätigt sich nicht. Graf Werthem wah jlt Hinsicht auf Familien-Verhältniffe den Wunsch aus­gesprochen, in München zu bleiben. Wie verlautet, ist nun­mehr der Gesandte am Madrider Hofe, Graf Hatzfeldt, für Konstantinopel designirt.

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Novelle von Heinrich HenSler.

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Hat er da«!" unterbrach der Oberförster sie hastig. »Hat der erbärmliche niederträchtige Mensch das wirklich ivvagt? Nun denn, so will ich Dir nur sagen, daß ich dieselbe Meinung oder vielmehr Ueberzeugung habe, wie r«, denn der Schürfe wagte es auch, mich mit solchen ... »j Anspielungen zu beleidigen, er stellte mir sogar die so- [189| fertige Ernennung zum Oberforstdirektor in ganz bestimmte «iSstcht. Befürchtete ich nicht Chikanen der Polizei, dann fett ich ihn zur Thüre hinaus geworfen. Aber gerade E<Shalb muß das, was ich jetzt beginnen und ausführen s^rde, Dich beruhigm. Ich gehe heute noch nach Kassel, p; ich theile meinen vertrautesten Freunden das Unglück fe, das uns betroffen hat und fordere sie auf, den Schalch «feohl als den König auf das sorgfältigste zu beobachten wenn '.ner von denselben öffentlich oder gar heimlich V* Stadt verläßt, mir sogleich Nachricht davon zu geben, fei ich ihnen nacheilen und so auf die Spur unsere« KtndeS Minen kann. Weiß ich einmal wo es ist, dann werde , e6 gewiß befreien, ich schrecke vor keiner Gewaltthat 'gtöM feück, eS wird aber nicht dazu kommen, denn ich habe es .fe feigen Gegnern zu thun. UeberdieS will ich meinen ^trauten Leutm dort die Weisung geben, Tag und Nacht feum zu spüren, um vielleicht Etwas zu entdecken; eine M Belohnung, die ich verspreche, soll ihren Eifer an- yOttttn. Sie mögen sich an der neuen geheimen oder wie . ? sich nennthohen" Polizei ein Beifpiel nehmen, sollen A doch die Deutschen sogar die Franzosen in dieser edlen ' *Mt oder Fertigkeit vielfach übertreffen: Vielleicht kann einmal etwas Gutes dadurch erzielt werden."

Wir müssen offen sagm, daß wir uns nur darüber freuen könnten, wenn Holland in den Verband des deutschen Reiche« eintreten würde. Jndeß fürchten wir, daß die Aus­sichten zu einer solchen Verbindung in weiter Ferne stehen, und daß bis jetzt in unseren Ragierungskreisen noch kein derartiger Plan in positive Erwägung gezogen worden ist. Wir können auf einen Umstand Hinweisen, der für diese Anschauung nahezu beweisend ist. Der enge Postverband zwischen Deutschland und Luxemburg, auf Grund dessen der letztere Staat als Postinland angesehen wurde, ist in den letzten Wochen zur Aufhebung gelangt. Wäre dies wohl geschehen, wenn eine so wichtige Aenderung, wie es der Eintritt Hollands in das deutsche Reich sein würde, in Aussicht stände?

DieCorrespondance Americaine" bringt folgenden Ar­tikel:Wenn man sich in Europa über die Aufhebung der Gesandtschaft in Athen und der Stellen des zweiten Sekretärs bei drei anderen Gesandtschaften der Vereinigten Staaten aufgehalten hat, so war der persönliche Standpunkt der amerikanischen Beamten, welche durch die Sparsamkeit der Repräsentanten-Kammer kürzlich von dem diplomatischen Corps abgelöst worden sind, jedenfalls nicht die Hauptsache. Diese Maßregel ist von den Freunden der Vereinigten Staaten beklagt worden, weil sie das Ansehen derselben im Auslande schädige, gerade in dem Moment, wo die diplo­matische Action nothwendiger ist, als je. Man meint, daß eS kaum der Mühe wcrth wäre, einen Consular-Agenten für Malta zu ernennen, wenn man den Beobachtungs- Posten in Athen aufgiebt, wo die amerikanische Diplomatie am besten placirt war, um die ernsten Ereignisse zu über­wachen, welche sich fortwährend im Orient abspielen und bei welchen die Handels-Interessen der Vereinigten Staaten direkt betheiligt sind. Mr. Evarts hat Alles gethan, um dm Schaden in Malta wieder gut zu machen, welcher in Athen geschehen war, aber er kann den Nachtheil nicht mil­dern, welcher in Paris, Berlin und St. Petersburg verur­sacht ist, wo man mit Erstannen die amerikanischen Ge­sandtschaften in ihrem Personal vermindert gesehen hat, gerade zur Zeit der Ausstellung und deö Congresses, wo eilt Land niemals zu zahlreich vertreten sein kann. Das Uebel ist besonders bedauernswerth in Bezug auf die Gesandschaft in Paris, wo das Talent und die Geschick­lichkeit der Herren NoyeS und Hitt in so nützlicher Weise ergänzt war durch den zweiten Sekretär Henri Vignaud, welcher das Französische als seine Muttersprache spricht und welcher die Beziehungen der Gesandschaft zu den Ver­treten! der ganzen Welt, die durch sechs Monate dieses Jahres in Paris zusammentreffen, erhalten konnte. Diese Erwägung ist es wohl, welche in politischen Kreisen das

Noch an demselben Tage trat der Oberförster die Reise an und hatte die Befriedigung durch Entzündung eines Hoffnungsfunkens feine Gattin ein wenig beruhigt zu haben.

*

In dem Wohnstübchen des bekannten Försterhänschen« am Steinweg saß einige Tage nach der soeben mitgetheilten Unterredung zwischen dem Oberförster Casimir von Wam­berg und seiner Gattin, die alte Marianne in einem be­quemen Lehnsessel und unterhielt sich mit einem jungen Mqnue, der ihr gegenüber au einem der kleinen Fenster saß.

Sie war von ihrer Krankheit wieder völlig hergcstellt und sah mit liebevollen Blicken auf dyt junge» Mann, in dem wir ihren Sohn Ferdinand vermutheu, aber kaum wieder erkennen. Sein Gesicht zeigte in einem kleinen Schnurrbarte nur noch eine unbedeutende Spur von dem früheren dichten verwilderten Vollbarte auch sein langes Kopfhaar war kurz verschnitten. Der, wenn auch noch nicht lange währende Aufenthalt im Freien, die viele Be­wegung, welche er sich seit seiner Flucht aus dem Gefäng- niß gemacht und die gute Kost, welche er seitdem genossen, zeigten eine ungemein vortheilhafte Wirkung in seinem Aus­sehen, das gewiß durch den Zustand seines Innern bei dem Gedanken, daß er der ihm so nahe getretenen Gefahr des Erschießens in Folge des ihm bevorgestanden habenden kriegsgerichtlichen Urtheil« so glücklich entgangen war, nicht wenig gehoben wurde.

Er hatte zudem feine Kleider an, wie sie von den Stu­denten in damaliger Zeit getragen wurden. Ein kurzer grüner Ueberrock, eine hellfarbige Weste, ein seidenes, leicht um den Hals geschlungenes Tuch und eine kleine grüne Mütze, ohne Schild, mit einer goldenen Borte, verliehen ihm ein jugendliches Aussehen, was so auffallend war, daß selbst seine Mutter sagte, er sehe wenigstens um zehn Jahre jünger aus, al« bei seinem vorigen Besuche, denn

Gerücht entstehen ließ, daß der zweite Sekretär in Paris zum ersten Sekretär ernannt und Herr Hitt zu einem an­deren hohen Amte berufen werden sollte."

Deutsche- Reich.

* Berlin, 23. Juli. Das Befinden des Kaisers nach der Uebersiedlung nach Babelsberg ist durchans be­friedigend, weitere Dispositionen sind zur Zeit noch nicht getroffen, vielleicht kommt es zu einem kurzen Aufenthalt in Teplitz. Ueber einen etwa daran sich schließenden Aufenthalt in Gastein ist nicht einmal eine eventuelle Ver­abredung getroffen. Die Kronprinzessin gedenkt am nächsten Freitag nach Homburg zu reisen, wohin der Kronprinz ihr etwas später folgen wird. Hiesige Blätter wiedersprechen unserer neulichen Mittheilung, daß außer dem Sozialisten­gesetze dem nächsten Reichstag keine Vorlage zugehen solle. Man beruft sich darauf, daß im Reichsjustizamt fleißig an neuen Vorlagen gearbeitet werde. Letzteres ist wohl richtig, aber Niemand denkt daran, daß diese Vorlagen für die Herbstsession sind. Es handelt sich nm die Wintersession,- für welche auch bei anderen Behörden, sowohl preußischen als Reichsbehörden angestrengt gearbeitet wird. Durch viele Blätter ist die Mittheilung gegangen, es habe eine Be­stimmung in das Sozialistengesetz Aufnahme gefunden, wo­nach nur 30jährige Männer in einen politischen Verein treten dürfen, was später dahin geändert sei, daß der Ein­tritt nur nach abgeleistetem Militärdienst gestattet sein solle. Das eine wie das andere ist leeres Gerücht, von der Auf­nahme ähnlicher Bestimmungen in den Enttvurf ist nie­mals die Rede gewesen. Wenn übrigens vor Kurzem die Regierung tagtäglich zu hören bekam, daß sie versäumt habe, die bestehenden Gesetze gehörig gegen die Sozial­demokratie anzuwenden, so beginnt nun wieder die verspot­tende Kritik über die Auflösung sozialistischer Versamm­lungen. Es ist eine alte Erfahrung, daß wenn solche Ver­sammlungen von staatsfeindlicher Tendenz generell verboten sind, die ausführenden Behörden in die üble Lage kommen, entweder Verhöhnungen hinznitehmen oder wegen ungeschick­ten Eifers von angcblicken Freunden gefabelt zu werden. Das Gutachten der Havariekommission und des Stations­chefs in Sachen des großen Kurfürsten sind gestern (Mon­tag) bei der Admiralität hier eingegangen. Es ist wieder­holt hervorzuheben, daß die Havariekommisston nicht atttori- sirt ist ein Verdikt auszusprechen, sondern nur berufen zur Feststellung thatsächlicher Verhältnisse die Untersuchung zu führen. Die eingehenden Akten werden hier geprüft, wo­rauf das weitere Verfahren event. die kriegsgerichtliche Untersuchung angeordnet wird. Selbstverständlich kann unter diesen Umständen von einem in dieser Angelegenheit gefällten Urthcil nicht die Rede sein.

damals sei sie ordentlich erschrocken, als sie ihn gesehen habe.

Er erzählte seiner Mutter den Zweck seine« Hiersein«.

Ich bin," sagte er,durch meine Verwickelung in den Aufstand, vorderhand von meinem seitherigen Posten ent­fernt und weiß nichts Besseres zu thun, als Versuche zu machen, ob ich nicht den Aufenthalt des geraubten Fräulein« von Wamberg ausforschen kann."

Ach Ferdinand," erroieberte bie Mutter:Hast Du denn dieses entsetzliche Unglück gehört, das ist ja wahr­haftig himmelschreiend! Da verdienst Du Dir einen Gotteslohn, wenn Du das fertig bringst. Das ist ein wahrer Engel, sage ich Dir, ein Engel an Sanftmnth und Herzensgute. Sie war schon zweimal auf längere Zeit zum Besuche bei dem Großvater auf dem Forsthause, da habe ich sie genau tauten gelernt. Sie kennt fein größeres Vergnügen, als den Leuten gefällig zu sein und Wohlthaten zu erzeigen, wo und wie sie kann. Die Leute auf dem Forsthause gehen auch für sie durch das Feuer und seitdem sie von ben Räubern entführt würbe, die Gott verbamme» möge, gehen sie alle traurig umher unb man hört nicht mehr wie früher immer Fröhlichkeit und Gelächter unter ihnen, kaum noch getrauen sie laut zu sprechen.

Selbst bie Armen ans ber Nachbarschaft, von betten da« FvrsthanS fast täglich heimgesucht wird, meiden eS ordentlich, als wenn sie nicht wüßten, daß sie auch früher nicht mit leerer Hand weggeschickt wurden. So oft sie nicht schlechtes Wetter abhielt, besuchte sie mich und blieb stundenlang bei mir, besonders als ich krank war, da kam sie alle Tage und brachte mir gutes Essen, da ich mir nicht kochen konnte. Du hast sie selbst gesehen, wie sie mir die Arznei reichte und mir ans meinem Gebetbuche vorlaS. Ach, lieber Ferdinand! Du glaubst nicht, wie